Seefeld (Oberbayern)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Seefeld
Seefeld (Oberbayern)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Seefeld hervorgehoben

Koordinaten: 48° 2′ N, 11° 12′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Starnberg
Höhe: 570 m ü. NHN
Fläche: 34,87 km2
Einwohner: 7553 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 217 Einwohner je km2
Postleitzahl: 82229
Vorwahl: 08152
Kfz-Kennzeichen: STA, WOR
Gemeindeschlüssel: 09 1 88 132
Gemeindegliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Technologiepark 16
82229 Seefeld
Website: www.seefeld.de
Erster Bürgermeister: Klaus Kögel (CSU)
Lage der Gemeinde Seefeld im Landkreis Starnberg
AmmerseeStarnberger SeeLandkreis Bad Tölz-WolfratshausenLandkreis FürstenfeldbruckLandkreis Landsberg am LechLandkreis MünchenLandkreis Weilheim-SchongauMünchenAndechsBerg (Starnberger See)FeldafingGautingGilchingHerrsching am AmmerseeInning am AmmerseeKraillingPöckingSeefeld (Oberbayern)StarnbergTutzingWeßlingWörthsee (Gemeinde)Karte
Über dieses Bild

Seefeld ist eine Gemeinde im westlichen Landkreis Starnberg (Oberbayern). Der Ort liegt am nördlichen Ufer des Pilsensees und etwa 14 Kilometer westlich der Kreisstadt Starnberg.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 10 amtlich benannte Ortsteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindefusion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seefeld fand seine Bedeutung als Sitz der Grafen von Toerring. Am 8. Juli 1952 wurde der Name der Gemeinde Oberalting amtlich in Oberalting-Seefeld geändert.[3]

In ihrer heutigen Form existiert die Gemeinde seit dem 1. Januar 1978. Im Zuge der kommunalen Neuordnung Bayerns wurden die Gemeinden Oberalting-Seefeld, Hechendorf am Pilsensee und Meiling zur neuen Gemeinde Seefeld zusammengelegt.[4] Zuvor wurden bereits die Gemeinden Drößling und Unering am 1. Juli 1972 nach Oberalting-Seefeld eingemeindet.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 5.969 auf 7.434 um 1.465 Einwohner bzw. um 24,5 %.

  • 1961: 2928 Einwohner
  • 1970: 3897 Einwohner
  • 1987: 5820 Einwohner
  • 1991: 6332 Einwohner
  • 1995: 6470 Einwohner
  • 2005: 7102 Einwohner
  • 2010: 7039 Einwohner
  • 2015: 7333 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2020 Klaus Kögel (CSU).[5] Dieser wurde zum Nachfolger von Wolfram Gum (CSU) gewählt, der das Amt seit 1990 innehatte.

Altes Rathaus der Gemeinde Seefeld

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat:
Jahr CSU SPD Grüne + BI FDP BVS FWG gesamt Wahlbeteiligg.
2020 4 2 5 1 3 5 20 67,2 %
2014 7 3 2 2 2 4 20 58,3 %
2008 7 2 2 2 3 4 20 66,3 %
2002 7 3 0 2 4 4 20 64,2 %

BI = Bürgerinitiative Eichenallee (Bei der Wahl 2020 traten die Grünen zusammen mit der Bürgerinitiative Eichenallee in einer gemeinsamen Liste an[6].)
BVS = Bürgerverein Seefeld
FWG = Freie Wählergemeinschaft Seefeld

Im Jahr 2008 traten zwei CSU-Mitglieder im Zusammenhang mit ihrer Unzufriedenheit mit der CSU-Staatsregierung (u. a. wegen der Erweiterung von Betriebsgenehmigungen für den Sonderflugplatz Oberpfaffenhofen) aus der CSU aus, bilden jedoch eine Fraktionsgemeinschaft mit ihren ehemaligen Parteifreunden.[7]

Gemeindesteuern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2008 umgerechnet 9.096.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 3.503.000 Euro.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DEU Seefeld COA.svg
Blasonierung: „Unter dreimal von Rot und Gold gespaltenem Schildhaupt in Silber eine eingeschweifte blaue Spitze, darin ein goldenes Kleeblatt; vorne eine rote heraldische Rose mit goldenem Butzen, hinten nebeneinander zwei pfahlweise gestellte schwarze Rauten.“[8]

seit 1981.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Gossensaß in Südtirol besteht eine Gemeindepartnerschaft.[9]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 2008 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 15, im produzierenden Gewerbe 1702, im Bereich Handel und Verkehr 340, im Bereich Unternehmensdienstleister 280 und im Bereich öffentliche und private Dienstleister 373 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 2265. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe acht Betriebe. Im Jahr 2007 bestanden zudem 34 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1170 ha, davon waren 662 ha Ackerfläche und 507 ha Dauergrünfläche. Die größten Unternehmen in Seefeld sind die Firmen 3M und die TQ-Group.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1903 verläuft die Bahnstrecke Pasing–Herrsching durch Hechendorf. Der Bahnhof Seefeld-Hechendorf ist seit 1972 eine Station der S-Bahn München, er wird durch die Linie S8 von Herrsching zum Flughafen München bedient.[10] Von Seefeld aus verkehren Buslinien im Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) nach Fürstenfeldbruck, Weßling, Andechs, Herrsching und Starnberg.[11]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedeutendstes Bauwerk im Hauptort ist das Gräflich Toerring'sche Schloss, das 1302 erstmals als Feste Schloßberg erwähnt wurde und im 18. Jahrhundert seine heutige barocke Form erhielt. Im Ortsteil Unering befindet sich die katholische Filialkirche St. Martin, ein Zentralbau des Rokoko, erbaut um 1732 von Johann Michael Fischer.[12]

Die Kirche St. Peter und Paul liegt im Ortsteil Oberalting, direkt am Marienplatz. Es handelt sich um ein barockisiertes spätgotisches Gebäude mit einer Geschichte, die rund 1200 Jahre zurückreicht.[13] Die erstmals im 14. Jahrhundert urkundlich erwähnte Pfarrkirche St. Michael im Ortsteil Hechendorf ist ein Chorturmanlage und wurde 1772 barockisiert.[14]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Julius Anton Beck (1852–1920), Schriftsteller, starb am 15. März 1920 in Seefeld/Hechendorf.
  • Franz Joseph Esser (1891–1964), Maler, Aquarellist, Karikaturist, Zeichner und Grafiker, starb am 18. Juni 1964 in Seefeld.
  • Gert Heidenreich (* 1944), Schriftsteller, lebt seit 1993 in Seefeld.
  • Wolfgang Krebs (* 1966), Kabarettist, in Seefeld geboren, lebt seit 1973 in Kaufbeuren.
  • Johannes Steck (* 1966), Schauspieler, lebt und arbeitet in Seefeld.
  • Lukas Podolski (* 1985), Fußballspieler, wohnte von August 2006 bis 2009 in Hechendorf, einem Ortsteil von Seefeld.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Seefeld (Oberbayern) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Seefeld in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 9. September 2019.
  3. a b Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 576.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 591.
  5. Bürgermeister. Gemeinde Seefeld, abgerufen am 28. Oktober 2020.
  6. Grüne verstärkt und verjüngt. 15. November 2019, abgerufen am 21. September 2020.
  7. Wörthsee gegen Flughafenerweiterung e.V. (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive), abgerufen am 15. Juni 2014.
  8. Eintrag zum Wappen von Seefeld (Oberbayern) in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  9. Gemeinde-Partnerschaft in Südtirol. Gemeinde Seefeld, abgerufen am 28. Oktober 2020.
  10. Robert Bopp: 100 Jahre Bahnstrecke Pasing – Herrsching. Von der Königlich Bayerischen Lokalbahn zur S-Bahn-Linie 5. Germering 2003, ISBN 3-00-011372-X, S. 69.
  11. Münchner Verkehrs- und Tarifverbund: Verkehrslinienplan Landkreis Starnberg (PDF) auf mvv-muenchen.de, Dezember 2018, abgerufen am 1. Februar 2019.
  12. St. Martin Unering. Pfarreiengemeinschaft Seefeld, archiviert vom Original am 4. März 2016; abgerufen am 7. April 2019.
  13. St. Peter und Paul Oberalting. Pfarreiengemeinschaft Seefeld, archiviert vom Original am 3. März 2016; abgerufen am 7. April 2019.
  14. Ein kleiner Kirchenführer: St. Michael Hechendorf. Pfarreiengemeinschaft Seefeld, archiviert vom Original am 8. März 2017; abgerufen am 7. April 2019.