Schuld (Ahr)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Schuld
Schuld (Ahr)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Schuld hervorgehoben
Koordinaten: 50° 27′ N, 6° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Ahrweiler
Verbandsgemeinde: Adenau
Höhe: 269 m ü. NHN
Fläche: 5,93 km²
Einwohner: 706 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 119 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53520
Vorwahl: 02695
Kfz-Kennzeichen: AW
Gemeindeschlüssel: 07 1 31 074
Adresse der Verbandsverwaltung: Kirchstraße 15
53518 Adenau
Webpräsenz: www.schuld-ahr.de
Ortsbürgermeister: Helmut Lussi
Lage der Ortsgemeinde Schuld im Landkreis Ahrweiler
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Über dieses Bild
Schuld

Schuld ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Adenau an. Schuld ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Herzen der Eifel, nahe dem Nürburgring, liegt der kleine pittoreske Ort. Er wird von der Ahr an steil aufragenden Felsen vorbei zweimal durchflossen. Der Ort liegt an der Landesstraße 73. Bei der Einmündung des Armuthsbach in die Ahr zweigt die Landesstraße 75/165 über Esch nach Bad Münstereifel ab.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schuld beging 1975 seine 1000-Jahr-Feier und gründete dieses Jubiläum auf die sogenannte „Reifferscheider Urkunde“ aus dem Jahre 975. In diesem Schriftstück, einer Grenzbeschreibung der Pfarrei Reifferscheid, wird Schuld als „...et inde usque terminationem scolta“ erwähnt, woraus geschlossen werden kann, dass Schuld schon damals ein eigener Pfarrbezirk war. Eine weitere wichtige Quelle ist das Weistum des Schulder Hochgerichts von 1368. Hier wird von den „Vier Honschaften“ von Schuld gesprochen, zu denen auch die Honschaften Dümpelfeld, Insul und Niederadenau gehörten. Schuld war der Verwaltungs- und Gerichtssitz dieser Honschaften. Der Begriff „Honschaften“ (Hundertschaften) stammt aus fränkischer Zeit, so dass man annehmen kann, dass der Ort schon im 7. und 8. Jahrhundert bestanden haben muss.

Zur „Schultheissenamt der vier Honschaften auf der Schuld“, so die Bezeichnung Ende des 18. Jahrhunderts, gehörten die Ortschaften Dümpelfeld, Harscheld, Insul, Lückenbach, Niederadenau, Schuld, Sierscheid und Winnerath.[3]

Auf eine Siedlung schon zur Römerzeit aber weisen Funde hin, als 1964 im Zuge der Flurbereinigung Reste eines römischen Gutshofes entdeckt wurden. Schuld gehörte zur Grafschaft Nürburg, später zum gleichnamigen kurkölnischen Amt und war Sitz eines Schultheißenamts. Die Schulder „Vier-Hundschaft“ war verpflichtet, bei Bauarbeiten an der Nürburg den nötigen Sand anzufahren. Der Kölner Erzbischof war der Landesherr. Allerdings hatten noch andere Grundherren Besitzungen und Rechte in Schuld.

Dem Kölner Domstift gehörte 1216 der Zehnte aus Rodungen (Rottzins) im Schulder Wald. Ritter Rollmann von Sinzig war in Schuld Lehnsmann des Herzogs von Jülich. Dessen Besitzungen übernahm 1387 die Johanniterkommende Adenau (→ Komturei Adenau).

Die Schulder Bürger gaben sich 1791 eine eigene Gemeindeordnung, in der Rechte und Pflichten aller Bewohner des Ortes geregelt wurden. Die Schulder Pfarrkirche geht in ihren Anfängen auf das 13. Jahrhundert zurück, obwohl sicher schon 975 eine Kirche im Ort gewesen sein muss. 1923/24 kam es zu einem Neubau. Die Kirche wurde jedoch 1944 fast völlig zerstört und nach dem Krieg nur mühsam wieder aufgebaut. In den 1970er Jahren wurde diese „Gertrudiskirche“ in größerem Umfang erweitert und renoviert.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Schuld besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der blaue Wellenbogen im Wappen symbolisiert die Ahr, die vier Kreise im Wellenbogen die vier Honnschaften, die zu Schuld gehörten. Das schwarze Kreuz weist auf die frühere Zugehörigkeit zu Kurköln hin und die Lilie auf Maria, der die Schornkapelle geweiht ist.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Schuld

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freilichtbühne
  • Eintagesrennen Köln-Schuld-Frechen (bis 2012), Köln-Schuld-Köln (ab 2014).[5]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Schuld führt der Ahr-Radweg und der Fernwanderweg AhrSteig, der über die Höhen geht.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schuld (Ahr) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn 1898, S. 71.
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. RTF «Köln-Schuld-Köln» soll an Klassiker «Köln-Schuld-Frechen» erinnern rad.net vom 14. Februar 2014, aufgerufen am 28. August 2014