Centre-Val de Loire

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Centre-Val de Loire
Nouvelle-Aquitaine Nouvelle-Aquitaine Nouvelle-Aquitaine Auvergne-Rhône-Alpes Bretagne Bretagne Bourgogne-Franche-Comté Centre-Val de Loire Grand Est Île-de-France Korsika Okzitanien Hauts-de-France Normandie Pays de la Loire Pays de la Loire Provence-Alpes-Côte d’AzurLage der Region Centre-Val de Loire in Frankreich
Über dieses Bild
Basisdaten
Präfektur Orléans
Präsident des Regionalrats François Bonneau (PS)
Bevölkerung 2.570.548 (1. Januar 2013)
Bevölkerungsdichte 65,7 Einwohner je km²
Fläche 39.151 km²
Départements 6
Arrondissements 20
Kantone 102
Gemeinden 1.840
ISO-3166-2-Code FR-F

Reliefkarte der Region Centre-Val de Loire

Centre-Val de Loire [sɑ̃tʁ val də lwaʁ] (deutsch Zentrum-Loiretal) ist eine Region in der Mitte Frankreichs, die aus den Départements Cher, Eure-et-Loir, Indre-et-Loire, Loir-et-Cher, Indre und Loiret besteht. Sie hat eine Fläche von 39.151 km² und 2.570.548 Einwohner (Stand 1. Januar 2013). Hauptstadt der Region ist Orléans.

Bis zum 16. Januar 2015 hieß die Region nur Centre.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region liegt südlich von Paris zentral in der nördlichen Hälfte Frankreichs und grenzt im Norden an die Regionen Île-de-France und Normandie, im Westen an Pays de la Loire, im Südwesten an Nouvelle-Aquitaine, im Süden an Auvergne-Rhône-Alpes und im Osten an Bourgogne-Franche-Comté. Die Hauptstadt Orléans liegt im Nordosten der Region. Weitere bedeutende Städte sind Tours, Amboise und Blois. Die Region wird von der Loire durchflossen, die aus Richtung Süden kommend bei Orléans ihre Richtung ändert und weiter durch Tours in Richtung Westen fließt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Blau drei (2;1) goldene Lilien unter einem weißen durchgehenden Turnierkragen von einem zwölffach weiß-rot gestückten Bord umgeben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region umfasst ungefähr die historischen Landschaften Orléanais, Berry und Touraine. Die französischen Könige waren schon ab dem 11. Jahrhundert Eigentümer von Berry. Auch die Touraine war ab 1205 königliches Eigentum. Die Hauptstadt Orléans wird bis heute mit Jeanne d’Arc, der „Jungfrau von Orléans“, in Verbindung gebracht. Die Orléanais war im Hundertjährigen Krieg letzte Bastion der Franzosen gegen die Engländer.

Die Region selbst wurde 1956 gebildet, als die Einteilung Frankreichs in Programmregionen erfolgte. 1972 erhielt die Region den Status eines Établissement public unter Leitung eines Regionalpräfekten. Durch die Dezentralisierungsgesetze von 1982 erhielten die Regionen den Status von Collectivités territoriales (Gebietskörperschaften), wie ihn bis dahin nur die Gemeinden und die Départements besessen hatten. 1986 wurde der Regionalrat der Region erstmals in Direktwahl gewählt. Seitdem wurden die Befugnisse der Region gegenüber der Zentralregierung in Paris schrittweise erweitert. Im Jahr 2000 wurde die durch die Region fließende Loire zwischen den Städten Sully-sur-Loire und Chalonnes wegen der dort zahlreichen Schlösser zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt.

Kontroverse Identität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Historie der Region Centre-Val de Loire ist geprägt von einer problematischen Identität, die aus den verschiedenen historischen Provinzen (Berry – Orléanais – Touraine) herrührt. Zunächst ergaben sich Differenzen wegen der Wahl der Hauptstadt, dann wegen der Namenswahl.

Als Hauptstadt wurde 1964 Orléans ausgewählt, obwohl Tours bevölkerungsreicher war. Der Grund für diese Wahl lag in einer Rivalität zwischen Jean Royer, Bürgermeister von Tours, und Michel Debré, Bürgermeister von Amboise, woraufhin sich letzterer für Orléans einsetzte.[2] Dieser Vorfall begründete Spannungen zwischen den beiden Städten.

1956 wurde vom Innenministerium der Name Région Centre ausgewählt, was Diskussionen verursachte, da dieser Name in keiner Weise eine Identität widerspiegelte. Auch wenn Centre weder die eine noch die andere Identität einer historischen Provinz bevorzugte und andere vernachlässigte, war der Grund der Namensgebung undurchsichtig, da die Region nicht im Zentrum Frankreichs liegt. 1990 wurde vom Regionalrat der Versuch unternommen, einen im In- und Ausland aussagekräftigeren Namen zu finden. Es wurden vier Vorschläge gemacht: Val de France („Tal Frankreichs“), Val de Loire („Loiretal“), Cœur de France („Herz Frankreichs“) et Centre-Val-de-Loire („Zentrum-Loiretal“). Im Herbst 1994 entschieden sich die Abgeordneten für Centre-Val-de-Loire.[3] Jedoch erforderte das Gesetz bei einer Namensänderung einer Region die Zustimmung aller anderen Regionen. Der Präsident der Région Pays de la Loire verweigerte wegen der Verwendung des Namens der Loire allerdings, wodurch die Namensänderung nicht zustande kam. Erst mit der Reform der Regionen 2015 wurde die Region offiziell in Centre-Val de Loire umbenannt.[4]

Nunmehr ist das Zusammenleben in der Region friedlich – beispielsweise schlossen sich die Universitäten von Orléans und Tours zur Centre - Val de Loire Université zusammen.

Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bevölkerungsreichsten Städte der Region Centre-Val de Loire sind:

Stadt Einwohner (Jahr) Département
Tours 134.803 (2013) Indre-et-Loire
Orléans 114.375 (2013) Loiret
Bourges 67.189 (2013) Cher
Blois 45.539 (2013) Loir-et-Cher
Châteauroux 45.209 (2013) Indre
Chartres 38.840 (2013) Eure-et-Loir
Joué-lès-Tours 37.703 (2013) Indre-et-Loire
Dreux 31.373 (2013) Eure-et-Loir
Vierzon 27.113 (2013) Cher
Fleury-les-Aubrais 20.677 (2013) Loiret

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politische Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region Centre-Val de Loire untergliedert sich in sechs Départements:

OZ
W
ISO
= Ordnungszahl des Départements
= Wappen des Départements
= ISO-3166-2-Code
Arr.
Kant.
Gem.
= Anzahl der Arrondissements
= Anzahl der Kantone
= Anzahl der Gemeinden
OZ W Département Präfektur ISO Arr. Kant. Gem. Einwohner (Jahr) Fläche
(km²)
Dichte
(Einw./km²)
18 Wappen des Départements Cher Cher Bourges FR-18 000000000000003.00000000003 000000000000019.000000000019 000000000000290.0000000000290 000000000311650.0000000000311.650 (2013) 000000000007235.00000000007.235 43,1
28 Wappen des Départements Eure-et-Loir Eure-et-Loir Chartres FR-28 000000000000004.00000000004 000000000000015.000000000015 000000000000401.0000000000401 000000000432967.0000000000432.967 (2013) 000000000005880.00000000005.880 73,6
36 Wappen des Départements Indre Indre Châteauroux FR-36 000000000000004.00000000004 000000000000013.000000000013 000000000000247.0000000000247 000000000228091.0000000000228.091 (2013) 000000000006791.00000000006.791 33,6
37 Wappen des Départements Indre-et-Loire Indre-et-Loire Tours FR-37 000000000000003.00000000003 000000000000019.000000000019 000000000000277.0000000000277 000000000600252.0000000000600.252 (2013) 000000000006127.00000000006.127 98
41 Wappen des Départements Loir-et-Cher Loir-et-Cher Blois FR-41 000000000000003.00000000003 000000000000015.000000000015 000000000000291.0000000000291 000000000332001.0000000000332.001 (2013) 000000000006343.00000000006.343 52,3
45 Wappen des Départements Loiret Loiret Orléans FR-45 000000000000003.00000000003 000000000000021.000000000021 000000000000334.0000000000334 000000000665587.0000000000665.587 (2013) 000000000006775.00000000006.775 98,2
Gesamt 000000000000020.000000000020 000000000000102.0000000000102 000000000001840.00000000001.840 2.570.548 000000000039151.000000000039.151 65,7

Regionalrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ergebnis der Wahl des Regionalrates vom 13. Dezember 2015:[5]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2006 lag das regionale Bruttoinlandsprodukt je Einwohner, ausgedrückt in Kaufkraftstandards, bei 96,5 % des Durchschnitts der EU-27.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Centre – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gesetz 2015-29 vom 16. Januar 2015, veröffentlicht im Journal Officiel vom 17. Januar 2015
  2. Pierre Falga, Michel Feltin: Deux villes, deux stratégies. In: L’Express. 6. März 2003, abgerufen am 6. März 2016 (französisch).
  3. Thibaut Milieu: En quête d’identité. In: Le Monde diplomatique. Dezember 2001, abgerufen am 6. März 2016 (französisch).
  4. Artikel 2-V des Gesetzes no 2015-29 vom 16. Januar 2015. 17. Januar 2015, abgerufen am 6. März 2016 (französisch): „À compter de la publication de la présente loi, la région Centre est dénommée « Centre-Val de Loire ». Dans l’ensemble des dispositions législatives en vigueur, les références à la région Centre sont remplacées par les références à la région Centre - Val-de-Loire.“
  5. Résultats régionales 2015 auf linternaute.com, abgerufen am 11. Januar 2016
  6. Eurostat Jahrbuch der Regionen 2009: Kapitel 4: Bruttoinlandsprodukt (PDF; 5,4 MB) und (XLS; 134 KB); ISSN 1830-9690 (Registrierung bei Eurostat ist erforderlich).

Koordinaten: 48° N, 2° O