Brunnenthal (Oberösterreich)

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Brunnenthal
Wappen Österreichkarte
Wappen von Brunnenthal
Brunnenthal (Oberösterreich) (Österreich)
Brunnenthal (Oberösterreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Schärding
Kfz-Kennzeichen: SD
Fläche: 14,82 km²
Koordinaten: 48° 28′ N, 13° 28′ OKoordinaten: 48° 28′ 0″ N, 13° 28′ 0″ O
Höhe: 383 m ü. A.
Einwohner: 2.032 (1. Jän. 2018)
Bevölkerungsdichte: 137 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4786
Vorwahl: 07712
Gemeindekennziffer: 4 14 03
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfplatz 3
4786 Brunnenthal
Website: www.brunnenthal.at
Politik
Bürgermeister: Roland Wohlmuth (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
15
7
3
15 
Insgesamt 25 Sitze
Lage der Gemeinde Brunnenthal im Bezirk Schärding

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Die Pfarr- und Wallfahrtskirche Brunnenthal
Die Pfarr- und Wallfahrtskirche Brunnenthal
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Brunnenthal ist eine Gemeinde im Bezirk Schärding im Innviertel in Oberösterreich mit 2032 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2018). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Schärding.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brunnenthal liegt auf 383 m Höhe im Innviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 6,6 km, von West nach Ost 5,3 km. Die Gesamtfläche beträgt 15 km². 21,3 % der Fläche sind bewaldet, 67,3 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 12 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Januar 2018[1]):

  • Atzmanning (60)
  • Brunnenthal (414)
  • Brunnwies (188)
  • Dobl (76)
  • Eggersham (96)
  • Haraberg (27)
  • Hueb (428)
  • Kapfham (9)
  • Korneredt (48)
  • Kreuzberg (458)
  • Reikersberg (57)
  • Wallensham (171)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Brunnenthal und Eggersham.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Gründung des Herzogtums Bayern war das ursprünglich nur dünn besiedelte Gebiet bayerisch. Zur Zeit der frühen Kirchenorganisation im Mittelalter gehörte das Gebiet um Brunnenthal zur Urpfarre St. Weihflorian. Diese bestand, ebenso wie die Pfarre Münzkirchen, aus Gebieten, die ursprünglich zur Pfarre St. Severin in der Passauer Innstadt gehört hatten.[2] Als eine eigenständige Pfarre wurde St. Weihflorian erstmals 1182 bezeichnet, als sie dem Passauer „Innbruckamt“ inkorporiert wurde,[3] welches dem St. Ägidien-Spital in der Innstadt unterstand.[4] Der Sprengel der Pfarre St. Weihflorian war sehr ausgedehnt: Er lag zwischen dem Wirkungsbereich der Urpfarre St. Severin sowie dem der Urpfarre Münsteuer und umfasste das Gebiet der heutigen Pfarren Brunnenthal, Schärding, St. Florian am Inn, Suben, St. Marienkirchen und Eggerding,[5] dazu außerdem Anteile der heutigen Pfarren Taufkirchen, Lambrechten und Rainbach.[6] Als es im Jahr 1380 zur Verlegung des Sitzes der Pfarre St. Weihflorian nach Schärding kam, wurde Brunnenthal eine Filiale von Schärding.

Georg Auer, Bauer in Haraberg, ließ nach seiner Genesung, die er der Heilkraft des Wassers aus seinem Brunnen zuschrieb, eine gemauerte „Creutz- oder Martersäulen“ errichten. Der Wallfahrerstrom nahm infolge dieses Ereignisses schnell zu. 1668 erfolgte die Fertigstellung einer Wallfahrtskirche. Brunnenthal kam nach dem Frieden von Teschen 1779 mit dem Innviertel (damals 'Innbaiern') zu Österreich. Die Kirche des Orts erlitt dadurch einen gewaltigen Vermögensverlust, da Bayern seine Kapitalien nicht mehr herausgab. 1785 erfolgte die Erhebung zur selbstständigen Pfarre durch Kaiser Josef II. Während der Napoleonischen Kriege wieder kurz bayerisch, gehört der Ort seit 1814 endgültig zu Oberösterreich.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

In der Ortschaft Brunnwies betrieb die Kapsreiter-Gruppe aus Schärding einen großen Baubetriebshof, heute befindet sich dort ein Gewerbepark der in Brunnenthal ansässigen "Haas Holding GmbH".

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Von Silber und Blau mit Jochschnitt erniedrigt geteilt; oben eine rote, heraldische Rose mit goldenem Butzen und goldenen Kelchblättern, umgeben von einem goldenen Ring. Die Gemeindefarben sind Blau-Gelb-Blau.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat insgesamt 25 Mitglieder. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2015 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 15 ÖVP, 7 FPÖ und 3 SPÖ.

Bürgermeister
  • seit 2002 Roland Wohlmuth (ÖVP)

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 1.680 Einwohner, 2001 1.932 und im Dezember 2006 2.104.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bründl mit einer Maria lactans
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Brunnenthal (Oberösterreich)
  • Pfarr- und Wallfahrtskirche: Barockbau aus 1667/68, eingeschliffener, mit Kreuztonnen gewölbter Raum von dem Architekten Christoph Zuccalli (aus der bekannten Graubündner Architektenfamilie)
  • Gnadenkapelle: 1731 geweiht
  • Brunnenkapelle: zwischen Gnadenkapelle und Badhaus liegt das eigentliche Zentrum der alten Brunnenthaler Wallfahrt, die Brunnenkapelle, "das Bründl", mit einer Maria lactans als Brunnenfigur[7]
  • Steinschnitterkapelle: volkskundlich interessanter Bau aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts
  • Das Badhaus: 1679/81 führte der zunehmende Wallfahrerstrom zur Errichtung des Badhauses
  • Kreuzsäule: Georg Auer 1646 errichteter Bildstock
  • Kapelle in Eggersham: 1998 im Ort Eggersham bei Brunnenthal errichtet
  • Kapelle in Wallensham

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brunnenthaler Konzertsommer: bietet barocke Originalklänge; jährlich von Mai bis August finden sieben Konzerte statt

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2018 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2018), (Excel)
  2. Johann Ev. Lamprecht: Beschreibung der k.k. landesfürstl. Gränzstadt Schärding am Inn und ihrer Umgebungen. Wels 1860 (online), S. 276.
  3. Johann Ev. Lamprecht: Beschreibung der k.k. landesfürstl. Gränzstadt Schärding am Inn und ihrer Umgebungen. Wels 1860 (online), S. 275.
  4. Hugo Lerch: Der Streit des Passauer Domherrn und Innbruckmeisters Johann von Malenthein mit dem Passauer Domkapitel 1544–1549. In: Ostbairische Grenzmarken 6 (1962/1963), S. 249–261, hier S. 250–251.
  5. Theodor Ebner, Die Antiesenmündung, in: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereins 148 (2003), S. 257-284 (online), hier S. 279.
  6. Johann Ev. Lamprecht: Beschreibung der k.k. landesfürstl. Gränzstadt Schärding am Inn und ihrer Umgebungen. Wels 1860 (online), S. 276.
  7. 1832 berichtete der Pfarrer, dass aus Marias Brust zur trockenen Zeit kristallklares, zur Regenzeit aber fast perlfärbiges Wasser hervorquillt, womit sich die Wallfahrer die Augen auswaschen. Die Wasserleitung wurde später verlegt, das Wasser fließt seither aus einem Rohr unterhalb der Gottesmutter mit Jesuskind in das Brunnbecken. In: Franz Schobesberger, Günter Pichler: Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung und alter Wallfahrtsbezirk Brunnenthal. Passau 2008, ISBN 978-3-89643-697-9, S. 22.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Brunnenthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien