Ulpia Noviomagus Batavorum

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Ulpia Noviomagus Batavorum
Limes Niedergermanischer Limes
Abschnitt Maaslinie
Typ Legionslager
Ort Nijmegen
Geographische Lage 51° 51′ 6,4″ N, 5° 50′ 52,1″ OKoordinaten: 51° 51′ 6,4″ N, 5° 50′ 52,1″ O hf
Vorhergehend Ad Duodecimum (nordwestlich)
Anschließend Ceuclum (südlich)
Model des Legionslagers bei Ulpia Noviomagus Batavorum

Ulpia Noviomagus Batavorum ist der Name eines ehemaligen römischen Kastells, aus dem später die Stadt Nijmegen in den heutigen Niederlanden entstand.

Ulpia Noviomagus Batavorum entwickelte sich aus der zivilen Siedlung (oppidum Batavorum) bei einem römischen Legionslager auf dem Hunnerberg, das 12 v. Chr. von Drusus angelegt wurde und neben einer Legion, vermutlich der Legio VIII Augusta, auch batavische Hilfstruppen beherbergte. 69/70 n. Chr. wurden Lager und Dorf (vicus) im Bataveraufstand zerstört. Das Legionslager wurde bald darauf auf dem Kops Plateau von der Legio II Adiutrix wieder aufgebaut und war einer der wichtigsten römischen Stützpunkte in der römischen Provinz Germania inferior. Von 71 bis 103/104 n. Chr. war hier die Legio X Gemina pia fidelis stationiert. Mit ihrer Stationierung ging ein wirtschaftlicher Aufschwung der Region einher.[1]

Nach deren Verlegung in den Balkan nutzten die Legio XXX Ulpia Victrix und Legio IX Hispana aus York noch für kurze Zeit das Lager, bis es 125 n. Chr. von der Legion aufgegeben wurde.

Unter Trajan wurde die zivile Siedlung zur Stadt ausgebaut und erhielt das Marktrecht. Sie wurde nach dessen Gentilnamen Ulpius Ulpia genannt und hatte am Ende des 2. Jahrhunderts, als sie zum municipium batavorum erhoben wurde, bis zu 6.000 Einwohner.[2] Unter Kaiser Julian wurden die an der Straße nach Lugdunum Batavorum (Leiden) liegenden verfallenen Kastelle wieder instand gesetzt, um die Getreidelieferungen für die Rheinarmee aus Britannien zu sichern.

Bei Ausgrabungen auf dem Hunnerberg bei Nijmegen wurde neben Grabsteinen unter anderem ein Paradehelm mit Gesichtsmaske gefunden, der wohl von den hier stationierten batavischen Reitern verwendet wurde. Im bayerischen Kastell Pfünz wurde der Weihealtar des aus der Ulpia Noviomagus Batavorum stammenden Dekurios Titus Flavius Romanus aufgefunden. Der Offizier mit dem Beinamen Romanus (der Römer) diente in einer Ala I Flavia (1. flavische Reitereinheit). Die nächste von Pfünz gelegene Ala dieses Namens war die mit dem römischen Bürgerrecht ausgestattete Ala I Flavia singularium civium Romanorum pia fidelis im Kastell Pförring.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Willem J. H. Willems, Harry van Enckevort: Vlpia Noviomagvs. Roman Nijmegen. The Batavian capital at the imperial frontier (= Journal of Roman archaeology. Supplementary series, Band 73). Journal of Roman Archaeology, Portsmouth 2009, ISBN 978-1-88782-973-1.
  • Jan Kees Haalebos: Neues aus Noviomagus. In: Archäologisches Korrespondenzblatt. Band 20, 1990, S. 193–200 (PDF; 890 KB).
  • Fleur Kemmers: Coins for a legion. An analysis of the coin finds from the Augustan legionary fortress and Flavian canabae legionis at Nijmegen (= Studien zu Fundmünzen der Antike. Band 21). Philipp von Zabern, Mainz 2006, ISBN 978-3-805-33730-4.
  • Dick Letema (Hrsg.): Noviomagus. Auf den Spuren der Römer in Nijmegen. Rijksmuseum G. M. Kam, Nijmegen 1979.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jan Kees Haalebos: Die wirtschaftliche Bedeutung des Nijmegener Legionslagers und seiner Canabae. In: Thomas Grünewald (Hrsg.): Germania inferior. Besiedlung, Gesellschaft und Wirtschaft an der Grenze der römisch-germanischen Welt (= Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Ergänzungsband 28). De Gruyter, 2000, ISBN 978-3-11-016969-0, S. 464–479.
  2. AE 1958, 0038
  3. CIL 03, 05918b