Paradiso TI

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TI ist das Kürzel für den Kanton Tessin in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Paradisof zu vermeiden.
Paradiso
Wappen von Paradiso
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton TessinKanton Tessin Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Luganow
Kreis: Kreis Paradiso
BFS-Nr.: 5210i1f3f4
Postleitzahl: 6900
Koordinaten: 716692 / 94395Koordinaten: 45° 59′ 28″ N, 8° 56′ 41″ O; CH1903: 716692 / 94395
Höhe: 274 m ü. M.
Höhenbereich: 270–640 m ü. M.[1]
Fläche: 0,89 km²[2]
Einwohner: 4303 (31. Dezember 2019)[3]
Einwohnerdichte: 4835 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
57,8 % (31. Dezember 2019)[4]
Website: www.comune-paradiso.ch
Paradiso TI

Paradiso TI

Lage der Gemeinde
Lago MaggioreLago DelioLago di PianoLago di OriglioLago di MuzzanoLuganerseeComer SeeItalienItalienItalienKanton GraubündenBezirk BellinzonaBezirk LocarnoBezirk MendrisioAgno TIBioggioCademarioMuzzano TIVernate TIAlto MalcantoneArannoMigliegliaNovaggioCapriascaCapriascaOriglioPonte CapriascaPonte CapriascaKommunanz Capriasca/LuganoCollina d’OroGranciaMelide TIMorcoteParadiso TIVico MorcoteArognoBissoneBrusino ArsizioMaroggiaMelanoRovioLuganoCaslanoCurio TICurio TIMagliasoNeggioTresa TIPura TIAstanoBediglioraBediglioraCurio TIBedanoGravesanoManno TIMezzovico-ViraMezzovico-ViraMonteceneriTorricella-TaverneCadempinoCanobbioComano TICuregliaLamoneMassagnoPorzaSavosaSorengoVeziaKarte von Paradiso
Über dieses Bild
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Paradiso (bis 1929 Calprino) ist eine politische Gemeinde im Kreis Paradiso, Bezirk Lugano, im Schweizer Kanton Tessin.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftbild aus 400 m von Walter Mittelholzer (1919)
Capo San Martino, Luftbild von Werner Friedli (1950)

Paradiso liegt am Luganersee am Fusse des Monte San Salvatore. Die an Lugano angrenzende Gemeinde geht nahtlos in diese über und wird daher fälschlicherweise oft nur als Stadtteil Luganos angesehen.

Paradiso hat eine internationale Seegrenze mit der italienischen Exklave und Gemeinde Campione d’Italia.

Geschichte und Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde heisst erst seit 1929 Paradiso, davor hiess sie jahrhundertelang Calprino. Die Fraktionen Calprino (am Nordhang des San Salvatore), Fontana (am See) und Guidino (ebenfalls am Nordhang des San Salvatore, aber östlich von Calprino gelegen) sind jeweils aus dem 12. bis 14. Jahrhundert erstmals bezeugt; die ebenfalls am See gelegene Fraktion Paradiso wird erstmals 1713 als «Paradiso di Fontana» erwähnt.[6]

In Fontana im Juli 1924 wurde ein Grab wahrscheinlich etruskischen Ursprungs entdeckt. 1591 besass Fontana eine dem heiligen Eusebius geweihte Kapelle, die heute Santa Maria della Gerretta heisst.[7]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1850[8] 1900[8] 1950[8] 1970[8] 1980[8] 1990[8] 2000[8] 2005 2010 2020
Einwohner 254 791 1660 3101 3261 3372 3694 3524 3454 4341

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2
3
12
3
12 
Insgesamt 20 Sitze

Die Legislative von Paradiso ist der Consiglio comunale (Gemeinderat), der 20 Sitze umfasst. Die Grafik rechts zeigt seine Zusammensetzung im September 2020.[9]

Die Exekutive bildet der siebenköpfige Municipio (Gemeinderat). Im Oktober 2019 setzt er sich wie folgt zusammen: 5 FDP, 1 CVP, 1 Lega. Ihr steht seit 2015 als Sindaco (Stadtpräsident) Ettore Vismara (FDP) vor.[10]

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war Paradiso mit seinen an der Uferpromenade gelegenen Hotels ein im Vergleich zum geschäftigen Lugano ruhiger Erholungsort. Anfänglich wurde der Ort durch die Strassenbahn Lugano bedient, auf die der inzwischen ebenfalls eingestellte Trolleybus Lugano folgte. Inzwischen sind Paradiso und Lugano mit einer Autobuslinie verbunden. Es gibt ferner eine Schiffsverbindung zum Luganeser Debarcadero Centrale (der Hauptschiffsanlegestelle) sowie einen zwei Kilometer langen, aussichtsreichen Fussweg, der «Lungolago».

Nicht nur Hotels bestimmten Paradiso, sondern auch zahlreiche Villen in Hanglage (etwa die Villa Mersmann), hinter denen zugleich mit der Eröffnung der Gotthardbahn der Bahnhof Paradiso eingerichtet wurde. Die Uferstrasse verläuft von Paradiso entlang des Sees, unterhalb der Felswände des Monte San Salvatore, nach dem Ponte Diga, der Brücke zum Ostufer. Dort in Bissone gibt es eine Abzweigung nach Campione d’Italia, einer italienischen Enklave mit bekanntem Spielcasino. Hauptstrasse, Autobahn und Bahn verlaufen nun weitgehend parallel bis Chiasso, dem schweizerisch-italienischen Grenzort. Vor der Seebrücke bei Melide biegt die westliche Seeuferstrasse ab zum alten Handelsplatz und Fischerort Morcote.

Seit 1980 wurde Paradiso vom starken Durchgangsverkehr abschnittsweise durch den Bau der Autobahn entlastet, die von Paradiso Centro ausgehend, den Monte San Salvatore bis Ponte Diga untertunnelt und in Chiasso das Schweizer Autobahnnetz mit dem italienischen verbindet.

Zum Ende des 20. Jahrhunderts wandelte Paradiso sein Gesicht. An die Stelle historischer, teils behäbiger Hotels traten und treten zunehmend Grossbauten, die sowohl von Dienstleistern genutzt werden als auch Wohneigentum mit Seeblick anbieten.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Touristen ist Paradiso vor allem wegen der Talstation der San-Salvatore-Bahn von Bedeutung. Vom Monte San Salvatore (912 m ü. M.) aus hat man Aussicht über Lugano und den Luganersee. Viel genutzt wird der Wanderweg, der vom Gipfel südwärts nach Carona führt, mit dem Freischwimmbad und einem umfassenden Blick bis zum Monte Rosa. Von Carona aus ist auch der Alpengarten Parco San Grato leicht zu erreichen. Gleiches gilt für die landschaftlich wie kulturhistorisch interessante Collina d’Oro, welche eine Halbinsel im Luganersee bildet.

Rathaus von Paradiso

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche Spirito Santo[11]
  • Kapelle Santa Maria della Gerretta
  • Palazzo Roeschli, Architekt: Arnoldo Ziegler[11]
  • Hotel Victoria au Lac[11]
  • Centro Cinque Continenti, Architekt: Mario Botta[11]
  • historischer Palazzo[11]
  • Castello Cattaneo, Architekt: Gino Coppedè[11]
  • Villa Antonietti im Ortsteil Morchino[11]
  • Uferanlage mit Wasserträgerin-Brunnen

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Antonio Barzaghi-Cattaneo (1834–1922), Kunstmaler
  • Luciano Zuccoli (1868–1929), Journalist, Schriftsteller
  • Totò (1898–1967), italienischer Schauspieler, Drehbuchautor und Liedtexter
  • Filippo Boldini (* 13. November 1900; † 28. Oktober 1989 in Lugano), Kunstmaler, Freskomaler, Mosaikarbeiter[12][13][14]
  • Adriana Ramelli (* 22. April 1908 (Adele) in Paradiso; † 4. März 1996 in Lugano), Tochter des Bernardo, studiert Altphilologie an der Universität Pavia, Leiterin der Kantonsbibliothek Lugano[15][16]
  • Vinicio Salati (* 9. Juli 1908 in Paradiso; † 27. Oktober 1994 in Lugano), Anarchist, Journalist, Freiwilliger im Spanischen Bürgerkrieg, Dichter, Schriftsteller, Träger des Schillerpreises, Musiker[17][18][19]
  • Duilio Arigoni (1928–2020), aus Gentilino, Chemiker, Ehrenbürger von Paradiso
  • Corrado Kneschaurek (* 1949), Hotelier in Paradiso, Präsident der Hotellerie Suisse, Sezione Ticino, Politiker (FDP), Gemeinderat von Muzzano TI[20]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Football Club Paradiso[21]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Paradiso TI – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BFS Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  3. Regionalporträts 2021: Kennzahlen aller Gemeinden. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2019 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  4. Regionalporträts 2021: Kennzahlen aller Gemeinden. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländerprozentsatz aufgrund Stand 2019 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  5. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter.Gemeinde Paradiso. Stand: 1. April 2012, abgerufen am 11. Juli 2014
  6. Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 694.
  7. Celestino Trezzini: Fontana. In Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 3, S. 192 (PDF Digitalisat), abgerufen am 25. Dezember 2020.
  8. a b c d e f g Antonio Gili: Paradiso. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 1. Dezember 2009.
  9. Consiglio comunale. Comune di Paradiso, abgerufen am 7. November 2020 (italienisch).
  10. Composizione 2017-2020. Comune di Paradiso, abgerufen am 7. November 2020 (italienisch).
  11. a b c d e f g Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 341–342.
  12. Celestino Trezzini: Filippo Boldini. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 8, Supplement, S. 28 (PDF Digitalisat), abgerufen am 9. Oktober 2017.
  13. Claudio Guarda: Filippo Boldini. In: Sikart (Stand: 2005)
  14. Filippo Boldini (italienisch) auf https://uovodiluc.ch/artista-boldini-filippo.html
  15. Mario Frasa: Adriana Ramelli. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 27. Januar 2012, abgerufen am 12. Januar 2020.
  16. Adriana Ramelli (italienisch) auf archividonneticino.ch
  17. Giovanni Bonalumi: Vinicio Salati. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 14. März 2012, abgerufen am 29. April 2020.
  18. Vinicio Salati. In: Carlo Piccardi: Un „enfant terrible“ che guardava lontano. Vinicio Salati (1908–1994), S. 232; Idem: Fra i pionieri della radiofonia. Un documentario di Vinicio Salati su Gian Francesco Malipiero. In: Il Cantonetto 43, 2016, S. 242.
  19. Vinicio Salati, Biografie und Bibliografie auf Viceversa Literatur (italienisch)
  20. Intervista a Corrado Kneschaurek, Albergatore (italienisch) auf lanostrastoria.ch/entries/
  21. Football Club Paradiso