Albersweiler

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Albersweiler
Albersweiler
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Albersweiler hervorgehoben
49.228.0322222222222165Koordinaten: 49° 13′ N, 8° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südliche Weinstraße
Verbandsgemeinde: Annweiler am Trifels
Höhe: 165 m ü. NHN
Fläche: 10,85 km²
Einwohner: 1915 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 176 Einwohner je km²
Postleitzahl: 76857
Vorwahl: 06345
Kfz-Kennzeichen: SÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 37 001
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Messplatz 1
76855 Annweiler am Trifels
Webpräsenz: www.albersweiler.de
Ortsbürgermeister: Ernst Spieß (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Albersweiler im Landkreis Südliche Weinstraße
Kirrweiler (Pfalz) Kirrweiler (Pfalz) Kirrweiler (Pfalz) Maikammer Sankt Martin (Pfalz) Herxheim bei Landau/Pfalz Herxheimweyher Rohrbach (Pfalz) Insheim Bornheim (Pfalz) Essingen (Pfalz) Hochstadt (Pfalz) Offenbach an der Queich Billigheim-Ingenheim Birkweiler Birkweiler Böchingen Böchingen Böchingen Eschbach (Pfalz) Frankweiler Frankweiler Göcklingen Heuchelheim-Klingen Ilbesheim bei Landau in der Pfalz Ilbesheim bei Landau in der Pfalz Impflingen Knöringen Leinsweiler Ranschbach Siebeldingen Siebeldingen Walsheim Walsheim Walsheim Bad Bergzabern Barbelroth Birkenhördt Böllenborn Dierbach Dörrenbach Gleiszellen-Gleishorbach Hergersweiler Kapellen-Drusweiler Kapsweyer Klingenmünster Niederhorbach Niederotterbach Oberhausen (bei Bad Bergzabern) Oberotterbach Oberschlettenbach Pleisweiler-Oberhofen Schweigen-Rechtenbach Schweighofen Steinfeld (Pfalz) Vorderweidenthal Albersweiler Albersweiler Annweiler am Trifels Annweiler am Trifels Dernbach (Pfalz) Eußerthal Gossersweiler-Stein Münchweiler am Klingbach Ramberg (Pfalz) Rinnthal Silz (Pfalz) Völkersweiler Waldhambach (Pfalz) Waldrohrbach Wernersberg Altdorf (Pfalz) Altdorf (Pfalz) Altdorf (Pfalz) Böbingen (Pfalz) Böbingen (Pfalz) Böbingen (Pfalz) Burrweiler Burrweiler Edenkoben Edenkoben Edesheim Edesheim Edesheim Edesheim Flemlingen Flemlingen Flemlingen Freimersheim (Pfalz) Gleisweiler Gleisweiler Gommersheim Gommersheim Gommersheim Großfischlingen Hainfeld (Pfalz) Hainfeld (Pfalz) Hainfeld (Pfalz) Kleinfischlingen Rhodt unter Rietburg Rhodt unter Rietburg Roschbach Roschbach Venningen Venningen Venningen Weyher in der Pfalz Weyher in der Pfalz Landau in der Pfalz Landau in der Pfalz Landau in der Pfalz Landkreis Germersheim Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Bad Dürkheim Neustadt an der Weinstraße Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Kaiserslautern Landkreis Südwestpfalz FrankreichKarte
Über dieses Bild
Blick von der B 10 auf Albersweiler

Albersweiler ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Annweiler am Trifels an. Albersweiler ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort Albersweiler liegt auf etwa 170 m ü. NN in einer Senke des Queichtals zwischen der Haardt und dem Wasgau. Der Ort hat eine Ausdehnung von etwa 1,3 Kilometer in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung. Etwa 10 km nordwestlich der Ortslage liegt die Exklave „Albersweiler Wald“. Von der gesamten Gemeindefläche von 10,85 km² sind 73 % Wald.[2]

Südwestlich des Ortes liegt das Naturschutzgebiet Auf dem Kirchberg, nördlich des Hauptortes das kleinere Naturschutzgebiet Auf dem Schoeb. Östlich des Ortes befindet sich die Weinlage Albersweiler Latt. Südlich des Naturschutzgebiets Kirchberg liegt eine 418 Meter hohe Erhebung.

Am Westausgang des Ortes befindet sich ein Gneissteinbruch, der im 19. Jahrhundert einer der wichtigsten Albersweiler Arbeitsplätze war.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Orte sind Nachbargemeinden von Albersweiler; in Klammern die jeweilige ungefähre Entfernung (Luftlinie) von der Ortslage Albersweiler: Dernbach (3,6 km), Frankweiler (2,4 km), Siebeldingen (2 km), Birkweiler (1,5 km), Stadt Annweiler am Trifels (4,5 km) mit dem Ortsteil Queichhambach (2,5 km). Der „Albersweiler Wald“ grenzt an den Stadtwald von Landau in der Pfalz, Waldgebiete von Frankweiler und Siebeldingen sowie den „Annweiler Stadtwald“. Alle genannten Wälder sind Exklaven.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus dem Hauptort Albersweiler sowie dem Ortsteil Sankt Johann. Zu Albersweiler gehören auch die Wohnplätze Langenscheiderhof und Ziegelhütte.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten]

Ob Belege aus dem 11. Jahrhundert sich auf Albersweiler oder Orte ähnlichen Namens beziehen, ist ungewiss.[4][5] Samuel, Abt des Klosters Weißenburg, vermachte 1065 dem Kloster mehrere mit eigenem Geld erkaufte Knechtshöfe, darunter einen in Adelbreddesuuilare bzw. Albrahteswilre. Der Beleg wurde für Albersweiler in Anspruch genommen,[6] jedoch auch für das badische Waldprechtsweier. Auch das Jahr 1065 ist nicht gesichert.[7]

Ein Eberhardus de Adelbrahteswilre bzw. Albrehteswilre bezeugte eine Urkunde des Klosters Eußerthal, die vom ersten Herausgeber in das Jahr 1150 gesetzt wurde,[8] andernorts doppelt für 1150 und 1173-78 aufgeführt wurde[9] und letztlich aus den Jahren 1173-76 stammt.[10] Diese Urkunde wird häufig auf Albersweiler bezogen.

Die Stadt Annweiler hatte seit 1219 den Südteil von Albersweiler inne, wurde aber durch die Stadt Landau nach und nach aus diesen Rechten verdrängt. Landau, seit 1274 Reichsstadt und in Konkurrenz zu Annweiler, konnte nach 1300 in Albersweiler den Steinbruch nutzen, aber auch den Schultheißen und das Dorfgericht einsetzen. Albersweiler war zu einem „Stadtdorf“ von Landau geworden. 1382 wird die Urnsburg erwähnt, von der wenig bekannt ist.

Der Südteil des Dorfes fiel durch eine Verpfändung im Jahre 1330 an Kurpfalz, 1410 und 1444 durch Erbteilung an Pfalz-Zweibrücken. Der nördliche Teil des Dorfes mit dem heutigen Ortsteil St. Johann gelangte an das Geschlecht von Scharfenberg, nach deren Aussterben an das Haus von Löwenstein-Scharfeneck. Damit war Albersweiler zwischen zwei Herrschaften geteilt und die Hauptstraße des Dorfes bildete die Grenze.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Das Löwensteiner Amtsschloss, in Albersweiler-St. Johann

Während der Reformationszeit kam die konfessionelle Grenze hinzu, denn die jeweiligen Landesherren bestimmten die Religion ihrer Untertanen, und ein Wechsel der Konfession im Herrscherhaus verlangte diesen auch vom Volk. Im Dreißigjährigen Krieg brannten die katholischen Truppen 1622 den protestantischen Südteil des Dorfes nieder. Nach dem Aussterben der ebenfalls protestantischen Grafen von Löwenstein-Scharfeneck als Ortsherren des nördlichen Dorfteiles St. Johann, übertrug der Kaiser 1634 diesen Besitz dem Grafen Johann Dietrich aus dem verwandten, katholischen, später gefürsteten Familienzweig Löwenstein-Wertheim-Rosenberg. Er war bis zur französischen Besetzung 1794 die "Hauptstadt" der linksrheinischen, Löwensteiner Herrschaft Scharfeneck, die nur wenige Dörfer umfasste und zunächst von Wertheim am Main, dann aus Schloss Löwenstein in Kleinheubach regiert wurde. Die Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg ließen in Albersweiler-St. Johann als Verwaltungssitz das bis heute erhaltene Amtsschloss im Rokokostil erbauen (jetzt BASF-Studienhaus). Dieser katholische Löwensteiner Ortsteil wurde 1634 von den auf protestantischer Seite kämpfenden Schweden zerstört. 1645 war der zweibrückische Südteil fast vollständig entvölkert, 1651 lesen wir über den Löwensteiner Nordteil, dass er „gantz öd und wüst“ war.

Nach dem Westfälischen Frieden stieg die Bevölkerungszahl, auch bedingt durch mehrere Pestepidemien, nur langsam an und erst nach dem Spanischen Erbfolgekrieg, der für die Albersweiler vor allem Kontributionen und Einquartierungen bedeutete, konnte die Ortschaft wieder wachsen. 1736 entstand die lutherische Kirche und 1764 wurde der Grundstein zu dem schon genannten Löwensteiner Amtsschloss in St. Johann gelegt.

Nach der französischen Revolution besetzten die Franzosen 1794 das gesamte linksrheinische Gebiet, für Albersweiler bedeutete dies die Einführung der Errungenschaften der Revolution und die Aufhebung der alten Ordnung. Albersweiler wurde zur selbständigen Commune innerhalb des Kantons Annweiler, der zum Arrondissements Zweibrücken im französischen Département Donnersberg (Mont-Tonnerre) gehörte. Nach dem Wiener Kongress (1815) fiel die Pfalz an das Königreich Bayern und Albersweiler gehörte nun zum Landkommissariat Bergzabern, aus dem später das Bezirksamt Bergzabern entstand (1939 in Landkreis Bergzabern umbenannt) und sollte auch über das Ende der bayerischen Zeit (1946) hinaus dort bleiben.

Seit dem 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Synagoge (Bildmitte mit gekuppeltem Fenster)

Das Dorf zeigte sich im 19. Jahrhundert als Bauerndorf, das vornehmlich durch den Weinbau geprägt war. 1843/45 wurde die katholische Pfarrkirche St. Stephan erbaut, 1846 die protestantische Bergkirche. Beide Kirchen wurden von dem bekannten bayerischen Architekten August von Voit geplant. 1865 errichtete die jüdische Gemeinde in Albersweiler eine Synagoge, die 1938 zerstört wurde. 1832 erbauten die Bürger ein katholisches Schulhaus, im selben Jahr wurde auch das protestantische Schulhaus bezogen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchs Albersweiler zum Industriestandort und es siedelten sich eine Zündholzfabrik, eine Porzellanfabrik, eine „Schwefelküche“, eine Handschuhfabrik und eine Schuhfabrik an. Die Absatzmöglichkeiten der Betriebe vor Ort wurde durch die 1875 eröffnete Bahnlinie Landau–Zweibrücken verbessert. 1910 wurde eine Wasserleitung verlegt, 1925 war die Installation des örtlichen Stromnetzes abgeschlossen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Ortskern wegen der Stationierung eines Eisenbahngeschützes im Eisenbahntunnel unterhalb der Bergkirche von alliierten Flugzeuge mehrfach bombardiert. In den Nachkriegsjahren wurden die Schäden behoben, 1954/55 baute die Gemeinde ein Kanalsystem und durch Ausweisung von Neubaugebieten konnten Neubürger gewonnen werden. 1978 konnte der kommunale Kindergarten eingeweiht werden, 1984 wurde durch die Einweihung der Umgehungsstraße die zuletzt sehr starke Verkehrsbelastung aus dem Ort genommen. Albersweiler gehört seit 1969 zum Landkreis Landau-Bad Bergzabern, der 1978 in Landkreis Südliche Weinstraße umbenannt wurde.

der Steinbruch

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Albersweiler, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 1.912
1835 2.180
1871 2.067
1905 2.327
1939 2.343
1950 2.533
Jahr Einwohner
1961 2.606
1970 2.368
1987 1.948
1997 1.918
2005 2.014
2014 1.915

Religionen[Bearbeiten]

2012 waren 45,2 Prozent der Einwohner katholisch und 34,8 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[11]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Albersweiler besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[12]

Wahl SPD CDU LFW Gesamt
2014 9 5 2 16 Sitze
2009 7 7 2 16 Sitze
2004 8 7 1 16 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

Ernst Spieß (SPD) ist Ortsbürgermeister von Albersweiler.

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „In geteiltem Schild oben in Schwarz ein wachsender linksgewendeter rotbewehrter und -bezungter goldener Löwe, unten von Silber und Blau gerautet“.

Es wurde 1937 genehmigt und geht zurück auf ein Siegel aus dem Jahr 1531.[13]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Albersweiler 2010

Die Bahnstrecke Landau–Rohrbach schließt Albersweiler an das Schienennetz an. Zwischen 1687 und 1975 verlief der ursprünglich schiffbare Albersweilerer Kanal zwischen Albersweiler und Landau. Südlich von Albersweiler verläuft die Bundesstraße 10 Richtung Landau in der Pfalz und Annweiler am Trifels.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Hamm: Albersweiler. Beiträge zur tausendjährigen Geschichte eines pfälzischen Dorfes. Gemeindeverwaltung, Albersweiler 1969.
  • Hans Bosch (Schriftl.): 1000 Jahre Albersweiler-St. Johann. 991–1991. Ortschronik zur 1000-Jahrfeier. Festtage vom 2.–12. August 1991. Gemeinde, Albersweiler–St. Johann 1991.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Albersweiler – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. a b c Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 100 (PDF; 2,3 MB)
  4. rhein-zeitung.de vom 16. Februar 2012
  5. Bericht der Pirmasenser Zeitung. Vgl. dagegen Martin Burkart: Zur urkundlichen Ersterwähnung von Albersweiler. In: Pfälzer Heimat 64 (2013) 54-58
  6. Ernst Christmann: Die Siedlungsnamen der Pfalz, Teil 1, 1. Lieferung, Speyer 1953, S. 6
  7. Das Jahr beruht auf der Angabe im Codex Edelini, der unter Historikern freilich als wenig verlässlich gilt. Landesarchivdirektor Anton Doll, ein profunder Kenner der Weißenburger Geschichte, charakterisiert ihn als „zum Teil sehr unzuverlässige späte Kompilation von älteren Besitzlisten“ und warnt geradezu vor seiner Verwertung als Quelle für die Frühzeit von Ortsgeschichten (ders: Neuere pfälzische Ortsgeschichten. In: Pfälzer Heimat 15 (1964) 34-36, hier S. 36.)
  8. Stephan Alexander Würdtwein: Nova subsidia diplomatica, Bd. 12, Heidelberg 1789, S. 91
  9. Martin Dolch, Albrecht Greule: Historisches Siedlungsnamenbuch der Pfalz. Speyer, Verlag der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften 1991, S. 31
  10. Jürgen Keddigkeit et al. (Hrsg.): Pfälzisches Klosterlexikon, Band 1, A-E, Eußerthal, S. 408
  11. rlpdirekt.de Gemeindestatistik. Stand 31 Oktober 2012.
  12. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  13. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3