Sankt Gallenkirch

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Dieser Artikel beschreibt die österreichische Gemeinde St. Gallenkirch im Montafon. Für die Schweizer Gemeinde Gallenkirch im Aargau siehe Gallenkirch.
St. Gallenkirch
Wappen von St. Gallenkirch
Sankt Gallenkirch (Österreich)
Sankt Gallenkirch
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bludenz
Kfz-Kennzeichen: BZ
Fläche: 127,99 km²
Koordinaten: 47° 1′ N, 9° 58′ OKoordinaten: 47° 1′ 13″ N, 9° 58′ 27″ O
Höhe: 878 m ü. A.
Einwohner: 2.249 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 18 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6791
Vorwahl: 05557
Gemeindekennziffer: 8 01 20
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
HNr. 4
6791 St. Gallenkirch
Website: www.gemeinde.stgallenkirch.at
Politik
Bürgermeister: Josef Lechthaler (SPÖ)
Gemeindevertretung: (2015)
(21 Mitglieder)
ÖVP 9
SPÖ 12
Lage der Gemeinde St. Gallenkirch im Bezirk Bludenz
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Über dieses Bild
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Kirchdorf mit der Pfarrkirche St. Gallus
Kirchdorf mit der Pfarrkirche St. Gallus
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

St. Gallenkirch ist eine Gemeinde im österreichischen Bundesland Vorarlberg mit 2249 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017). Die vom Fremdenverkehr geprägte Gemeinde liegt im Montafon im Bezirk Bludenz und gliedert sich in die Ortsteile St. Gallenkirch, Gargellen und Gortipohl.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Gallenkirch liegt im Süden Vorarlbergs auf 878 Metern Höhe. Hauptfluss ist die Ill. Mit einem Gemeindegebiet von beinahe 128 km² ist Sankt Gallenkirch die Gemeinde des Bundeslandes mit der zweitgrößten Fläche. 28,1 % dieser Fläche sind bewaldet, weitere 47,1 % zählen zum hochalpinen Gebiet.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orografisch links der Ill, im Westen des Kirchdorfs, liegt der Ortsteil Galgenul mit der Talstation der Valiserabahn.

Dahinter, etwa fünf Kilometer am Suggadinbach entlang den Berg hinauf, liegt auf einer Höhe von 1423 m ü. A. das kleine Bergdorf Gargellen mit 191 (Stand 2008) Einwohnern. Der ehemalige Maisäss ist der höchstgelegene Ort im Montafon. Gargellen ist stark vom Tourismus geprägt, es gibt eine Vielzahl von Hotels, Pensionen, Privatzimmern und Ferienwohnungen.

Taleinwärts des Kirchdorfs, auf einer Höhe von etwa 950 m ü. A., liegt das Dorf Gortipohl mit 668 Einwohnern (Stand 2008), einem Wasserfall und eigener Pfarrkirche.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Habsburger regierten die Orte in Vorarlberg wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus. Von 1805 bis 1814 gehörte der Ort, wie ganz Vorarlberg und Tirol, zu Bayern, danach wieder zu Österreich. Zu Vorarlberg gehört St. Gallenkirch seit der Gründung des Landes im Jahre 1861.

1801 starben über 30 Menschen, meist Kinder, an den Pocken und 1920 trat die Ruhr in St. Gallenkirch auf.

Während des Zweiten Weltkrieges waren viele Männer der Gemeinde vor allem als Gebirgsjäger in Divisionen in Norwegen und Jugoslawien. Eine menschliche Tragödie ereignete sich 1941, als zwei junge jüdische Frauen auf der Flucht in die Schweiz den Freitod wählten. Der Ort war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Der Ausländeranteil lag Ende 2002 bei 9,9 Prozent.

Gemeindewappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindewappen, ein redendes Wappen, entstand im Jahre 1966 nach einem Entwurf des Schrunser Künstlers und Heraldikers Konrad Honold. Es zeigt den Hl. Gallus (mit seinem Attribut, dem Bären), eine Kirche und die beiden gekreuzten Schlüssel des Montafon.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Sankt Gallenkirch hat 21 Mitglieder. Nach der Gemeindevertretungswahl 2015 verfügt die SPÖ-Liste „Team Josef Lechthaler - Parteifreie Bürger und SPÖ“ über zwölf und die ÖVP-Liste „Liste Ewald Tschanhenz - Volkspartei St. Gallenkirch und Unabhängige“ über neun Mandate in der Gemeindevertretung. Als Bürgermeister löste in der Direktwahl 2015 Josef Lechthaler von der SPÖ seinen Vorgänger Ewald Tschanhenz von der ÖVP ab.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ort gab es im Jahr 2003 68 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 949 Beschäftigten und 23 Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 1.176. Tourismus und Fremdenverkehr sind wichtig. Im Tourismusjahr 2007/2008 gab es insgesamt 553.408 Übernachtungen, davon 387.354 im Winter und 166.054 im Sommer.

Panorama der Silvretta Montafon - Nova, dem Skigebiet über Sankt Gallenkirch und Gaschurn

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sankt Gallenkirch
  • Pfarrkirche St. Gallus in Sankt Gallenkirch: Ab 1307 stand an dieser Stelle eine Kapelle. Die Kirche wurde 1474 erbaut, 1669 erweitert mit Neubau des Turmes.
Kuratienkirche hl. Nikolaus in Gortipohl
  • Kuratienkirche St. Nikolaus in Gortipohl: Bei der Renovierung der Kirche im Jahr 1959 wurde bei der Neueindeckung des Kirchturms eine Chronik aus dem Jahr 1854 entdeckt, die Aufschluss über die damalige Zeit gibt.[1]
Kuratienkirche Maria Madgalena in Gargellen
  • Kuratienkirche hl. Maria Magdalena in Gargellen: Vermutlich ab 1411 stand an dieser Stelle eine Kapelle, und die Kirche wurde durch eine Stiftung von Peter Lentsch 1615 erbaut. Der Aufbau des Seitenaltars wurde 1674 von David Bertle erstellt.
Wasserfall des Balbierbaches
  • Balbierbach mit Wasserfall in Gortipohl
  • Die Maisäß Montiel ist noch eine der wenigen Montafoner Maisäßsiedlungen im ursprünglichen Zustand.
Überdachte Holzbrücke über die Ill
  • Die überdachte Holzbrücke nach Gargellen über die Ill am Montafoner Hüsli.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Sankt Gallenkirch und Gortipohl gibt es je einen Kindergarten sowie je eine Volksschule, und auch der kleine Ortsteil Galgenul besitzt noch eine eigene (einklassige) Volksschule. Die Hauptschule Innermontafon der Gemeinden St. Gallenkirch und Gaschurn befindet sich in Gortipohl.

Am Ort gab es 239 Schüler im Schuljahr 2007/2008, von denen 86 Kinder eine der drei Volksschulen besuchen und 128 Schüler die Hauptschule.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger
Söhne und Töchter
  • Erika Netzer (1937–1977), Skirennläuferin
  • Fritz Rudigier (* 1941), Abgeordneter zum Vorarlberger Landtag und von 1985 bis 2005 Bürgermeister von Sankt Gallenkirch.
  • Ronald Stampfer (* 1976), Skirennläufer
Personen mit Bezug zum Ort
  • Gabriele Juen (* 1963), Landtagsabgeordnete (ÖVP)
  • Markus Schairer (* 1987), Snowboardcross-Weltmeister 2009, SBX-Weltcupgesamtsieger 2008/09.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Zurkirchen. Heimatbuch St. Gallenkirch - Gortipohl - Gargellen. 2. Auflage 1997. ISBN 3-85430-101-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sankt Gallenkirch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Gortipohler Curatiechronik aus dem Jahre 1854 (PDF; 57 kB)