Armstorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Armstorf
Armstorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Armstorf hervorgehoben
Koordinaten: 53° 36′ N, 9° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Cuxhaven
Samtgemeinde: Börde Lamstedt
Höhe: 20 m ü. NHN
Fläche: 39,75 km2
Einwohner: 663 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 17 Einwohner je km2
Postleitzahl: 21769
Vorwahl: 04773
Kfz-Kennzeichen: CUX
Gemeindeschlüssel: 03 3 52 002
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Schützenstraße 20
21769 Lamstedt
Webpräsenz: www.armstorf.de
Bürgermeister: Heino Klintworth (WG Armstorf)
Lage der Gemeinde Armstorf im Landkreis Cuxhaven
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Über dieses Bild

Die Gemeinde Armstorf (niederdeutsch Armsdörp) ist Mitglied des Gemeindeverbandes Samtgemeinde Börde Lamstedt im Landkreis Cuxhaven in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Armstorf mit seinen heute fast 650 Einwohner gehören die Ortsteile Dornsode und Langenmoor. Armstorf hat als Besonderheit eine Exklave hinter dem Gemeindegebiet von Hollnseth.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Armstorf könnte über Arnesdorp als das Dorf des Arn erklärt werden. Die Zuordnung der alten Bezeichnungen Ismeresthorp maior (1111–1116) zu Armstorf ist umstritten.[2][3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umstritten ist, ob das heutige Armstorf früher Ismerstorpe hieß, welches 1112 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde. Zu dieser Zeit gab es sieben Höfe, die im Gemeindewappen durch sieben Rauten repräsentiert werden. Das Land musste urbar gemacht werden; hierzu wurden Bäume gefällt und Sträucher verbrannt. Danach wurde das Land mit Hilfe von Pferden umgepflügt und anschließend landwirtschaftlich genutzt.

Auf den damaligen Höfen lebten mehrere Generationen unter einem Dach in einer großen Diele. Auch die Tiere waren hier untergebracht um sich gegenseitig zu wärmen. Die Nahrungsversorgung wurde durch selbstgepflanzte Kartoffeln, Getreide, Rüben, Gemüse und Obst, sowie gesammelte Früchte sichergestellt.

Geheizt wurde mit Holz und Torf, welches im Moor abgebaut wurde. Ärzte gab es zur damaligen Zeit nur sehr wenige und so konnte der Ausbruch einer Krankheit schon mal ganze Familien hinwegraffen. Durch den Ärztemangel bedingt konnte es auch vorkommen, dass sich der Friseur oder andere Berufe als Zahnarzt betätigten.

Zur Zeit der Herzogtümer Bremen und Verden gehörte Armstorf zu Börde Lamstedt und zum Gerichtsbezirk Warstade, während der napoleonischen Zeit zum Canton Bremervörde des Königreichs Westphalen. Von 1852 bis 1859 gehörte es zum Amt Bremervörde und 1859–1885 zum Amt Osten der (bis 1866 hannoveranischen, dann preußischen) Landdrostei Stade, 1885–1932 zum preußischen Kreis Neuhaus an der Oste, 1932–1977 zum Landkreis Land Hadeln. Seit dem 1. Januar 1969 ist Armstorf Teil der Samtgemeinde Börde Lamstedt. Es ist mit seinen über 20 Bauernhöfen landwirtschaftlich geprägt. Bekannt wurde der Ort durch seine zahlreichen Erfolge im Faustballsport.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Dornsode und Langenmoor eingemeindet.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1824 zählte Armstorf 37 Feuerstellen,[5] 1848 305 Personen in 60 Häusern.[6] 1910 waren es 422 Einwohner.[7] Von 1925 bis 2009 schwankten die Zahlen um die 425 (1925) bis 469 Einwohner (2009[8]). Eine wichtige Erwerbsquelle ist auch heute noch die Viehzucht.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Armstorf besteht aus neun Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 501 und 1000 Einwohnern.[9] Die neun Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[10]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze Veränderung Stimmen Veränderung Sitze
Wählergemeinschaft Armstorf 100 % 9 0 % ±0

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 76,99 %[10] deutlich über dem niedersächsischen Durchschnitt von 55,5 %.[11]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Heino Klintworth (Wählergemeinschaft Armstorf) zum ehrenamtlichen Bürgermeister für die aktuelle Wahlperiode.[12]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Armstorf
Blasonierung: „In Blau durch einen silbernen Wellenbalken geteilt, oben: sieben goldene Rauten (4 : 3); unten: ein goldenes Horn mit dem sichtbaren Mundstück nach rechts gewendet.“[13]
Wappenbegründung: Der Wellenbalken versinnbildlicht den alten Dorfgraben, in dessen Nähe gesiedelt wurde. An die ursprünglich aus sieben Gehöften bestehende Siedlung wird durch die Rauten erinnert. Das Horn deutet auf das noch heute vorhandene historische Dorfhorn der Gemeinde.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Armstorfer Maibaumpflanzen
  • Kriegerfest an Pfingsten
  • Armstorfer Sportwoche im Juni
  • Schützenfest im Juli

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1923 gegründete Sportverein SV Armstorf konzentriert sich hauptsächlich auf Faustball und Tischtennis. Die Herren-Faustballmannschaft spielt in der Niedersachsenliga.[15] Die Sportschützen sind im Schützenverein Armstorf, gegründet 1927, organisiert.

Personen, die mit der Gemeinde Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefan Aust (* 1946), Journalist, betreibt in Armstorf ein Hannoveraner-Gestüt

Sagen und Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Udo Theuerkauf: Kleine Heimatkunde der Börde Lamstedt. Hrsg.: Samtgemeinde Börde Lamstedt. Lamstedt 1997.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Armstorf – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. A. Hofmeister: Besiedlung und Verfassung der Stader Elbmarschen im Mittelalter, Teil I, Hildesheim 1978, S. 230: Die Gleichsetzung mit Armstorf bezweifelt aus sprachlichen Gründen W. Lenz, in: Jahrbuch der Männer vom Morgenstern 44, 1963, S. 23 Auch Förstemann II,1, 1599 denkt an eine Wüstung bei Lamstedt. Man kann von Ismeresdorp kaum zu Armstorf kommen.
  3. Der „Ortsnamenforscher“ auf NDR 1 Niedersachsen. Recherche Jürgen Udolph.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 243.
  5. C. H. Jansen: Statistisches Handbuch des Königreichs Hannover. 1824, S. 24: http://books.google.de/books?id=tG0AAAAAcAAJ&pg=PA24
  6. Friedrich W. Harseim, C. Schlüter: Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover. 1848, S. 132.
  7. Hann. Gemeindeverzeichnis
  8. Rathaus Börde Lamstedt
  9. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG); § 46 – Zahl der Abgeordneten. 17. Dezember 2010, abgerufen am 11. Februar 2017.
  10. a b Gemeinde Armstorf – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2016. Abgerufen am 11. Februar 2017.
  11. Die CDU holt landesweit die meisten Stimmen. In: Internetseite des NDR. 12. September 2016, abgerufen am 11. Februar 2017.
  12. Rat der Gemeinde Armstorf. Abgerufen am 11. Februar 2017.
  13. Rudolf Lembcke: Kreis Land Hadeln. Geschichte und Gegenwart. Hrsg.: Kreis Land Hadeln. Buchdruckerei Günter Hottendorff, Otterndorf 1976, S. 15 (Wappenteil).
  14. Von Armstorf nach Armstorf sind es 800 Kilometer. In: Internetseite Merkur-Online. 2. August 2012, abgerufen am 17. April 2018.
  15. faustball-ntb.de (Memento vom 27. April 2012 im Internet Archive) Abgerufen am 24. September 2012.
  16. Männer vom Morgenstern (Hrsg.): „Hake Betken siene Duven“ – Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung. 3. Auflage. Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4.