Vin Santo

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Ein Glas mit Vin Santo und Biscotti.
Traditionelles Fass mit Kreuz zum Ausbau des Vin Santo.

Vin Santo ist ein klassischer Süß- oder Dessertwein überwiegend aus der Region Toskana. Aber auch in anderen Landesteilen ist der Vin Santo sehr populär. Die Weinspezialität entsteht nach traditioneller Methode aus luftgetrockneten, teilrosinierten Trauben der weißen Rebsorten Trebbiano und Malvasia.[1] Unter Verwendung der roten Rebsorte Sangiovese entsteht die roséfarbene Variante Occhio di Pernice (deutsch: Auge des Rebhuhns).

Gekeltert wird der Wein zwischen Ende November und der Osterzeit. Der Zeitpunkt hängt von der Süßgradation ab, die durch den konzentrierenden Trocknungsvorgang erreicht werden soll. Trotz der Konzentration der Süße im Traubenmaterial kann der Wein in den Geschmacksrichtungen trocken bis sehr süß ausgebaut werden. Die trockene Variante ähnelt dabei eher ein wenig einem Fino Sherry als einem Dessertwein. Nach dem Keltern reift der Wein noch mindestens drei Jahre in kleinen Fässern aus Eiche (früher waren auch Fässer aus Kastanie im Einsatz, die Eiche hat sich seit den 1980er Jahren durchgesetzt). Da die Besitztümer in der Toskana recht klein sind, kann die Größe der Fässer auch stark variieren. Das Volumen reicht von 50 bis 300 l. Die Fässer werden in einem Raum unter dem Dach aufbewahrt, der vinsantaia genannt wird.[1] Dadurch ist der Wein abwechselnd Hitze und Kälte ausgesetzt, was ihn sehr robust und „ölig“ macht.[2]

Es gibt in Italien fünf DOC-Appellationen, die sich ausschließlich mit Vin Santo befassen: Vin Santo di Carmignano[3], Vin Santo del Chianti[4], Vin Santo del Chianti Classico[5] und Vin Santo di Montepulciano[6]. Darüber hinaus gibt es viele Regionen, in denen ebenfalls Vin Santo produziert wird. Die Vorschriften und Beschreibungen zu deren Herstellung sind in den DOCs der betreffenden Regionen eingearbeitet. Zu Vin Santo werden gerne Biscotti di Prato/Cantuccini gereicht und in den Wein eingetunkt.

Der Begriff „Vin santo“ klingt, als würde er heiliger Wein bedeuten. Der Name leitet sich jedoch von der griechischen Insel Santorin ab, die schon in der Antike der bekannteste Ursprung für Süßweine war.[2]

  • Farbe: bernsteingelb
  • Duft: intensiv, Rosinen, Aprikose, Honig und Vanille
  • Alkoholgehalt: 15–18 Vol.-%
  • Säuregehalt: 4–6 g/l
  • Trinktemperatur: 6–8 °C

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Jancis Robinson: Das Oxford Weinlexikon. Hallwag Verlag, München 2003, S. 807.
  2. a b  Steffen Maus: Italiens Weinwelten – Wein, Vino, Wine. Gebrüder Kornmayer, 2013, ISBN 978-3942051187.
  3. DOC Vin Santo di Carmignano
  4. DOC Vin Santo del Chianti
  5. DOC Vin Santo del Chianti Classico
  6. DOC Vin Santo di Montepulciano

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vin Santo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Vin Santo, auf lebensmittellexikon.de, abgerufen am 2. November 2015