Pearl Harbor (Film)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher TitelPearl Harbor
OriginaltitelPearl Harbor
Pearlharbor-logo.svg
ProduktionslandVereinigte Staaten
OriginalspracheEnglisch, Japanisch
Erscheinungsjahr2001
Länge176 Minuten
Director’s Cut: 177 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Director’s Cut: FSK 16

JMK 12
Director’s Cut: JMK 14
Stab
RegieMichael Bay
DrehbuchRandall Wallace
ProduktionJerry Bruckheimer,
Michael Bay
MusikHans Zimmer
KameraJohn Schwartzman
SchnittRoger Barton,
Mark Goldblatt,
Chris Lebenzon,
Steven Rosenblum
Besetzung

Pearl Harbor ist ein US-amerikanischer Film des Regisseurs Michael Bay aus dem Jahr 2001, der zur Zeit des Angriffs der Japaner auf Pearl Harbor und des US-amerikanischen Doolittle Raids im Zweiten Weltkrieg spielt. Hauptdarsteller sind Ben Affleck, Josh Hartnett und Kate Beckinsale. Bei einem Produktionsbudget von 132 Mio. US-Dollar erzielte die Gemeinschaftsproduktion von Touchstone Pictures und Jerry Bruckheimer Films trotz negativer Kritiken mit 449 Mio. US-Dollar das sechsthöchste Einspielergebnis der Filme dieses Jahres.[1]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Filmgeschichte dreht sich um die zwei Freunde Rafe McCawley und Danny Walker, die sich seit Kindheitstagen kennen. Ihr großer Traum ist es, Piloten zu werden, schon mit sechs Jahren sammeln sie ihre ersten Erfahrungen mit der Fliegerei in einem Agrarflugzeug. Später treten beide den US Army Air Forces bei und stehen unter dem Befehl von Major James H. Doolittle. Rafe lernt die Militärkrankenschwester Evelyn Johnson kennen und wenig später sind die beiden ein Paar. Als sich die Lage in der Luftschlacht um England zuspitzt, verlässt Rafe Evelyn, um der Royal Air Force im Kampf gegen die deutsche Luftwaffe beizustehen.

Bald danach werden Danny und Evelyn mit ihren Einheiten auf den US-Stützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii versetzt. Währenddessen wird Rafe im Kampf abgeschossen und stürzt ins Meer, woraufhin er für tot erklärt wird. Danny überbringt Evelyn die Nachricht von Rafes Tod. Nach einer Zeit der Trauer und einigem guten Zureden ihrer Freunde verlieben sie sich ineinander und kommen zusammen. Kurz vor dem Angriff der Japaner taucht überraschend Rafe wieder auf, der den Absturz mit Hilfe einiger französischer Fischer überlebt hat. Es kommt zum Konflikt der beiden Freunde, als Rafe von der intimen Beziehung der beiden erfährt. Rafe und Danny beginnen eine Schlägerei in einer Kneipe, an der sich auch die anderen Gäste beteiligen. Um dem Militärgefängnis zu entgehen, flüchten sie vor der anrückenden Militärpolizei gemeinsam in einem Auto und verbringen die Nacht an der Küste.

Am folgenden Morgen werden sie von den überfliegenden japanischen Kampfflugzeugen geweckt, der fatale Angriff auf Pearl Harbor beginnt. In der kommenden halben Stunde folgt ein zerstörerischer Schlag, in dessen Verlauf mehrere Schiffe versenkt und tausende Soldaten getötet werden. Rafe und Danny gelingt es als einzigen, jeweils noch ein Flugzeug vom Typ Curtiss P-40 von einem kleineren Wartungs-Flugplatz in der Nähe von O’ahu in die Luft zu bringen und zusammen mit der Bodenunterstützung sieben Flugzeuge der Japaner abzuschießen.

Nachdem der Angriff überstanden ist, beteiligen sich die beiden Freunde am Doolittle Raid, einem amerikanischen Luftangriff auf die japanische Hauptstadt Tokio. Sie sollen mit den hochmodernen B-25-Bombern vom Flugzeugträger USS Hornet starten. Am Morgen des 18. April 1942 startet die Flotte aus sechzehn B-25. Da die sich nähernden Schiffe jedoch zu früh von den Japanern entdeckt werden, müssen die Flugzeuge früher starten und dadurch eine größere Strecke zurücklegen als geplant und verfügen deswegen nach der erfolgreichen Bombardierung Tokios kaum noch über Treibstoff. Statt wie geplant ins Landesinnere von China zu fliegen, müssen sie kurz hinter der Küste notlanden und werden daraufhin von dort stationierten Japanern umzingelt. Den überlebenden Piloten gelingt es, die Japaner abzulenken und zu töten, dabei wird Danny jedoch durch zwei Kugeln aus nächster Nähe schwer verwundet. Kurz bevor Danny an den Schusswunden stirbt, erzählt Rafe Danny, dass Evelyn von Danny schwanger sei, woraufhin Danny Rafe bittet, sich um das Kind zu kümmern.

Die überlebenden Piloten kehren bald nach Dannys Tod in die USA zurück. Rafe lebt fortan mit Evelyn auf der Farm von Dannys Vater zusammen und kümmert sich mit ihr um den Sohn seines verstorbenen Freundes, der den Namen seines Vaters trägt.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oscarverleihung 2002:

Golden Globe Awards 2002:

MTV Movie Awards 2002:

  • Gewonnen: Beste Actionszene
  • Nominiert: Bester Schauspieler (Josh Hartnett), Beste Schauspielerin (Kate Beckinsale)

Goldene Himbeere 2002:

  • Nominiert: Schlechtester Film, Schlechteste Regie, Schlechtester Schauspieler (Ben Affleck), Schlechtestes Drehbuch, Schlechtestes Leinwandpaar (Ben Affleck mit Kate Beckinsale oder Josh Hartnett), Schlechtestes Remake

Fehler im Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Fehler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Trotz des Anspruchs, zum 60. Jahrestag des Angriffs auf Pearl Harbor einen aufwändigen und historisch korrekten Kriegsfilm zu produzieren, ist Pearl Harbor ein ausgesprochen wenig authentischer Film. Insbesondere die vor und während des Angriffs gezeigten Schiffe sind (mit Ausnahme der computergenerierten Darstellungen wie beispielsweise der explodierenden Arizona) fast ausschließlich moderne Einheiten der US Navy. Zu sehen sind beispielsweise Schiffe der Spruance-, Knox- und Garcia-Klasse sowie eine Anzahl von modernen Docklandungsschiffen.
  • Die Curtiss P-40 der Version N, mit denen Rafe und Danny den japanischen Angriff abzuwehren versuchen, wurden erst ab 1942 an die United States Army Air Forces ausgeliefert, zudem haben sie in jeder Szene die gleiche Nummer. In der Realität waren es P-40 der Version B. In der Eingangsszene „Angsthasenspiel“ im Januar 1941 ist in einer der Maschinen ein HUD-System eingebaut, das in dieser Form noch gar nicht verfügbar war.
  • Szenen, in denen einzelne Curtiss P-40 die japanischen Mitsubishi A6M Zeros durch enges Kehren und Kreisen ins Fadenkreuz bekommen, sind unglaubwürdig. Die japanischen Piloten waren beim Angriff bereits sehr erfahren im Umgang mit ihren Flugzeugen und das Flugzeug selbst war durch seine leichte Bauweise deutlich wendiger als die meisten alliierten Jäger, weshalb die Zero durch eine enge Wendung dem Verfolger entkommen konnte.
  • Auch die Darstellung der japanischen Kriegsschiffe und insbesondere der Flugzeugträger entbehrt jeglicher historischen Genauigkeit, so verfügen die japanischen Träger über Winkeldecks, die erst Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs entwickelt wurden, und völlig untypische Brückenaufbauten. Bei ihnen handelt es sich um spiegelverkehrte Aufnahmen älterer US-amerikanischer Flugzeugträger der Forrestal-Klasse aus den 1950er Jahren. In den Einstellungen, die angeblich den marschierenden japanischen Flottenverband zeigen, sind sogar moderne amerikanische Träger der Nimitz-Klasse, die von ebenfalls amerikanischen Lenkwaffenzerstörern der Arleigh-Burke-Klasse begleitet werden, zu sehen. Auch der amerikanische Träger (Hornet), von dem im späteren Film die B-25 Gruppe den Angriff auf Tokio startet, hat fälschlicherweise ein Winkeldeck, und man kann teilweise bei den Startszenen die Führungen der Dampfkatapulte sehen, die erst später in Flugzeugträgern eingebaut wurden.
  • Historisch inkorrekt im Film ist auch, dass Präsident Roosevelt dort schon Anfang 1941 sagt, die amerikanische Industrie liefere Rüstungsgüter an die Sowjetunion. Das Leih- und Pachtgesetz zwischen den USA und Großbritannien wurde jedoch erst nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht nach dem 22. Juni 1941 auf die Sowjetunion erweitert. Somit kam es erst ab Juli/August 1941 zum Tragen. Weiterhin gab es im Frühjahr 1941 keine größeren Tagesangriffe der deutschen Luftwaffe mehr auf London, wie es im Film überzogen dargestellt wird. Die Royal Air Force war 1941 eindeutig luftbeherrschend über Südengland und dem Kanal. Zu solchen wie im Film gezeigten Großkämpfen kam es Anfang 1941 nicht mehr, denn die Luftschlacht um England fand bereits im Spätsommer 1940 statt.
  • Präsident Roosevelt erfuhr auch nicht von einem Mitarbeiter, der in seinen Raum stürzte, vom Angriff der Japaner. Er war beim Mittagessen mit seinem Berater und Freund Harry Hopkins, als er den Anruf von Marineminister Frank Knox bekam.[2]
  • Die Szene, in der Präsident Roosevelt mit aller Kraft aus seinem Rollstuhl aufsteht und eine dramatische Rede hält (Zitat:do not tell me it can't be done!; zu deutsch: erzählen Sie mir nicht, es kann nicht durchgeführt werden!), ist frei erfunden.
  • Admiral Husband Kimmel war weder am Morgen des Angriffs beim Golfen, noch wurde er gewarnt, dass die japanische Botschaft Washington verließ.
  • Als die Protagonisten des Films sich im Kino die Wochenschau ansehen, sollen dort angeblich Bilder des deutschen Vormarsches und der Zerstörung durch die Wehrmacht in Europa gezeigt werden. Der kurz gezeigte Ausschnitt der Wochenschau zeigt aber eine Szene aus dem Einmarsch der amerikanischen Truppen in Köln im März 1945. Es ist einen Augenblick lang der Kölner Dom zu sehen.
  • Die Japaner haben in Wirklichkeit nie auf Zivilisten oder Krankenhäuser geschossen.

Filmfehler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bei der Angriffsszene auf ein Schiff im Hafen von Pearl Harbor taucht am linken Bildrand die Kamera eines Fotografen auf, der dem Schauspieler Cuba Gooding Jr. folgt.
  • In der Szene wo Präsident Roosevelt zur Nation spricht, hängt die Flagge der Vereinigten Staaten spiegelverkehrt hinter ihm.[3]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oliver Baumgarten von der Kölner Filmzeitschrift „Schnitt“ schrieb zum Film: „Ein unerträgliches Drehbuch mit absolut sinnlosen Figuren […] und unlogischen Entwicklungen wird von Bay in einer Mischung aus faszinierenden Totalen […] und Erdbebenhandkamera entstammenden Nahaufnahmen zu einem stillosen Brei inszeniert, der sich einem weltumspannenden Amerika anzubiedern versucht und an seiner ideologischen und formalen Großkotzigkeit zu Grunde geht. Wer bis zum Schluss durchhält, bekommt die Bestätigung dafür in Bild und Offtext noch einmal ranzig auf die Stulle geschmiert.“

Desson Howe von der amerikanischen Tageszeitung Washington Post riet den Besuchern von Pearl Harbor, sich in die Nähe des Ausgangs zu setzen. Howe bemängelt die Langeweile, die der Film erzeugt, und kritisiert den Inszenierungsstil. Es hätte eines begabteren Regisseurs bedurft, um James Cameron herausfordern zu können.

„[…] und immer wieder stürzt die Kamera hinunter auf Pearl Harbor, als wäre der Film die Bombe, deren Explosion er zeigt. Und wie nennt man bitteschön auf gut Englisch einen Film bei dem es Freund und Feind graust: A Bomb, ganz recht! Verdummt in alle Ewigkeit.“

„[…] Pearl Harbor ist so schlecht, dass man nicht viel über Geschichte wissen muss, um seine Absurdität zu erkennen. Nur wer gar nichts weiß, wird ihn für geschichtstreu halten. Und genau das ist ein Teil des Problems.“

Lawrence H. Suid: Historiker

Das Lexikon des internationalen Films urteilte:

„Aufdringliches Kriegsabenteuer mit unangenehmen patriotischen und heroischen Tönen, die auch nicht von den tricktechnisch ausgefeilten Schlachtszenen überspielt werden. Glatt und gefällig wie ein Werbespot zum Dienst an der Waffe, bietet sich das Bild einer ausgesprochen reaktionären Vergangenheitsbewältigung.“

Synchronsprecher [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Synchronsprecher für die deutsche Fassung:[5]

Director's Cut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existiert ein Director’s Cut von Pearl Harbor, für den zahlreiche Gewaltszenen und einige Dialoge hinzugefügt wurden. In dieser Fassung fehlen jedoch auch einige Handlungspassagen, die im Kino zu sehen waren. Der Director’s Cut wurde auf DVD veröffentlicht und hat wegen der zusätzlichen Gewaltszenen auch die höhere FSK-Freigabe (16) erhalten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Box Office Mojo (engl.)
  2. http://www.archives.gov/publications/prologue/2001/winter/crafting-day-of-infamy-speech.html
  3. http://youtube.com/watch?v=tPCkhybUB2s
  4. Rolf Giesen, Ronald M. Hahn: Die schlechtesten Filme aller Zeiten. Kino zwischen Trash und Kult, ISBN 3-89602-514-7
  5. synchronkartei.de: Pearl Harbor. Abgerufen am 10. September 2015.