Sainte-Croix-en-Plaine

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Sainte-Croix-en-Plaine
Wappen von Sainte-Croix-en-Plaine
Sainte-Croix-en-Plaine (Frankreich)
Sainte-Croix-en-Plaine
Region Elsass
Département Haut-Rhin
Arrondissement Colmar
Kanton Colmar-Sud
Koordinaten 48° 1′ N, 7° 23′ O48.0086111111117.3847222222222197Koordinaten: 48° 1′ N, 7° 23′ O
Höhe 190–202 m
Fläche 25,77 km²
Einwohner 2.794 (1. Jan. 2012)
Bevölkerungsdichte 108 Einw./km²
Postleitzahl 68127
INSEE-Code
Website http://www.saintecroixenplaine.fr

Mairie

Sainte-Croix-en-Plaine (deutsch Heilig-Kreuz) ist eine französische Gemeinde mit 2794 Einwohnern (Stand 1. Januar 2012) im Département Haut-Rhin in der Region Elsass. Sie gehört zum Arrondissement Colmar, zum Kanton Colmar-Sud und zur Communauté d’agglomération de Colmar.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Sainte-Croix-en-Plaine liegt an der Ill in der Oberrheinebene, etwa zehn Kilometer südlich von Colmar. Im Westen reicht das Gemeindegebiet bis an die Thur, im Südosten bis an den Canal Vauban, der von Ensisheim nach Neuf-Brisach führt. Am Westrand des Ortes verläuft die Autoroute A35 (L’Alsacienne).

Nachbargemeinden von Sainte-Croix-en-Plaine sind Colmar im Norden, Sundhoffen und Logelheim im Nordosten, Hettenschlag im Osten, Dessenheim im Südosten, Niederhergheim und Oberhergheim (Berührungspunkt) im Süden, Herrlisheim-près-Colmar im Westen sowie Eguisheim und Wettolsheim im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Dorf ging hervor aus einem Kloster von Benediktinerinnen, das zwischen 1006 und 1035 durch den Grafen Hugo von Eguisheim beim heute verschwundenen Dorf Woffenheim gegründet worden war. Sein Sohn Bruno, der als Leo IX. Papst geworden war, weihte 1049 die erste Äbtissin und die dem Heiligen Kreuz geweihte Kirche. Anfang des 13. Jahrhunderts wurden Kloster und Dorf durch eine Mauer befestigt, 1250 erhielt der Ort den Titel Oppidum Sanctae Crucis. Im Spätmittelalter stand das Städtchen unter der Herrschaft der Habsburger. König Maximilian I. entzog Heiligkreuz während des Bayerischen Erbfolgekrieges dem Pfalzgrafen Philipp und sprach es Heinrich Wetzel von Marsilien als Pfand zu. Später erhielt der Ort von ihm das Recht auf zwei Jahrmärkte an Kreuz-Auffindung und St. Bartholomäus. 1512 entzog der Kaiser den Juden das Recht in der Stadt zu wohnen und dort zu handeln. Für 12.000 rheinische Gulden verkaufte der Heiligkreiz an Jakob Villinger von Schönenberg. Dieser erhielt den Ort als volles Eigentum, mit hoher und niedriger Gerichtsbarkeit. Österreich behielt lediglich die Landessteuern und die Berufung an das Ensisheimer Regiment.[1] Ab 1640 gehörte Heiligkreuz zu Colmar.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
1354 1502 2014 1933 1895 2121 2552

Politik[Bearbeiten]

Der aus 23 Personen bestehende Gemeinderat wurde im März 2008 neu gewählt. Ihm gehören neben dem Bürgermeister François Heymann acht Frauen und 14 Männer an.

Partnergemeinde[Bearbeiten]

Die deutsche Partnergemeinde Merdingen liegt 23 Kilometer Luftlinie östlich auf der anderen Rheinseite, westlich von Freiburg im Breisgau. Die Partnerschaft besteht seit 1968.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Kirche Saint-Barthélemy (Bartholomäuskirche) wurde an der Stelle der alten Abteikirche Sainte-Croix errichtet. Der Turm wurde 1700 auf romanischen Fundamenten erbaut. Der gotische Chor stammt aus dem 15. Jahrhundert. Das zu klein gewordene Kirchenschiff wurde 1827/29 neu erbaut. Eine besondere Kostbarkeit ist die 1840 eingebaute Orgel der Gebrüder Callinet (Joseph/1795–1857 und Claude Ignace/1803–1874), die unter Kennern als eine der schönsten Orgeln des Elsass angesehen wird.

Südseite der Bartholomäuskirche
Turm der Kirche
Innenansicht der Kirche

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sainte-Croix-en-Plaine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Auguste Scherlen: Perles d’Alsace. Bilder aus der elsässischen Vergangenheit. Alsatia, Colmar 1929, S. 163 f.
  2. Creutz, heiligen, eine kleine Stadt. In: Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste. Band 6, Leipzig 1733, Spalte 1623.