Gleiszellen-Gleishorbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Gleiszellen-Gleishorbach
Gleiszellen-Gleishorbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Gleiszellen-Gleishorbach hervorgehoben
Koordinaten: 49° 8′ N, 8° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südliche Weinstraße
Verbandsgemeinde: Bad Bergzabern
Höhe: 216 m ü. NHN
Fläche: 5,32 km2
Einwohner: 814 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 153 Einwohner je km2
Postleitzahl: 76889
Vorwahl: 06343
Kfz-Kennzeichen: SÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 37 029
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Königstraße 61
76887 Bad Bergzabern
Website: www.gleiszellen-gleishorbach.de
Ortsbürgermeister: Karl-Heinz Wegmann (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Gleiszellen-Gleishorbach im Landkreis Südliche Weinstraße
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Über dieses Bild
Winzergasse in Gleiszellen
Gasthaus „Zum Lam“ in der Winzergasse

Gleiszellen-Gleishorbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern an, innerhalb derer sie gemessen an der Einwohnerzahl die neuntgrößte Ortsgemeinde darstellt. Sie ist eine staatlich anerkannte Fremdenverkehrsgemeinde

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Region Weinstraße am östlichen Rand des Wasgaus, der vom Südteil des Pfälzerwaldes und dem Nordteil der Vogesen gebildet wird. Sie besteht aus den Ortsteilen Gleiszellen im Norden und Gleishorbach im Süden; baulich sind beide inzwischen fast zusammengewachsen. Zur Gemeinde gehört neben den beiden Ortsteilen zusätzlich der Wohnplatz Villa Bender, der sich im Südosten der Gemarkung befindet.[2] Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Klingenmünster, Heuchelheim-Klingen, Pleisweiler-Oberhofen, Bad Bergzabern und Silz. Auf dem Gebiet der Gemeinde befinden sich zudem die Naturschutzgebiete Haardtrand – Wolfsteig, Haardtrand - Lehnsberg und Haardtrand - Am Klingbach.

Erhebungen und Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markante Erhebungen auf der Gemarkung der Gemeinde sind der Röhlberg (448 m), der Spitzenberg (413 m) und das Steinköpfchen (388 m). Durch die Gemeinde fließt in West-Ost-Richtung der Horbach. Vor Ort mündet von links in diesen der Brühlgraben. Im Westen der Gemarkung mitten im Pfälzerwald befindet sich der Sauhäuselbrunnen, der als Naturdenkmal eingestuft ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1136 folgte die erste urkundliche Erwähnung von Gleiszellen als „Glizencella“, 1304 die erste von Gleishorbach als „Horbach“. Der Ortsname Gleiszellen deutet auf einen Zusammenhang mit dem Kloster Blidenfeld hin. Ausgrabungen belegen, dass oberhalb des Ortes, am Kirchberg, eine „Filiale“ des Klosters gestanden hat.

Ab Ende des 18. Jahrhunderts waren beide Orte Teil der Französischen Republik, anschließend bis 1815 Teil des Napoleonischen Kaiserreichs, und in den Kanton Bergzabern im Departement des Niederrheins eingegliedert. 1815 wurden sie Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselten sie wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Vom 1818 bis 1862 gehörten „Gleis-Horbach und Gleis-Zellen“ dem Landkommissariat Bergzabern an; aus diesem ging das Bezirksamt Bergzabern hervor.

1939 wurde Gleiszellen-Gleishorbach in den Landkreis Bergzabern eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort am 7. Juni 1969 in den neu geschaffenen Landkreis Landau-Bad Bergzabern, der 1978 in Landkreis Südliche Weinstraße umbenannt wurde. 1972 wurde Gleiszellen-Gleishorbach der ebenfalls neu gebildeten Verbandsgemeinde Bad Bergzabern zugeordnet.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende des Jahres 2013 waren 42,3 Prozent der Einwohner evangelisch und 35,9 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Gleiszellen-Gleishorbach besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU WGR Gesamt
2014 4 4 4 12 Sitze
2009 4 4 4 12 Sitze
2004 3 4 5 12 Sitze

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Gleiszellen-Gleishorbach
Blasonierung: „Von Rot und Silber geteilt, oben zwischen zwei sechsstrahligen silbernen Sternen ein sowohl einem S als auch einem G gleichendes goldenes Zeichen, unten drei blaue Blumen mit goldenen Butzen an grünem Stiel.“[5]
Wappenbegründung: Es wurde 1982 von der Bezirksregierung Neustadt genehmigt und geht zurück auf ein Gerichtssiegel aus dem Jahr 1596.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gleiszellen, südlich des Ortes: Katholische Kirche St. Dionysius

Die Ortskerne von Gleiszellen und Gleishorbach sowie der Veteranenfriedhof sind als Denkmalzonen ausgewiesen; hinzu kommen 19 Einzelobjekte. die unter Denkmalschutz stehen.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Gleiszellen-Gleishorbach findet das Große Blütenfest statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gleiszellen-Gleishorbach ist ein Winzerort und als solcher Teil des Weinanbaugebiets Pfalz. Vor Ort existiert die Einzellagen Frühmess und Kirchberg. Der Ort ist vor allem eine Hochburg des Muskatelleranbaus in Deutschland. Etwa 12 Hektar Gelber Muskateller, dies entspricht etwa 7 % der mit Muskateller bestockten deutschen Rebfläche, konzentrieren sich auf den Lagen der Gemeinde. Aus diesem Grund wurde 2007 auch ein entsprechender Muskateller-Rundwanderweg eingerichtet, der südlich des Ortes an der dem Dionysius von Paris geweihten Katholischen Kirche beginnt.[6]

Die Gastronomie Gleiszellens und die traditionellen Weinfeste in der Winzergasse sind ein bedeutender Tourismus- und Wirtschaftsfaktor.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Weinstraße, die in diesem Bereich mit der Bundesstraße 48 identisch ist, verläuft östlich der Bebauung. Glelszellen-Gleishorbach ist über die Buslinie 540 des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar, die von Bad Bergzabern nach Landau verläuft, an das Nahverkehrsnetz angeschlossen. Nächstgelegener Bahnhof ist der derjenige in Bad Bergzabern.

Die Gemeinde liegt zudem am Radweg Deutsche Weinstraße und am Pfälzer Mandelpfad.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Jossé (1897–1994), der Maler lebte lange im Ort und hat viele Aquarelle von der Südl. Weinstraße hinterlassen.
  • Hans Kindermann (1911–1997), Bildhauer, starb vor Ort.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gleiszellen-Gleishorbach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018[Version 2019 liegt vor]. S. 101 (PDF; 2,2 MB).
  3. KommWis, Stand: 31. Dezember 2013
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  6. Pfalz – Im Zeichen des Muskatellers. In: Der Deutsche Weinbau. Nr. 19, 23. September 2011.