Paradiso TI

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
TI ist das Kürzel für den Kanton Tessin in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Paradisof zu vermeiden.
Paradiso
Wappen von Paradiso
Staat: Schweiz
Kanton: Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Luganow
Kreis: Kreis Paradiso
BFS-Nr.: 5210i1f3f4
Postleitzahl: 6900
Koordinaten: 716692 / 94395Koordinaten: 45° 59′ 28″ N, 8° 56′ 41″ O; CH1903: 716692 / 94395
Höhe: 274 m ü. M.
Fläche: 0,88 km²
Einwohner: 4152 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 4718 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
54.4 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.comune-paradiso.ch
Paradiso TI

Paradiso TI

Karte
Lago MaggioreLago DelioLago di PianoLago di OriglioLago di MuzzanoLuganerseeComer SeeItalienItalienItalienKanton GraubündenBezirk BellinzonaBezirk LocarnoBezirk MendrisioAgno TIBioggioCademarioMuzzano TIVernate TIAlto MalcantoneArannoMigliegliaNovaggioCapriascaCapriascaOriglioPonte CapriascaPonte CapriascaKommunanz Capriasca/LuganoCollina d’OroGranciaMelide TIMorcoteParadiso TIVico MorcoteArognoBissoneBrusino ArsizioMaroggiaMelanoRovioLuganoCaslanoCurio TICurio TIMagliasoNeggioPonte Tresa TIPura TIAstanoBediglioraBediglioraCroglioMonteggioSessa TICurio TIBedanoGravesanoManno TIMezzovico-ViraMezzovico-ViraMonteceneriTorricella-TaverneCadempinoCanobbioComano TICuregliaLamoneMassagnoPorzaSavosaSorengoVeziaKarte von Paradiso
Über dieses Bild
w

Paradiso (bis 1929 Calprino) ist eine politische Gemeinde im Kreis Paradiso, Bezirk Lugano, im Schweizer Kanton Tessin.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paradiso liegt am Luganersee am Fusse des Monte San Salvatore. Die an Lugano angrenzende Gemeinde geht nahtlos in diese über und wird daher fälschlicherweise oft nur als Stadtteil Luganos angesehen.

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde heisst erst seit 1929 Paradiso, davor hiess sie jahrhundertelang Calprino. Die Fraktionen Calprino (am Nordhang des San Salvatore), Fontana (am See) und Guidino (ebenfalls am Nordhang des San Salvatore, aber östlich von Calprino gelegen) sind jeweils aus dem 12. bis 14. Jahrhundert erstmals bezeugt; die ebenfalls am See gelegene Fraktion Paradiso wird erstmals 1713 als «Paradiso di Fontana» erwähnt.[3]

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war Paradiso mit seinen an der Uferpromenade gelegenen Hotels ein im Vergleich zum geschäftigen Lugano ruhiger Erholungsort. Anfänglich wurde der Ort durch die Strassenbahn Lugano bedient, auf die der inzwischen ebenfalls eingestellte Trolleybus Lugano folgte. Inzwischen sind Paradiso und Lugano mit einer Autobuslinie verbunden. Es gibt ferner eine Schiffsverbindung zum Luganeser Debarcadero Centrale (der Hauptschiffsanlegestelle) sowie einen zwei Kilometer langen, aussichtsreichen Fussweg, der «Lungolago».

Nicht nur Hotels bestimmten Paradiso, sondern auch zahlreiche Villen in Hanglage (etwa die Villa Mersmann), hinter denen zugleich mit der Eröffnung der Gotthardbahn der Bahnhof Paradiso eingerichtet wurde. Die Uferstrasse verläuft von Paradiso entlang des Sees, unterhalb der Felswände des Monte San Salvatore, nach dem Ponte Diga, der Brücke zum Ostufer. Dort in Bissone gibt es eine Abzweigung nach Campione d’Italia, einer italienischen Enklave mit bekanntem Spielcasino. Hauptstrasse, Autobahn und Bahn verlaufen nun weitgehend parallel bis Chiasso, dem schweizerisch-italienischen Grenzort. Vor der Seebrücke bei Melide biegt die westliche Seeuferstrasse ab zum alten Handelsplatz und Fischerort Morcote.

Seit 1980 wurde Paradiso vom starken Durchgangsverkehr abschnittsweise durch den Bau der Autobahn entlastet, die von Paradiso Centro ausgehend, den Monte San Salvatore bis Ponte Diga untertunnelt und in Chiasso das Schweizer Autobahnnetz mit dem italienischen verbindet.

Zum Ende des 20. Jahrhunderts wandelte Paradiso sein Gesicht. An die Stelle historischer, teils behäbiger Hotels traten und treten zunehmend Grossbauten, die sowohl von Dienstleistern genutzt werden als auch Wohneigentum mit Seeblick anbieten.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Touristen ist Paradiso vor allem wegen der Talstation der San-Salvatore-Bahn von Bedeutung. Vom Monte San Salvatore (912 m ü. M.) aus hat man Aussicht über Lugano und den Luganersee. Viel genutzt wird der Wanderweg, der vom Gipfel südwärts nach Carona führt, mit dem Freischwimmbad und einem umfassenden Blick bis zum Monte Rosa. Von Carona aus ist auch der Alpengarten Parco San Grato leicht zu erreichen. Gleiches gilt für die landschaftlich wie kulturhistorisch interessante Collina d’Oro, welche eine Halbinsel im Luganersee bildet.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus von Paradiso
Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1970 3101
1980 3261
1990 3372
2000 3292
2005 3524
2006 3454
2007 3519
2008 3637
2009 3658
2010 3606
2011 3654
2012 3740
2013 3893

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Antonio Barzaghi-Cattaneo (* 14. März 1834 in Lugano; † 29. Oktober 1922 in Paradiso), Kunstmaler[9]
  • Luciano Zuccoli alias Luciano von Ingenheim (* 5. Dezember 1868 in Paradiso; † 26. November 1929 in Paris), Journalist, Schriftsteller[10][11]
  • Totò (bürgerlich Antonio de Curtis Gagliardi Ducas Comneno di Bisanzio; * 15. Februar 1898 in Neapel; † 15. April 1967 in Rom), italienischer Schauspieler, Drehbuchautor und Liedtexter, lebte von 1957 bis zu seinem Tod teilweise in einer Wohnung an der Riva Caccia[12][13][14]
  • Filippo Boldini (* 1900 in Paradiso; † 1989 in Lugano), Kunstmaler, Freskomaler, Mosaikarbeiter[15][16]
  • Vinicio Salati (* 9. Juli 1908 in Paradiso; † 27. Oktober 1994 in Lugano), Anarchist, Journalist, Dichter, Schriftsteller, Musiker[17][18]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Football Club Paradiso[19]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Celestino Trezzini: Calprino. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 2: Brusino–Caux. Attinger, Neuenburg 1921, S. 475 (Digitalisat; abgerufen am 15. Juli 2017).
  • Guida generale della città di Lugano e dei comuni limitrofi di Paradiso, Castagnola, Viganello, Massagno. Arnold, Lugano 1932.
  • Virgilio Gilardoni: Il Romanico. Catalogo dei monumenti nella Repubblica e Cantone del Ticino. La Vesconta, Casagrande S.A., Bellinzona 1967, S. 256, 474.
  • Carlo Silla: Il Comune di Paradiso con la sua gente e la parrocchia San Pietro Pambio. Verlag Carlo Silla, Paradiso 1997.
  • Simona Martinoli und andere: Paradiso. In: Guida d’arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007.
  • Antonio Gili: Paradiso. In: Historisches Lexikon der Schweiz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Paradiso TI – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017; abgerufen am 20. September 2017.
  2. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter.Gemeinde Paradiso. Stand: 1. April 2012, abgerufen am 11. Juli 2014
  3. Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 694.
  4. a b c d e f Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 341–342.
  5. Hotel Victoria au Lac (Foto)
  6. Historischer Palast (Foto)
  7. Castello Cattaneo (Foto)
  8. Villa Antonietti (Foto)
  9. Mariangela Agliati Ruggia: Antonio Barzaghi-Cattaneo. In: Sikart (Stand: 2004)
  10. Luciano Zuccoli (italienisch) auf treccani.it/enciclopedia (abgerufen am 2. November 2016).
  11. Luciano Zuccoli (italienisch) in ti.ch/can/oltreconfiniti (abgerufen am: 11. Mai 2016)
  12. Totò auf ticinarte.ch
  13. Totò (italienisch) auf treccani.it/enciclopedia (abgerufen am: 8. September 2016)
  14. Totò (italienisch) auf ti.ch/can/oltreconfiniti (abgerufen am: 8. September 2016)
  15. Filippo Boldini auf ticinarte.ch
  16. Claudio Guarda: Filippo Boldini. In: Sikart (Stand: 2005)
  17. Vinicio Salati. In: Carlo Piccardi: Un „enfant terrible“ che guardava lontano. Vinicio Salati (1908–1994). S. 232; Idem: Fra i pionieri della radiofonia. Un documentario di Vinicio Salati su Gian Francesco Malipiero. S. 242. In: Il Cantonetto. Anno XLIII, N. 5–6, Lugano novembre 2016.
  18. Vinicio Salati (italienisch) auf anarca-bolo.ch (abgerufen am 27. September 2016).
  19. Football Club Paradiso