Mutscheid

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Mutscheid
Koordinaten: 50° 28′ 49″ N, 6° 50′ 35″ O
Höhe: 410 m
Fläche: 27,03 km² (mit allen Ortsteilen)
Einwohner: 94 (1. Jan. 2008)
Bevölkerungsdichte: 3 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 53902
Vorwahl: 02257
Mutscheid (Nordrhein-Westfalen)
Mutscheid

Lage von Mutscheid in Nordrhein-Westfalen

Mutscheid ist ein Ort in der Eifel, der zu Bad Münstereifel (Nordrhein-Westfalen) gehört. Der Name bezeichnet sowohl die Ortschaft als auch eine Ortsgemeinschaft.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mutscheid liegt im nördlichen Teil der Eifel, im Ahrgebirge, etwa zehn Kilometer südlich von Bad Münstereifel, 20 Kilometer südwestlich von Rheinbach und 30 Kilometer nördlich vom Nürburgring entfernt. Das Landschaftsbild ist durch das Mittelgebirge geprägt. Die höchste Erhebung mit etwa 510 Meter über NN findet sich in Soller. Bis vor 100 Jahren wurde Bleierzbergbau in der Grube Glückstal betrieben. Diese Stollen sind heute nicht mehr zugänglich. Mutscheid ist das namengebende Kirchdorf für 14 Dörfer, die zusammen als „Die Mutscheid“ bekannt sind.

Zugehörige Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Berresheim
  • Ellesheim
  • Esch mit den Ortsteilen Escher Heide und Wasserscheide
  • Hilterscheid
  • Honerath
  • Hummerzheim
  • Mutscheid
  • Nitterscheid
  • Odesheim
  • Ohlerath
  • Reckerscheid
  • Sasserath
  • Soller
  • Willerscheid

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet der Mutscheid liegt genau an der Sprachgrenze zwischen der ripuarischen Dialektgruppe im Norden und dem moselfränkischen Dialekt im Süden, genauer gesagt an der sog. Bad Hönninger oder Vinxtbach-Linie (Rheinischer Fächer). Aus diesem Grund gibt es noch heute rund um die Mutscheid starke dialektale Unterschiede von Dorf zu Dorf.

Der Ort Mutscheid wurde erstmals 893 im Prümer Urbar zusammen mit dem Gut Hospelt als Besitz der Abtei Prüm erwähnt. 1993 feierte Mutscheid also sein 1100jähriges Bestehen.

Am 1. Juli 1969 wurde Mutscheid nach Bad Münstereifel eingemeindet.[1]

Heute wird diese Neugliederung durch viele Vereine, wie etwa den Sportverein SV 47 Mutscheid, das Blasorchester St. Cäcilia Mutscheid, den Mutscheider Gesangverein, den Kirchenchor St. Cäcilia Mutscheid und die Freiwilligen Feuerwehr Löschgruppe Mutscheid deutlich.

Die Kirche der Pfarrgemeinde St. Helena steht in Mutscheid. In einigen der umliegenden Orte finden noch in deren Kapellen regelmäßig Messen statt. Mit 1325 Katholiken ist die Kirchengemeinde Mutscheid heute die drittgrößte im Gebiet der Stadt Bad Münstereifel.[2]

Die evangelischen Gemeindemitglieder der Mutscheid wechselten im Laufe des 20. Jahrhunderts mehrfach die Zugehörigkeit zwischen Flamersheim und Adenau. Nachdem sie 1902 nach Adenau ausgemeindet worden waren, kamen die 176 evangelischen Bewohner der Mutscheid und aus dem benachbarten Rupperath 1976 wieder zu Flamersheim.[3]

Der Ort Mutscheid hat eine katholische Grundschule, der eine Mehrzweckhalle angeschlossen ist. In ihr finden Konzerte und andere Veranstaltungen statt.

Zur Geschichte der ehemaligen Gemeinde Mutscheid siehe auch die Geschichte von Esch.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Mutscheid wurde anlässlich der 1100-Jahr-Feier entworfen. Es zeigt die Heilige Helena als Patronin in der Mitte, die Werkzeuge eines Bergmannes in Anlehnung an den ehemaligen Bergbau sowie einen Pflug, der die Landwirtschaft symbolisieren soll.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Bergheim u. a. (Red.): Mutscheid 893–1993. Unsere Heimat. Westkreuz-Verlag Berlin/Bonn, Bad Münstereifel 1993, ISBN 3-922131-92-1.
  • Harald Bongart, Zins und Pacht der „lehensleuthen in dem Mutscheid“. Ein Beitrag zur Besitzgeschichte des Marienstiftes zu Prüm. In: Der Prümer Landbote. Zeitschrift des Geschichtsvereins Prümer Land. Nr. 39 = 4/93, ISSN 0939-2408, S. 15–18.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 87.
  2. Statistik des katholischen Seelsorgebereichs Bad Münstereifel. Abgerufen am 21. Januar 2016.
  3. Karl Egon Siepmann: Mit Preußen kamen die Protestanten. 175 Jahre evangelische Gemeinde in der Hocheifel und Ahreifel.