Michel Mayor

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Michel Mayor vor dem Paranal-Observatorium (2012).

Michel Gustave Édouard Mayor (* 12. Januar 1942 in Echallens, Kanton Waadt) ist ein Schweizer Astronom, der als Professor am Departement für Astronomie der Universität Genf arbeitet. Mit Didier Queloz entdeckte er 1995 den ersten extrasolaren Planeten, der um einen sonnenähnlichen Stern kreist (51 Pegasi b), wofür beide 2019 den Nobelpreis für Physik erhielten.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michel Mayor studierte Physik an der Universität Lausanne und wurde 1971 am Observatorium Genf im Fachbereich Astronomie promoviert. Er blieb mit Ausnahme von Aufenthalten am Observatorium Cambridge, an der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile und am Observatorium Hawaii bei dieser Institution beschäftigt. Von 1989 bis 1992 präsidierte er den Wissenschaftlichen Beirat der ESO, von 1988 bis 1991 die Kommission zur galaktischen Struktur bei der Internationalen Astronomischen Vereinigung und von 1990 bis 1993 die Schweizerische Gesellschaft für Astrophysik und Astronomie. Er ist seit 1984 Professor an der Universität Genf und mit seiner Emeritierung 2007 ebenda Honorarprofessor.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mayor hat die Spektrographen ELODIE (51pegb), CORALIE und HARPS, mit denen mehr als 500 Exoplaneten entdeckt wurden, entwickelt. Seit der Entdeckung von 51 Pegasi b war Michel Mayor mit seinem Forscherteam an vielen weiteren extrasolaren Planetenentdeckungen beteiligt.

Er ist verantwortlich für die Entdeckung des ersten extrasolaren Planeten in einem Orbit um einen sonnenähnlichen Stern, was als Meilenstein in der Geschichte der Astronomie gilt und mit einem Nobelpreis gewürdigt wurde. Unter Mithilfe seines Doktoranden Didier Queloz konnte er 1995 mittels eines hochauflösenden Spektrographen einen um 51 Pegasi rotierenden, jupiterähnlichen Planeten nachweisen.[1] Die Existenz dieses Planeten, 51 Pegasi b, wurde am 12. Oktober 1995 von den US-amerikanischen Wissenschaftlern Geoffrey Marcy und R. Paul Butler bestätigt.

Bis 2005 verfasste er mehr als 300 wissenschaftliche Publikationen. Seit 2013 zählte ihn Thomson Reuters aufgrund der Zahl seiner Zitationen zu den Favoriten auf einen Nobelpreis (Thomson Reuters Citation Laureates).[2] Er erhielt den Nobelpreis für Physik im Jahr 2019.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Michel Mayor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mayor, Queloz: A Jupiter-mass companion to a solar-type star, Nature, Band 378, 1995, S. 355–359; doi:10.1038/378355a0 (Abstract)
  2. 2013 Predictions bei Thomson Reuters (sciencewatch.com); abgerufen am 25. September 2013.