Barneveld

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Dieser Artikel befasst sich mit der niederländischen Gemeinde, für weitere Bedeutungen siehe Barneveld (Begriffsklärung).
Gemeinde Barneveld
Flagge der Gemeinde Barneveld
Flagge
Wappen der Gemeinde Barneveld
Wappen
Provinz Gelderland
Bürgermeister Jos Houben
Sitz der Gemeinde Barneveld
Fläche
 – Land
 – Wasser
176,74 km²
176,01 km²
0,73 km²
CBS-Code 0203
Einwohner 54.139 (1. Jan. 2014[1])
Bevölkerungsdichte 306 Einwohner/km²
Koordinaten 52° 8′ N, 5° 35′ O52.1333333333335.5833333333333Koordinaten: 52° 8′ N, 5° 35′ O
Bedeutender Verkehrsweg A1 A30
Vorwahl 0342, 0577
Postleitzahlen 3770–3776, 3780–3781, 3784–3785, 3794, 3886
Website www.barneveld.nl
Lage von Barneveld in den Niederlanden

Barneveld ( anhören?/i) ist eine Gemeinde im Herzen der Niederlande. Sie liegt in der Provinz Gelderland im Westen der Landschaft Veluwe.

Orte[Bearbeiten]

Das Dorf gleichen Namens hat etwa 28.500 Einwohner. Der Ort, der wie eine Kleinstadt anmutet, ist Sitz der Gemeindeverwaltung, vieler Schulen, Büros usw.

Zum Gemeindegebiet von Barneveld zählen auch die Ortschaften:

  • De Glind
  • Garderen (etwa 2000 Einwohner)
  • Kootwijk
  • Kootwijkerbroek (etwa 5000 Einwohner)
  • Stroe (etwa 1500 Einwohner)
  • Terschuur (etwa 1500 Einwohner)
  • Voorthuizen (etwa 10.000 Einwohner) und
  • Zwartebroek (etwas über 1000 Einwohner).

In vielen dieser Orte gehören verhältnismäßig viele Menschen den orthodox-calvinistischen Kirchen der Niederlande an. Deswegen sind an Sonntagen auch viele Tankstellen, Kneipen, Hotels, Restaurants usw. geschlossen.

Geschichte[Bearbeiten]

Barneveld besteht als Kirchdorf seit 1333. Es wird jedoch vermutet, dass der Ort sehr viel älter ist. Diese Annahme stützt sich auf ein Schriftstück aus dem Jahr 1174, das einen Wolfram van Barneveld nennt. Im unruhigen 15. Jahrhundert soll der Lokalheld Jan van Schaffelaar der Folter und so dem möglichen Verrat seiner Bundesgenossen entgangen sein, indem er sich vom Barnevelder Kirchturm zu Tode stürzte. Bei Barneveld steht ein Landsitz, der tatsächlich Schaffelaar heißt.

Auf dem Schaffelaar-Anwesen waren während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg zwischen Dezember 1942 und dem 29. September 1943 mehrere hundert Juden als so genannte „Protektionsjuden“ untergebracht. Der Reichskommissar Seyß-Inquart hatte dem niederländische Staatssekretär Karel Johannes Frederiks und Jan van Dam, dem Generalsekretär im Ministerium für Erziehung, Wissenschaft und Kulturverwaltung, gestattet, rund fünfhundert Juden dafür zu benennen.[2] Ende September 1943 wurden diese jedoch nach Westerbork geschafft und am 4. September 1944 weiter nach Theresienstadt deportiert.[3] - An einer Zufahrtsstrasse zum Schloss steht seit dem 29. September 1987 eine Gedenktafel, die an die Juden erinnert.

Bilder[Bearbeiten]

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Barneveld hat zentrale wirtschaftliche Bedeutung für die Geldersche Vallei. Die Industrie ist vielseitig. An der Autobahn A1 (Apeldoorn -Amersfoort) liegt zwischen Barneveld und Voorthuizen das ausgedehnte, bedeutende Gewerbegebiet Harselaar. Dort gibt es unter anderem ein Auktionshaus für gebrauchte Autos.

Barneveld hat zwei Bahnhöfe an der Bahnstrecke Amersfoort - Ede-Wageningen, die den Beinamen Kippenlijntje („Hähnchenlinie“) trägt. Es ist durch Autobahnen mit Amersfoort, Apeldoorn und Ede verbunden.

Die Hühnerrasse „Barnevelder“ stammt aus dieser Region, die berühmt für ihre Hühnerzucht ist.

Wegen der waldreichen Umgebung kommen immer wieder viele Touristen in vor allem die östliche Hälfte der Gemeinde. Es gibt mehrere kleine Hotels, sowie Campingplätze und Anlagen mit Ferienwohnungen.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Barneveld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 12.04.2014Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. VEJ 12/102
  3. Katja Happe u.a. (Bearb.): Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945 (Quellensammlung) Band 12: West- und Nordeuropa, Juni 1942-1945. München 2015, ISBN 978-3-486-71843-0, S. 328 mit Anm. 5.