Annweiler am Trifels

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Annweiler am Trifels
Annweiler am Trifels
Deutschlandkarte, Position der Stadt Annweiler am Trifels hervorgehoben
Koordinaten: 49° 12′ N, 7° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südliche Weinstraße
Verbandsgemeinde: Annweiler am Trifels
Höhe: 179 m ü. NHN
Fläche: 39,88 km²
Einwohner: 6991 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 175 Einwohner je km²
Postleitzahl: 76855
Vorwahl: 06346
Kfz-Kennzeichen: SÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 37 501
Adresse der Verbandsverwaltung: Messplatz 1
76855 Annweiler am Trifels
Webpräsenz: www.annweiler.de
Stadtbürgermeister: Thomas Wollenweber (SPD)
Lage der Stadt Annweiler am Trifels im Landkreis Südliche Weinstraße
Kirrweiler (Pfalz) Kirrweiler (Pfalz) Kirrweiler (Pfalz) Maikammer Sankt Martin (Pfalz) Herxheim bei Landau/Pfalz Herxheimweyher Rohrbach (Pfalz) Insheim Bornheim (Pfalz) Essingen (Pfalz) Hochstadt (Pfalz) Offenbach an der Queich Billigheim-Ingenheim Birkweiler Birkweiler Böchingen Böchingen Böchingen Eschbach (Pfalz) Frankweiler Frankweiler Göcklingen Heuchelheim-Klingen Ilbesheim bei Landau in der Pfalz Ilbesheim bei Landau in der Pfalz Impflingen Knöringen Leinsweiler Ranschbach Siebeldingen Siebeldingen Walsheim Walsheim Walsheim Bad Bergzabern Barbelroth Birkenhördt Böllenborn Dierbach Dörrenbach Gleiszellen-Gleishorbach Hergersweiler Kapellen-Drusweiler Kapsweyer Klingenmünster Niederhorbach Niederotterbach Oberhausen (bei Bad Bergzabern) Oberotterbach Oberschlettenbach Pleisweiler-Oberhofen Schweigen-Rechtenbach Schweighofen Steinfeld (Pfalz) Vorderweidenthal Albersweiler Albersweiler Annweiler am Trifels Annweiler am Trifels Dernbach (Pfalz) Eußerthal Gossersweiler-Stein Münchweiler am Klingbach Ramberg (Pfalz) Rinnthal Silz (Pfalz) Völkersweiler Waldhambach (Pfalz) Waldrohrbach Wernersberg Altdorf (Pfalz) Altdorf (Pfalz) Altdorf (Pfalz) Böbingen (Pfalz) Böbingen (Pfalz) Böbingen (Pfalz) Burrweiler Burrweiler Edenkoben Edenkoben Edesheim Edesheim Edesheim Edesheim Flemlingen Flemlingen Flemlingen Freimersheim (Pfalz) Gleisweiler Gleisweiler Gommersheim Gommersheim Gommersheim Großfischlingen Hainfeld (Pfalz) Hainfeld (Pfalz) Hainfeld (Pfalz) Kleinfischlingen Rhodt unter Rietburg Rhodt unter Rietburg Roschbach Roschbach Venningen Venningen Venningen Weyher in der Pfalz Weyher in der Pfalz Landau in der Pfalz Landau in der Pfalz Landau in der Pfalz Landkreis Germersheim Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Bad Dürkheim Neustadt an der Weinstraße Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Kaiserslautern Landkreis Südwestpfalz FrankreichKarte
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Annweiler am Trifels ist eine Stadt im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Sie ist zugleich Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde. Annweiler am Trifels ist ein staatlich anerkannter Luftkurort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Annweiler liegt im südlichen Pfälzerwald, dem deutschen Teil des Wasgaus, nahe dessen Ostrand. Die Stadt wird von West nach Ost von der Queich durchflossen, einem linken Nebenfluss des Rheins. Auf drei Bergen südlich der Stadt liegen die Burgen Trifels, Anebos und Münz, die beiden Letzteren allerdings bereits auf Gemarkung der Gemeinde Leinsweiler. Zur Gemeinde gehört auch eine 14,71 km² große Waldexklave im Nordwesten mit dem Forsthaus Annweiler.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Annweiler gehören die Ortsteile Bindersbach, Sarnstall, Gräfenhausen und Queichhambach. Zu Queichhambach gehören die Weiler Rothenhof und Neumühle.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 910 mm. Die Niederschläge sind hoch. Sie liegen im oberen Viertel der in Deutschland erfassten Werte, an 79 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der April, die meisten Niederschläge fallen im Dezember, nämlich 1,5 mal mehr Niederschläge als im April. Die Niederschläge variieren allerdings nur gering und sind sehr gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 4 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Nennung Annweilers geht auf das Jahr 1086 zurück. Die Gründung erfolgte, wie bei anderen Siedlungen mit der Endung -weiler, wohl im 7. oder 8. Jahrhundert. Benannt wurde Annweiler vermutlich nach einem Franken namens Anno oder Arno[3].

In den Jahren 1125 bis 1298 wurden die Reichskleinodien, darunter die Reichskrone, auf der Reichsburg Trifels aufbewahrt. 1193, möglicherweise auch bis 1194, wurde der englische König Richard Löwenherz als Gefangener auf dem Trifels festgehalten.

Annweiler bekam 1219 von Kaiser Friedrich II. die Stadtrechte verliehen. Im 18. Jahrhundert war Annweiler die kleinste aller Reichsstädte.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 22. April 1972 bzw. am 10. Juni 1979 wurden Queichhambach und Gräfenhausen nach Annweiler am Trifels eingemeindet.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Rathaus

Der Stadtrat in Annweiler besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[5]

Wahl SPD CDU GRÜNE FDP FWG Gesamt
2014 7 6 3 2 4 22 Sitze
2009 9 7 2 2 2 22 Sitze
2004 9 7 2 2 2 22 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe der Stadt Annweiler e. V.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Von Gold und Schwarz gespalten, rechts eine wachsende rote Burg in Gestalt des Trifels mit schwarzen Fenstern, links eine blaugedeckte goldene Kirche in romanischen Formen mit blauen Fenstern und goldenen Turmkreuzen“.

Es wurde 1950 vom Mainzer Innenministerium genehmigt und geht zurück auf das große Stadtsiegel aus dem Jahr 1230.[6]

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Partnerschaft mit der französischen Stadt Ambert im Département Puy-de-Dôme (Region Auvergne-Rhône-Alpes) wurde 1988 geschlossen, mit Gorgonzola in der italienischen Region Lombardei 2008.

Seit Ende der 1980er Jahre besteht eine Partnerschaft zwischen der Freiwilligen Feuerwehr Annweiler und den Sapeurs-Pompiers Jargeau im Département Loiret.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der historische Stadtkern mit Stadtmühle und Gerberviertel (samt Durchlass „Schipkapass“) ist eine Sehenswürdigkeit von Annweiler, genauso wie die über der Stadt liegende Reichsburg Trifels, die teilrestauriert ist und bewirtschaftet wird. Das Museum unterm Trifels ist in drei Fachwerkhäusern untergebracht und zeigt die Geschichte der Stadt, der Burg und der Annweilerer Gerber auf, die im 16. und 17. Jahrhundert die Stadt wirtschaftlich prägten. Unterhalb des 493 m hohen Sonnenbergs befindet sich das Museum der Burgruine Trifels, im Stadtzentrum die protestantische Stadtkirche, das Wahrzeichen der ehemaligen Reichsstadt. Der Erholung dienen der Kurpark und der Ambertpark.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2005 wurde im historischen Stadtkern zum ersten Mal das Richard-Löwenherz-Fest veranstaltet. Dieser Mittelaltermarkt, ein „mittelalterliches Spektakulum mit Rittern, Gauklern, Edel- und Spielleuten“, hat sich mit weit über 10.000 Besuchern auf Anhieb zur größten Veranstaltung der Stadt entwickelt.

Zu weiteren regelmäßigen Veranstaltungen der Stadt Annweiler gehören der Kultursommer, der Konzerte auf dem Rathausplatz und in der Parkanlage der Stadt bietet, das Keschdefescht rund um die Esskastanie im Oktober eines jeden Jahres und Märkte wie der alljährliche Kunsthandwerker- oder Weihnachtsmarkt.

Im Kaisersaal der Burg Trifels werden als Konzertveranstaltungen die Trifels-Serenaden angeboten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Annweiler am Trifels

Größter Arbeitgeber in Annweiler ist die Kartonfabrik Buchmann. Sie produziert – überwiegend aus Recyclingpapier – Faltschachtelkarton als Ausgangsmaterial für Verpackungen vor allem der Konsumgüterindustrie. Die Firma Stabila stellt Präzisionsmessgeräte her. Außerdem gibt es Zulieferbetriebe der Automobilindustrie.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Annweiler ist erreichbar über die B 10 (Landau in der PfalzPirmasens), die bei Landau-Nord an die A 65 (Ludwigshafen am RheinKarlsruhe) angebunden ist. Ab Annweiler führt die B 10 in Richtung Pirmasens durch vier Tunnel (von Ost nach West: Barbarossatunnel, Löwenherztunnel, Staufertunnel und Kostenfelstunnel). Auch die B 48 (BingenBad Bergzabern) verbindet Annweiler mit dem überregionalen Straßennetz.

Die Anbindung an das Schienennetz der Bahnstrecke Landau–Rohrbach gewährleisten der Bahnhof in der Kernstadt und zusätzlich der Haltepunkt Annweiler-Sarnstall.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Annweiler verfügt über eine Grundschule und eine Realschule plus. Weiterhin gibt es eine Schule für Lernbehinderte sowie eine Berufsbildende Schule. Das Trifels-Gymnasium steht unter kirchlicher Trägerschaft, es ist zum Teil als Internat organisiert. Annweiler ist Sitz des von Jean Firges gegründeten Sonnenberg Verlags, der einen Schwerpunkt bei der Literatur auf Französisch schreibender Autoren setzt.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende des Jahres 2013 waren 37,5 Prozent der Einwohner evangelisch und 37,0 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos[7].

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Markward von Annweiler († 1202), Markgraf von Ancona und Graf der Abruzzen, Reichsverweser von Sizilien, Erzieher der Stauferkaiser Heinrich VI. und Friedrich II.
  • David Pareus (1548–1622), reformierter Theologe, während des Dreißigjährigen Krieges 1621 als Flüchtling in Annweiler
  • August von Voit (1801–1870), Architekt, Planer des Alten Rathauses
  • Johann Lukas Jäger (1811–1874), 1840–1858 praktischer Arzt in Annweiler, konservativ-katholischer Publizist, 1849 bis 1858 Bayerischer Landtagsabgeordneter
  • Gustav Ullrich (1860–1938), Unternehmer, Geheimer Kommerzienrat, Gründer der MASSWERKE Gustav Ullrich (1889) mit Zweigwerken in Albersweiler und Châlons sur Marne (Frankreich), Gründer der Annweiler Email- und Metall-Werke (1890) mit einem weiteren Werk in Bellheim, Gründer des Arbeiterheims
  • Heinrich Ullmann (1872–1953), Architekt, Planer des Amtsgerichts
  • Rudolf Kaffka (1923–1985), Theologe und Politiker (SPD), von 1956 bis 1961 Pfarrer in Annweiler
  • Rudolf Werner, (* 1941), Journalist und Filmemacher
  • Martin Schmidt (* 1966), Politiker (AfD), wohnt vor Ort.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Biundo, Hans Heß: Annweiler. Geschichte einer alten Reichsstadt. Kraemer, Landau 1968. (1. Teil: Nachdruck von Biundos Annweiler. Geschichte einer alten Reichsstadt; 2. Teil: Der Trifelsstadt neues Gesicht).
  • Verkehrsverein Annweiler a. Tr. (Hrsg.): Annweiler anno dazumal. Bilder aus der Stadtgeschichte von 1870–1930. Verlag Pfälzer Kunst Blinn, Landau i. d. Pfalz 1980, ISBN 3-922580-03-3.
  • Verkehrsverein Annweiler a. Tr. (Hrsg,): Annweiler anno dazumal. Bilder aus der Stadtgeschichte von 1930–1950. Stock, Annweiler 1982.
  • Georg Biundo, Dennis Castens: Annweiler families. 1477–1927. Bd. 1–5. Kastens, Colorado Springs Co.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Annweiler am Trifels – Sammlung von Bildern
 Wikivoyage: Annweiler – Reiseführer
 Wikisource: Annweiler am Trifels – Quellen und Volltexte
 Wikinews: Annweiler am Trifels – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Erich Keyser (Hrsg.): Städtebuch Rheinland-Pfalz und Saarland. Stuttgart 1964, S. 56
  4. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Seite 168 (PDF; 2,6 MB)
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3
  7. KommWis, Stand: 31. Dezember 2013