Terry Crisp

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KanadaKanada Terry Crisp Eishockeyspieler
Personenbezogene Informationen
Geburtsdatum 28. Mai 1943
Geburtsort Parry Sound, Ontario, Kanada
Größe 178 cm
Gewicht 77 kg
Spielerbezogene Informationen
Position Center
Schusshand Links
Karrierestationen
1961–1963 Niagara Falls Flyers
1963–1965 Minneapolis Bruins
1965–1967 Boston Bruins
Oklahoma City Blazers
1967–1972 St. Louis Blues
1972–1973 New York Islanders
1973–1976 Philadelphia Flyers

Terrance Arthur „Terry“ Crisp (* 28. Mai 1943 in Parry Sound, Ontario) ist ein ehemaliger kanadischer Eishockeyspieler und -trainer. Der Center absolvierte über 600 Spiele in der National Hockey League, den Großteil davon für die St. Louis Blues und die Philadelphia Flyers. Als Cheftrainer betreute er anschließend die Calgary Flames und die Tampa Bay Lightning in der NHL. Crisp gewann insgesamt drei Stanley Cups, 1974 und 1975 als Spieler mit den Flyers sowie 1989 als Trainer der Flames.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spielerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Terry Crisp spielte in seiner Jugend für die Niagara Falls Flyers in der Ontario Hockey Association (OHA) und erreichte mit dem Team 1963 das Endspiel um den Memorial Cup. Zur Saison 1963/64 wechselte der Angreifer zu den Boston Bruins in die National Hockey League (NHL), bei denen er in den folgenden vier Jahren allerdings nur auf drei NHL-Einsätze kam. Den weitaus größten Teil dieser Zeit verbrachte er bei deren Farmteams, den Minneapolis Bruins sowie den Oklahoma City Blazers, in der Central Professional Hockey League (CPHL). Mit den Blazers gewann er dabei 1966 und 1967 die CPHL-Playoffs um den Adams Cup.

Erst die große Ligaerweiterung von 1967 sorgte dafür, dass Crisp in der NHL Fuß fassen konnte. Die neu gegründeten St. Louis Blues wählten ihn im NHL Expansion Draft 1967 und setzten ihn fortan regelmäßig ein, sodass er sich als defensiv orientierter Center in der Liga etablierte. Mit den Blues erreichte der Kanadier von 1968 bis 1970 drei Stanley-Cup-Finals in Serie, war dort allerdings jeweils gegen den Vertreter der etablierten Original Six chancenlos. Insgesamt lief er fünf Jahre in St. Louis auf, bevor er über einen weiteren Expansion Draft (1972) zu den New York Islanders gelangte. Bereits im März 1973 wurde er allerdings im Tausch für Jean Potvin an die Philadelphia Flyers abgegeben.

In Philadelphia verbrachte Crisp seine vier letzten und zugleich erfolgreichsten NHL-Jahre, so gewann er mit dem Team 1974 und 1975 die ersten beiden Stanley Cups der Franchise-Geschichte. Er beendete seine aktive Karriere nach zwei Spielen in der Saison 1976/77, wobei er zuvor bereits kurzzeitig die Springfield Indians aus der American Hockey League (AHL) trainiert hatte. Insgesamt absolvierte er während seiner NHL-Laufbahn 646 Spiele und erzielte dabei 244 Scorerpunkte.

Trainerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

KanadaKanada Terry Crisp
Trainerstationen
1977–1979 Philadelphia Flyers (Assistenztrainer)
1979–1985 Sault Ste. Marie Greyhounds
1985–1987 Moncton Golden Flames
1987–1990 Calgary Flames
1992–1997 Tampa Bay Lightning

Crisp blieb den Philadelphia Flyers mit Beginn der Saison 1977/78 als Assistenztrainer erhalten und hatte diese Position zwei Jahre inne, bevor er in die Ontario Hockey League zurückkehrte und dort die Rolle des Cheftrainers bei den Sault Ste. Marie Greyhounds übernahm. Die Greyhounds führte er sechs Jahre an und gewann mit dem Team 1985 die Playoffs um den J. Ross Robertson Cup, während er persönlich mehrfach in ein OHL All-Star Team berufen sowie 1985 mit der Matt Leyden Trophy als bester Trainer der Liga ausgezeichnet wurde. In der Folge wurde er prompt von den Moncton Golden Flames aus der AHL angestellt und dort seinen ersten festen Cheftrainerposten im Profibereich erhielt. Nach zwei Jahren in Moncton stieg Crisp 1987 innerhalb der Organisation zum Headcoach der Calgary Flames in die NHL auf und trat dabei die Nachfolge von Bob Johnson an. Bereits in seiner zweiten Saison in Calgary errang er mit den Flames den ersten Stanley Cup der Teamhistorie, während er persönlich ein drittes Mal auf der Trophäe verewigt wurde. Dennoch wurde er nach der Spielzeit 1989/90 entlassen und durch Doug Risebrough ersetzt.

Nach einem Sabbatjahr nahm Crisp als Assistent von Dave King an den Olympischen Winterspielen 1992 teil und gewann dort mit der kanadischen Nationalmannschaft die Silbermedaille. Anschließend stellten ihn die zur Saison 1992/93 neu gegründeten Tampa Bay Lightning als ersten Cheftrainer vor. Das Team, das als Neuzugang der Liga zu Beginn kaum konkurrenzfähig war, führte Crisp in den folgenden fünf Jahren einmal in die Playoffs, bevor er Anfang der Spielzeit 1997/98 entlassen wurde.

Seither ist Crisp als TV-Kommentator bzw. -Experte tätig, zu Beginn für TSN sowie später bei Übertragungen der Nashville Predators.[1]

Erfolge und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karrierestatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spielerstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reguläre Saison Playoffs
Saison Team Liga Sp T V Pkt +/– SM Sp T V Pkt +/– SM
1961/62 Niagara Falls Flyers OHA 50 16 22 38 57 10 1 6 7 6
1962/63 Niagara Falls Flyers OHA 50 39 35 74 68 9 5 12 17 10
1963 Niagara Falls Flyers Memorial Cup 16 11 12 23 22
1963/64 Minneapolis Bruins CPHL 42 15 20 35 22
1964/65 Minneapolis Bruins CPHL 70 28 34 62 22 5 0 2 2 0
1965/66 Minneapolis Bruins CPHL 61 11 22 33 35 9 1 5 6 0
1965/66 Boston Bruins NHL 3 0 0 0 –3 0
1966/67 Oklahoma City Blazers CPHL 69 31 42 73 37 11 3 7 10 0
1967/68 St. Louis Blues NHL 73 9 20 29 +10 10 18 1 5 6 +5 6
1968/69 Kansas City Blues CHL 4 1 1 2 4
1968/69 St. Louis Blues NHL 57 6 9 15 +9 14 12 3 4 7 +8 20
1969/70 Buffalo Bisons AHL 51 15 34 49 14
1969/70 St. Louis Blues NHL 26 5 6 11 ±0 2 16 2 3 5 –8 2
1970/71 St. Louis Blues NHL 54 5 11 16 +3 13 6 1 0 1 +3 2
1971/72 St. Louis Blues NHL 75 13 18 31 +7 12 11 1 3 4 –2 2
1972/73 New York Islanders NHL 54 4 16 20 –23 6
1972/73 Philadelphia Flyers NHL 12 1 5 6 +4 2 11 3 2 5 –1 2
1973/74 Philadelphia Flyers NHL 71 10 21 31 +12 28 17 2 2 4 +3 4
1974/75 Philadelphia Flyers NHL 71 8 19 27 +11 20 9 2 4 6 +3 0
1975/76 Philadelphia Flyers NHL 38 6 9 15 +7 28 10 0 5 5 +4 2
1976/77 Philadelphia Flyers NHL 2 0 0 0 ±0 0
OHA gesamt 100 55 57 112 68 10 1 6 7 6
C(P)HL gesamt 246 86 119 205 120 25 4 14 18 0
NHL gesamt 536 67 134 201 +37 135 110 15 28 43 +15 40

(Legende zur Spielerstatistik: Sp oder GP = absolvierte Spiele; T oder G = erzielte Tore; V oder A = erzielte Assists; Pkt oder Pts = erzielte Scorerpunkte; SM oder PIM = erhaltene Strafminuten; +/− = Plus/Minus-Bilanz; PP = erzielte Überzahltore; SH = erzielte Unterzahltore; GW = erzielte Siegtore; 1 Play-downs/Relegation)

NHL-Trainerstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reguläre Saison Playoffs
Saison Team Liga Sp S N U Pkt Platz Sp S N Resultat
1987/88 Calgary Flames NHL 80 48 23 9 105 1., Smythe 9 4 5 Division-Finale
1988/89 Calgary Flames NHL 80 54 17 9 117 1., Smythe 22 16 6 Stanley-Cup-Gewinn
1989/90 Calgary Flames NHL 80 42 23 15 99 1., Smythe 6 2 4 Division-Halbfinale
1992/93 Tampa Bay Lightning NHL 84 23 54 7 53 6., Norris nicht qualifiziert
1993/94 Tampa Bay Lightning NHL 84 30 43 11 71 7., Atlantic nicht qualifiziert
1994/95 Tampa Bay Lightning NHL 48 17 28 3 37 6., Atlantic nicht qualifiziert
1995/96 Tampa Bay Lightning NHL 82 38 32 12 88 5., Atlantic 6 2 4 Conference-Viertelfinale
1996/97 Tampa Bay Lightning NHL 82 32 40 10 74 6., Atlantic nicht qualifiziert
1997/98 Tampa Bay Lightning NHL 11 2 7 2 6 entlassen
NHL gesamt 631 286 267 78 650 3 Divisionstitel 43 24 19 1 Stanley Cup

(Legende zur Trainerstatistik: Sp oder GC = Spiele insgesamt; W oder S = erzielte Siege; L oder N = erzielte Niederlagen; T oder U = erzielte Unentschieden; OTL oder OTN = erzielte Niederlagen nach Overtime oder Shootout; Pts oder Pkt = erzielte Punkte; Pts% oder Pkt% = Punktquote; Win% = Siegquote; Resultat = erreichte Runde in den Play-offs)

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Sohn Jeff Crisp ist in der NHL als Scout tätig, während sein Neffe Connor Crisp ebenfalls professioneller Eishockeyspieler ist.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lonnie Herman: Bolt From the Blue: Terry Crisp. nhl.com, 30. August 2010, abgerufen am 1. Februar 2018 (englisch).