Hümmel

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Hümmel
Hümmel
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Hümmel hervorgehoben
Koordinaten: 50° 28′ N, 6° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Ahrweiler
Verbandsgemeinde: Adenau
Höhe: 414 m ü. NHN
Fläche: 15,84 km2
Einwohner: 479 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 30 Einwohner je km2
Postleitzahl: 53520
Vorwahl: 02694
Kfz-Kennzeichen: AW
Gemeindeschlüssel: 07 1 31 033
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Kirchstraße 15
53518 Adenau
Webpräsenz: www.adenau.de
Ortsbürgermeister: Franz Peter Schmitz
Lage der Ortsgemeinde Hümmel im Landkreis Ahrweiler
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Über dieses Bild

Hümmel ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Adenau an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hümmel liegt etwa 13 Kilometer nordwestlich des Verbandsgemeindesitzes Adenau und 10 Kilometer südlich von Bad Münstereifel. Etwa 5 km westlich ist der Ort über die B 51 und die Anschlussstelle Blankenheim der A 1 an den überregionalen Verkehr angeschlossen.

Die Gemeinde liegt im Landschaftsschutzgebiet Rhein-Ahr-Eifel.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gliedert sich in drei Ortsteile und sechs Wohnplätze:[2]

  • Blindert mit den Wohnplätzen Bröhlingen und Marthel
  • Hümmel mit den Wohnplätzen Burscheid, Falkenberg und Hümmeler Mühle
  • Pitscheid mit dem Wohnplatz Heistert
Hümmel, Luftaufnahme (2016)
Blindert, Luftaufnahme (2015)
Marthel, Luftaufnahme (2015)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort hat seine Ursprünge wahrscheinlich in Höfen, die in dieser Gemarkung für die Zeit vor der Wende ins zweite Jahrtausend angenommen werden. Die erste urkundliche Erwähnung findet Hümmel als „Hoinbuil“ 1114 anlässlich einer Schenkung von Teilen der örtlichen Kirche an das Stift Münstereifel. Die Gemarkung gehörte ab 1320 zum Herzogtum Jülich und kam gemeinsam mit diesem im 17. Jahrhundert an Kurpfalz.

Nach dem Ende der französischen Besetzung, wo der Ort von 1798 bis 1814 zum Kanton Adenau gehörte, kam Hümmel ab 1815 zur Bürgermeisterei Aremberg in der 1822 geschaffenen preußischen Rheinprovinz. Von 1816 an gehörte der Ort zum Kreis Adenau, nach dessen Auflösung 1932 zum Kreis Ahrweiler. Bei der Kommunalgebietsreform wurden am 7. November 1970 die bis dahin eigenständigen Gemeinden Blindert (162 Einwohner), Hümmel (222) und Pitscheid (95) unter dem Namen Hümmel zusammengeschlossen.[3]

Die Pfarrei Hümmel gehörte bis 1821 zum Erzbistum Köln und wurde anschließend im Zuge der Erneuerung der deutschen Bistumsorganisation Teil des Bistums Trier.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Hümmel besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. In der vorherigen Wahlzeit von 2009 bis 2014 gehörten dem Gemeinderat zwölf Ratsmitglieder an.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Cyriacus in Hümmel

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Filialkirche St. Barbara (1727 erbaut, 1922 erweitert) in Pitscheid
  • katholische Pfarrkirche St. Cyriacus in Hümmel.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Musik- und Waldfest (Juni), Dorfkirmes (August)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

40 % der Gemeindefläche sind als Landwirtschaftsflächen ausgewiesen, rund 20 landwirtschaftliche Betriebe sind in der Gemeinde ansässig.

Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schwarze Schnegel (Fundort Hümmel-Blindert) gilt als Indikatorart für naturnahe, intakte Wälder.

Die Gemeinde Hümmel besitzt mit 743 ha Wald den Großteil der zu 50 % bewaldeten Gemeindefläche und ist eine der wenigen Kommunen, die vollständig auf Holzvollernter verzichtet und stattdessen mit Seil- und Tragschleppern, Waldarbeitern und teilweise sogar mit Rückepferden arbeitet. Zusätzlich ist das Rückegassennetz auf 40 m (in Deutschland sind 20 m üblich) gerastert, was weniger befahrene Fläche sowie geringere Rückeschäden an Bäumen zur Folge hat.[5] Diese Wirtschaftsweise wurde durch den FSC anerkannt (Lizenznummer C010647)[6] und entspricht den Kriterien der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft.

Der Forstbetrieb wurde zweimal (1996 und 1998) mit dem Sonderpreis der Verbandsgemeinde Adenau für ökologische Waldwirtschaft ausgezeichnet und war 2010 Bundessieger im Wettbewerb des BHU.[7]

Außerdem unterhält der gemeindliche Forstbetrieb Hümmel einen Ruheforst; er wurde 2008 als einer von 365 innovativen und zukunftsweisenden Orten in Deutschland ausgezeichnet.[8] Im Gegensatz zu anderen Bestattungswäldern wird der Ruheforst Hümmel weder jagdlich noch holzwirtschaftlich genutzt.[9] Nach demselben Konzept wurde 2014 in Zusammenarbeit mit ForestFinance ein weiterer Urnenwald mit der Bezeichnung „FinalForest“ angelegt.[10]

Um größere Flächen finanzwirksam unter Totalschutz stellen zu können, wurde 2011 das Projekt Wilde Buche gestartet. Alte Buchenbestände mit Individuen von über 160 Jahren Alter sind mit 0,27 % an der Fläche Deutschlands selten geworden. In Hümmel existieren noch etwa 100 ha solcher Flächen, welche mit dem Projekt Wilde Buche über Jahrzehnte (vertraglich abgesichert) aus der Nutzung gezogen werden sollen. Patenschaften von Firmen und Privatpersonen werden zur Kostendeckung verwendet.[11] Auch hierfür wurde Hümmel als einer von 365 Orten im Land der Ideen[12] ausgewählt.

Zur wissenschaftlichen Evaluation der Waldwirtschaftsweise unterhält die Gemeinde eine Kooperation mit dem Institut für Umweltforschung an der RWTH Aachen. In den Jahren 2010 und 2011 wurden vier Abschlussarbeiten erfolgreich beendet, die den Wald(bau) in Hümmel thematisierten.[5]

Jagd

Zur Reduzierung der Wildbestände auf umweltverträgliche Maße wurden die Abschusspläne schrittweise erhöht und auf einer Fläche von 85 ha eine Bürgerjagd eingeführt. In dieser wird das Wild nicht mehr gefüttert/gekirrt[13] und die Bürger sind zur Jagdausübung berechtigt. Ab dem Jagdjahr 2013/2014 wird etwa ein Drittel der gesamten Gemeindefläche von der Jagdgenossenschaft Hümmel in Eigenregie bejagt.[14] Als kreisweite Neuerung[15] wird das bisher von einem Jäger gepachtete Revier in fünf Pirschbezirke mit einem Jahr Laufzeit aufgegliedert. Dies steht im Gegensatz zu bisher bundesweit üblichen, mindestens zehn Jahre laufenden Pachtverträgen. Die präzisen Vertragsbedingungen ermöglichen der Gemeinde einerseits die schnelle Reaktion auf die vom Wild beeinflusste waldbauliche Situation, andererseits wird durch die Aufteilung und kurze Vertragsbindung der Rahmen derer erweitert, die sich eine Jagdausübung in Hümmel leisten können. Analog zum etablierten Modell der Bürgerjagd ist in den Pirschbezirken die Kirrung sowie Fütterung verboten, die Trophäenzucht abgeschafft und lediglich Schalenwild darf bejagt werden.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zwei Musikvereine, Theaterverein, Freiwillige Feuerwehr, Karnevalsverein

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Kieling (* 1959), Tier- und Naturfilmer
  • Peter Wohlleben (* 1964), Förster und Buchautor (Initiator der seit 1994 praktizierten naturnahen Waldnutzung)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hümmel – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 5 (PDF; 2,16 MB)
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006. (PDF; 2,03 MB) S. 180
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. a b Rolf Zimmermann: Erfassung und Operationalisierung von ökosystemaren Funktionen und Dienstleistungen im Hinblick auf eine nachhaltige Waldnutzung (Diplomarbeit am Institut für Umweltforschung, RWTH Aachen)
  6. FSC Zertifikat:Überprüfung
  7. weitere Auszeichnungen
  8. Ausgewählter Ort im Land der Ideen 2008
  9. Totalschutz im Ruheforst
  10. Startseite finalforest.de, abgerufen am 17. Februar 2014
  11. Wilde Buche
  12. Ausgewählter Ort im Land der Ideen 2012
  13. Letzte Ruhe unter einer Buche. In: Kölner Stadt-Anzeiger, 18. November 2005
  14. Der Rebell im Walde. In: Die Zeit, Nr. 44/2012
  15. Chance für örtliche Jäger. In: Adenauer Nachrichten, 28. Juli 2012