Oberndorf (Oste)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Oberndorf
Oberndorf (Oste)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oberndorf hervorgehoben
Koordinaten: 53° 45′ N, 9° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Cuxhaven
Samtgemeinde: Land Hadeln
Höhe: 1 m ü. NHN
Fläche: 32,71 km2
Einwohner: 1359 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 42 Einwohner je km2
Postleitzahl: 21787
Vorwahlen: 04771, 04772, 04778
Kfz-Kennzeichen: CUX
Gemeindeschlüssel: 03 3 52 042
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktstraße 21,
21762 Otterndorf
Webpräsenz: Samtgemeinde Land Hadeln - Gemeinde Oberndorf
Bürgermeister: Detlef Horeis (SPD)
Lage der Gemeinde Oberndorf im Landkreis Cuxhaven
Nordsee Schleswig-Holstein Bremerhaven Landkreis Osterholz Landkreis Rotenburg (Wümme) Landkreis Stade Landkreis Wesermarsch Armstorf Armstorf Belum Beverstedt Bülkau Cadenberge Cuxhaven Geestland Hagen im Bremischen Hechthausen Hemmoor Hollnseth Ihlienworth Lamstedt Loxstedt Mittelstenahe Neuenkirchen (Land Hadeln) Neuhaus (Oste) Nordleda Oberndorf (Oste) Odisheim Osten (Oste) Osterbruch Otterndorf Schiffdorf Steinau (Niedersachsen) Stinstedt Stinstedt Wanna Wingst Wurster NordseeküsteKarte
Über dieses Bild

Oberndorf ist eine Gemeinde an der Oste in der Samtgemeinde Land Hadeln im Landkreis Cuxhaven in Niedersachsen. Zu dem links der Oste gelegenen Hauptort Oberndorf gehört ebenfalls das rechts der Oste gelegene Bentwisch.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberndorf von Westen gesehen

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wingst, Cadenberge, Hemmoor, Oederquart und Osten (Oste).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Oberndorf ist ein Ferienort und besteht auf der einen Seite der Oste aus den Ortsteilen Oberndorf, Laak, Braak, Ahrensflucht und Ahrensfluchter Moor. Auf der anderen Seite der Oste liegen die Gemeindeteile Bentwisch, Zollbaum, Hasenfleet, Niederstrich, Niederstricher Deich, Moordeich, Moorstrich und Schwarzenmoor.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1316 wurde Oberndorf als Overdorpe das erste Mal urkundlich erwähnt. Wahrscheinlich fand die Eindeichung an der Elbe und Oste seit der Mitte des 12. Jahrhunderts statt und Siedlungen entstanden. Die St.-Georgskirche nahe am Ostedeich wurde 1379 erstmals urkundlich erwähnt. Der noch bestehende niedrige Turm und die erste Kirche sind wahrscheinlich um 1300 entstanden. 1653 wurde die heutige Kirche an die Stelle des gotischen Vorgängerbaus erstellt. Der hohe Turmhelm entstand 1717.

Die Siedler in den Marschen waren freie Bauern, die ihre Richter und Landgeschworenen selbst wählten. Von 1502 bis 1511 schloss Oberndorf mit dem Kirchspiel Geversdorf ein Bündnis mit dem Land Kehdingen. Die Herren von Brobergen besaßen in Oberndorf das Bürgergericht bestehend aus Schulzen, Schöppen und Rathmannen. Nach der Ansiedlung von Handwerkern, Kaufleuten und Schiffern wurde Oberndorf im 17. Jahrhundert ein Flecken. Der Tonabbau in der Flussmarsch führte im 19. Jahrhundert zum Aufbau der Ziegelindustrie.

Die Gemeinden Bülkau und Oberndorf schlossen sich mit Wirkung vom 1. Januar 1970 der Samtgemeinde Am Dobrock an, die 2016 in der Samtgemeinde Land Hadeln aufging. Seit 1977 ist die Flussquerung über eine Brücke möglich, die die alte Fährverbindung ablöste. 2010 wurde Oberndorf in das Programm zur Dorferneuerung erneut aufgenommen.

Ausgliederungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde ein Gebiet mit damals etwa 50 Einwohnern an die Nachbargemeinde Hemmoor abgetreten.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1961 1970 1987 1992 1997 2002 2007 2008 2009 2010 2011 2015
Einwohner 2243 2089 1671 1666 1572 1588 1488 1456 1470 1444 1404 1359

(1961 am 6. Juni, 1970 am 27. Mai, jeweils Volkszählungsergebnisse[2]; ab 1987 jeweils am 31. Dezember[3])

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Oberndorf besteht aus elf Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 1.001 und 2.000 Einwohnern.[4] Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[5]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze
SPD 61,14 % 7
Bürgerliste Oberndorf (BLO) 28,28 % 3
AfD 10,56 % 1

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 59,46 %[5] über dem niedersächsischen Durchschnitt von 55,5 %.[6]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Detlef Horeis (SPD) zum ehrenamtlichen Bürgermeister für die aktuelle Wahlperiode.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen zeigt oben auf grünem Grund einen silbernen Fluss, der die Oste symbolisiert. Unten ist das Wappen der Familie von Brobergen abgebildet, die einen Nebensitz in dem Ort hatte.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heimatmuseum
Geldgeschichtliche Objekte sowie vorgeschichtliche Exponate

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die St.-Georgskirche nahe am Ostedeich wurde 1379 erstmals urkundlich erwähnt. Die frühere, gotische Kirche und der noch bestehende niedrige Turm sind wahrscheinlich schon um 1300 entstanden.

1653 wurde aus Backsteinen die heute bestehende einschiffige Kirche mit Rundbogenfenstern und wuchtigen Strebepfeilern als Wandvorlagen gebaut. Der hohe Pyramidenhelm vom Turm stammt von 1717.

Innen: Das Kirchenschiff wird überwölbt mit hölzernen Segmentbogentonnen. Die Empore ist umlaufend. Der hochaufragende Kanzelaltar stammt nach einer Inschrift von 1663 von Jürgen Heitmann den Jüngeren (1627–1671). Er ist reich mit Reliefs, Statuen und Knorpelstilelementen versehen. Die Kanzel stammt auch von Heitmann, wurde aber erst Anfang des 18. Jahrhunderts in den Altaraufbau eingefügt. Das dreibeinige Bronzetaufbecken ist vermutlich aus dem 13. Jahrhundert. Der Taufengel (um 1660) und die Kreuzigungsgruppe von 1663 sind von Heitmann. Die Altarleuchter datieren von 1591 und 1601. Die erhaltene Orgel von 1879 stammt von Johann Hinrich Röver. [8] Bis 1830 wurden in den Gruften unter der Kirche und unter dem Turm noch Beisetzungen vorgenommen. Die Grabplatte derer zu Brobergen befinden sich außen, links neben dem Eingang.[9]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herbstregatta mit großer Segelregatta, Matchrace und Zeltfete, Mitte September
  • Schützenfeste: Oberndorf, Bentwisch und Niederstrich
  • Maiwanderung
  • Fußballturnierwoche
  • Zeltfete
  • Laternelaufen
  • St. Georgsfest
  • Weihnachtsmarkt: am ersten Adventswochenende
  • Feuerwehrball
  • Deich- und Wiesenfest mit Kanurennen
  • Osterfeuer
  • Reiterball

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nähe des Ortes verläuft die Bundesstraße 73, die Verkehrsanbindung Richtung Cuxhaven sowie Stade und Hamburg bietet. 1977 wurde die Fähre durch eine Klappbrücke ersetzt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • die letzte Schule, die Grundschule Oberndorf wurde 2014 geschlossen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sagen und Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Schatz in der Oberndorfer Kirche[10]
  • Die unrechte Mühle (Laack, zu Geversdorf)[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oberndorf (Oste) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 243.
  3. LSKN-Online
  4. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 14. Februar 2017.
  5. a b Gemeinde Oberndorf – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2016, abgerufen am 14. Februar 2017.
  6. Die CDU holt landesweit die meisten Stimmen. 12. September 2016, abgerufen am 13. Februar 2017.
  7. Gemeinde Oberndorf: Ratsmitglieder, abgerufen am 12. Februar 2017.
  8. Dehio-Handbuch: Bremen/Niedersachsen, 1977
  9. Ev.-luth. Kirchenkreis Cuxhaven-Hadeln zur Kirchengemeinde Oberndorf / St. Georg
  10. „Hake Betken siene Duven“ Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung ISBN 3-931771-16-4 von den Männern vom Morgenstern, S. 108
  11. „Hake Betken siene Duven“ Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung ISBN 3-931771-16-4 von den Männern vom Morgenstern, S. 109