Andelfingen ZH

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ZH ist das Kürzel für den Kanton Zürich in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Andelfingenf zu vermeiden.
Andelfingen
Wappen von Andelfingen
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich ZH
Bezirk: Andelfingenw
BFS-Nr.: 0030i1f3f4
Postleitzahl: 8450
Koordinaten: 693301 / 272327Koordinaten: 47° 35′ 42″ N, 8° 40′ 45″ O; CH1903: 693301 / 272327
Höhe: 370 m ü. M.
Fläche: 6,65 km²
Einwohner: 2168 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 259 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
12,6 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.andelfingen.ch
Kirche Andelfingen

Kirche Andelfingen

Karte
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Andelfingen (bis 1970 offiziell Grossandelfingen) ist eine politische Gemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Bezirks des Kantons Zürich in der Schweiz.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Wappen des Kantons Thurgau, Zürcher Gemeindewappen

Blasonierung

In Rot ein goldener Schrägbalken, begleitet von zwei schreitenden goldenen Löwen, der untere überhöht von einem goldenen Stern

Die Landvogtei Andelfingen führte das Wappen der Grafschaft Kyburg nach dem Aussterben der Grafen von Kyburg 1264. Der Stern als Unterscheidungsmerkmal erscheint ist im Murerplan von 1576 im oberen Feld dargestellt, der Stern im unteren Feld erscheint auf der Ämterscheibe von Hans Jakob Nüscheler d. Ä. von 1616.[3] Das Wappen wurde ab 1831 von Andelfingen und Kleinandelfingen geführt. Mitte 1927 wurde das offizielle Wappen festgelegt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andelfingen liegt südlich der Thur zwischen Schaffhausen und Winterthur im Zentrum des Zürcher Weinlandes.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1634 413
1850 730
1900 855
1950 931
1980 1658
2000 1644
2010 1860

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die SVP hat 35,97 %, die SP 13,56 %, die glp 12,48 %, die FDP 11,29 %, die Grünen 7,66 %, die EVP 6,69 %, die BDP 6,46 % und die CVP 2,37 % der Wählerstimmen (Nationalratswahl 2011).[4]

Gemeindepräsident ist Ueli Frauenfelder (SVP) (Stand 2009).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die S-Bahn Zürich führt mit zwei Linien durch Andelfingen und ermöglicht so einen versetzten Viertelstundentakt untertags:

Nach dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 wird die S12, die eine S33 ersetzen. Neben dieser Änderung, wird auch das Busangebot angepasst an die neuen Bedürfnisse der Bevölkerung.

Der Bahnhof ist zentral gelegen. Es verkehren zudem Regionalbusse ab Andelfingen nach Oberstammheim (Linie 605) und nach Seuzach (Linie 612). Am Wochenende fahren Nachtbusse (Linie N63 nach Rheinau via Trüllikon sowie Linie N69 nach Oberstammheim via Ossingen) und Nachtzüge (SN3) an alle wichtigen Orte in der Umgebung, z. B. Winterthur, Schaffhausen und Zürich.

Andelfingen ist durch die Autostrasse A4 für den Autoverkehr erschlossen. Rund um Andelfingen gibt es zahlreiche Rad- und Wanderwege.

Dem Wassersportler steht die Thur für Schlauchbootfahrten offen. Ein beliebter Wasserungsort liegt wenige Meter unterhalb des Freibads.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss und Marktflecken Andelfingen auf einem Stich von Matthäus Merian, 1642

Bei den ältesten Funden in Andelfingen handelt es sich um neolithische Steinbeile. Bronzezeitliche Keramik wurde Auf Bollen entdeckt, wo auch eine Siedlung aus dem 12. Jahrhundert v. Chr. lokalisiert werden konnte.

Bereits 1844 wurden mehrere Skelette aus einer Kiesgrube gehoben. Wahrscheinlich sind sie der Hallstattzeit zuzuordnen. Zwei Gräber aus der Latènezeit mit reicher Ausstattung erregten 1911 Aufsehen, weil bei den weiteren Untersuchungen ein ganzes Gräberfeld mit insgesamt 29 Bestattungen entdeckt wurden. Die Grabanlage wurde dem 4.–3. Jahrhundert v. Chr. zugeordnet.

Mauerreste unter der heutigen Kirche lassen den Schluss zu, dass dort im 8. Jahrhundert eine Siedlung lag. Im Spätmittelalter war die Andelfinger Kirche von regionaler Bedeutung und betreute mehrere Aussenstellen.

Das Schloss Andelfingen gehörte den Söhnen des Kaisers Albrecht, die es 1377 den Herren von Landenberg verpfändeten.[5] 1434 verkauften die Hohen-Landenberger Andelfingen an Zürich.

Als Standort einer Thurbrücke, die 1324 erweitert wurde, war Andelfingen als Zoll- und Handelsplatz ein regionales Zentrum. 1799 wurde die Brücke im Krieg zerstört. 1814 wurde durch Hans Konrad Stadler eine neue Holzbrücke gebaut.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der öffentlich zugängliche Park des Schlosses, das bis 1999 als Altersheim diente und heute Wohn- und Bürogebäude ist, ist ein schönes Beispiel für die Gartenarchitektur des 19. Jahrhunderts[6].

Fotos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pajtim Kasami (* 1992), Fussballspieler, in Andelfingen aufgewachsen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band I: Die Bezirke Affoltern und Andelfingen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 7). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1938. DNB 365803030.
  • I. Bauer: Andelfingen Auf Bollen, in Bronzezeitlichen Landsiedlungen und Gräber 1992
  • E. Stauber: Geschichte der Kirchgemeinde Andelfingen. 1940–1943
  • K. Wanner: Siedlungen, Kontinuität und Wüstungen im nördlichen. Kt. Zürich. 1984

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Andelfingen ZH – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 13. April 2016.
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 13. April 2016.
  3. Germanisches Nationalmuseum MM916
  4. http://www.statistik.zh.ch/internet/justiz_inneres/statistik/de/wahlen_abstimmungen/wahlen_2011/nationalratswahlen2011/resultate.html#a-content abgerufen am 24. Januar 2012
  5. Charles Knapp, Maurice Borel, Victor Attinger, Heinrich Brunner, Société neuchâteloise de géographie (Herausgeber): Geographisches Lexikon der Schweiz. Band 1: Aa – Emmengruppe. Verlag Gebrüder Attinger, Neuenburg 1902, S. 73, Stichwort Andelfingen  (Scan der Lexikon-Seite).
  6. Alfred Spaltenstein, Judith Rüegsegger: Der Schlosspark Andelfingen. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 641). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1998, ISBN 3-85782-641-X.