Kopfing im Innkreis

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Kopfing im Innkreis
Wappen Österreichkarte
Wappen von Kopfing im Innkreis
Kopfing im Innkreis (Österreich)
Kopfing im Innkreis
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Schärding
Kfz-Kennzeichen: SD
Fläche: 33,3 km²
Koordinaten: 48° 26′ N, 13° 39′ OKoordinaten: 48° 26′ 23″ N, 13° 39′ 30″ O
Höhe: 547 m ü. A.
Einwohner: 2.008 (1. Jän. 2018)
Bevölkerungsdichte: 60 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4794
Vorwahl: 0 77 63
Gemeindekennziffer: 4 14 11
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 95
4794 Kopfing im Innkreis
Website: www.kopfing.at
Politik
Bürgermeister: Otto Straßl (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
15
8
2
15 
Insgesamt 25 Sitze
Lage der Marktgemeinde Kopfing im Innkreis im Bezirk Schärding
AltschwendtAndorfBrunnenthal (Oberösterreich)DiersbachDorf an der PramEggerdingEngelhartszellEnzenkirchenEsternbergFreinbergKopfing im InnkreisMayrhofMünzkirchenRaabRainbach im InnkreisRiedauSankt AegidiSt. Florian am InnSt. Marienkirchen bei SchärdingSt. RomanSt. WillibaldSchardenbergSchärdingSighartingSubenTaufkirchen an der PramVichtensteinWaldkirchen am WesenWernstein am InnZell an der PramOberösterreichLage der Gemeinde Kopfing im Innkreis im Bezirk Schärding (anklickbare Karte)
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Kopfing im Innkreis
Kopfing im Innkreis
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Kopfing im Innkreis ist eine Marktgemeinde im Bezirk Schärding in Oberösterreich mit 2008 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2018), etwa 25 km von der Bezirkshauptstadt Schärding entfernt. Sie liegt im nördlichen Innviertel und im Gerichtsbezirk Schärding.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Kopfing im Innkreis liegt auf 547 m Höhe im nördlichen Innviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd ca. 8,5 km, von West nach Ost ca. 5,9 km. Die Katasterfläche der Marktgemeinde Kopfing im Innkreis betrug im Jahre 2001 33,34 km². Die berechnete Einwohnerdichte ergibt 61 Einwohner/km². 46,4 % der Fläche sind bewaldet, 47,6 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Topografie: Das Gebiet im Süden der Sauwaldes entwässert über einige Bäche (Aubach, Becken-, Tiefenbach) über Pfuda, Pram und Inn zur Donau. Das Gemeindegebiet liegt zwischen etwa 500 und 790 m Seehöhe. Im Norden erhebt sich der Feichtberg, auf dem in 777 m Höhe ein Flugsicherungsradar steht.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 25 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Januar 2018[1]):

  • Au (34)
  • Beharding (18)
  • Dürnberg (23)
  • Engertsberg (76)
  • Entholz (102)
  • Glatzing (62)
  • Grafendorf (47)
  • Hub (21)
  • Kahlberg (33)
  • Kimleinsdorf (40)
  • Knechtelsdorf (41)
  • Kopfing im Innkreis (188)
  • Kopfingerdorf (600)
  • Leithen (63)
  • Matzelsdorf (61)
  • Mitteredt (39)
  • Neukirchendorf (74)
  • Paulsdorf (61)
  • Pratztrum (25)
  • Raffelsdorf (58)
  • Rasdorf (104)
  • Ruholding (111)
  • Schnürberg (18)
  • Straß (48)
  • Wollmannsdorf (61)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Entholzen, Glatzing, Kopfing und Neukirchendorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Gründung des Herzogtums Bayern war der Ort bairisch. Die Pfarre Kopfing gehörte seit dem 12. Jahrhundert zum St. Ägidien-Spital in der Passauer Innstadt. Das dortige „Innbruckamt“ verwaltete neben der Innbrücke und dem Leprosen-Hospital auch die dem St. Ägidien-Spital inkorporierten Pfarren, die vom jeweiligen „Bruckpfarrer“ zu vergeben waren. Zu diesen zählten neben St. Severin mit Schardenberg und Wernstein auch St. Weihflorian, Kellberg, Hauzenberg, Kopfing, Münzkirchen und Tettenweis.[2]

In Kopfing fanden die ersten Gefechte des Spanischen Erbfolgekrieges statt. Die kaiserlich-österreichischen Truppen überfielen im November 1703 den damals bayerischen Ort Kopfing. Die Kopfinger leisteten beherzte Gegenwehr und schossen aus dem Kirchturm (Wehrturm) heraus. Dieser Krieg zog sich dann bis zum Jahre 1706 dahin, am Ende stand die Schlacht von Höchstätt, die Sendlinger Mordweihnacht (München) und die Bauernschlacht von Aidenbach. Aidenbach ist heute neben Ringelai/Bayern die neue Partnergemeinde von Kopfing. Original Schanzgräben sowie alte Grenzsteine zeugen in Kopfing noch heute von dieser Vergangenheit. Kopfing kam nach dem Frieden von Teschen mit dem Innviertel (damals 'Innbaiern') zu Österreich. 1785 wurde Kopfing zur Pfarre erhoben. Während der Napoleonischen Kriege wieder kurz baierisch, gehört der Ort seit 1814 endgültig zu Oberösterreich. 1905 wurde die neue Pfarrkirche Kopfings fertiggestellt.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1991: 2.074 Einwohner (Quelle: Statistik Austria) hatte die Gemeinde * 2001: 2.028 Einwohner
  • 2017: 2.004 Einwohner (Einwohnermeldeamt)

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat insgesamt 25 Mitglieder. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2015 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 15 ÖVP, 8 FPÖ und 2 SPÖ.

Bürgermeister
  • seit 2003 Otto Straßl (FKW, ÖVP)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Unter schwarzem Schildhaupt, darin drei goldene, aufrechte Rauten, in Gold ein roter Wellenkeil schräglinks zur Mitte des Schildrandes, oben rechts begleitet von einem roten, vierstrahligen Stern. Die Gemeindefarben sind Schwarz-Gelb-Rot. Entworfen wurde das Gemeindewappen von Josef Ruhland.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kath. Pfarrkirche Hll. Johannes d. T. und Johannes Ev. in Kopfing im Innkreis
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Kopfing im Innkreis
  • Pfarrkirche Kopfing: In der Pfarrkirche sind die Reliquien des heiligen Anastasius, der heiligen Schwester Faustina und die Reliquie des heiligen Apostel Andreas.
  • Kulturhaus Kopfing: Park für Kunst und Kultur mit Kulturhaus, das 2006 fertiggestellt wurde. Betreiber ist der Verein Kulturzeit Kopfing. Das Kulturhaus Kopfing birgt diverse Ausstellungen moderner Kunst und mehrere Museumsausstellungen: eine alte Krämerei (befand sich bis ins 20. Jh. im Kulturhaus, das früher "Krämerhäusl" genannt wurde) und die Brauchtumsstube (regionaler Bezug zu Kopfing). Weiter zu sehen ist ein geologisches Kabinett (Mineraliensammlung, Fossilien). Ein Raum ist dem Kopfinger Herrgottschnitzer Martin Plöckinger gewidmet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2001 gab es in der Gemeinde 69 Arbeitsstätten mit insgesamt 690 Beschäftigten (im Vergleich 1991: 58 Arbeitsstätten mit 549 Beschäftigten). Die Zahl der Erwerbstätigen insgesamt betrug 964, davon waren 556 Auspendler und 408 Personen Einpendler. 11,7 % der Erwerbspersonen waren in der Land- und Forstwirtschaft tätig, 27,3 % in der Sachgütererzeugung, 16,7 % im Bauwesen und 9,6 % im Bereich Handel, Reparatur von KFZ und Gebrauchsgütern.

Zu den bedeutendsten Firmen in Kopfing zählen das Türen- und Fensterunternehmen Josko, sowie das Installationsunternehmen Gahleitner.[3]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Straßl
  • Mathias Ertl
  • Johann Scheuringer
  • Alois Heinzl, Pfarrer
  • Ludwig Gruber
  • Josef Ratzenböck, Alt-Landeshauptmann von OÖ.
  • Johann Oberauer, Kapellmeister
  • Mark W. Clark, US-amerikanischer Hochkommissar für Österreich

Ehrenringträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Reisenberger
  • Johann Klaffenböck
  • Josef Ruhland
  • Josef Rossgatterer

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kopfing im Innkreis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2018 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2018), (Excel)
  2. Hugo Lerch: Der Streit des Passauer Domherrn und Innbruckmeisters Johann von Malenthein mit dem Passauer Domkapitel 1544–1549. In: Ostbairische Grenzmarken 6 (1962/1963), S. 249–261, hier S. 250–251. — Theodor Ebner, Die Antiesenmündung, in: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereins 148 (2003), S. 257–284 (online), hier S. 279. — Johann Ev. Lamprecht: Beschreibung der k.k. landesfürstl. Gränzstadt Schärding am Inn und ihrer Umgebungen. Wels 1860 (online), S. 275–276. — Johann Ev. Lamprecht: Historisch-topographische Matrikel oder geschichtliches Ortsverzeichniß des Landes ob der Enns, als Erläuterung zur Charte des Landes ob der Ens in seiner Gestalt und Eintheilung vom VIII. bis XIV. Jahrhunderte, Wien 1863 (online), S. 133, 212.
  3. Gahleitner Installationen Gesellschaft m.b.H. firmenabc.at, abgerufen am 26. Oktober 2016.