Münzkirchen

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Münzkirchen
Wappen Österreichkarte
Wappen von Münzkirchen
Münzkirchen (Österreich)
Münzkirchen
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Schärding
Kfz-Kennzeichen: SD
Fläche: 21,07 km²
Koordinaten: 48° 29′ N, 13° 34′ OKoordinaten: 48° 29′ 4″ N, 13° 34′ 12″ O
Höhe: 486 m ü. A.
Einwohner: 2.572 (1. Jän. 2018)
Bevölkerungsdichte: 122 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4792
Vorwahl: 07716
Gemeindekennziffer: 4 14 13
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schärdinger Straße 1
4792 Münzkirchen
Website: www.muenzkirchen.at
Politik
Bürgermeister: Helmut Schopf (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
9
9
7
Insgesamt 25 Sitze
Lage der Marktgemeinde Münzkirchen im Bezirk Schärding
AltschwendtAndorfBrunnenthal (Oberösterreich)DiersbachDorf an der PramEggerdingEngelhartszellEnzenkirchenEsternbergFreinbergKopfing im InnkreisMayrhofMünzkirchenRaabRainbach im InnkreisRiedauSankt AegidiSt. Florian am InnSt. Marienkirchen bei SchärdingSt. RomanSt. WillibaldSchardenbergSchärdingSighartingSubenTaufkirchen an der PramVichtensteinWaldkirchen am WesenWernstein am InnZell an der PramOberösterreichLage der Gemeinde Münzkirchen im Bezirk Schärding (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt
Die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Münzkirchen ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Schärding im Innviertel mit 2572 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2018). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Schärding. Im Volksmund wird Münzkirchen gerne als „die Hauptstadt des Sauwalds“ bezeichnet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Münzkirchen liegt auf 486 m Höhe im Innviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 6,3 km, von West nach Ost 7,6 km. Die Gesamtfläche beträgt 21,03 km². 25,6 % der Fläche sind bewaldet, 65,9 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 15 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Januar 2018[1]):

  • Eisenbirn (62)
  • Eitzenberg (104)
  • Feicht (54)
  • Ficht (118)
  • Freundorf (92)
  • Füchsledt (3)
  • Geibing (41)
  • Hötzenberg (28)
  • Landertsberg (71)
  • Ludham (18)
  • Münzkirchen (1865)
  • Prackenberg (17)
  • Raad (39)
  • Schießdorf (40)
  • Wilhelming (20)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Eisenbirn, Freundorf, Hofalt, Landertsberg, Münzkirchen und Schießdorf.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Gespalten; rechts in Silber ein zugewendeter roter, schwarz gewaffneter, aufgerichteter Wolf; links in Rot drei silberne, wurzellose Nadelbäume, zwei zu eins gestellt. Die Gemeindefarben sind Weiß-Rot.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1040 ist die Mutterpfarre Mosiliskirchen genannt, seit 1136 findet die Hofmark als noch heute erhaltener historischer Ortskern Erwähnung.

Zur Zeit der frühen Kirchenorganisation im Mittelalter bildete Münzkirchen eine eigene Urpfarre. Sie bestand, ebenso wie die Pfarre St. Weihflorian, aus Gebieten, die ursprünglich zur Pfarre St. Severin in der Passauer Innstadt gehört hatten.[2] 1182 wurde St. Severin mit dem für die Verwaltung der Innbrücke zuständigen „Innbruckamt“ dem St. Ägidien-Spital in der Innstadt inkorporiert.[3] Das „Innbruckamt“ verwaltete seither auch die dem Spital inkorporierten Pfarren, die vom jeweiligen „Bruckpfarrer“ zu vergeben waren. Zu diesen zählten neben St. Severin mit Schardenberg und Wernstein auch St. Weihflorian, Kellberg, Hauzenberg, Kopfing, Münzkirchen und Tettenweis.[4]

Seit Gründung des Herzogtums Bayern war der Ort bis 1779 bayrisch und kam nach dem Frieden von Teschen mit dem Innviertel (damals 'Innbaiern') zu Österreich. Während der Napoleonischen Kriege wieder kurz bayrisch, gehört er seit 1814 endgültig zu Oberösterreich.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Am 11. Oktober 1959 wurde Münzkirchen zur Marktgemeinde erhoben.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 2522 Einwohner, 2001 dann 2580 Einwohner.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • bis 2009 Franz Haas (ÖVP)
  • seit 2009 Helmut Schopf (SPÖ)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Münzkirchen
  • Pfarrkirche Münzkirchen: 1253 erste urkundliche Erwähnung, der heutige Bau, ein dreischiffiges Langhaus, unterteilt von Pfeilern, stammt aus der Barockzeit. Beim 1. Brand 1719 wurden auch die Turmkuppel, 4 Glocken, die Turmuhr und das Kirchendach ein Raub der Flammen. Es wird angenommen, dass 1720 der Stadtmaurermeister Josef Hertl und der Stadtzimmermeister Andreas Höretzhuber die Meister der Wiederherstellung der Pfarrkirche waren. Im Jahre 1729 wurden das Oratorium aufgerichtet, die Sakristei vergrößert und die Altäre renoviert. 1761 wurde ein neuer, schön hergestellter, gut gefasster Hochaltar aufgestellt und 1766 eine neue Kanzel errichtet. Im Zuge von Renovierungsarbeiten wurden 1961 gotische Fresken im Presbyterium freigelegt.
  • Filial- und Wallfahrtskirche St. Sebastian: Die Filialkirche St.Sebastian wurde 1635 nach überstandener Pest von der Gemeinde erbaut: einschiffig, fünfjochig und stichkappentonnengewölbt mit einer Halbkreisapsis, mit drei Altären und einer Kanzel. 1729 wurde die Kirche erweitert. In der Kirche sind der Hochaltar mit schönen Statuen von 1635-1640, das Tabernakel und die Kanzel aus dem 18. Jahrhundert sowie ein gotisches Kruzifix aus dem 15. Jahrhundert zu bewundern. Seit der Verlegung des Friedhofes im Jahre 1973 ist die Kirche auch Friedhofskirche, sie wird aber auch als Hochzeitskirche verwendet.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es sind 70 Betriebe mit insgesamt 353 Arbeitsplätzen in Münzkirchen ansässig.

Auch hat Münzkirchen seit 5. Juli 1848 bzw. 26. Jänner 1849 folgende Privilegien:

  • Jahrmarkt: 25. Jänner, Osterdienstag, 2. Juli und 21. September
  • Viehmarkt: 21. September

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sportvereine: ÖTB Turnverein Münzkirchen 1881, FC Münzkirchen, Badmintonclub Münzkirchen, Sportunion Münzkirchen, UTC Münzkirchen (Tennis);
  • Feuerwehren: FF Münzkirchen, FF Schiessdorf, FF Kaltenmarkt, FF Eisenbirn, FF Reikersham
  • Kulturvereine: KULTUR AG, Volkstanzgruppe Münzkirchen, Briefmarkensammlerverein Münzkirchen, Trachtenkapelle Münzkirchen

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maria Mandl (1912–1948), Oberaufseherin im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau
  • Hans Polterauer (* 1958), bildender Künstler, der als Objektkünstler und Zeichner tätig ist[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Münzkirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2018 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2018), (Excel)
  2. Johann Ev. Lamprecht: Beschreibung der k.k. landesfürstl. Gränzstadt Schärding am Inn und ihrer Umgebungen. Wels 1860, S. 276.
  3. Franz Mader, Pfarrgeschichte der Pfarrei St. Severin (online, Zugriff am 26. September 2018).
  4. Hugo Lerch: Der Streit des Passauer Domherrn und Innbruckmeisters Johann von Malenthein mit dem Passauer Domkapitel 1544–1549. In: Ostbairische Grenzmarken 6 (1962/1963), S. 249–261, hier S. 250–251. — Theodor Ebner, Die Antiesenmündung, in: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereins 148 (2003), S. 257-284 (online), hier S. 279. — Johann Ev. Lamprecht: Beschreibung der k.k. landesfürstl. Gränzstadt Schärding am Inn und ihrer Umgebungen. Wels 1860 (online), S. 275-276. — Johann Ev. Lamprecht: Historisch-topographische Matrikel oder geschichtliches Ortsverzeichniß des Landes ob der Enns, als Erläuterung zur Charte des Landes ob der Ens in seiner Gestalt und Eintheilung vom VIII. bis XIV. Jahrhunderte, Wien 1863 (online), S. 133, 212.
  5. Hans Polterauer, in: Webpräsenz von Regiowiki.at