Osijek

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Osijek
Wappen von Osijek
Osijek (Kroatien)
Paris plan pointer b jms.svg
45.56021944444418.67040555555690Koordinaten: 45° 33′ 37″ N, 18° 40′ 13″ O
Basisdaten
Staat: Kroatische Flagge Kroatien
Gespanschaft: Wappen der Gespanschaft Osijek-Baranja Osijek-Baranja
Höhe: 90 m. i. J.
Fläche: 170 km²
Einwohner: 108.048 (2011)
Bevölkerungsdichte: 636 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+385) 031
Postleitzahl: 31 000
Kfz-Kennzeichen: OS
Struktur und Verwaltung
(Stand: 2013, vgl.)
Gemeindeart: Stadt
Gliederung: 5 Stadtbezirke
Bürgermeister: Ivan Vrkić (parteilos)
Postanschrift: Franje Kuhača 9
31 000 Osijek
Webpräsenz:
Sonstiges
Stadtfest: 2. Dezember
Osječka crkva sv Petra i Pavla razglednica.jpg
Peter-und-Paul-Kirche im Zentrum der Stadt

Die Stadt Osijek [ˈɔsjɛk] (ungarisch Eszék, deutsch Esseg oder Essegg) ist die viertgrößte Stadt Kroatiens.

Osijek liegt am Ufer der Drau im Osten der historischen Region Slawonien, rund 20 km vor der Mündung der Drau in die Donau, und hat nach der Volkszählung von 2011 108.048 Einwohner.

Es ist Verwaltungssitz der Gespanschaft Osijek-Baranja (kroatisch Osječko-baranjska županija) und wirtschaftliches und kulturelles Zentrum Slawoniens.

Die Stadt hat mehrere einst eigenständige Zentren: Die Altstadt oder Festung (kr. Tvrđa), die Oberstadt (Gornji grad), heute das eigentliche Zentrum, und die Unterstadt (Donji grad).

Neben vielen Museen und Theatern besitzt Osijek auch eine Universität.

Osijek besitzt eine große Anzahl von Parks. In der Nähe befindet sich der Naturpark Kopački rit, das wohl größte naturbelassene Sumpfgebiet in Mitteleuropa, und die Weinstadt Erdut.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten]

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Archäologische Funde bestätigen, dass mindestens seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. eine Siedlung auf dem Gebiet des heutigen Osijek besteht.

Antike[Bearbeiten]

Funde aus der römischen Epoche ab dem frühen 1. Jahrhundert n. Chr. treten vor allem in dem östlich gelegenen Stadtteil Unterstadt unmittelbar an der Donau auf. In der frührömischen Phase geht man von einem Militärposten (Kastell Mursa) aus, der die für die spätere Stadtentwicklung wichtige Draubrücke bewachte.[1][A 1] Ab dem 2. Jahrhundert n. Chr. entstand unter Kaiser Trajan (98–117) auf dem Gelände die rund 40.000 Quadratmeter[2] große, wichtige niederpannonische Kapitale, die als Colonia Aelia Mursa beziehungsweise Mursa major bekannt wurde.

Die Schlacht bei Mursa im September 351 n. Chr., als Kaiser Constantius II. (337–360) dem Usurpator Flavius Magnus Magnentius erfolgreich gegenübertrat, ging als eine der blutigsten Auseinandersetzungen in die römische Geschichte ein.

Gegen Ende des 4. Jahrhunderts wurde Mursa im Zuge der Völkerwanderung von den germanischen Goten verwüstet. Damals verschwand höchstwahrscheinlich auch die Kultur des ärgsten römischen Gegners im südpannonischen Raum, den sarmatischen Jazygen.[3] Nach dem endgültigen Abzug der römischen Truppen aus Pannonien im Jahr 433 n. Chr. blieb die Colonia vor den Übergriffen der neuen Herren im Land, den Hunnen, ungeschützt und wurden von diesen 441 n. Chr. gebrandschatzt. Um die Wende vom 5. zum 6. Jahrhundert n. Chr. ging das antike Mursa endgültig unter.

Mittelalter[Bearbeiten]

Erst gegen Ende des Mittelalters entwickelte sich das frühneuzeitliche Esseg – auf dem Areal der späteren Festung[A 2][2] – um die Burg der slawischen Familie Kružić westlich der antiken Colonia.[4] Durch den nun einsetzenden, Jahrhunderte lang andauernden massiven Steinraub an den antiken Großbauten und den zivilen Einrichtungen blieb bis zum 19. Jahrhundert von den „Resten des alten Mursa“ „fast nichts übrig“, wie 1870 der Numismatiker und archäologisch versierte Gelehrte Friedrich von Kenner (1834–1922) schrieb.[5]

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Slawonien, ist etwa zwei Jahrhunderte Teil des Awarenreichs, bis dieses von den Franken unter Karl dem Großen zerschlagen wird. Daraufhin wird Osijek Teil des Königreichs Kroatien, welches 1102 durch ein Abkommen in Personalunion einen ungarischen König bekommt. Allerdings ist diese Periode besonders mangelhaft erforscht.

Die erste Erwähnung Eszéks erfolgt 1196.

Frühneuzeit[Bearbeiten]

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1526 wird Osijek von der vorrückenden osmanischen Armee eingenommen, und bleibt bis 1687 unter osmanischer Herrschaft. Die Stadt soll beide Male bis auf die Grundfesten vernichtet worden sein, wird aber jedes Mal wiedererrichtet. In osmanischer Zeit bestand eine weithin bekannte Brücke, die über die Drau und die dahinterliegenden Sümpfe bis ins 8 km entfernte Darda führte, und die ebenfalls vollkommen zerstört wurde.

Nach der Eroberung durch habsburgische Truppen unter Prinz Eugen von Savoyen wird die weitgehend entvölkerte Region gezielt wiederbesiedelt. Dabei werden neben Kroaten auch viele Deutsche, Ruthenen, Slowaken, Walachen, Tschechen etc. angesiedelt. Siehe auch Militärgrenze.

Osijek war zur Zeit des Königreiches Ungarn Sitz des Komitates Virovitica.

Neuzeit[Bearbeiten]

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Die schwer verschanzte Festung von Esseg in ihrer Ausbaustufe von 1861. Die vielfach umkämpfte Anlage entstand im Mittelalter westlich der Unterstadt. Erst ab 1923 wurde der Festungsring abgebrochen.

Zwischen den Weltkriegen ist Osijek wie ganz Kroatien Teil des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen (SHS-Staat), beziehungsweise ab 1927 des Königreichs Jugoslawien (1. Jugoslawien).

Im Zweiten Weltkrieg lag Osijek an der Demarkationslinie zwischen dem sogenannten „Unabhängigen Staat Kroatien“ (Satellitenstaat Deutschlands und Italiens) und Ungarn. In dieser Zeit war die Stadt Standort mehrerer deutscher Ersatztruppenteile der Wehrmacht. Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Sieg der Partisanen wurden die meisten deutschsprachigen Bewohner (Donauschwaben) vertrieben.

Nach dem Weltkrieg war Osijek Teil der Republik Kroatien innerhalb der Sozialistischen föderativen Republik Jugoslawien.

Ehemaliges Kloster

Im Kroatien-Krieg 1991–1995 nach der Unabhängigkeitserklärung Kroatiens versuchten serbische Truppen Osijek zu erobern. Osijek lag monatelang unter heftigem Beschuss durch serbische Truppen, wobei insgesamt etwa 800 Zivilisten umkamen. Die Verteidiger Osijeks behielten jedoch die Kontrolle über die Stadt. Die Spannungen waren hoch, und viele serbische Zivilisten mussten die Stadt fluchtartig verlassen, es kam sogar vereinzelt zu teilweise heute noch ungeklärten Morden. In den 1990er Jahren war Osijek, obwohl unmittelbar an der Frontlinie gelegen, eine der wenigen Großstädte Kroatiens, die von der oppositionellen sozialliberalen Partei (HSLS) regiert wurden. Zugleich war Osijek ein Zufluchtsort für Vertriebene Nicht-Serben aus serbisch besetzten Gebieten Ostkroatiens und der Baranja, der sogenannten „Republik Serbische Krajina“. Auch wenn die tatsächliche Zerstörung im Stadtzentrum, beispielsweise des Staatsarchivs auf dem Gelände der Festung Osijek, anders als in einigen Vororten, nicht erheblich war, so hat sich Osijek doch bis heute wirtschaftlich noch nicht ganz vom Krieg erholen können.

Brücke über die Drau

Städtepartnerschaften und -freundschaften[Bearbeiten]

Osijek unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

  • UngarnUngarn Pécs (Ungarn), seit 1973
  • Pforzheim Pforzheim (Deutschland), seit 1994
  • SlowenienSlowenien Maribor (Slowenien), seit 1995
  • Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Tuzla (Bosnien-Herzegowina), seit 1996
  • Lausanne Lausanne (Schweiz), seit 1997
  • SlowakeiSlowakei Nitra (Slowakei), seit 1997
  • UngarnUngarn Budapest XIII. Bezirk (Ungarn), seit 2001
  • KosovoKosovo Prizren, seit 2010
Stadtansicht

Wirtschaft, Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten]

20 Kilometer südöstlich der Stadt liegt der internationale Flughafen Osijek. Das kommunale Unternehmen GPP Osijek betreibt zwei Straßenbahn- und acht Buslinien.

In Osijek kreuzen sich die kroatischen Nationalstraßen D2 und D7 (E 73). Lange Zeit lag die Großstadt Osijek abseits der Autobahnen, der nächstgelegene Autobahnanschluss befand sich ca. 60 km entfernt an der A 3 (Autoput). Mit dem Bau der A 5, die als Teil des Paneuropäischen Verkehrskorridors V c von Budapest nach Süddalmatien fungiert und schon teilweise fertiggestellt ist, sind Osijek sowie seine Umgebung besser an das europäische Fernstraßennetz angebunden.

Wichtige Unternehmen waren traditionell „Saponia“, Hygieneartikel, und MIO-Milchverarbeitung, ebenso wie die stillgelegte Seidenfabrik Svilana. 1997 wurde am Stadtrand eine freie Wirtschaftszone mit Steuererleichterungen eingerichtet, um ausländische Investoren anzulocken und Billigarbeitsplätze zu schaffen. Der größte Betrieb ist hier Benetton. Allerdings besteht in der Region eine hohe Arbeitslosigkeit.

Demografie[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung von 2011 hatte Osijek 108.048 Einwohner, dabei bezeichneten sich 89,54 % der Einwohner als Kroaten. Nach der Volkszählung 1991 waren es mit Vororten 130.000 Einwohner.

Sport[Bearbeiten]

Osijek war einer der Austragungsorte der Handball-Weltmeisterschaft der Herren 2009. Dafür wurde im Jahr 2008 die Dvorana Gradski vrt errichtet.

In Osijek existierte auch ein Speedway-Stadion, in welchem in den 1970er und 1980er Jahren Qualifikationsläufe zu Weltmeisterschaften ausgefahren wurden.[6]

Kultur[Bearbeiten]

Sezession in Osijek[Bearbeiten]

Am Ende des 19. Jahrhunderts war Osijek eines der größten wirtschaftlichen und kulturellen Zentren des Königreichs Kroatien-Slawonien. Unter dem Einfluss europäischer Städte, wie zum Beispiel. Wien, Budapest und Prag, entwickelte sich in Osijek ein neuer Stil der Sezession. Die Osijeker Sezession begann im Jahr 1900 und endete mit der Moderne.

Architektur[Bearbeiten]

Die bedeutendsten Architekten der Sezession in Osijek waren: Willhelm Carl Hofbauer, Ante Slaviček, Viktor Axmann und Dionis Sunko. Einige der ersten sezessionistischen Gebäude, die Hofbauer in Osijek projektierte, sind: der Pejačević Brunnen, das Hofbauer Haus, das Haus der jüdischen Gemeinde und der Gasthof Schneller. Ein anderer wichtiger Architekt war Ante Slaviček, dessen Werke: Baumgärtner, Josip Povischills und Sauter Häuser sind, die sich alle in der Europäischen Avenue befinden. Bekannt sind außerdem die Häuser Lucić und Horvat in der Radić Straße. Viktor Axman entwarf den Sakuntala Park, das Sokoler Heim, zwei Pavillons des Osijeker Krankenhauses, das Kino Urania und andere bedeutende Objekte der Osijeker Sezession. Die Hauptmerkmale sezessionistischer Architektur in Osijek sind: Eleganz, Reichtum des Décors, zahlreiche Details, Motive aus slawonischer Flora und Fauna (z. B. die Eiche, Blumen), Zäune und Verzierungen aus Schmiedeeisen und der häufige Gebrauch von Keramik. In der Europaischen Avenue befindet sich die schönste Anreihung sezessionistischer Gebäude, die von 1904 bis 1905 erbaut worden sind. Besonders erwähnenswert ist das repräsentative Gillming-Hengl Haus, mit der Hausnummer 24, in dem sich heute die Stadtbibliothek befindet. Weitere bedeutende Gebäude der Europaischen Avenue sind: das Povischill Haus (es wurde auf Antrag des Holzfabrikanten Josip Povischill erbaut), das Kästenbaum-Korski Haus (in dem heute die Augenklinik ist), die Häuser Sekulić und Šmit.

Typische Architektur in Osijek

Außerdem ist auch das Urania Kino, das unter dem Einfluss J.Hoffmanns, der Budapester Sezession und des Art Décos entstand, hervorzuheben. Es wurde von Viktor Axmann projektiert. Die feierliche Eröffnung fand am 19. September 1912 statt. Das Kino Urania war das modernste Gebäude und das ambitiöseste Projekt dieser Zeit. Wichtig zu erwähnen ist ebenso der Sakuntala Park (entworfen von Viktor Axmann und Ivan Domes), der sich neben dem Kino Urania befindet. Er erhielt seinen Namen nach der Statue des Mädchens mit einem Palmzweig in der Hand, das die Osijeker Sakuntala nannten. Dieser Park befindet sich heute an der Petar Preradović Promenade. Der Pejačević Brunnen ist ebenfalls ein prominentes Beispiel der sezessionistischen Architektur. Er war ein Geschenk des Grafen Pavao Pejačević und wurde von W.C. Hofbauer 1903 projektiert und erbaut. Der Pejačević Brunnen befand sich früher im damaligen Stadtgarten, aber heute steht er bei der Kardinal Šeper Promenade. Andere bekannte sezessionistische Gebäude in Osijek sind: das Gebäude der Hauptpost, die Reisner Villa, die sich neben der Philosophischen Fakultät befindet, das Haus in der Radić Straße 31 und das Baumgärtner Haus in August Cesarec Straße 8.

Malerei[Bearbeiten]

Die Hauptmerkmale der sezessionistischen Malerei in Osijek sind: das Interesse an Mystizismus, Allegorie, Melancholie und Sehnsucht. Populär waren auch florale Motive mit Sonnenblumen, Weinlaub, Schmetterlingen und Frauen als Symbole. Als der bedeutendste Maler gilt Bela Csikos Sessia, der Befürworter der europäischen Sezession und des Symbolismus. Seine Werke sind u. a.: Zwei Grenzer, Das Mirko Herman Porträt, Saloma und Träumerei. Dragan Melkus war nicht nur ein Maler, sondern auch ein Mitarbeiter der folgenden Zeitschriften: Fliegende Blätter und Simplicissimus. Seine bekanntesten Werke sind: Das bauerliche Häuschen neben dem Wasser und Weg, Die Allee neben der Drau und andere Landschaftsbilder. Weitere sezessionistische Maler aus Osijek sind: Guido Jeny, Rudolf Marčić, Vladimir Filakovac, Josip Leović (Osijeker Platz) und Rene Stengl (Der Acker).[7][8]

Das Kroatische Nationaltheater in Osijek[Bearbeiten]

Das Kroatische Nationaltheater in Osijek

Die Stadt Osijek hat eine lange und reiche Theatertradition. Die erste Vorstellung wurde in lateinischer Sprache 1735 im Jesuitengymnasium aufgeführt. In der Mitte des nächsten Jahrzehntes kamen verschiedene Wandertruppen nach Osijek. Ihre Tätigkeit dauerte bis 1907, als das Kroatische Nationaltheater gegründet wurde. Es war das zweite professionelle Theater in Kroatien. Es wurden Stücke in kroatischer Sprache wie in deutschen Sprache auf der Osijeker Theaterbühne aufgeführt. Am Anfang wurden nur einzelne Gedichte aufgeführt und dann folgten auch verschiedene Vorstellungen.

Das Theatergebäude des Kroatischen Nationaltheaters wurde 1866 erbaut und ist damit das älteste Theatergebäude im Inneren Kroatiens. Dieses Theatergebäude ist das Werk des Architekten Karlo Klausner. Der Stil ist eine Mischung aus Historizismus mit Elementen der maurischen Architektur. Der Grundriss des Zuschauerraums hat die Form eines Hufeisens, wie in italienischen und österreichischen Theatersälen, und hat drei Ebenen. 1991 wurde das Gebäude bombardiert und das Theater in Osijek wurde in der 85. Saison obdachlos. 1994 wurde das Gebäude renoviert und es strahlte in vollem Glanz.

Das Kroatische Nationaltheater in Osijek kann heute mit einem interessanten dramatischen und musikalisch-szenischen Programm und dem neugegründeten Ballet für sich werben. Auf dem Repertoire stehen mehr als 20 Aufführungen. Es werden die Tage des geöffneten Theaters, Krležas Tage, Neujahrskonzerte und die Opernnacht in Juni organisiert. Neben den Vorstellungen in Osijek gastiert das Theater auch in anderen Städten im Land und im Ausland. Das Kroatische Nationaltheater in Osijek hat derzeitig 16 Schauspieler, 36 Mitglieder des Chors, 15 Opernsolisten, 15 Mitglieder der Tanzgruppe und 48 Musiker. Es hat auch ein großes Publikum, welches das reiche Repertoire des Theaters genießt.

Das Kindertheater Branko Mihaljević in Osijek[Bearbeiten]

Auf der Ostseite des Josip Jelačić Platzes in Donji grad (Unterstadt) befindet sich eines der bekanntesten Osijeker Gebäude, das die jungen und alten Stadtbewohner schon seit 150 Jahren besuchen. Die Inhalte und Zwecke dieses Gebäudes wurden oft geändert, und heute ist es das „Kindertheater Branko Mihaljević“, dessen Hauptziel es ist, den Bedarf an Unterhaltung der Bewohner von Osijek zu decken.

Geschichtlicher Überblick[Bearbeiten]

Das Gebäude wurde wahrscheinlich Mitte des 19. Jahrhunderts als ein Privathaus gebaut, worauf der Grundriss der inneren Räume hinweist. Es war ein dreißig Meter langes L-förmiges Parterrehaus. Auf der Straßenseite befanden sich zwei geräumige Zimmer und ein Korridor, der die Straße und den Hof verband. Das Gebäude diente zuerst als Kaffeehaus, das sich in der nördlichen Hälfte des nicht mehr bestehenden Hauses befand. An der Stelle wo dieses Gebäude stand, wurde vor etwa 20 Jahren ein mehrstöckiges Gebäude erbaut. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Haus von der Aktiengesellschaft Hrvatski dom (Kroatischen Haus) gekauft und die Räume des Hauses wurden für öffentliche Zwecke benutzt. Das heutige Kindertheater war das einzige öffentliche Gebäude mit Mehrzwecksräumen unterschiedlicher städtischer Institutionen, die zur Unterhaltung der Bürger dienten. Dort konnten sich die Bewohner der Unterstadt in der angenehmen Atmosphäre des Kaffeehauses entspannen und im Leseraum Bücher lesen. Dort gab es auch einen Schießplatz, den Chor „Lipa“ und das damals modernste Kasino. Im Jahr 1912 wurde das Kasino in das unterstädtische Kino Urania umgestaltet. Die große Halle wurde neu gestaltet. Neue Sitzplätze und weitere nötige Ausstattung wurden eingebaut. Dadurch wurde das Kino Urania eines der meist besuchten Kinos in Osijek, das dort nur neun Jahre tätig war. Am 8. Juli 1950 beginnt in dieser Halle das Wirken von Pionirsko kazalište (Pioniertheater) mit der Vorstellung Spašeno svjetlo (Das gerettete Licht) unter der Regie von Ivan Marton. Von 1958 bis 1991 war das Theater nach Ognjen Prica benannt, danach wurde es in das „Kindertheater in Osijek“ umbenannt. Die erste Puppenvorstellung wurde 1962 aufgeführt und 1972 war das Theater Gastgeber des Susret lutkara Hrvatske (Zusammentreffen der Puppenspieler Kroatiens). Das Ende der 70er und der Anfang der 1980er Jahre gelten als eine goldene Periode des Theaters. Die bekannteste Puppenvorstellung war Postolar i vrag (Der Tischler und der Teufel), die vom Regisseur Borislav Mrkšić für die Szene adaptiert wurde. Die Vorstellung erhielt zahlreiche Preise und Anerkennung auf Festivals im In- und Ausland. Die weiteren am häufigsten besuchten Vorstellungen sind: Djevojčica sa žigicama(Das Mädchen mit Streichhölzer), Kresivo(Das Feuerzeug), Botafogo, Blago babe Mrzulje. Nach dem Tod von Branko Mihaljević (Kinderkompositor) in 2006, trägt das Theater seinen Namen. Branko Mihaljević hat die bekannteste Vorstellung dieses Theaters, Zeko, Zriko i Janje, geschrieben. Diese Vorstellung und das Lied Zeko i potočić sind ein Symbol des Kindertheaters.[9]

Kino[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Kino Urania in Osijek

1901 wurden die ersten Filme im Gasthaus „Zrinjevac“ aufgeführt. 1910 wurde der erste Kinematograph „Royal Bio“ gegründet. Das Kino „Urania“ wurde 1912 nach dem Entwurf von Viktor Axmann gebaut. Dieses Gebäude ist ein kleines Meisterwerk der Architektur des Sezessionstils. Zusammen mit dem Sakuntala Park bildet es eine einzigartige urbanistisch-architektonische Einheit. 1921 wurde in der Strossmayerstrasse in einem Gasthaus das „Apolo kino“ eröffnet. 1939 bauten die Brüder Fleisig das Kino „Korzo“ (später „Crvena zvijezda“, heute „Europa“). Ljudevit Pelzer, der bedeutendste Architekt der Moderne aus Osijek, projektierte das Kino. Es ist Ausdruck der Architektur der neuen Zeit und zeitgenössischer Ansprüche der Gesellschaft und ist doch im Einklang mit den naheliegenden Gebäuden, die zu vorhergehenden Stilen gehören. Der Städtische Volksausschuss gründete 1946 das Unternehmen „Prosvjeta“, das aus zwei Kinos, dem „Zvecevo“ und dem „Korzo“, bestand. Als die Gemeinde Retfala der Stadt angeschlossen wurde, übernahm „Prosvjeta“ auch das Kino „Narodni“ in Retfala. 1951 übernahm das Kino „Urania“ das Unternehmen. Das Kino „Slavija“ in der Unterstadt wurde konfisziert und dem Unternehmen angeschlossen. Das Unternehmen war bis 1992 im Betrieb. Während des kroatisch-serbischen Krieges waren die Kinos geschlossen und konnten keine Gewinne erzielen. Nach dem Krieg geriet das Unternehmen in Konkurs. Es wurde in Kinematographen Osijek AG umgestaltet und privatisiert.[10] „Narodni“ ist seit 1986, und „Slavija“ seit 1989 geschlossen. Das Kino „Narodni“ wurde während des Krieges zerstört. „Zvecevo“ ist heute ein Teil des Hotelbetriebs „Royal“.

Stadtansicht

Zoo[Bearbeiten]

Der Zoologische Garten und Aquarium ist der größte Zoo in Kroatien und beheimatet über 100 Tierarten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

(Folgende Persönlichkeiten sind in Osijek geboren. Die Auflistung erfolgt chronologisch nach Geburtsjahr. Ob sie ihren späteren Wirkungskreis in Osijek hatten oder nicht ist dabei unerheblich)

Klimatabelle[Bearbeiten]

Osijek
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
46
 
3
-4
 
 
42
 
6
-3
 
 
45
 
12
1
 
 
60
 
17
6
 
 
69
 
22
10
 
 
82
 
26
14
 
 
61
 
28
15
 
 
58
 
28
14
 
 
54
 
24
11
 
 
60
 
17
6
 
 
61
 
10
2
 
 
55
 
4
-2
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: Meteorological and Hydrological Service Croatia
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Osijek
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2,6 5,5 11,7 17,3 22,4 25,6 28,0 27,6 23,5 17,3 9,8 4,4 Ø 16,4
Min. Temperatur (°C) −4,2 −2,9 1,2 5,7 10,4 13,5 15,0 14,4 10,9 6,2 2,2 −1,5 Ø 6
Niederschlag (mm) 45,5 41,8 45,3 59,8 69,2 81,8 60,8 57,6 54,3 60,1 61,3 54,7 Σ 692,2
Regentage (d) 12,2 11,1 11,5 12,6 13,2 12,6 10,2 9,4 8,9 10,4 12,7 14,0 Σ 138,8
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
2,6
−4,2
5,5
−2,9
11,7
1,2
17,3
5,7
22,4
10,4
25,6
13,5
28,0
15,0
27,6
14,4
23,5
10,9
17,3
6,2
9,8
2,2
4,4
−1,5
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
45,5
41,8
45,3
59,8
69,2
81,8
60,8
57,6
54,3
60,1
61,3
54,7
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zsolt Mráv: Die Brückenbauinschrift Hadrians aus Poetovio. In: Communicationes archaeologicae Hungariae 29, 2002. Budapest 2002. S. 15–57; hier: S. 45.
  2. a b Mirjana Sanader: Ancient Greek and Roman cities in Croatia. Školska Knjiga, Zagreb 2004. ISBN 953-061907-3. S. 47.
  3. Sarmaten. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 26, Walter de Gruyter, Berlin/New York 2004, ISBN 3-11-017734 X, S. 511.
  4. Josef Bösendorfer: Das orthodoxe Element als sekundärer Faktor bei der Herausbildung des bürgerlichen Standes in Essegg. In: Osječki zbornik 2-3. Esseg 1948. S. 48-133; hier S. 127.
  5. Friedrich von Kenner: Noricum und Pannoina. Eine Untersuchung über die Entwicklung, Bedeutung und das System der römischen Verteidigungsanstalten in den mittleren Donauländern. In: Berichte und Mittheilungen des Alterthums-Vereines zu Wien. Band XI. Wien 1870. S. 1–176; hier: S. 110.
  6. Osijek Speedway 1987 abgerufen auf YouTube am 29. Dezember 2013.
  7. Secesija slobodnog i kraljevskog grada Osijeka, zbornik radova, HAZU, Osijek, 2001
    Živaković-Kerže, Zlata, Svaštice iz staroga Osijeka, Grafika, Osijek, 2001
  8. Damjanović, Dragan. Osječka secesija u tekstovima Tihomira Stojčića, Anali Zavoda za znanstveni i umjetnički rad u Osijeku, 2006.
  9. Dječje kazaliište Branka Mihaljevića u Osijeku, 25. Oktober 2008, djecje-kazaliste.hr
  10. Božo Plevnik: Stari Osijek, Radnicko sveuciliste „Bozidar Masleric“,1987
    Izvjesce o obavljenoj reviziji pretvorbe i privatizacije, 27. Oktober 2007, revizija.hr (PDF; 123 kB)

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Lage der Brücke nach: Zsolt Mráv: Die Brückenbauinschrift Hadrians aus Poetovio. In: Communicationes archaeologicae Hungariae 29, 2002. Budapest 2002. S. 15–57; hier: S. 45. 45° 33′ 41,92″ N, 18° 43′ 1,57″ O45.56164444444418.717102777778.
  2. Festung Esseg 45° 33′ 37,78″ N, 18° 41′ 43,87″ O45.56049444444418.695519444444.