Mühlingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mühlingen
Mühlingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mühlingen hervorgehoben
Koordinaten: 47° 55′ N, 9° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Konstanz
Höhe: 625 m ü. NHN
Fläche: 32,67 km²
Einwohner: 2319 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 71 Einwohner je km²
Postleitzahl: 78357
Vorwahl: 07775
Kfz-Kennzeichen: KN
Gemeindeschlüssel: 08 3 35 057
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Im Göhren 2
78357 Mühlingen
Webpräsenz: www.muehlingen.de
Bürgermeister: Manfred Jüppner (CDU)
Lage der Gemeinde Mühlingen im Landkreis Konstanz
Bodensee Bodenseekreis Landkreis Waldshut Schwarzwald-Baar-Kreis Landkreis Tuttlingen Landkreis Sigmaringen Aach (Hegau) Allensbach Bodman-Ludwigshafen Büsingen am Hochrhein Stockach Eigeltingen Engen Gaienhofen Gailingen am Hochrhein Gottmadingen Hilzingen Hohenfels (bei Stockach) Konstanz Mainau Moos (am Bodensee) Mühlhausen-Ehingen Mühlingen Öhningen Orsingen-Nenzingen Radolfzell am Bodensee Reichenau (Landkreis Konstanz) Reichenau (Landkreis Konstanz) Reichenau (Landkreis Konstanz) Reichenau (Landkreis Konstanz) Rielasingen-Worblingen Singen (Hohentwiel) Steißlingen Stockach Tengen Volkertshausen SchweizKarte
Über dieses Bild

Mühlingen ist eine Gemeinde im baden-württembergischen Landkreis Konstanz in Deutschland.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mühlingen liegt im Nordosten des Hegaus, am Übergang zur Schwäbischen Alb. Durch das Gemeindegebiet fließt die Stockacher Aach.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet grenzt an die zum Landkreis Konstanz gehörenden Gemeinden Hohenfels (Südosten), Stockach (Süden) und Eigeltingen (Südwesten), an die Gemeinden Emmingen-Liptingen (Nordwesten) und Neuhausen ob Eck (Norden) im Landkreis Tuttlingen sowie an die Gemeinde Sauldorf (Nordosten) im Landkreis Sigmaringen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Mühlingen mit den früher selbstständigen Gemeinden Gallmannsweil, Mainwangen, Schwackenreute und Zoznegg gehören 27 Dörfer, Weiler, Höfe und Häuser.[2] Zur Gemeinde Mühlingen in den Grenzen von 1973 gehören die Dörfer Mühlingen und Hecheln (Äußeres und Inneres), die Höfe Altschorenhof, Bushof, Glashüttenhof, Haldenhof, Hotterloch, Neuschorenhof, Oberweitfelderhof, Rehaldenhof (Rehalden), Reichlishardt, Reismühle, Schorenmühle und Unterweitfelderhof und das Haus Sägehof (Sägemühle) sowie die Wüstungen Etschreute und Grubenhof.

Gallmannsweil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Wappen
Hauptartikel: Gallmannsweil

Mainwangen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Wappen

1191 wurde Mainwangen erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte ebenfalls den Grafen von Nellenburg und dann den Rittern von Heudorf. 1594 wurde es von Eitelbilgeri von Stein zu Waldsberg an das Kloster Salem verkauft. Die Mediatisierung führte zur Zugehörigkeit zum Großherzogtum Baden. Dort gehörte der Ort zunächst zum Obervogteiamt Münchhöf, das aber bereits 1813 aufgelöst wurde. Anschließend war Mainwangen bis 1972 Bestandteil des Bezirksamtes Stockach (später Landkreis Stockach). Seit dem 1. Januar 1973 ist das Dorf Teil des Landkreises Konstanz.
Zur ehemaligen Gemeinde Mainwangen gehören das Dorf Mainwangen und der Weiler Madachhof sowie die Wüstungen Berghof und Nozenberg.

Schwackenreute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Wappen

Erst 1437 wurde Schwackenreute urkundlich erwähnt. Im 15. Jahrhundert kam die Rodungssiedlung an die Grafen von Tengen-Nellenburg, die sie 1538 an die Stadt Radolfzell am Bodensee verkauften. Mit dieser kam der Ort dann über Württemberg 1810 an Baden, wo es bis 1972 zum Amtsbezirk (später Landkreis) Stockach gehörte. Die Kreisreform 1973 führte zur Zugehörigkeit zum Landkreis Konstanz.
Zur ehemaligen Gemeinde Schwackenreute gehören das Dorf Schwackenreute, der Zinken Stohrenhof, die Höfe Mühle und Neuhäuslerhof und die Wüstung Mangenhof.

Zoznegg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Wappen

Zoznegg wurde 1329 erstmals urkundlich genannt. Es gehörte zunächst den Herren von Kallenberg, kam aber 1465 an die Grafen von Nellenburg. Wie Schwackenreute ging es über Württemberg an Baden und gehörte dort zum Bezirksamt (später Landkreis) Stockach, bis dieser 1973 zugunsten des Landkreises Konstanz aufgelöst wurde.
Zur ehemaligen Gemeinde Zoznegg gehören das Dorf Zoznegg, der Weiler Berenberg, das Gehöft Geigeshöfe, die Häuser Bahnhof Mühlingen-Zoznegg und Bahnstation Schwackenreute, die in Zoznegg aufgegangenen Ortschaften Greithof und Hinterberg und die Wüstung Sommerhof.

Schutzgebiete und Naturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Mühlingen sind die Naturschutzgebiete Schwackenreuter Baggerseen-Rübelisbach und Sauldorfer Baggerseen, das FFH-Gebiet Ablach, Baggerseen und Waltere Moor sowie acht Naturdenkmale ausgewiesen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Mühlingen 1275 als „Mulingen“ im Zehntverzeichnis des Konstanzer Bischofs.[3]

Seit 1506 gehörte der Ort den Grafen von Tengen-Nellenburg, fiel aber bereits 1591 nach deren Aussterben an die Grafen von Hohenzollern. Im Jahr 1698 kaufte Johann Philipp Jakob Ebinger von der Burg (1672–1712) die Grundherrschaft Mühlingen. Seine Familie ließ 1730 das bis heute bestehende Schloss Mühlingen erbauen. 1731 ging die Grund- und Ortsherrschaft durch Verkauf an die Freiherren von Buol-Berenberg. Im Jahr 1747 erfolgte von den Patronatsherren der Bau der im Barockstil errichteten und dem Hl. Martin geweihten Pfarrkirche. Der bis 1806 in der vorderösterreichischen Landgrafschaft Nellenburg gelegene Ort Mühlingen kam im Rahmen der Mediatisierung 1806 zunächst an das Königreich Württemberg und im Rahmen eines Gebietstausches 1810 an das Großherzogtum Baden. Dort gehörte Mühlingen zunächst zum Bezirksamt Stockach (später Landkreis Stockach) und seit 1973 zum Landkreis Konstanz.

Am 1. Januar 1974 wurde die Gemeinde Mühlingen durch Vereinigung der Gemeinden Mühlingen, Mainwangen und Gallmannsweil neu gebildet. Die heutige Gemeinde entstand am 1. Januar 1975 durch Vereinigung dieser Gemeinde mit Schwackenreute und Zoznegg.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mühlingen ist überwiegend römisch-katholisch geprägt. Auch heute gibt es lediglich eine katholische Kirchengemeinde mit je einem Gotteshaus in Zoznegg, Mainwangen, Gallmannsweil und Mühlingen. Die evangelischen Gläubigen werden von Stockach aus betreut.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 1.864
  • 1987: 1.753
  • 1995: 2.020
  • 2005: 2.342
  • 2010: 2.312

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in Mühlingen führte zu folgendem amtlichen Endergebnis[4]. Die Wahlbeteiligung lag bei 51,9 % (2009: 47,7 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze Ergebnis 2009
CDU 71,0 % 9 75,0 %, 10 Sitze
FWG 29,0 % 4 25,0 %, 3 Sitze

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Wappen Mühlingens

Das alte Wappen von Mühlingen zeigt in Rot ein achtspeichiges goldenes Mühlrad; das Neue von einer eingebogenen roten Spitze, worin ein achtspeichiges goldenes Mühlrad, gespalten; vorn in Silber auf grünem Dreiberg eine grüne Tanne, hinten in Gold drei liegende, vierendige blaue Hirschstangen übereinander.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Mühlingen ist Manfred Jüppner. Er hat das Amt seit dem 1. August 1983 inne.[5]

  • 1974–1983: Gottfried Winkler
  • seit 1983: Manfred Jüppner (CDU)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Radiomuseum ist ein seit Mai 2011 bestehendes privates Museum. Es zeigt rund 400 Exponate, die größtenteils aus Deutschland, aber auch aus Schweden, Frankreich, Österreich, Japan oder Amerika kommen. Zu den Exponaten zählen das Schatullenradio „Der Herr im Frack“ oder wohl einer der ersten Radiowecker von Philips die „Philetta Chrono“. Des Weiteren befinden sich in der Ausstellung Schulfunkgeräte, Kofferradios und verschiedene „Volksempfänger“.[6]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

D-BW-Mühlingen-Hecheln - Kapelle St Wendelin.JPG D-BW-KN-Mühlingen-Hecheln - St Wendelin-Kapelle 004.jpg
St. Wendelin-Kapelle in Hecheln
  • Kirche St. Barbara in Gallmannsweil
  • Kapelle St. Wendelin Hecheln (Fotos) → Siehe Hauptartkikel: St. Wendelin (Mühlingen)
  • Kirche St. Vitus in Zoznegg
  • Kirche St. Martin in Mühlingen
  • Muttergottes-Kapelle in Mühlweiler
  • Kirche St. Peter und Paul in Mainwangen
  • Kapelle St. Otmar auf dem Madachhof
Die 718 erbaute Kapelle steht an derselben Stelle, wo laut Akten des Klosters Salem schon im 12. Jahrhundert eine Kapelle stand. Sie gilt als alter Wallfahrtsort: Die Gläubigen kamen um am Altar die Windeln ihrer kranken Kinder abzulegen und um Heilung zu bitten.
Das Altarbild des aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammenden Hochaltars zeigt eine Madonna, die eine Kopie nach Murillo ist. Am rechten Seitenaltar befindet sich eine Figur des Heiligen Otmars (um 1720), links eine Figur der Schmerzensmutter (um 1510).[7]
  • Kapelle St. Anna in Schwackenreute

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Musikverein Zoznegg
  • Musikverein Mühlingen
  • Akkordeonorchester Zoznegg
  • Kirchenchor Mühlingen
  • Kirchenchor Zoznegg

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochbehälter an der 'Waldgaß' in Gallmannsweil

Mühlingen ist noch stark von der Landwirtschaft geprägt. Es gibt jedoch auch eine Anzahl kleinere Industrie-, Handwerks-, Handels- und Dienstleistungsbetriebe.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Schwackenreute war bis 1971 ein Eisenbahnknoten, an dem die Bahnstrecke Altshausen–Schwackenreute von der Hegau-Ablachtal-Bahn abzweigte. In den 1970er Jahren wurden beide Strecken für den Personenverkehr stillgelegt und später die Schienen Richtung Altshausen demontiert, so dass Schwackenreute heute über keinen Bahnanschluss mehr verfügt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Mühlingen gibt es eine Grundschule und im Ortsteil Zoznegg eine Hauptschule. Außerdem gibt es in beiden Ortsteilen je einen Kindergarten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Kramer (Hrsg.): Mühlingen, eine gemeinsame Ortsgeschichte der Madachdörfer Gallmannsweil, Mainwangen, Mühlingen, Schwackenreute und Zoznegg. Hegau-Bibliothek, Band 135, ISBN 978-3-933356-48-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mühlingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 793–795
  3. Wolfgang Kramer: Die alte Geschichte von Mühlingen und seinen Ortsteilen in „Mühlingen, eine gemeinsame Ortsgeschichte der Madachdörfer Gallmannsweil, Mainwangen, Mühlingen, Schwackenreute und Zoznegg“, Seite 53
  4. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  5. Matthias Biehler: Bürgermeister: Es kann nur eine Liste geben. In: Südkurier vom 10. Mai 2010
  6. Doris Eichkorn: Ein Hauch von Rundfunk-Nostalgie. In: Südkurier vom 11. November 2011
  7. Die St. Otmar Kapelle auf der Seite des Maldachhofs; abgerufen am 20. Juli 2016