Przemyśl

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Dieser Artikel behandelt die polnische Stadt Przemyśl. Für weitere Bedeutungen siehe Przemyśl (Begriffsklärung).
Przemyśl
Wappen von Przemyśl
Przemyśl (Polen)
Przemyśl
Przemyśl
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Karpatenvorland
Powiat: Kreisfreie Stadt
Fläche: 44,10 km²
Geographische Lage: 49° 47′ N, 22° 46′ OKoordinaten: 49° 47′ 0″ N, 22° 46′ 0″ O
Einwohner: 63.130
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 37-700 bis 37-720
Telefonvorwahl: (+48) 16
Kfz-Kennzeichen: RP
Wirtschaft und Verkehr
Straße: E 40 KrakauKiew
Schienenweg: KrakauLemberg
Nächster int. Flughafen: Rzeszów-Jasionka
Einwohner: 63.130
(30. Jun. 2015)[1]
Gemeindenummer (GUS): 1862011
Verwaltung (Stand: 2015)
Stadtpräsident: Robert Choma[2]
Adresse: Rynek 1
37-700 Przemyśl
Webpräsenz: www.um.przemysl.pl



Przemyśl Zum Anhören bitte klicken! [ˈpʃɛmɨɕl] (ukr. Перемишль/Peremyschl; russisch Перемышль/Peremyschl; deutsch [wenig gebräuchlich]: Premissel) ist eine Stadt mit rund 65.000 Einwohnern in der Woiwodschaft Karpatenvorland im äußersten Südosten Polens am Fluss San. Die Stadt liegt verkehrsgünstig an der Grenze zur Ukraine und besitzt einen wichtigen Grenzbahnhof an der Strecke Krakau–Lemberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kiewer Rus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Przemyśl und Umgebung mit historischen Stätten

Przemyśl wurde erstmals für das Jahre 981 erwähnt, als Großfürst Wladimir I. die ljachische Burg Peremyschl eroberte. In den Jahren 1085 bis 1141 war sie das Zentrum eines eigenständigen russischen Teilfürstentums. 1240 wurde sie von Tataren zerstört.

Königreich Polen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1340 wurde sie erstmals von Kasimir I. für Polen erobert. Seit ungefähr 1378 gehörte sie zu Polen. 1389 bekam Przemyśl Stadtrecht nach Magdeburger Recht. Seit 1434 war es Sitz des Przemyśler Landes.

Habsburger Monarchie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Przemyśl kam 1772 nach der ersten Teilung Polens zum Kronland Galizien der Habsburgermonarchie. In den letzten Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg wurde die ganze Stadt zu einer Festung gegen die sich entwickelnde Bedrohung durch das Russische Reich ausgebaut (äußerer Festungsring: 45 km). 1914 waren über 140.000 Soldaten dort stationiert.

Blick vom Schlossberg

Ab etwa Mitte September 1914 geriet die Festung unter wachsenden Druck durch die russische Armee. Andauernd bis zur Einnahme durch russische Truppen im März 1915, gilt die Belagerung von Przemyśl als größte Belagerung des Ersten Weltkriegs. Die Bedeutung der Festung war so hoch, dass damals sogar der russische Zar Przemyśl besuchte. Im Juni 1915 folgte die Rückeroberung durch österreich-ungarische und deutsche Truppen im Zuge der Schlacht von Gorlice-Tarnów. Da die meisten Verteidiger der Festung Ungarn waren, wurde in Budapest ein Denkmal an der Margaretenbrücke zum Andenken an die Schlacht errichtet.

Deutsche Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt am 15. September 1939 zunächst von deutschen Truppen besetzt, diese zogen sich am 28. September 1939 gemäß dem Grenz- und Freundschaftsvertrag hinter den San zurück, um die Stadt der Roten Armee zu übergeben. Vor der Übergabe verübte eine Einsatzgruppe eine Massenerschießung an Juden. Daran nahmen auch Soldaten der Wehrmacht teil, obwohl der Oberbefehlshaber des Heeres von Brauchitsch dies in einem Befehl vom 24. September 1939 verboten hatte.[3] Innerhalb der Sowjetunion wurde der nun Peremyschl (Перемышль) genannte Ort zur Hauptstadt eines gleichnamigen Ujesd Peremyschl[4]. Nach einer Verwaltungsreform wurden der Ort ab dem 10. Januar 1940 dann zum Hauptort des Rajons Peremyschl.[5]

Kurz nach dem Beginn des Deutsch-Sowjetischen Krieges am 22. Juni 1941 besetzte die Wehrmacht Przemyśl wieder. Die Stadt wurde ein Teil des Generalgouvernements (bzw. des Distrikts Galizien).

Volksrepublik Polen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 28. Juli 1944 eroberte die Rote Armee Przemyśl im Rahmen der Lwiw-Sandomierz-Operation zurück[6], die Stadt verblieb aber offiziell bis März 1945 im sowjetischen Staatsgebiet, danach wurde sie samt einem Teil des Rajons an Polen zurückgegeben.[7]

1947 betrieb die kommunistische polnische Regierung die Aktion Weichsel, eine große Zwangsumsiedlung ethnischer Ukrainer, Bojken sowie Lemken aus dem Südosten der Volksrepublik Polen in den Norden und Westen des Staatsterritoriums (die sogenannten wiedergewonnenen Gebiete).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswert sind die Altstadt, die römisch-katholische und die griechisch-katholische Kathedrale und verschiedene Klöster.

Landgemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der kreisfreien Stadt Przemyśl besteht auch eine gleichnamige Landgemeinde (gmina wiejska). Die Landgemeinde Przemyśl hat eine Fläche von 108,42 km² und umfasst die Stadt Przemyśl im Westen, Süden und Osten. Zu ihr gehören 16 Ortschaften mit einem Schulzenamt.

Hauptartikel: Przemyśl (Landgemeinde)
Przemyśl
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Quelle: WMO
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Przemyśl
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Max. Temperatur (°C) 0,3 1,7 6,8 12,8 18,5 17,0 18,6 18,2 18,1 8,6 5,6 1,7 Ø 10,7
Min. Temperatur (°C) -5,1 -4,2 -0,8 3,7 8,5 7,7 9,3 8,7 9,4 1,2 0,1 -3,2 Ø 3
Niederschlag (mm) 25 27 30 50 74 87 93 68 65 48 37 39 Σ 643
Regentage (d) 14 13 14 13 14 14 13 12 12 13 14 16 Σ 162
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Quelle: WMO

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat bei Przemyśl eine Kriegsgräberstätte für über 5.000 deutsche Kriegstote angelegt (Zahl von Dezember 2011).
Eine Anlage mit österreichisch-ungarischen Kriegstoten aus dem Ersten Weltkrieg befindet sich an derselben Straße (Ul. Przemysława).[8]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptbahnhof Przemyśl

Verweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Muzeum Narodowe Ziemie Przemyskiej (Hrsg.): Tajemnice placu Berka Joselewicza w Przemyślu. Rezultaty badań archeologicznych w rejonie „żydowskiego miasta“. (Katalog wystawy). Przemyśl 2006, ISBN 83-921500-9-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Przemyśl – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Website der Stadt, Prezydent Miasta Przemyśla, abgerufen am 9. März 2015
  3. Jochen Böhler, Der Überfall: Deutschlands Krieg gegen Polen, S. 204
  4. Указ Президиума ВС СССР от 4.12.1939 об образовании Волынской, Дрогобычской, Львовской … и Тарнопольской областей в составе Украинской ССР
  5. Інститут Історії України Національна Академія Наук України
  6. Webseite der Stadt
  7. Umowa graniczna pomiędzy Polską a ZSRR z 16 sierpnia 1945 roku
  8. [1], VIA REGIA – Kulturstraße des Europarates: Die Europastraße E40 als Erinnerungspfad in Europa (Seite 35)