Sievernich

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Sievernich
Gemeinde Vettweiß
Wappen von Sievernich
Koordinaten: 50° 43′ 38″ N, 6° 39′ 52″ O
Höhe: 139 m ü. NHN
Fläche: 4,93 km²
Einwohner: 456 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 92 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Eingemeindet nach: Müddersheim
Postleitzahl: 52391
Vorwahl: 02252
Die Ortslage
Die Ortslage

Sievernich ist ein Ortsteil der Gemeinde Vettweiß im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt südöstlich von Vettweiß am Neffelbach in der Zülpicher Börde. Nachbarorte sind Disternich, Weiler in der Ebene, Bessenich (Stadt Zülpich) und Vettweiß.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ältesten Nachweise für eine Besiedlung von Sievernich sind Scherben von zerstörten Urnengräbern und ein Frauengrab aus der Hallstattzeit, welches östlich des Ortes in der Sandgrube Auf dem Berg gefunden wurde.

Der Ortsname ist aus dem ursprünglich römisch-ubinischen Namen Severiniacum entstanden. Dass Sievernich in römischer Zeit besiedelt[2] war, belegen umfangreiche Funde, wozu Grabfunde und auch ein Töpferofen gehörten. Sievernich lag im Schnittpunkt von zwei römischen Militärstraßen und einer Handelsstraße. Südlich des Ortes entdeckte man, einen Meter unter dem heutigen Erdniveau, Reste der ehemaligen Römerstraße Köln–Reims.

In einem Güterverzeichnis der Abtei Prüm ist im Jahre 893 verzeichnet, dass Abt Balduin in Sievernich zwei Hufe zu Lehen hatte. Noch zu Beginn des 18. Jahrhunderts gehörte Sievernich zur einen Hälfte zum Herzogtum Jülich, zur anderen Hälfte zu Kurköln.

Am 1. Juli 1969 wurde Sievernich nach Müddersheim eingemeindet.[3] Der Ort kam am 1. Januar 1972 zusammen mit Müddersheim im Rahmen des Aachen-Gesetzes zur neuen Gemeinde Vettweiß.[4]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direkt am Ort vorbei führt die alte römische Heerstraße von Zülpich nach Neuss. Sie wurde im Ort von der Krönungsstraße AachenFrankfurt am Main gekreuzt. Dem Verlauf der Heerstraße folgt heute die Bundesstraße 477. Durchgangsverkehr gibt es im Ort nicht.

Personennahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Busse von Rurtalbus binden heute den Ort durch die Linien 208, 232 und SB 8 an den öffentlichen Personennahverkehr an. Zu bestimmten Zeiten verkehrt ein Rufbus. Bis zum 31. Dezember 2019 wurde der Busverkehr von der Dürener Kreisbahn bedient.

Linie Verlauf
208 Düren Kaiserplatz – Distelrath – (Merzenich Rathaus –) Schöne Aussicht – Girbelsrath – Eschweiler über Feld – Nörvenich Alter Bf – Nörvenich Hommelsh. Weg – Hochkirchen – (Irresheim –) Eggersheim – Lüxheim – Gladbach – Müddersheim – Disternich – Sievernich – Bessenich – Zülpich Frankengraben – Adenauerpl./Schulzentr.
232 Sievernich – Disternich – Müddersheim – Gladbach – Poll – Dorweiler – Pingsheim – Herrig – Lechenich
SB8 Schnellbus:
Düren Bf/ZOB – StadtCenter – Düren Kaiserplatz – Distelrath – Golzheim – Eschweiler über Feld – Nörvenich Alter Bf – Nörvenich Hommelsh. Weg – Hochkirchen – Eggersheim – Lüxheim – Gladbach – Sievernich – Bessenich – Zülpich Frankengraben – Adenauerpl./Schulzentrum
RufBus 208 Rufbus: Nörvenich Hommelsh. Weg – Irresheim – Eggersheim – Lüxheim – Gladbach – Müddersheim – Disternich – Sievernich – Bessenich – Zülpich Adenauerpl./Schulzentr. (Sa nachmittags/abends)

Ab 1908 fuhr am Ort entlang die Kleinbahn und Straßenbahn von Düren über Nörvenich nach Zülpich und Embken. Der Verkehr wurde 1960 eingestellt.

Schulen, Kindergarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grundschulkinder werden mit Schulbussen nach Müddersheim gebracht. Weiterführende Schulen gibt es in Düren und Zülpich.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche

Nach den Plänen von Vincenz Statz und Überarbeitung durch Heinrich Nagelschmidt und August Carl Lange begann 1869 der Kirchenbau und wurde 1873 geweiht. Sie wurde im neugotischen Stil errichtet. Vorher befand sich an dieser Stelle eine Kapelle.

1854 wurde Sievernich zur Pfarrei in der Erzdiözese Köln erhoben. Bis 1827 hatte der Ort zum Dekanat Zülpich gehört und war danach zur Pfarrei Nideggen gekommen.

Die Pfarrer Alef Straße in Sievernich wurde am 21. Oktober 1960, nach dem am 16. Februar 1945 im Konzentrationslager KZ Dachau ermordeten Pfarrer Alexander Heinrich Alef, benannt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marienerscheinung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort und die Kirche St. Johannes Baptist (Bistum Aachen) ist zu einer gewissen Berühmtheit gekommen, da hier Manuela Strack aus Düren von Juni 2000 bis Oktober 2005 am ersten oder zweiten Montag im Monat die Mutter Gottes erschienen sein soll. Die katholische Kirche konnte bisher allerdings keine Aussagen über die tatsächliche Existenz der Erscheinung machen. Die übermittelten Botschaften enthielten im Wesentlichen die Aufforderung zum Gebet, zur Buße, zum Frieden, zur Nächstenliebe und zur Papsttreue.

Der Förderverein Gebets- und Begegnungsstätte Sievernich möchte für die Besucher der „Blauen Gebetsoase“ das Haus Jerusalem bauen, welches als Pilgerhaus genutzt werden soll.[5]

Burg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptburg der Burg Sievernich

1153 wurde erstmals die Wasserburg unter einem Heinrich von Sievernich erwähnt. Die Burg wird in Privatbesitz als Trakehner-Gestüt genutzt und steht für Besichtigungen nicht zur Verfügung.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sievernich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerzahlen. In: vettweiss.de. Gemeinde Vettweiß, 31. Dezember 2020, abgerufen am 25. Januar 2021.
  2. Baltar Schmitz: Das Dürener Land. Bildatlas der Kreissparkasse Düren. Hrsg.: Kreissparkasse Düren. Düren 1971, DNB 760470677, S. 124.
  3. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, DNB 456219528, S. 98.
  4. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  5. Pilgerhaus Severnich: Für den Bau fehlen 400.000 Euro. In: aachener-zeitung.de. Aachener Zeitung, 22. März 2019, abgerufen am 25. Januar 2021.