James Bond 007 – Moonraker – Streng geheim

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Filmdaten
Deutscher Titel James Bond 007 – Moonraker – Streng geheim
Originaltitel Moonraker
Logo moonraker de.svg
Produktionsland Vereinigtes Königreich,
Frankreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1979
Länge 126 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Lewis Gilbert
Drehbuch Christopher Wood
nach Ian Fleming
Produktion Albert R. Broccoli
Musik John Barry
Titelsong: Shirley Bassey
Kamera Jean Tournier
Schnitt John Glen
Besetzung
Synchronisation

James Bond 007 – Moonraker – Streng geheim (Originaltitel: Moonraker) ist der elfte Film der James-Bond-Reihe aus dem Jahr 1979 und der vierte mit Roger Moore in der Hauptrolle. Das Verschwinden eines Raumgleiters führt den Geheimagenten im Auftrag Ihrer Majestät rund um die Welt und sogar in den Weltraum. Gemeinsam mit CIA-Agentin Holly Goodhead rettet er schließlich die Welt vor der Vernichtung. Der Film war die erste James-Bond-Koproduktion zwischen den britischen und französischen United-Artists-Studios. Der Film startete am 31. August 1979 in den bundesdeutschen Kinos.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Überführung des Raumgleiters "Moonraker" auf dem Rücken eines Shuttle Aircraft Carriers von Amerika nach Großbritannien wird dieser während des Fluges entführt und das Transportflugzeug dabei zerstört. Bond, der gerade aus Afrika zurückkehrt, erhält den Auftrag, in den Produktionsstätten des Shuttle-Erbauers Drax Industries in Kalifornien nach Ursachen für die Entführung zu suchen. Durch verschiedene Vorkommnisse dort wird Bonds Misstrauen erweckt und bei einem nächtlichen Besuch im Büro von Drax entdeckt er Hinweise, die ihn auf eine Spur nach Venedig führen.

Das Schloss Vaux-le-Vicomte
Der Markusplatz (Blick von San Marco nach Süden)
Drehort Hotel Danieli in Venedig

In Venedig angekommen untersucht Bond eine Glasbläserei und trifft zu seinem Erstaunen Holly Goodhead wieder, die vorgibt, einen Vortrag bei der ESA halten zu wollen und Bonds Annäherungsversuche brüsk zurückweist. Kurz nachdem er in seine Gondel eingestiegen ist, wird er verfolgt. Die wilde Jagd endet mit der Verwandlung der Gondel in ein Luftkissenfahrzeug – wodurch Bond die Flucht über den Markusplatz gelingt.

Nachts dringt Bond dann in den Hinterhof der Glasbläserei ein und findet dort ein geheimes Laboratorium vor, in dem zwei Mitarbeiter Satelliten mit Phiolen bestücken, in die zuvor eine Flüssigkeit gefüllt wurde. Bond entwendet eine der Phiolen.

Am nächsten Tag will Bond dem Verteidigungsminister und seinem Vorgesetzten M das Labor zeigen. Dies gerät jedoch zur Blamage, da das Labor über Nacht in ein Büro umgebaut wurde und alle Spuren des Vorfalls vom Vortag beseitigt worden sind. Als Bond und seine Begleiter mit Gasmasken eintreten, empfängt sie ein sich überrascht gebender Drax. Bond wird offiziell vom Fall abgezogen – inoffiziell reist er jedoch nach Rio. Zuvor gibt er noch die Analyse der Flüssigkeit aus dem Labor bei Q in Auftrag.

Ein weiterer Drehort war die Copacabana

Am nächsten Tag trifft er Holly auf der Aussichtsplattform des Zuckerhuts. Sie entdecken, dass vom Flughafen von Rio Frachtmaschinen der Drax Corporation abheben. Bei der Rückfahrt mit der Seilbahn kommt es zum Kampf mit "Beißer". Bond und Holly entkommen an einer über das Stahlseil geschlungenen Kette, in Richtung Talstation rutschend. Beißer rutscht in das Mauerwerk und zerstört es dabei. Als er sich aus den Trümmern erhebt, trifft er eine kleine blonde Frau, in der er sich augenscheinlich verliebt.

Bond erreicht das brasilianische Ausbildungslager des MI6, wo er von M die Analyseergebnisse der Laborprobe erfährt. Es handelt sich um eine Substanz, die nur Menschen tötet, auf Tiere und Pflanzen jedoch keine Wirkung hat. Er erhält den Auftrag, sich im unteren Amazonasgebiet umzusehen, woher eine Pflanze stammt, die Hauptbestandteil der Probe ist.

Bond findet die Basis von Drax, in die Holly verschleppt worden war. Beide schaffen es, als Piloten verkleidet in die letzte der noch nicht gestarteten Raumfähren (Moonraker 6) zu steigen. Zusammen mit den anderen Raumfähren steuern sie auf eine geheime Raumstation zu. Dort erfahren sie von Drax’ Plan, mit dem in Venedig hergestellten Giftgas die ganze Menschheit auszurotten und mit dem Personal der Raumstation, welches Drax zufolge ausschließlich aus geistig und körperlich herausragenden Menschen besteht, eine neue Menschheit mit ihm an der Spitze zu gründen. Sie schaffen es, die Radar-Tarnvorrichtung auszuschalten, sodass die Raumstation von nun an von der Erde aus sichtbar ist. Die Amerikaner starten daraufhin eine Raumfähre mit einer Einheit der US Marines an Bord.

Nach umfangreichen Kampfhandlungen zwischen der Besatzung der Station und den Marines, in deren Verlauf sich "Beißer" auf Bonds Seite schlägt, kann Bond Drax stellen und töten.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorproduktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Abspann des Vorgängers Der Spion, der mich liebte wurde For Your Eyes Only als Titel des nächsten Films angekündigt, das war der Titel einer von Flemings Sammlungen von Kurzgeschichten. Nachdem 1977 Krieg der Sterne und Unheimliche Begegnung der dritten Art sehr erfolgreich liefen, entschlossen sich die Produzenten dazu, James Bond ins Weltall vorstoßen zu lassen. Als Titel des zukünftigen Films wurde Moonraker ausgewählt. For Your Eyes Only wurde später der auf Moonraker folgende Film genannt.[1]

Man entschied sich dazu, mit einer französischen Produktionsgesellschaft zusammenzuarbeiten, Moonraker wurde damit zur ersten Co-Produktion in der James-Bond-Serie.[1]

Drehbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tom Mankiewicz wurde wieder ausgewählt, um gemeinsam mit dem als Regisseur vorgesehenen Lewis Gilbert eine Handlung für den Film zu entwickeln. Mankiewicz übernahm die Arbeit, wollte jedoch namentlich nicht mehr mit Bond in Verbindung gebracht werden, da er an einer unabhängigen Karriere als Autor und Produzent arbeitete. Wie bereits üblich übernahm man auch für Moonraker lediglich den Titel des Buchs und erdachte dazu eine neue Handlung. Auch die Figur Drax wurde übernommen, aber ebenfalls mit einem völlig neuen Hintergrund ausgestattet. Nachdem die Handlung entwickelt war, wurde Christopher Wood der Auftrag für ein darauf basierendes Drehbuch gegeben.[1]

Einem frühen Drehbuchentwurf zufolge waren ursprünglich noch einige weitere Szenen geplant, die jedoch verworfen wurden. Einige dieser Szenen wurden jedoch in späteren Filmen in abgewandelter Form aufgegriffen und umgesetzt.[2]

Titel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Titel wurde von Ian Flemings dritten James-Bond-Roman Moonraker übernommen. Im Film tragen Drax’ Space Shuttle diesen Namen.

Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lois Chiles spielt die attraktive und intelligente CIA-Agentin Dr. Holly Goodhead, die verdeckt als von der NASA ausgeliehene Wissenschaftlerin und ausgebildete Astronautin bei Drax-Industries arbeitet und Bond nach einigem Zögern hilft. Sie gilt als das erste Bond-Girl, das Bond komplett ebenbürtig ist.

Bonds Gegenspieler Sir Hugo Drax wird von Michael Lonsdale gespielt. Da es sich um eine englisch-französische Co-Produktion handelt, wurde ein französischer Schauspieler mit dieser für den Film wichtigen Rolle besetzt.

Zum letzten Mal ist Bernard Lee in der Rolle des M zu sehen. Kurz nach der Kinopremiere erkrankte er schwer und starb 1981 kurz vor Drehbeginn des zwölften Bondfilmes.

Emily Bolton spielt die Agentin Manuela in Rio de Janeiro, die Bond das Lagerhaus von Drax zeigt und dabei fast vom Beißer getötet wird.

Corinne Cléry spielt Drax’ attraktive Helikopterpilotin Corinne Dufour. Sie wurde auch im Originalfilm synchronisiert.[3] Es war das erste Mal, dass der Vorname der Figur und der Schauspielerin identisch waren.

Richard Kiel wiederholt seine Rolle als Beißer, einem furchterregenden, nahezu unverwundbaren Riesen mit übermenschlicher Körperkraft, der mit einem Gebiss aus Edelstahl ohne weiteres Stahlseile, Ketten oder Eisenstangen durchbeißen kann. Seine Figur kam in Der Spion, der mich liebte so gut beim Publikum an, dass er auch in diesem Film auftreten durfte. Er ist der einzige Gehilfe eines Bond-Gegenspielers, der zum einen in zwei Bond-Filmen mitspielt und zum anderen überlebt. Der Charakter hatte so wie andere mit übermenschlichen Fähigkeiten ausgestatteten Gehilfen der Bond-Gegenspieler grundsätzlich keinen Text, am Ende von Moonraker spricht Beißer jedoch zum ersten Mal.

Die weiblichen Angestellten in Drax’ Imperium sind ausgesucht schöne und intelligente junge Frauen unterschiedlicher Herkunft, die Drax auf seine geheime Raumstation begleiten, um nach der Vernichtung der Menschheit die Erde neu zu besiedeln. Sie werden u. a. von Chichinou Kaeppler, Christina Hui, Françoise Gayat, Nicaise Jean Louis, Catherine Serre, Béatrice Libert, Anne Lonnberg und Irka Bochenko verkörpert. Eines der Mädchen wird angeblich von der damals 22-jährigen Tochter der Moneypenny-Darstellerin Lois Maxwell, Melinda, gespielt.[3][4] Für die in Frage kommenden Damen wurde von französischen Modelagenturen eine Vorauswahl von über 250 Frauen getroffen.[5]

Titeldesign[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Titelsequenz wird von dem wiederkehrenden Bild des Mondes bestimmt, zu dem Silhouetten von Frauen schwerelos über den Bildschirm schweben. Diesen Effekt erzielte Maurice Binder dadurch, dass er die Frauen während der Aufnahmen auf einem Trampolin springen ließ.[6]

Laut Albert R. Broccoli kostete allein die Filmtitelsequenz dieses Films mehr als der gesamte erste Spielfilm der Serie Dr. No.[3]

Dreharbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten dauerten vom 14. August 1978 bis 27. Februar 1979.[7]

In den Film wurden diverse Anspielungen auf verschiedene Weltraumfilme eingebaut. Bond gibt, um in Venedig in das geheime Laboratorium zu gelangen, einen Ton-Code ein, welcher identisch mit der 5-Ton-Sequenz (Leitmotiv) aus Steven Spielbergs Film Unheimliche Begegnung der dritten Art von 1977 ist. Während der Zentrifugensequenz ertönt kurz ein Computersound aus Alien, und als ein Mitarbeiter Drax’ ins Jagdhorn bläst, ertönen die ersten drei Töne von Also sprach Zarathustra (aus 2001: Odyssee im Weltraum).

Ein Teil der Kulissen und Requisiten stammt ursprünglich aus der einige Jahre zuvor abgedrehten Science-Fiction-Serie Mondbasis Alpha 1 (Space 1999). So wurden beispielsweise die Instrumentenkonsolen (mit der weißen „Pilz-Schreibtischlampe“) im Anti-Radar-Kontrollraum der Raumstation, an denen sich Bond zu schaffen macht, ursprünglich als Steuerpulte in der Zentrale von Alpha gebaut.

Der Abgasstrahl, den die Shuttles hinter sich herziehen, ist einfaches Salz, welches in die Modelle gefüllt wurde.

Die wissenschaftlichen Aussagen von Dr. Goodhead haben einen teilweise realen Hintergrund, so erreichte auch das reale Space Shuttle eine maximale Beschleunigung von „nur“ 3 g, damit jeder gesunde Mensch (zum Beispiel Wissenschaftler) und nicht nur an hohe Beschleunigungen gewöhnte Berufsastronauten mitfliegen können.

Die Kulissen für das Innere von Drax’ Raumstation wurden im französischen Studio Epinay errichtet und kosteten insgesamt 500.000 US-Dollar.[5] Der Aufbau sämtlicher Kulissen für das Innere von Drax’ Raumstation benötigte acht Wochen mit insgesamt 222.000 Mannstunden.[8] Der Aufbau des Kommandosatelliten hatte einen Durchmesser von ca. 33 Metern und benötigte etwa 100 Tonnen Metall und 2 Tonnen an Nägeln.[8] Für die später im Film zu sehenden Explosionen wurde Sprengstoff im Wert von 20.000 US-Dollar eingesetzt.[8]

Die in den Pinewood Studios genutzte „007 Stage“ wurde mit schwarzem Samt im Wert von 60.000 US-Dollar ausgekleidet, um die im Weltall spielenden Szenen aufzunehmen.[9]

Drehorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fußgängertunnel des Centre Pompidou in dem Bond zu Dr. Goodhead gebracht wird.

In folgenden Ländern wurde gedreht:[10]

Gadgets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Motorboot von James Bond aus dem Film
Rückwärtige Ansicht des Bootes
  • Armband mit versteckter Abschussfunktion für Gift- und Explosivpfeile (jeweils 5 im Magazin enthalten) – durch Nervenimpulse der Hand auslösbar (Seiko SFX003)
  • Safe-Knack-Gerät im Zigarettenetui
  • Armbanduhr, die Mini-Sprengstoff und einen Zünder enthält (Seiko m354)
  • Minikamera mit „007“-Gravur
  • Luftkissengondel, genannt Bondola
  • Laserwaffen
  • Ein mit Wasserminen, Torpedos und einem Drachengleiter ausgestattetes Motorboot (von der Firma Carlson)
  • Kugelschreiber mit versteckter Giftspritze
  • Parfumflakon mit Flammenwerfer
  • Notiz-/Tagebuch mit Pfeilschussfunktion
  • Damenhandtasche mit Kommunikationsgerät und ausfahrender Antenne

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Englisches Logo, das auch so auf dem Soundtrack zu finden war

Die Filmmusik wurde wieder von John Barry komponiert. Zum ersten Mal seit Leben und sterben lassen ist wieder das 007 Theme zu hören.[11]

Das gleichnamige Titellied wurde von John Barry komponiert, von Hal David getextet und von Shirley Bassey interpretiert. Es erreichte Platz 139 in den US-amerikanischen Charts. Während des Abspanns ist eine Version des Liedes mit höherem Tempo zu hören, die als Disco Moonraker bekannt ist.[11]

Als zusätzliche Musik wird im Film das Leitthema des Films Die glorreichen Sieben gespielt, als Bond an der Geheimdienstbasis in Brasilien ankommt.[11]

Soundtrack[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Shirley Bassey sang den Titelsong zum Film

Dieser James-Bond-Soundtrack war der Letzte, der 1979 bei United Artists Records auf LP erschien. In den 1980ern wurde eine erste CD-Pressung von EMI herausgebracht. Nach dem 40. James-Bond-Jubiläum wurde 2003 eine neue, aufgearbeitete Fassung von Capitol Records veröffentlicht.

Originalauflage

  1. Main Title - Moonraker (03:11) gesungen von Shirley Bassey
  2. Space Lazer Battle (02:49)
  3. Miss Goodhead Meets Bond (02:49)
  4. Cable Car And Snake Fight (03:09)
  5. Bond Lured To Pyramid (02:07)
  6. Flight Into Space (06:31)
  7. Bond Arrives In Rio And Boat Chase (02:39)
  8. Centrifuge And Corrinne Put Down (02:37)
  9. Bond Smells A Rat (02:25)
  10. End Title - Moonraker (02:28) gesungen von Shirley Bassey

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Synchronisation führte die Ultra Film Synchron in München[12] durch. Das Dialogbuch schrieb John Pauls-Harding. Von diesem Film an bis zu Desmond Llewelyns Tod 1999 war Manfred Schmidt dessen Stammsprecher. Schmidts Stimme wurde später bei einigen Medien (Werbung, Spiele) für Q ebenfalls genutzt.

Als Drax’ Shuttle abhebt und Bond zusammen mit Goodhead in dem Lüftungsschacht vor dem Feuer flieht, gibt es eine Synchronisationslücke: Bond ruft Goodhead „Straight on!“ zu, was so viel wie „Weiter!“ oder „Geradeaus!“ bedeutet.

Rolle Schauspieler Deutsche Synchronsprecher
James Bond Roger Moore Niels Clausnitzer
Holly Lois Chiles Viktoria Brams
Drax Michael Lonsdale Heinz Petruo
Beißer Richard Kiel Hartmut Neugebauer
Corinne Corinne Cléry Heidi Fischer
M Bernard Lee Wolf Ackva
Sir Frederik Gray Geoffrey Keen Harry Kalenberg
Q Desmond Llewelyn Manfred Schmidt
Moneypenny Lois Maxwell Emely Reuer
Manuela Emily Bolton Ursula Wolff
Gogol Walter Gotell Walter Reichelt
Drax Radartechniker Georges Beller Willi Röbke
Privatjet-Hostess Leila Shenna Heidi Treutler
Privatjet-Pilot Jean-Pierre Castaldi Wolfgang Draeger

Uraufführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Premiere des Films fand am 26. Juni 1979 in Gegenwart von Prinz Philip im Odeon Leicester Square in London statt. Von den Schauspielern und dem Stab waren u. a. Roger Moore, Richard Kiel, Michael Lonsdale, Corinne Cléry, Blanche Ravalec, Bernard Lee, Toshiro Suga, Albert R. Broccoli, Lewis Gilbert und Ken Adam anwesend.[13] In den bundesdeutschen Kinos startete der Film am 31. August 1979.[14]

Nachwirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Finanzieller Erfolg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moonraker war mit einem Einspielergebnis von über 210 Mio. US-Dollar[7] der weltweit erfolgreichste Film des Jahres 1979.[15] Er war außerdem der bis dahin finanziell erfolgreichste Bond-Film und blieb es auch bis zur Veröffentlichung von GoldenEye im Jahr 1995.[13]

In Deutschland hatte der Film 5 Millionen Zuschauer.[16] 2012 wurden als inflationsbereinigtes weltweites Einspielergebnis 656 Millionen US-Dollar angegeben, was dem 7. Platz von 23 Bond-Filmen entspricht.[16]

Zeitgenössische Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung erhielt der Film überwiegend positive Kritiken.

Der Filmkritiker der New York Times Vincent Canby nannte Moonraker einen der „lebhaftesten aller Bond-Filme. Beinahe jeder der am Film Beteiligten ist in Topform, sogar Herr Moore.“[17] Für Jay Scott, Kritiker von The Globe and Mail, war Moonraker der zweitbeste Film nach Goldfinger. Er schrieb: „In den ersten paar Minuten – vor der Filmtitelsequenz – bietet er mehr Nervenkitzel als die meisten […] Filme in zwei Stunden.“[18] Frank Rich von der Time meinte, „das Resultat ist ein Film, so unwiderstehlich unterhaltsam wie nur wahrlich unbekümmertes Spektakel sein kann.“[19] Roger Ebert vergab in der Chicago Sun-Times 3 von 4 Sternen und fand auch kritische Töne. Er empfand den Film „so vollgepackt mit exotischen Schauplätzen und Science-Fiction-Spezialeffekten, dass Bond sich beeilen muss es in alle Szenen zu schaffen.“[20]

Die deutschsprachigen Kritiker erkannten Abnutzungserscheinungen an der stets ähnlich aufgebauten Bond-Serie. Wolfgang Limmer nannte Moonraker im Spiegel eine „Parodie und Leinwandmärchen zugleich“ und ergänzte, „daß sich die betagte Bond-Serie heute nur noch durch eine perfekte Mischung aus makelloser Action und gewitzter Selbstpersiflage in den schwarzen Zahlen halten kann. […] Das wahre Geheimnis der erfolgreichsten Serie der Filmgeschichte liegt wohl in der Sturheit, mit der ihre Formel wiederholt wird.“ Roger Moore in der Hauptrolle verströme „den Sex-Appeal eines Edeka-Filialleiters“, so dass Produktionsdesigner Ken Adam der „wahre Meister“ des Films sei.[21] Auch Helmut W. Banz kritisierte in der Zeit, dass die Bond-Filme auf der „stets gleicher Mixtur“ basieren. Dennoch lobte er die technischen Spielereien als „noch ausgefallener als zuvor, die Dekors sind noch extravaganter, die Stunts und Spezialeffekte noch spektakulärer.“[22]

Spätere Bewertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren nach seiner Veröffentlichung wurde der Film sehr unterschiedlich bewertet. Zu den Kritiken, die ihn sogar als den besten Bond-Film bezeichnen,[23] mischten sich in den 1980er-Jahren Stimmen, die ihn als den schlechtesten Film bezeichnen.[24] Aus heutiger Sicht wird der Film häufig als ein unterdurchschnittlicher Beitrag zur James-Bond-Reihe betrachtet, was auch die Platzierungen in zahlreichen Ranglisten aus den Jahren 2006 bis 2012 belegen. Die Kritik bezieht sich dabei stets auf die Handlung des Films, die James Bond in den Weltraum führt und auf den in den Augen der Kritiker übertriebenen Humor.

Vincent Canby, der den Film bereits bei dessen Erscheinen gelobt hatte, hielt allerdings auch zwei Jahre später noch an seiner Meinung fest und nannte den Film gemeinsam mit Goldfinger den besten der Serie.[25]

Doch bereits fünf Jahre nach Veröffentlichung des Films schrieb Raymond Benson in seinem 1984 erschienenen Standardwerk The James Bond Bedside Companion, Moonraker würde „den Rang des künstlerisch am wenigsten erfolgreichen Films in der Serie einnehmen.“[26]

1985 nannte ihn der Filmwissenschaftler James Monaco jedoch ein „kleines Meisterwerk“ und erklärte ihn zum besten Bond-Film aller Zeiten.[23]

Der Filmkritiker Danny Peary nannte den Film 1986 wiederum den „bis jetzt schlechtesten James Bond Film.“[24]

Die Zeitschrift Entertainment Weekly erstellte 2006, 27 Jahre nach der Veröffentlichung von Moonraker, eine Rangfolge der James-Bond-Filme, in der der Film als 14. von 21 Filmen abschnitt und als „der bei weitem kitschigste 007-Film“ bezeichnet wird,[27] während die Mitarbeiter der Multimedia-Webseite IGN ihn im selben Jahr auf Platz 11 einer ähnlichen Rangliste wählten.[28]

2012 und damit über dreißig Jahre nach seiner Uraufführung wählten die Besucher der James-Bond-Fanseite MI6-HQ.com den Film Moonraker bei einer Abstimmung über die besten Bond-Filme auf den letzten Platz.[29]

Im Jahr 2012 wurden die Bond-Filme auch durch die Leser des 007 Magazine bewertet, Moonraker belegte den 20. von 24 Plätzen.[30] In einer ebenfalls 2012 veröffentlichten Liste des Rolling Stone nimmt der Film immerhin Platz 15 von 24 James-Bond-Filmen ein.[31] In dem 2012 erschienenen Sonderheft 50 Jahre James Bond des Stern wird er mit 3 von 5 Sternen („solide“) bewertet und als „in seiner Gigantomanie völlig irrwitzig[,] [a]ber extrem kurzweilig, unterhaltsam und definitiv besser als sein Ruf“ bezeichnet.[32]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oscar 1980

Saturn Awards 1980

  • Nominierung in der Kategorie „Bester Science-Fiction-Film“
  • Nominierung in der Kategorie „Beste Spezialeffekte“ für John Evans & John Richardson
  • Nominierung in der Kategorie „Bester Nebendarsteller“ für Richard Kiel

Goldene Leinwand 1980

  • 3 Millionen Kinobesucher in 18 Monaten

Adaptionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Veröffentlichung des Films erschien auch ein auf seinem Drehbuch basierender Roman von Christopher Wood, der James Bond and Moonraker genannt wurde, um Verwechslungen mit dem Roman Moonraker von Ian Fleming zu vermeiden. In Deutschland erschien er unter dem Titel Moonraker streng geheim. 007 erobert den Weltraum.

Videospiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem 2012 erschienenen Ego-Shooter 007 Legends basiert eine der Missionen auf dem Film Moonraker, es kommen auch die Charaktere Hugo Drax, Holly Goodhead und Beißer vor.

In dem Spiel GoldenEye 007 (N64) von 1997 basiert ebenfalls eine Mission auf dem Film Moonraker.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ian Fleming: James Bond 007: Moonraker. Roman (Originaltitel: Moonraker). Deutsch von M. F. Arnemann. (Vollständig überarbeitete Taschenbuchausgabe.) Heyne, München 2003, 240 S., ISBN 3-453-87037-9
  • Christopher Wood: Moonraker streng geheim. 007 erobert den Weltraum (Originaltitel: James Bond and Moonraker). Goldmann-Filmbuch. Deutsch von Tony Westermayr. Goldmann, München 1979, 223 S., ISBN 3-442-03888-X

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Steve Rubin, Siegfried Tesche: Die Hintergrund-Story zu 25 Jahre Bond. Kino Verlag, Hamburg 1987, ISBN 3-89324-026-8, S. 155.
  2. The Bond Too Big For 007. Auf: hmss.com (englisch). Abgerufen am 19. März 2013.
  3. a b c Trivia - Moonraker. Auf: mi6-hq.com (englisch). Abgerufen am 8. Januar 2013.
  4. http://www.imdb.com/name/nm1800637/bio?ref_=nm_ov_bio_sm
  5. a b The Officially Authorized Magazine Of Ian Fleming's Moonraker. James Warren, 1979, S. 29, abgerufen am 6. Januar 2014 (pdf, englisch).
  6. James Bond: 50 Years of Main Title Design. Auf: artofthetitle.com (englisch). Abgerufen am 6. Januar 2013.
  7. a b Budget und Einspielergebnisse. Auf: imdb.de. Abgerufen am 8. Januar 2013.
  8. a b c The Officially Authorized Magazine Of Ian Fleming's Moonraker. James Warren, 1979, S. 32, abgerufen am 6. Januar 2014 (pdf, englisch).
  9. The Officially Authorized Magazine Of Ian Fleming's Moonraker. James Warren, 1979, S. 33, abgerufen am 6. Januar 2014 (pdf, englisch).
  10. Siegfried Tesche: Der große James Bond-Atlas. Wissen Media Verlag, Gütersloh/München 2008, ISBN 978-3-577-07305-9, S. 68/69
  11. a b c Moonraker. Auf: mjnewton.demon.co.uk (englisch). Abgerufen am 8. Januar 2013.
  12. Deutsche Synchronkartei
  13. a b Moonraker - Premiere & Press. Auf mi6-hq.com (englisch). Abgerufen am 8. Januar 2013
  14. Starttermine. Auf: imdb.de. Abgerufen am 8. Januar 2013
  15. WorldwideBoxoffice. Auf: worldwideboxoffice.com. Abgerufen am 19. März 2013.
  16. a b Einspielergebnisse weltweit In: Stern-Edition 2/2012, S. 72-73.
  17. Vincent Canby: Moonraker. In: The New York Times, 29. Juni 1979.  Online abrufbar.
  18. Jay Scott: MOONRAKER:007 in space as good as ever. In: The Globe and Mail, 30. Juni 1979, S. 29. 
  19. Frank Rich: Agent 007 Goes into Orbit. In: Time, 2. Juli 1979. 
  20. Ebert, Roger: Moonraker. Abgerufen am 3. Oktober 2008.
  21. Wolfgang Limmer: James Bond - ab ins All. In: Der Spiegel Nr. 35. 27. August 1979, abgerufen am 18. März 2013.
  22. Helmut W. Banz: Verschüttelt. In: Die Zeit. 7. September 1979, abgerufen am 18. März 2013: „Bei stets gleicher Mixtur kommt es aufs Schütteln an, im Mixerjargon „Bonding“ genannt. […] Das Arsenal absurd-ingeniöser Pseudo-Erfindungen ist noch ausgefallener als zuvor, die Dekors sind noch extravaganter, die Stunts und Spezialeffekte noch spektakulärer.“
  23. a b James Monaco: The Connoisseur's Guide to the Movies. Facts on File, 1985, ISBN 9780871969644.
  24. a b Danny Peary: Guide for the Film Fanatic, Simon & Schuster, 1986, S. 281.
  25. Vincent Canby: For Your Eyes Only. In: The New York Times, 26. Juni 1981.  Available online.
  26. Benson, Raymond: The James Bond Bedside Companion (Kindle-Edition), Crossroad Press, 2012.
  27. Countdown: Ranking the Bond Films. Auf: ew.com (englisch). Abgerufen am 26. Dezember 2012.
  28. James Bond's Top 20 – Ranking 007's films from worst to best. Auf: ign.com (englisch). Abgerufen am 6. Januar 2013.
  29. Best Bond Film Results. Auf: mi6-hq.com (englisch). Abgerufen am 26. Dezember 2012.
  30. 007 MAGAZINE readers vote On Her Majesty's Secret Service as greatest ever Bond film! Auf: 007magazine.co.uk (englisch). Abgerufen am 26. Dezember 2012.
  31. James Bond's Best and Worst: Peter Travers Ranks All 24 Movies auf rollingstone.com (englisch), abgerufen am 22. Dezember 2012
  32. Volltreffer und Rohrkrepierer: sämtliche Bond-Missionen in der Manöverkritik In: Stern-Edition 2/2012 50 Jahre James Bond, S. 64-71.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  Wikiquote: Moonraker – Zitate