Trüllikon

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Trüllikon
Wappen von Trüllikon
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Zürich Zürich (ZH)
Bezirk: Andelfingenw
BFS-Nr.: 0040i1f3f4
Postleitzahl: 8465 Rudolfingen
8465 Wildensbuch
8466 Trüllikon
Koordinaten: 694288 / 277255Koordinaten: 47° 38′ 21″ N, 8° 41′ 36″ O; CH1903: 694288 / 277255
Höhe: 435 m ü. M.
Höhenbereich: 401–567 m ü. M.[1]
Fläche: 9,56 km²[2]
Einwohner: 1055 (31. Dezember 2020)[3]
Einwohnerdichte: 110 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
8,3 % (31. Dezember 2020)[4]
Gemeindepräsidentin: Claudia Gürtler
Website: www.truellikon.ch
Trüllikon von Osten

Trüllikon von Osten

Lage der Gemeinde
HusemerseeDeutschlandDeutschlandDeutschlandDeutschlandKanton SchaffhausenKanton SchaffhausenKanton ThurgauKanton SchaffhausenBezirk BülachBezirk WinterthurAdlikon bei AndelfingenAndelfingen ZHBenken ZHBerg am IrchelBuch am IrchelDachsenDorf ZHFeuerthalenFlaachFlurlingenHenggartHumlikonKleinandelfingenLaufen-UhwiesenMarthalenOssingenRheinau ZHStammheimThalheim an der ThurTrüllikonTruttikonVolkenKarte von Trüllikon
Über dieses Bild
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Fachwerkhaus in Trüllikon
Wildensbuch vom Hochwachtturm

Trüllikon ist eine politische Gemeinde im Bezirk Andelfingen des Kantons Zürich in der Schweiz. Sein Mundartname: Trülike, Trülleke[5].

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftbild (1953)

Die Gemeinde erstreckt sich quer über das Zürcher Weinland und hat eine Fläche von 980 ha. Im Norden grenzt Trüllikon an die Gemeinde Schlatt (Kanton Thurgau), im Osten an die Gemeinden Ossingen und Truttikon, im Süden an Kleinandelfingen und im Westen an Marthalen und Benken.

Die Gemeinde Trüllikon besteht aus drei Ortsteilen: Trüllikon, Rudolfingen (Mundartnamen: Ruedelfinge, Ruedlefinge, Ruedifinge) und Wildensbuch (Mundartnamen: Widischbuech, Wildischbuch)[6].

Trüllikon (435 m ü. M.): Hier sind die Gemeindeverwaltung, die Poststelle, 2 Restaurants, 1 Hotel-Restaurant sowie eine Einkaufsmöglichkeit (Volg) zu finden. Mit rund 600 Einwohnern ist Trüllikon das grösste der drei Dörfer der Gemeinde.

Rudolfingen (420 m ü. M.) fällt vor allem durch den unter Heimatschutz gestellten Dorfkern mit alten Riegelbauten auf.

Wildensbuch (ca. 487 m ü. M.) ist der höchstgelegene Gemeindeteil. Es ist im Kern immer noch ein traditionelles Bauerndorf.

Alle drei Ortsteile bildeten bis zur Abschaffung durch die neue Kantonsverfassung im Jahr 2010 je eine eigene Zivilgemeinde.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2020
Einwohner 895 823 724 887 995 989 1055


Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Individualverkehr: Trüllikon verfügt über einen eigenen Anschluss an die Autostrasse A4, auf welcher man in rund 20 Minuten die Stadt Winterthur oder in 15 Minuten die Stadt Schaffhausen erreicht.

Öffentlicher Verkehr: Die Gemeinde hat keinen eigenen Bahnhof, eine Postautolinie verkehrt von 6 Uhr bis 20 Uhr zwischen den Bahnhöfen Ossingen und Marthalen, was mit Umsteigen einen durchgehenden Halbstundentakt nach Winterthur ergibt. Ab 20 Uhr bis Betriebsschluss verkehrt stündlich ein Bus vom Bahnhof Marthalen nach Rudolfingen und Trüllikon. Seit dem 12. Dezember 2004 wird Trüllikon auch ans ZVV-Nachtnetz angeschlossen. Jeweils in den Nächten Fr/Sa und Sa/So gibt es je eine Verbindung ab Schaffhausen und Winterthur nach Trüllikon und Rudolfingen.

Der Dorfteil Wildensbuch ist seit dem 15. Dezember 2008 auch an das ÖV-Netz angeschlossen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf verfügt über eine Primarschule für die Unter- und Mittelstufe. Schülerinnen und Schüler der Oberstufe besuchen die Sekundarschule in Marthalen oder ein Gymnasium in Winterthur.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgrabungen am Hattlenbuck (Trüllikon) und Schlossberg (Rudolfingen) bezeugen, dass das Gemeindegebiet spätestens zur Bronzezeit besiedelt war. Aus römischer Zeit sind Gutshöfe am Cholfirst und Wachttürme am Rhein nachgewiesen worden. Nach dem endgültigen Rückzug der Römer im Jahre 454 wurde die Gegend von den Alemannen besiedelt.

Die Ortsbezeichnung Trüllikon geht auf die Siedlung der Leute des Trullo zurück. Rudolfingen ist die Siedlung der Leute des Rudolf. Wildensbuch gilt als fränkische Siedlung, der Name stammt von Buchenwald des Willigis.

Aus dem Jahr 858 stammt die erste urkundliche Erwähnung der Dörfer: das Kloster Rheinau erhielt vom alemannischen Edelmann Wolvene Grundbesitz in Trullinchiva, Ruadolvinga und Willigisbuoh. Während Trüllikon und Wildensbuch beim Kloster Rheinau blieben, wurde Rudolfingen später an die Abtei Reichenau und dann an das Kloster St. Katharinental veräussert, wobei Rudolfingen aber bis 1798 eine eigene Gerichtsherrschaft bildete. In Trüllikon gelangte die Gerichtsherrschaft 1662 an die Zürcher Familie Bürkli, die im "Schloss" ihre Residenz hatte. Mit der Übernahme der Grafschaft Kyburg durch die Stadt Zürich im Jahr 1452 ging die hohe Gerichtsbarkeit über Trüllikon ebenfalls nach Zürich.

Die Gemeinde Trüllikon gehörte bis 1798 zum Ausseramt der Landvogtei Kyburg. Während der Helvetik und Mediationszeit wechselte die Einteilung Trüllikons vom Distrikt Benken zum Bezirk Winterthur und 1831 zum Bezirk Andelfingen.

Nebst den heutigen Zivilgemeinden Rudolfingen und Wildensbuch gehörte auch noch Truttikon zur politischen Gemeinde Trüllikon. 1878 erlangte Truttikon aber durch eine Volksabstimmung wieder den Rang einer selbstständigen politischen Gemeinde. Unverändert blieb das Kirchengebiet, nach wie vor bilden Trüllikon und Truttikon zusammen eine evangelisch-reformierte Kirchgemeinde.

Zivilgemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Politischen Gemeinde Trüllikon haben Trüllikon, Rudolfingen und Wildensbuch noch je eine eigene Zivilgemeinde beibehalten.

Die Zivilgemeinden unterhalten die Flurwege und den Wald. Zudem betreibt jede Zivilgemeinde eine eigene Wasserversorgung. Die Vorsteherschaften umfassen je drei Mitglieder (Präsident, Gutsverwalter und Aktuar). Jährlich finden 2–3 Gemeindeversammlungen statt.

Die Zivilgemeinden wurden vor Ende 2009 gem. Kantonsverfassung des Kantons Zürich aus dem Jahre 2006 jedoch aufgehoben.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hofmeisterhaus, Rudolfingen
  • Landrichtergut Zuber, Rudolfingen
  • Schloss Trüllikon
  • Rudolfingen: Dorfkern mit alten Riegelbauten

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 5 Mitgliedern. Davon 2 SVP (Schweizerische Volkspartei), 1 BDP (Bürgerlich, Demokratische Partei), 2 parteilose.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

Gespalten und vor Gold fünfmal von Silber und Rot schräglinks geteilt

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band I: Die Bezirke Affoltern und Andelfingen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 7). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1938. DNB 365803030.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Trüllikon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BFS Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  3. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  4. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländeranteil aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  5. Heinz Gallmann: Zürichdeutsches Wörterbuch. 1. Auflage. Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2009, ISBN 978-3-03823-555-2, S. 670.
  6. Heinz Gallmann: Zürichdeutsches Wörterbuch. 1. Auflage. Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2009, ISBN 978-3-03823-555-2, S. 670.