Plasencia

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Plasencia (Begriffsklärung) aufgeführt.
Gemeinde Plasencia
Plasencia – Ortsansicht mit Río Jerte
Plasencia – Ortsansicht mit Río Jerte
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Plasencia
Plasencia (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Extremadura
Provinz: Cáceres
Comarca: Valle del Jerte
Koordinaten 40° 2′ N, 6° 5′ WKoordinaten: 40° 2′ N, 6° 5′ W
Höhe: 430 msnm
Fläche: 218 km²
Einwohner: 40.663 (1. Jan. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 186,53 Einw./km²
Gründung: 12. Juni 1186
Postleitzahl: 10600
Gemeindenummer (INE): 10148 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Plasencia
Lage der Gemeinde
778px-Plasencia-ubicacion.png

 

Plasencia ist eine spanische Stadt mit 40.663 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) in der Provinz Cáceres in der autonomen Region Extremadura. Die Stadt ist seit dem Jahr 1189 Bischofssitz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plasencia liegt 83 km nördlich von Cáceres, 146 km (Fahrtstrecke) nördlich von Mérida und 70 km östlich der Grenze zu Portugal. Die Stadt befindet sich im Norden der autonomen Gemeinschaft Extremadura, direkt neben Zweckverband Valle del Jerte.

Die Stadt grenzt im Westen an die Berge der Sierra del Gordo und der Sierra de Berenguer, welche sich zwischen den Montes de Traslasierra befinden. Auf der anderen Seite wird das Gebiet durch die Sierra de Santa Bárbara begrenzt, welche ein Ausläufer der Sierra de San Bernabé sind. Beide werden von den Sierra de Tormantos eingerahmt. Der niedrigste Ort liegt bei 352 m, der höchste Punkt des Stadtgebiets befindet sich mit 997 m in der Sierra del Gordo. Die Altstadt selbst liegt auf einer Höhe von ca. 430 m.

Der Fluss Río Jerte mündet stromaufwärts von Plasencia in den Río Alagón. Etwa 4 km von der Gemeinde entfernt liegt das Embalse de Plasencia, ein Stausee mit einem Fassungsvermögen von 59 Millionen Kubikmetern.

Die Nachbargemeinden von Plasencia sind:

Nordwest: Oliva de Plasencia y Valdeobispo Nord: Cabezabellosa Nordost: Casas del Castañar
West: Aldehuela de Jerte y Carcaboso Rosa de los vientos.svg Ost: Gargüera
Südwest: Galisteo Süd: Malpartida de Plasencia y Riolobos Südost: Malpartida de Plasencia

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Plasencia ist zwischen gemäßigt und mediterran, und wird durch das Mikroklima vom Tal des Río Jerte beeinflusst. Im Sommer steigen die Temperaturen selten über 40 °C und nachts kühlt es meist stark ab. Im Winter fallen die Temperaturen auch häufig unter 0 °C. Auch allgemein ist es in der Stadt kühler als in den umliegenden Städten.

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Plasencia
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 14,4 16,7 22,1 26,4 31,3 36,4 39,3 38,6 34,1 27,6 20,5 15,2 Ø 26,9
Min. Temperatur (°C) −2,4 −1,3 1,3 3,6 6,6 11,1 15,2 15,1 11,5 6,1 1,1 −1,8 Ø 5,5
Niederschlag (mm) 94,1 80,0 56,5 57,3 60,5 31,6 11,4 7,2 38,3 72,5 91,3 93,3 Σ 694
T
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14,4
−2,4
16,7
−1,3
22,1
1,3
26,4
3,6
31,3
6,6
36,4
11,1
39,3
15,2
38,6
15,1
34,1
11,5
27,6
6,1
20,5
1,1
15,2
−1,8
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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a
g
94,1
80,0
56,5
57,3
60,5
31,6
11,4
7,2
38,3
72,5
91,3
93,3
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Ministerio de Agricultura, Alimentación y Medio Ambiente de España 1961–1996[2]

Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Korkeichen im Valcorchero
Parque de la Isla im Süden der Stadt

Die ursprüngliche Vegetation wurde durch menschliche Eingriffe stark verändert. Der Wald wurde verdrängt und dafür durch landwirtschaftliche Flächen und Weiden ersetzt. Die aktuelle Vegetation wird, wie in weiten Teilen Spaniens, von Dehesas aus Stein- und Korkeichen bestimmt. Im Norden der Stadt befindet sich eine Fläche von 1200 ha mit Korkeichen, welche Valcorchero genannt wird. Dazwischen existiert Gras- und Weideland. Sonst tifft man auf bewässerte Flächen und an den Flüssen auf kleine Haine aus Pappeln. Die Büsche im Gebiet gehören meist zu Unterarten der Gattung Retama. Die Hänge der Sierra de Santa Bárbara sind terrassenförmig angeordnet und beherbergen mehrere Olivenhaine. Zunehmend wird dieser Bereich aber urbanisiert. Im Ort selbst gibt es einige bewässerte Parks und Hausgärten.

Das Weideland der Stadt dient vor allem Ziegen, Schafen und Kühen als Futterplatz. In den Sommermonaten ziehen hier auch Wanderherden durch. Neben den Nutztieren, haben hier auch wilde Säugetiere ihr Habitat, wie Feldmäuse, Waldmäuse, Braunbrustigel und Wildkaninchen.

Plasencia ist auch Lebensraum unterschiedlichster Vogelarten. Große Raubvögel, wie der Zwergadler oder der Wanderfalke, die ihren Brutplatz im Nationalpark Monfragüe oder in den Ausläufern der Sierra de Gredos haben, gehen hier auf Nahrungssuche. Häufiger sind aber kleinere Vogelarten zu sehen, wie Buchfink, Blaumeise, Kohlmeise, Stieglitz, Girlitz, Bluthänfling, Haussperling, Misteldrossel, Heidelerche, unterschiedliche Arten von Kuckucke, Gartenbaumläufer und Einfarbstar. Kleinere Räuber, wie der Rotkopfwürger und die Iberische Blauelster sind ebenfalls vertreten. Im Winter steigt durch Zuzug die Zahl der Ringeltauben.

Unter den Amphibien und Reptilien, die in der Umgebung leben, befinden sich verschiedene Arten von Froschlurchen, die Europäische Eidechsennatter, die Perleidechse, mehrere Arten von Mauereidechsen und Mauergeckos. Der Río Jerte ist Heimat zahlreicher Fischarten, wie Flussbarbe, Aland, Squalius alburnoides, Schleie und Cobitis paludica.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stratigraphisch besteht das Gestein überwiegend aus präkambrischen Sedimenten von Grauwacke und Schiefer sowie dem lokalen Granit der Béjar-Plasencia-Zone.

Fluviatiles Sediment aus dem Tertiär und Quartär entstand durch die Fluss-Systeme. Im Westen finden sich tertiäre Ablagerungen im Becken von Coria. Durch den Río Jerte haben sich quartäre Alluvialböden im Tal abgelagert. Diese setzten sich zusammen aus Quarz, Kies, Schiefer, Granit und sandigem Lehm. Im Ort gab es Steinbrüche für den Bedarf der Industriekeramik, aber diese Betriebe wurden bereits alle aufgegeben.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plasencia hat eine Bevölkerung von 40.892 Einwohnern (nach Angaben des Instituto Nacional de Estadística für das Jahr 2014)[3]. Sie ist somit die zweitgrößte Stadt der Provinz Cáceres und die viertgrößte von der Extremadura. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte die Stadt etwa 6.000 Einwohner, gegen Ende waren es ca. 8.000; seitdem ist ein konstantes Bevölkerungswachstum zu verzeichnen.

Nach der Volkszählung von 2012 waren 1362 der 41.002 Einwohner Ausländer. Unter diesen gab es 254 Rumänen, 212 Marokkaner, 113 Bolivianer und der Rest war aus anderen Nationen.

Die folgende Tabelle zeigt die demografische Entwicklung anhand von Volkszählungen vor 1842:

Jahr Quelle Einwohnerzahl
1591 Libro de los Millones 1743 Familien
1754 Kataster von Ensenada 1070 Familien
1787 Volkszählung von Floridablanca 4467 Einwohner
1791 Abfrage durch das Real Audiencia de Extremadura 1100 Familien
1797 Volkszählung von Godoy 4500 Einwohner

Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Bevölkerung zwischen 1842 und 2011:[4]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mittelalter diente die Stadt in hohem Maße als Handwerks- und Handelszentrum; heute spielen vor allem die Bauindustrie sowie der Dienstleistungssektor und das innerstädtische sowie das überregionale Transportwesen die wichtigsten Rollen im Wirtschaftsleben der Stadt. In Gewerbezentren (polígonos industriales) vor den Toren der Stadt haben sich kleinere Industrieunternehmen angesiedelt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

romanische und spätgotische Kathedrale
Altarraum der neuen Kathedrale
Innenhof (patio) des Palastes des Marqués de Maribel
Plaza Mayor mit Rathaus (ayuntamiento)
Teilstück der mittelalterlichen Stadtmauer (muralla)

Auf den Ruinen einer keltischen Siedlung errichteten bereits die römischen Eroberer eine Garnison, die an der Via de la Plata (‚Silberstraße‘) lag. Westgoten und Mauren hinterließen keine Spuren im Stadtgebiet. Während der ab dem 10. Jahrhundert betriebenen Rückeroberung (reconquista) der maurisch besetzten Gebiete durch die leonesisch- kastilischen Könige wurde die Stadt im Jahr 1186 durch Alfons VIII. von Kastilien gegründet und bereits drei Jahre später von Papst Clemens III. zum Bischofssitz erhoben. Die Auseinandersetzungen zwischen Christen und den zur damaligen Zeit dominierenden Almohaden gingen jedoch weiter bis am 16. Juli 1212 nach der Schlacht bei Las Navas de Tolosa die Stadt endgültig unter christliche Herrschaft kam.

Bereits im Jahr 1189 war die Stadt nach einer der vielen Rückeroberungen durch Papst Clemens III. zum Bischofssitz erhoben worden, woraufhin auch sofort mit dem Bau einer romanischen Kathedrale begonnen wurde. Deren Neubau zog sich vom 16. bis ins 18. Jahrhundert hin, so dass der heutige Sakralbau auch reichlich spätgotische Stilelemente enthält.

Das Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen zeigt eine Burg, flankiert von einem Kastanien- und einem Pinienbaum, gedeckelt mit einer Herzogskrone und umrahmt von einer Banderole mit der Aufschrift „Ut Placeat Deo Et Hominibus“ (‚Gott und den Menschen zur Ehre‘).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plasencia ist eine Stadt mit einer Vielzahl kulturhistorisch bedeutsamer Bauwerke. Diese hier aufzuführen würde jeden Rahmen sprengen, siehe hierzu die Webseite der Stadt und die Referenzliste [5]. Einige Beispiele seien hier genannt:

  • Hauptplatz (plaza mayor) mit Bauten vieler Jahrhunderte
  • alte Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert mit Torre del Melón
  • unvollendete neue Kathedrale aus dem 16. bis 18. Jahrhundert
  • Kirchen El Salvador, San Esteban, San Martín und San Nicolás
  • mittelalterliche Stadtmauer
  • Palast des Marqués de Mirabel
  • Rathaus (ayuntamiento)
  • Aquädukt aus dem 16. Jahrhundert
  • Museen (→ Weblink)

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Plasencia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Informe de la Estación Meteorológica de Plasencia. Ministerio de Agricultura, Alimentación y Medio Ambiente de España Organization, abgerufen am 28. August 2016.
  3. Instituto Nacional de Estadística, España
  4. INEbase. Veränderungen der Bevölkerungszahl seit 1842. http://www.ine.es/intercensal/ abgerufen 28. August 2016.
  5. Info auf der Tourismusseite