Cadenberge

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Cadenberge
Cadenberge
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Cadenberge hervorgehoben
Koordinaten: 53° 46′ N, 9° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Cuxhaven
Samtgemeinde: Land Hadeln
Höhe: 5 m ü. NHN
Fläche: 31,68 km2
Einwohner: 4233 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 134 Einwohner je km2
Postleitzahl: 21781
Vorwahl: 04777
Kfz-Kennzeichen: CUX
Gemeindeschlüssel: 03 3 52 063
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktstraße 21,
21762 Otterndorf
Webpräsenz: Samtgemeinde Land Hadeln – Gemeinde Cadenberge
Bürgermeister: Wolfgang Heß (SPD)
Lage der Gemeinde Cadenberge im Landkreis Cuxhaven
NordseeSchleswig-HolsteinBremerhavenLandkreis OsterholzLandkreis Rotenburg (Wümme)Landkreis StadeLandkreis WesermarschArmstorfArmstorfBelumBeverstedtBülkauCadenbergeCuxhavenGeestlandHagen im BremischenHechthausenHemmoorHollnsethIhlienworthLamstedtLoxstedtMittelstenaheNeuenkirchen (Land Hadeln)Neuhaus (Oste)NordledaOberndorf (Oste)OdisheimOsten (Oste)OsterbruchOtterndorfSchiffdorfSteinau (Niedersachsen)StinstedtStinstedtWannaWingstWurster NordseeküsteKarte
Über dieses Bild

Cadenberge (niederdeutsch Cuddeldutt/Kumbarg) ist eine niedersächsische Gemeinde am Rande der Geest im Landkreis Cuxhaven, die sich zusammen mit 13 anderen Gemeinden zur Samtgemeinde Land Hadeln zusammengeschlossen hat.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cadenberge liegt nahe der Oste und der Niederelbe im Landkreis Cuxhaven. Cadenberge liegt süd-/östlich von Cuxhaven und nördlich von Stade und Hamburg.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbarorte sind im Norden Balje und Oederquart (beide im Landkreis Stade), im Osten Oberndorf (Oste), im Süden Wingst, im Westen Bülkau und Neuhaus (Oste).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Kernort gehört Geversdorf als Ortsteil zur Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jürgen Udolph meint hierzu in seiner Radiosendung Der Ortsnamenforscher:[2]

»Seit 850 Jahren ist der Ortsname überliefert. Der Ortsnamensbestandteil Cad geht eventuell auf das mittelniederdeutsche Wort Cade für Griebe, also Speckwürfel zurück. Das Wort Griebe steht für Unreinlichkeit oder Schmutz. Schmutz, Morast, landschaftlich nicht so schön, könnte demnach eine Deutungsmöglichkeit sein. Bei diesem Ortsnamen ist eine Herleitung allerdings sehr schwierig.«

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cadenberge wurde 1148 erstmals urkundlich genannt. Die ursprüngliche St. Nicolai-Kirche wurde erstmals um 1319 erwähnt. Von 1742 bis 1752 erfolgte ein Neubau der Kirche auf dem alten Grundriss.

Um 1319 wurde das Rittergut von Bremer erstmals erwähnt. 1724 wurde das zweigeschossige Herrenhaus des ehemaligen Ritterguts gebaut und später als Rittergut Graf von Bremer und Schloss Cadenberge bezeichnet. Es ist heute ein Internat der berufsbildenden Schulen Cadenberge.

Cadenberge entwickelte sich seit dem Mittelalter zum Marktstandort der Region.

1881 wurde die Bahnlinie der Niederelbebahn von Hamburg nach Cuxhaven gebaut. Der Haltepunkt Cadenberge wurde 1905 und 1912 zum Bahnhof Cadenberge ausgebaut.

Am 1. Juni 1965 schlossen sich die Gemeinden Cadenberge, Wingst und Oppeln zu einer Samtgemeinde zusammen mit dem Namen Samtgemeinde Am Dobrock. Die Gemeinden Bülkau und Oberndorf kamen 1970 und der Flecken Neuhaus (Oste) sowie die Gemeinden Belum und Geversdorf 1972 hinzu.

Zum 1. November 2016 schloss sich Cadenberge mit der Nachbargemeinde Geversdorf zu einer neuen Gemeinde Cadenberge zusammen.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1987 1992 1997 2002 2007 2008 2009 2010 2011 2015
Einwohner 3.083 3.114 3.236 3.337 3.371 3.377 3.343 3.349 3.328 4.126

(jeweils zum 31. Dezember)[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Cadenberge besteht aus 15 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 3.001 und 5.000 Einwohnern.[5] Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[6]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze
SPD 59,30 % 9
CDU 40,69 % 6

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 57,58 %[6] über dem niedersächsischen Durchschnitt von 55,5 %.[7]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der aktuelle Bürgermeister der Gemeinde Cadenberge ist Wolfgang Heß (SPD). Seine Stellvertreter sind Karsten Lehmann (SPD) und Carmen Sodtke (SPD).[8]

Chronik der Bürgermeister bzw. Gemeindevorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1855–1860: Johann Heinrich Heß[9]
  • 1860–1866: Christian Wilhelm von Rönn
  • 1866–1898: Georg Friedrich Fick
  • 1898–1924: Claus Heinrich von Allwörden
  • 1924–1933: Heinrich Jark
  • 1. August–26. August 1933: Claus Schlichtmann
  • 1933–1945: Karl Friedrich Robert Klein
  • 1945–1946: Theodor Karsten
  • 1946–1948: August Glintenkamp
  • 1948–1950: Theodor Karsten
  • 1950–1953: Adolf Otto Schlichtmann
  • 1953–1965: Hans Albert Wilhelm Schrodt
  • 1965–1981: Karl Brodtmann
  • 1981–1986: Heinz Lemkau (CDU)
  • 1986–2001: Anton Herzig (SPD)
  • 2001–2011: Hans Georg Heinßen (CDU)
  • ab 2011: Wolfgang Heß (SPD)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Cadenberge
Blasonierung:Gespalten; vorne: unter rotem, mit einem silbernen Pflug belegten Schildhaupt in Silber auf blauen Wellen ein linksgewendeter roter Einmaster mit schwarzen Segeln und rotem Wimpel am Mast; hinten: in Silber ein halbes rotes Mühlrad am Spalt.“[10][11]
Wappenbegründung: Vorne symbolisieren Pflug und Schiff die traditionellen Berufsbereiche der Geversdorfer Einwohner, Landwirtschaft und Schifffahrt nebst Fischfang. Der hintere Wappenteil ist dem ausgestorbenen Geschlechts der Grafen Bremer entlehnt. Die Grafen saßen jahrhundertelang in Cadenberge und beeinflussten dessen Entwicklung wesentlich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Park, Schloss und Taubenhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gräflich Bremerschen Schloss- und Gutspark stehen das Herrenhaus, das eigenwillige Taubenhaus und seltene Bäume. Der Park wurde Ende 2008 in seiner historischen Form rekonstruiert und steht unter Denkmalschutz. Vom Park aus führt ein Rundwanderweg durch das Freesenmoor in die Wingst.

Das zweigeschossige Herrenhaus aus Backsteinen mit einem Zwerchgiebel entstand von 1724 bis 1752. Das Walmdach ist mit einem achteckigen hölzernen Dachreiter versehen.

Das Taubenhaus ist heute ein Museum und Hotel.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche

Die ursprüngliche gotische St. Nicolai-Kirche, benannt nach Nikolaus von Myra, wurde erstmals vom päpstlichen Kollektor Jacob de Rota in seinem Rechenschaftsbericht um 1319 erwähnt. Von 1742 bis 1752 erfolgte auf den Grundmauern ein größerer Neubau aus Ziegeln als rechteckige Saalkirche mit polygonalen Ostabschluss.

Der freistehende, hölzerne, westliche Glockenturm wurde 1723 errichtet. Da der Neubau der Kirche im Verhältnis zur alten Kirchensubstanz deutlich größer ausfiel, wirkt der Turm etwas unterproportioniert. Heute nicht mehr sichtbar, da durch aufgeschichtete Findlinge abgedeckt, steht der Turm auf vier gemauerten Steinpfeilern.
Der Turm hat drei Glocken, zwei Läutglocken und eine Uhrzeitglocke. Die zwei Läutglocken habe den Schlagton As' und G', die kleinere der beiden wurde 1698 von Christoph Haupner in Stade gegossen, die größere wurde 1732 von Caspar König umgegossen, da sie gesprungen war. Die große Glocke musste im Zweiten Weltkrieg abgeben werden, kehrte aber danach unbeschadet zurück. Die Uhrschlagglocke wurde erst 1950 gegossen.

Innen: Der Kanzelaltar entstand am Anfang des 18. Jahrhunderts. Gestühl, Empore und Gutsprieche (abgesonderte Sitzplätze für die Gutsherren) stammen vom Ende des 18. Jahrhunderts. Der Orgelbau begann Mitte des 18. Jahrhunderts durch Jacob Albrecht, wurde fortgesetzt 1754 bis 1756 durch Johann Heinrich Klappmeyer und 1764 vollendet von Dietrich Christoph Gloger.

Kirche und Kirchturm wurden von 1962 bis 1965 renoviert.[12]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frühjahrsmarkt
    Drittes Wochenende im April
  • Schützenfest Cadenberge
    Viertes Wochenende im Juni (Samstag)
  • Schützenfest Cadenberge-Langenstraße
    Erstes Wochenende im September (Sonntag)
  • Herbstmarkt
    Drittes Wochenende im Oktober
  • Adventstreff der Cadenberger Vereine (bis 2004 Weihnachtsmarkt)
    Dritter Advent

Fotogalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rathaus der Samtgemeinde in Cadenberge, Am Markt 1
  • Grundschule Cadenberge, Heideweg 12a
  • Berufsbildungswerk Cadenberge, Töpferstraße 4
  • Polizeistation Cadenberge, Bahnhofstraße 16
  • Freiwillige Feuerwehr Cadenberge, An der Fluth 7
  • Feuerwehrtechnische Zentrale, Tannenweg 2
  • BBS Cadenberge, Im Park 4
  • Volkshochschule, Am Markt 1

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cadenberge liegt an der Bundesstraße 73 HamburgCuxhaven sowie an der Kreisstraße K 22 (Langenstraße) nach Wingst.

Die Niederelbebahn führt von Hamburg-Hauptbahnhof nach Cuxhaven mit Bahnhof in Cadenberge.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Just Christian Stuß (1725–1788), Altphilologe, Schriftsteller und evangelischer Geistlicher, Hauslehrer eines Adligen in Cadenberge (1745–1747)
  • Friedrich Franz Dietrich Graf von Bremer (1759–1836), Minister des Königreichs Hannover, Sohn des in Cadenberge geborenen Juristen Benedict von Bremer[13]
  • Hans-Hermann Jantzen (* 1945), lutherischer Theologe, Landessuperintendent für den Sprengel Lüneburg der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover (1997–2011), Bischofsvikar jener Landeskirche (2010–2011), wuchs in Cadenberge auf
  • Birgit Meyn-Horeis (* 1962), Politikerin (SPD), besuchte die Realschule in Cadenberge

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Willi Klenck: Heimatbuch des ehemaligen Kreis Neuhaus an der Oste. A. Pockwitz Verlag. Lamstedt 1957.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cadenberge – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2017 (Hilfe dazu).
  2. Jürgen Udolph (Recherche): Der „Ortsnamenforscher“. In: Internetseite NDR 1 Niedersachsen. Archiviert vom Original am 2. Dezember 2016; abgerufen am 14. Mai 2018.
  3. Samtgemeinde Am Dobrock (Hrsg.): Niederschrift über die 10. öffentliche Sitzung des Gemeinderates. Ratssaal des Rathauses Cadenberge 28. Juli 2014 (20.00 Uhr).
  4. Landesamt für Statistik Niedersachsen. Abgerufen am 14. Mai 2018.
  5. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG); § 46 – Zahl der Abgeordneten. In: Niedersächsisches Vorschrifteninformationssystem (NI-VORIS). 17. Dezember 2010, abgerufen am 14. Mai 2018.
  6. a b Gemeinde Cadenberge – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2016. In: Internetseite Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg (KDO). 11. September 2016, abgerufen am 14. Mai 2018.
  7. Die CDU holt landesweit die meisten Stimmen. In: Internetseite des NDR. 12. September 2016, abgerufen am 15. Februar 2017.
  8. Gemeinderat Cadenberge. In: Internetseite Samtgemeinde Land Hadeln. Abgerufen am 14. Mai 2018.
  9. Gemeinde Cadenberge (Hrsg.): 850 Jahre Cadenberge (1148–1998). Niederelbe-Druck, Otterndorf 1998, ISBN 3-924239-42-8.
  10. Internetauftritt der Gemeinde Cadenberge. In: Internetseite der Samtgemeinde Land Hadeln. Abgerufen am 15. Mai 2018.
  11. Änderung des Gemeindewappens von Cadenberge – Amtsblatt für den Landkreis Cuxhaven, 39. Jahrgang/Nr. 26, 183. Satzung der Gemeinde Cadenberge, § 5 Wappen. In: Internetseite des Landkreises Cuxhaven. 16. Juli 2015, abgerufen am 15. Mai 2018 (PDF; 321 kB).
  12. Georg Dehio: Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler – Bremen/Niedersachsen. Deutscher Kunstverlag, Darmstadt 1977.
  13. Akten der Grafen Bremer. In: www.archiv-otterndorf-bestaende.de. Archiv des Landkreises Cuxhaven, abgerufen am 14. Mai 2018.