Max Riemelt

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Max Riemelt auf der Berlinale 2017

Max Riemelt (* 7. Januar 1984 in Ost-Berlin) ist ein deutscher Schauspieler.

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Max Riemelt wurde im Januar 1984 in Berlin-Mitte geboren. 2007 beendete er seine Schullaufbahn mit dem Realschulabschluss und verweigerte den Wehrdienst.[1] Riemelt ist Vater einer Tochter.[2] Er lebt in Berlin.

Film und Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Max Riemelt sammelte seine ersten schauspielerischen Erfahrungen bereits als Schüler – erst im Schultheater und auf der Kindertheaterbühne einer Verwandten. Sein Fernsehdebüt gab er 1997 in einer Nebenrolle des Zweiteilers Eine Familie zum Küssen. In der sechsteiligen ZDF-Weihnachtsserie Zwei allein war er als Hamburger Vollwaise Max Loser erstmals in einer Hauptrolle vor der Kamera zu sehen. In dem Drama Ein Weihnachtsmärchen – Wenn alle Herzen schmelzen spielte er an der Seite von Götz Otto und Susanne Schäfer den jungen Lukas, dessen Eltern sich scheiden lassen haben. Gemeinsam mit Janina Vilsmaier spielte er 1999 die Hauptrolle im deutsch-tschechischen Kinderfilm Der Bär ist los! von Dana Vávrová.

Bedeutsam für Riemelts frühe künstlerische Entwicklung waren die Produktionen, bei denen er unter der Regie von Dennis Gansel vor der Kamera stand. Nach einer ersten Zusammenarbeit bei der Coming-of-Age-Filmkomödie Mädchen, Mädchen im Jahr 2001 besetzte ihn Gansel 2004 für die Hauptrolle des 17-jährigen Friedrich Weimer in seinem Kriegsfilmdrama Napola – Elite für den Führer an der Seite von Tom Schilling. 2005 erhielt er für seine darstellerische Leistung die Auszeichnung Bester Darsteller beim Internationalen Filmfestival von Karlovy Vary. Auf der Berlinale 2005 wurde er von der European Film Promotion zum deutschen Shooting Star des europäischen Films gekürt. In Gansels Morton-Rhue-Romanverfilmung Die Welle mit Riemelt als junger Schüler Marco in der Hauptrolle wurde im Jahre 2008 zweiterfolgreichster deutscher Film des Jahres. 2009 folgte unter Gansel die männliche Hauptrolle in dessen Vampirfilm Wir sind die Nacht. Im selben Jahr war er im Kino als Moritz „Momo“ in Frieder Wittichs Filmkomödie 13 Semester neben Alexander Fehling und Robert Gwisdek zu sehen.

Neben Dennis Gansel zählt auch Dominik Graf zu den Regisseuren, die Riemelts künstlerische Entwicklung befördert haben. 2006 stand er unter der Regie von Dominik Graf und an der Seite von Jessica Schwarz für das Liebesdrama Der Rote Kakadu vor der Kamera. Für seine darstellerische Leistung erhielt er 2006 den Bayerischen Filmpreis als bester männlicher Nachwuchsschauspieler. Graf und Riemelt setzten ihre Zusammenarbeit 2008 mit den Dreharbeiten zum Krimi-Mehrteiler Im Angesicht des Verbrechens fort. Obwohl Im Angesicht des Verbrechens bei seiner Fernsehpremiere im Jahr 2010 der große kommerzielle Erfolg versagt blieb, ebnete der von der Kritik überaus positiv besprochene Mehrteiler für Max Riemelt den Weg vom Nachwuchsschauspieler zum Charakterdarsteller:[3][4][5] Für seine Verkörperung der Hauptrolle wurde er in der Kategorie Bester deutscher Schauspieler für die Goldene Kamera nominiert und erhielt als Teil des Schauspielerensembles sowohl den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Besondere Leistung Fiktion als auch den Grimme-Preis. Mit Katja Flint spielte er jeweils in der Hauptrolle in den Fernsehfilmen Schandmal – Der Tote im Berg (2011) und Die Freundin meiner Mutter (2017). In Stephan Lacants Liebesdrama Freier Fall verkörperte er 2013 den homosexuellen Polizisten Kay Engel, der sich in den heterosexuellen Polizisten Marc Borgmann, gespielt von Hanno Koffler, verliebt. In Uwe Jansons Tragikomödie Auf das Leben! spielte er 2014 den unheilbar kranken jungen Möbelpacker Jonas an der Seite von Hannelore Elsner.

In Fernseh- und Kinoproduktionen übernahm Riemelt nun zunehmend Charakterrollen und wurde zunehmend auch für internationale Produktionen engagiert, wie in Kinofilmen wie Jeanine Meerapfels Liebesdrama Der deutsche Freund, Eran Riklis‘ Biopic PlayOff, dem polnischen Kriegsfilm Warschau ’44 und dem Liebesdrama Amnesia des französischen Regisseurs Barbet Schroeder. 2015 erhielt Max Riemelt als einziger deutscher Schauspieler schließlich eine durchgehende Hauptrolle in der von den Wachowskis und J. Michael Straczynski für Netflix produzierten Science-Fiction-Serie Sense8.[6] In ihr spielte Max Riemelt in beiden Staffeln sowie im 2018 veröffentlichten Film Sense8 – Together Until The End einen der acht titelgebenden Sensates und synchronisierte sich in der deutschsprachigen Fassung selbst.[7]

2020 spielte er erstmals in einem Tatort mit. In dem Tatort: Die Zeit ist gekommen der Dresdner Ermittler Gorniak, Winkler und Schnabel war er in der Hauptrolle als klein krimineller Vater Louis Bürger, der wegen eines Raubs drei Jahre im Gefängnis saß.[8]

Die Zusammenarbeit mit den Wachowski-Geschwistern setzte Max Riemelt 2020/2021 fort: Im Science-Fiction-Film The Matrix Resurrections spielte Max Riemelt eine der Hauptrollen.[9]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2012: Die Outsider: Neon-Edition, Rolle: Ponyboy, Regie: Susan E. Hinton
  • 2013: Tod durch Einatmen von Flüssigkeiten: Rolle: Finn, Regie: Judith Lorentz,
  • 2019: Kleiner Drei: Rolle: Moritz Fröhlich, Regie: Josef Ulbig

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Béatrice Ottersbach, Thomas Schadt, Nina Haun (2007), Max Riemelt: „Man muss lernen, sein Selbstwertgefühl nicht über die Schauspielerei zu definieren“ in Schauspieler-Bekenntnisse, Uvk

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Max Riemelt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johannes Gernert: Porträt Max Riemelt Spielen, bis die Nase blutet. In: Stern vom 14. April 2008. Abgerufen am 13. Juli 2021.
  2. Markus Tschiedert: Hollywood? Max Riemelt: „Nicht um jeden Preis!“ In: bz-berlin.de. 23. August 2020, abgerufen am 23. August 2020.
  3. Russen, Juden, Mafia und die Gewalt in Berlin, Rüdiger Suchsland, Telepolis, 27. April 2010
  4. Berlin, das ist das Paradies, Verena Lueken, FAZ.net vom 19. Februar 2010
  5. Bei den Russen ist da dieser Stolz, Katja Nicodemus und Christof Siemes im Gespräch mit Dominik Graf, Die Zeit, abgerufen am 5. Januar 2018
  6. Corso-Gespräch mit Max Riemelt über „Sense8“: Sehr fordernd für den Zuschauer, Max Riemelt im Gespräch mit Hendrik Efert, Deutschlandfunk, abgerufen am 5. Januar 2018
  7. Max Riemelt. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 9. November 2016.
  8. Anne Burgmer: So war der „Tatort“ aus Dresden: Max Riemelt überzeugte als verzweifelter Vater. In: ksta.de. 5. April 2020, abgerufen am 5. April 2020 (deutsch).
  9. Der erste Trailer zu "Matrix 4" ist da: Neo ist zurück und braucht wieder die rote Pille! In: filmstarts.de. 9. September 2021, abgerufen am 12. September 2021.
  10. Daniel Brühl und Max Riemelt erhalten Ritterehre, deutschlandfunkkultur.de vom 8. Februar 2017, abgerufen 31. Oktober 2019
  11. Filmpreis der Stadt Hof, abgerufen am 29. Oktober 2019.
  12. Jupiter Award 2021: Die diesjährigen Gewinner, abgerufen am 22. Juni 2021.