Dachsen

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Dachsen
Wappen von Dachsen
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Andelfingenw
BFS-Nr.: 0025i1f3f4
Postleitzahl: 8447
Koordinaten: 688650 / 280102Koordinaten: 47° 39′ 56″ N, 8° 37′ 8″ O; CH1903: 688650 / 280102
Höhe: 400 m ü. M.
Fläche: 2,69 km²
Einwohner: 1936 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 720 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
13,6 % (31. Dezember 2016)[2]
Gemeindepräsident: Daniel Meister (parteilos)
Website: www.dachsen.ch
Dachsen

Dachsen

Karte
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Dachsen ist eine politische Gemeinde im Bezirk Andelfingen des Kantons Zürich in der Schweiz.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

Schräggeteilt von Silber und Rot, oben eine rote Pflugschar, unten ein silbernes Rebmesser mit goldenem Griff

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhofstrasse in Dachsen
Bahnhof in Dachsen

Die Gemeinde Dachsen liegt im zürcherischen Weinland, in der Nordwestecke, dem Ausseramt. Es ist eingebettet zwischen dem Cholfirst und dem Lauf des Rheins, der sich hier tief in die eiszeitliche Schotterebene eingegraben hat. Der Rheinfall auf 395 m ü. M. ist in unmittelbarer Nähe. Westlich verläuft die Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1637 0170
1799 0370
1850 0501
1900 0570
1950 0690
2000 1533
2006 1774
2010 1941
2015 2000

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dachsen, Laufen und der Rheinfall auf der Schaffhauser Kantonskarte von Hauptmann Heinrich Peyer, 1684

Im Jahre 876 noch Tachsheim genannt, gehörte die Vogtei über Dachsen ursprünglich den Freiherren von Tengen, welche damals das bedeutendste und begütertste Geschlecht am Rhein zwischen Rheinfall und Eglisau waren, wechselte aber im Laufe des 14. und 15. Jahrhunderts wiederholt den Besitzer. Die hohe Gerichtsbarkeit gehörte im 15. Jahrhundert zur Grafschaft Kyburg und ging mit dieser am 8. Februar 1452 an Zürich über. 1544 wurde zusätzlich die niedere Gerichtsbarkeit mit einer Bussenkompetenz bis neun Pfund an die Stadt Zürich abgetreten. Diese gliederte sie Laufen an.[3]

Mit dem Untergang des Ancien Régime 1798 wurden neue Ordnungen hergestellt. Der Kanton Zürich war in Wahrheit kein Staat mehr, sondern ein Verwaltungsbezirk der Helvetischen Republik. Als neue Gemeindeform schuf man die Munizipalität, deren Gebiete in der Regel den bestehenden Kirchgemeinden angeglichen wurden. Man bildete drei Munizipalitäten: Dachsen, Uhwiesen und Flurlingen, die je eine eigene Behörde erhielten, aber einem gemeinsamen Agenten unterstellt wurden.[4]

Im Frühjahr 1799 war Dachsen von den Franzosen besetzt. Das kaiserlich-österreichische Heer marschierte im Rheingebiet ein, um ihnen die Stirn zu bieten. Dabei ging die kunstreiche Rheinbrücke in Flammen auf. Nach der zweiten Schlacht bei Zürich, bei welcher die Franzosen über die Österreicher und Russen triumphierten, begann die langwierige Besetzung durch die napoleonischen Truppen und Dachsen wurde in bittere Armut gestürzt.

Bis Napoleon Bonaparte im Jahre 1803 der Schweiz die Mediationsverfassung auferlegte, gab es endlose Verfassungskämpfe in der Helvetischen Republik. Die zuvor eingeführten Munizipalitäten wurden durch Gemeinderäte ersetzt. Die drei Dörfer Dachsen, Uhwiesen und Flurlingen bildeten nun je eine Gemeinde. Gemeindepräsident und Friedensrichter von Dachsen war zu dieser Zeit Hans Friedrich Ehrensperger. Weitere Vertreter des Dorfes waren Gemeinderat und Säckelmeister Jakob Schibli sowie Gemeinderat Heinrich Rubli. Nachdem Kaiser Napoleon 1814 gestürzt wurde, begann die Restauration. Der Kanton Zürich erhielt erneut eine andere Verfassung. Er wurde in elf Oberämter eingeteilt und man schmolz Dachsen, Uhwiesen und Flurlingen zu einer einzigen Gemeinde zusammen.[4]

Am 2. April 1831, zur Zeit der Regeneration, wendete sich Dachsen an den Kanton Zürich mit der Bitte eine eigene politische Gemeinde zu werden.

„Die Gründe, welche unser Ehrerbietiges Gesuch unterstützen, sind:

  1. Dass die Gemeinde Dachsen bis 1798 ihre eigne Orts- und Gerichtsbehörde besessen.
  2. Dass die Gemeinde Dachsen von Uhwiesen entfernt liegt, und
  3. Dass die Bürgerschaft an Activbürgern mit den abwesenden ca. 140 Bürger stark ist, [...]“
Gemeinde Dachsen: Kurzgefasste Ortsgeschichte von Hans Kläui[5]

Am 11. Juni 1831 behandelte der Rat des Inneren den Wunsch Dachsens auf Lostrennung aus dem bisherigen Verband und in der nächsten Sitzung des Grossen Rates wurde die Gemeinde Dachsen als selbständige Gemeinde aufgeführt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindepräsident ist Daniel Meister (parteilos) und Vizepräsident ist Beat Weingartner (parteilos)(Stand Dezember 2017).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band I: Die Bezirke Affoltern und Andelfingen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 7). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1938. DNB 365803030.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dachsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 20. September 2017.
  3. Chronik Bezirke Winterthur und Andelfingen, Geschichtlicher Teil, verfasst von Dr. Emanuel Dejung, Dr. Werner Ganz, Dr. Paul Kläui, erschienen 1945, herausgegeben vom Verlag H.A.Bosch, Zürich, Dreikönigstr. 34, Buchhändlerischer Gesamtvertrieb: A. Vogel, Buchhandlung, Winterthur
  4. a b 1100 Jahre Dachsen 876-1976, die Rheinfallgemeinde Dachsen, Autor: Hans Kläui, herausgegeben von der Gemeinde Dachsen, erschienen 1976, Kuhn-Druck, Neuhausen am Rheinfall
  5. 1100 Jahre Dachsen 876-1976, die Rheinfallgemeinde Dachsen, Autor: Hans Kläui, herausgegeben von der Gemeinde Dachsen, erschienen 1976, Kuhn-Druck, Neuhausen am Rheinfall, Seite 112–113