Benken ZH

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ZH ist das Kürzel für den Kanton Zürich in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Benkenf zu vermeiden.
Benken
Wappen von Benken
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Zürich Zürich (ZH)
Bezirk: Andelfingenw
BFS-Nr.: 0022i1f3f4
Postleitzahl: 8463
Koordinaten: 691299 / 278876Koordinaten: 47° 39′ 15″ N, 8° 39′ 14″ O; CH1903: 691299 / 278876
Höhe: 420 m ü. M.
Höhenbereich: 396–567 m ü. M.[1]
Fläche: 5,66 km²[2]
Einwohner: 856 (31. Dezember 2020)[3]
Einwohnerdichte: 151 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
14,5 % (31. Dezember 2020)[4]
Gemeindepräsident: Beat Schmid
Website: www.benken-zh.ch
Benken

Benken

Lage der Gemeinde
HusemerseeDeutschlandDeutschlandDeutschlandDeutschlandKanton SchaffhausenKanton SchaffhausenKanton ThurgauKanton SchaffhausenBezirk BülachBezirk WinterthurAdlikon bei AndelfingenAndelfingen ZHBenken ZHBerg am IrchelBuch am IrchelDachsenDorf ZHFeuerthalenFlaachFlurlingenHenggartHumlikonKleinandelfingenLaufen-UhwiesenMarthalenOssingenRheinau ZHStammheimThalheim an der ThurTrüllikonTruttikonVolkenKarte von Benken
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Benken ist eine politische Gemeinde im Bezirk Andelfingen, dem Weinland des Kantons Zürich in der Schweiz. Sein Mundartname: Bänke[5]. Der 48 Meter hohe Turm der reformierten Kirche prägt das Ortsbild und genauso den Dorfkern, der seit dem Mittelalter in dieser Form besteht.[6]

Benken ZH, historisches Luftbild von 1919, aufgenommen von Walter Mittelholzer

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

Schräggeteilt von Silber und Blau, oben eine blaue Pflugschar, unten ein silbernes Rebmesser mit goldenem Griff

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Zürcher Weinland, unmittelbar östlich der deutsch-schweizerischen Grenze (Jestetter Zipfel des Landkreises Waldshut, Baden-Württemberg). Die Lage von Benken am südwestlichen Hang des Cholfirsts ist offen und sonnig, nahe der Rheinschleife bei Rheinau unweit von Schaffhausen.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1634 1878 1850 1900 1950 2000 2010 2020
Einwohner 256 475 590 547 492 704 799 856

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindepräsident ist Beat Schmid (Stand September 2021).

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Landwirtschaft spielte lange Zeit der Torfabbau im Benkenerried eine wichtige Rolle. Ab 1860 begann der Quarzsandabbau, dieser wurde in die aufkommende Glas- und Giesserei Industrie von Bülach und Zürich geliefert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die frühesten Spuren von Besiedlungen sind eine römische Villa und frühalemannische Gräber. Benken als Pecchinhova wird 858 in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Rheinau erstmals urkundlich erwähnt. Im 13. Jahrhundert wird der Ort Benchon genannt.[7] 1540 übernahm Zürich die Herrschaft über Benken. 1560 werden durch einen Grossbrand 16 Häuser, zwei Scheunen, drunter eine Trotte, zerstört. Durch Holzspenden aus der näheren und weiteren Umgebung konnte das Dorf wieder aufgebaut werden.[8] Aus dieser Zeit dürfte auch das erste Untervogthaus, das sogenannte Schlössli stammen.[9] Das System der Vogteien wurde mit dem Einfall der Franzosen 1798 aufgelöst.

Die elektrische Beleuchtung wurde im Herbst 1910 eingeführt. Der Strom stammte von der Kraftwerke Beznau-Löntsch AG, die auch Schaffhausen mit Strom versorgte. Zwei Jahre zuvor regte sich in der Region noch aktiver Widerstand gegen den Bau einer Hochspannungsleitung.[10] Bei einem Erdbeben am 16. November 1911 fiel der Strom aus und einige Kamine erhielten Risse oder stürzten ab.[11][12]

Im Jahre 1914 wurde die Kirche renoviert, da die Arbeiten schon vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges begonnen waren, wurde sie trotz des Krieges fortgesetzt.[13]

Endlager für radioaktive Abfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Versiegeltes Bohrloch der NAGRA.

In den letzten Jahren ist Benken vor allem durch Überlegungen bekannt geworden, in der dortigen Region eventuell ein Endlager für hochradioaktive und langlebige mittelradioaktive Abfälle zu errichten.

1985 legte die Entsorgungsgesellschaft NAGRA mit dem sogenannten «Projekt Gewähr» eine Studie über die Realisierbarkeit eines Endlagers im Kristallingestein der Nordschweiz vor. Da diese Studie den Nachweis der Realisierbarkeit nicht vollständig erbringen konnte, ordnete die Regierung weitere Untersuchungen an, die auch auf Sediment als Wirtsgestein ausgedehnt werden sollten. Nach einem breiten Auswahlverfahren, in das unter anderem mögliche Standorte in Weiach und Böttstein einbezogen waren, entschied sich die NAGRA im Jahr 1994, die weiteren geologischen Untersuchungen auf das Gestein Opalinuston im Zürcher Weinland zu konzentrieren. Die Ergebnisse einer Tiefbohrung bei Benken und einer seismischen Erhebung der Region bildeten die Grundlage für eine neue Machbarkeitsstudie, die den Behörden im Dezember 2002 übergeben wurde.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band I: Die Bezirke Affoltern und Andelfingen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 7). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1938. DNB 365803030.
  • H.W. Ernst: Kirchgemeinde Benken. 1964
  • W.U. Guyan: Benken im Zürcher Weinland. 1984

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Benken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BFS – generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021.
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021.
  3. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  4. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländeranteil aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  5. Heinz Gallmann: Zürichdeutsches Wörterbuch. 1. Auflage. Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2009, ISBN 978-3-03823-555-2, S. 668.
  6. Gemeinde Benken: Porträt Gemeinde Benken (Memento des Originals vom 19. Oktober 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.benken-zh.ch, abgerufen am 18. Oktober 2017.
  7. Charles Knapp, Maurice Borel, Victor Attinger, Heinrich Brunner, Société neuchâteloise de géographie (Hrsg.): Geographisches Lexikon der Schweiz. Band 1: Aa – Emmengruppe. Verlag Gebrüder Attinger, Neuenburg 1902, S. 189, Stichwort Benken  (Scan der Lexikon-Seite).
  8. Randnotizen in Tauf- und Eheregister überliefert durch G. Ch.: Gemeindechronik Benken. 1: Jahre 1905–1907, S. 16, doi:10.7891/e-manuscripta-75741 (Handschrift).
  9. Angabe nach Denkmalschutzobjekte Kanton Zürich. In: GIS-Server. Kanton Zürich, abgerufen am 8. November 2020. Das dort angegebene Datum 1500 bezieht sich auf das 16. Jh.
  10. G. Ch.: Gemeindechronik Benken. 1: Jahre 1905–1907, S. 23, doi:10.7891/e-manuscripta-75741 (Handschrift).
  11. G. Ch.: Gemeindechronik Benken. 1: Jahre 1905–1907, S. 25, doi:10.7891/e-manuscripta-75741 (Handschrift).
  12. Geschätzte Starke des Bebens auf der Richterskala: ca. 4,0
  13. G. Ch.: Gemeindechronik Benken. 1: Jahre 1905–1907, S. 26, doi:10.7891/e-manuscripta-75741 (Handschrift).