Armstorf

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Armstorf in Niedersachsen. Für den Gemeindeteil von St. Wolfgang im Landkreis Erding siehe Armstorf (Sankt Wolfgang).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Armstorf
Armstorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Armstorf hervorgehoben
53.5991666666679.075555555555620Koordinaten: 53° 36′ N, 9° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Cuxhaven
Samtgemeinde: Börde Lamstedt
Höhe: 20 m ü. NHN
Fläche: 39,75 km²
Einwohner: 632 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 16 Einwohner je km²
Postleitzahl: 21769
Vorwahl: 04773
Kfz-Kennzeichen: CUX
Gemeindeschlüssel: 03 3 52 002
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Schützenstraße 20
21769 Lamstedt
Webpräsenz: www.armstorf.de
Bürgermeister: Heino Klintworth (WG Armstorf)
Lage der Gemeinde Armstorf im Landkreis Cuxhaven
Nordsee Schleswig-Holstein Bremerhaven Landkreis Osterholz Landkreis Rotenburg (Wümme) Landkreis Stade Landkreis Wesermarsch Armstorf Belum Beverstedt Bülkau Cadenberge Cuxhaven Geestland Geversdorf Hagen im Bremischen Hechthausen Hemmoor Hollnseth Ihlienworth Lamstedt Lamstedt Loxstedt Mittelstenahe Neuenkirchen (Land Hadeln) Neuhaus (Oste) Nordleda Oberndorf (Oste) Odisheim Osten (Oste) Osterbruch Otterndorf Schiffdorf Steinau (Niedersachsen) Stinstedt Stinstedt Wanna Wingst Wurster NordseeküsteKarte
Über dieses Bild

Die Gemeinde Armstorf (plattdeutsch Armsdörp) gehört zur Samtgemeinde Börde Lamstedt im Landkreis Cuxhaven und im Bundesland Niedersachsen (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten]

Zu Armstorf mit seinen heute fast 650 Einwohner gehören die Ortsteile Dornsode und Langenmoor. Armstorf hat als Besonderheit eine Exklave hinter dem Gemeindegebiet von Hollnseth.

Einwohner[Bearbeiten]

1824 zählte Armstorf 37 Feuerstellen,[2] 1848 305 Personen in 60 Häusern.[3] 1910 waren es 422 Einwohner.[4] Von 1925 bis 2009 schwankten die Zahlen um die 425 (1925) bis 469 Einwohner (2009[5]). Eine wichtige Erwerbsquelle ist auch heute noch die Viehzucht.

Geschichte[Bearbeiten]

Ortsname[Bearbeiten]

Der Name Armstorf könnte über Arnesdorp als das Dorf des Arn erklärt werden. Die Zuordnung der alten Bezeichnungen Ismeresthorp maior (1111–1116) zu Armstorf ist umstritten.[6][7]

Geschichte[Bearbeiten]

Umstritten ist, ob das heutige Armstorf früher Ismerstorpe hieß, welches 1112 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde. Zu dieser Zeit gab es sieben Höfe, die im Gemeindewappen durch sieben Rauten repräsentiert werden. Das Land musste urbar gemacht werden; hierzu wurden Bäume gefällt und Sträucher verbrannt. Danach wurde das Land mit Hilfe von Pferden umgepflügt und anschließend landwirtschaftlich genutzt.

Auf den damaligen Höfen lebten mehrere Generationen unter einem Dach in einer großen Diele. Auch die Tiere waren hier untergebracht um sich gegenseitig zu wärmen. Die Nahrungsversorgung wurde durch selbstgepflanzte Kartoffeln, Getreide, Rüben, Gemüse und Obst, sowie gesammelte Früchte sichergestellt.

Geheizt wurde mit Holz und Torf, welches im Moor abgebaut wurde. Ärzte gab es zur damaligen Zeit nur sehr wenige und so konnte der Ausbruch einer Krankheit schon mal ganze Familien hinwegraffen. Durch den Ärztemangel bedingt konnte es auch vorkommen, dass sich der Friseur oder andere Berufe als Zahnarzt betätigten.

Zur Zeit der Herzogtümer Bremen und Verden gehörte Armstorf zu Börde Lamstedt und zum Gerichtsbezirk Warstade, während der napoleonischen Zeit zum Canton Bremervörde des Königreichs Westfalen. 1852-1859 gehörte es zum Amt Bremervörde und 1859-1885 zum Amt Osten der (bis 1866 hannoveranischen, dann preußischen) Landdrostei Stade, 1885-1932 zum preußischen Kreis Neuhaus an der Oste, 1932-1977 zum Landkreis Land Hadeln. Seit dem 1. Januar 1969 ist Armstorf Teil der Samtgemeinde Börde Lamstedt. Es ist mit seinen über 20 Bauernhöfen landwirtschaftlich geprägt. Bekannt wurde der Ort durch seine zahlreichen Erfolge im Faustballsport.

Eingemeindungen

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Dornsode und Langenmoor eingemeindet.[8]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

  • Wählergemeinschaft Armstorf: 9 Sitze[9]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister Heino Klintworth.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Gemeinde unterhält freundschaftliche Kontakte nach Armstorf, einem Ortsteil von Sankt Wolfgang im Landkreis Erding.[10]

Wappen[Bearbeiten]

Der mittige Wellenbalken im Wappen der Gemeinde Armstorf stellt den alten Dorfgraben dar. Die sieben Rauten erinnern an die ursprünglich sieben Gehöfte der Siedlung. Das historische Dorfhorn Horn wird unten abgebildet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Armstorfer Maibaumpflanzen
  • Armstorfer Faustballturnier am 1. Mai
  • Kriegerfest an Pfingsten
  • Armstorfer Sportwoche im Juni
  • Schützenfest im Juli

Sport[Bearbeiten]

Der 1923 gegründete Sportverein SV Armstorf konzentriert sich hauptsächlich auf Faustball und Tischtennis. Die Herren-Faustballmannschaft spielt in der Niedersachsenliga.[11] Die Sportschützen sind im Schützenverein Armstorf, gegründet 1927, organisiert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Sagen und Legenden[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Armstorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. C. H. Jansen: Statistisches Handbuch des Königreichs Hannover. 1824, S. 24: http://books.google.de/books?idVorlage:=tG0AAAAAcAAJ&pgVorlage:=PA24
  3. Friedrich W. Harseim, C. Schlüter: Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover. 1848, S. 132.
  4. Hann. Gemeindeverzeichnis
  5. Rathaus Börde Lamstedt
  6. A. Hofmeister: Besiedlung und Verfassung der Stader Elbmarschen im Mittelalter, Teil I, Hildesheim 1978, S. 230: Die Gleichsetzung mit Armstorf bezweifelt aus sprachlichen Gründen W. Lenz, in: Jahrbuch der Männer vom Morgenstern 44, 1963, S. 23 Auch Förstemann II,1, 1599 denkt an eine Wüstung bei Lamstedt. Man kann von Ismeresdorp kaum zu Armstorf kommen.
  7. Der "Ortsnamenforscher" auf NDR 1 Niedersachsen. Recherche Prof. Jürgen Udolph.
  8.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 243.
  9. Zusammensetzung des Rates von Armstorf
  10. merkur-online.de: Von Armstorf nach Armstorf sind es 800 Kilometer, 2. August 2012
  11. faustball-ntb.de, abgerufen am 24. September 2012.
  12. Männer vom Morgenstern (Hrsg.): Hake Betken siene Duven. Das große Sagenbuch aus dem Land an Elb- und Wesermündung. Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4