Zell ZH

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ZH ist das Kürzel für den Kanton Zürich in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Zellf zu vermeiden.
Zell
Wappen von Zell
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich ZH
Bezirk: Winterthurw
BFS-Nr.: 0231i1f3f4
Postleitzahl: 8487
UN/LOCODE: CH ZEL
Koordinaten: 704450 / 256297Koordinaten: 47° 26′ 57″ N, 8° 49′ 25″ O; CH1903: 704450 / 256297
Höhe: 541 m ü. M.
Fläche: 12,70 km²
Einwohner: 5690 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 389 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
21,2 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.zell.ch
Reformierte Kirche Zell

Reformierte Kirche Zell

Karte
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Zell ist eine politische Gemeinde im Bezirk Winterthur des Kantons Zürich in der Schweiz. Sie liegt im Tösstal (Zürcher Oberland) und besteht aus mehreren Orten, wobei sich die grössten Ortschaften im Tal befinden.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

In Grün eine nach links kriechende silberne Weinbergschnecke

Die symbolische Bedeutung ist nicht geklärt. Es erschien erstmals 1845 auf einem Windlicht der Feuerwehr des Dorfes Zell. 1930 übernahm die Gemeinde das Wappen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Zell besteht neben der gleichnamigen Ortschaft, aus den Ortschaften Rikon, Kollbrunn und Rämismühle, sowie den Weilern Oberlangenhard, Unterlangenhard, Lettenberg, Schoren und Garten. Von der Gemeindefläche sind 43,9 % landwirtschaftliche Nutzflächen, 40,9 % ist Wald, 9,1 % ist Siedlungsfläche und 3,8 % dienen dem Verkehr, 1,7 % sind Gewässer.

Höchster Punkt der Gemeinde ist das Höchholz oberhalb von Schoren (791 m.ü.M.), die tiefste Stelle ist die Töss an der Gemeindegrenze zur Stadt Winterthur (483 m.ü.M.).[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde wird von einem siebenköpfigen Gemeinderat regiert, derzeitiger Gemeindepräsident ist Martin Lüdin (FDP). Es gibt Ortsparteien der SP, SVP, FDP, EVP sowie der Bürgerliche Gemeindeverein Zell.[4] Legislativorgan ist die Gemeindeversammlung.

An den Kantonsratswahlen 2015 errangen die Parteien folgende Wähleranteile: SVP hat 31,82 %, die EVP 17,78 %, die SP 15,99 %, die FDP 8,50 %, die GLP 5,73 %, die Grüne 5,18 %, BDP 5,07 %, die CVP 3,58 % und die AL 1,40 % der Wählerstimmen. Der hohe Stimmenanteil der EVP ist mit Kantonsrat Markus Schaaf zu erklären, der aus Zell kommt.[5]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen der einzelnen Ortsteile von Zell: (Stand: 31. Dezember 2014[3])

Einwohner Ort
Kollbrunn 2433
Rikon 1611
Zell 821
Rämismühle 541
Oberlangenhard 143
Unterlangenhard 92
Lettenberg 20
Schooren 10
Garten 9
Ober Rüti 9
Total 5689

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Zell wurde 741 als Cella erstmals schriftlich erwähnt. Die Ortschaft gehörte einer alamannischen Adelsfamilie und eine Angehörige dieser Familie schenkte die Ortschaft dem Kloster Lützelau. 744 ging diese in den Besitz des Klosters St. Gallen über. Über die folgenden Jahrhunderte wechselte der Besitz immer wieder, zuerst an die Grafschaft Kyburg, später an die Habsburger und schlussendlich nach dem Ende des alten Zürichkrieges an die Zürcher.[6]

Die politische Gemeinde Zell hat sich nach dem Abzug der französischen Truppen 1799 entwickelt und besteht seit 1934 in ihrer heutigen Form, nachdem sich Hinterrikon als letzter Ortsteil dem Gemeindegebiet anschloss.[6]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Dorfkirche in Zell wurde im Jahr 1960 die Zäller Wiehnacht, ein musikalisches Krippenspiel und Singspiel (Schuloper) von Paul Burkhard in Zürichdeutsch, erstmals aufgeführt.[7] Darsteller, Erzähler und Sänger waren ausschliesslich Kinder. Dieses Krippenspiel wurde inzwischen in vielen Kirchen und Schulen aufgeführt und ist das bekannteste Krippenspiel der Schweiz.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inschrift am Schulhaus Zell

Auf dem Gebiet von Zell gibt es sechs Kirchen und ein tibetisches Kloster:

  • Die älteste dieser Kirchen ist die evangelisch-reformierte Kirche in Zell. Archäologische Ausgrabungen belegen, dass an ihrer Stelle einst eine römische Villa gestanden hat. Der älteste christliche Vorgängerbau geht auf das 8. Jahrhundert zurück. In ihren Mauern fand man auch ein Grab eines Einsiedlers, der dem Ort Zell den Namen gab (Celle = Zelle = Einsiedlerzelle). Die jetzige Kirche wurde im frühen 16. Jahrhundert erbaut. Der Turm mit dem Chor gehörte aber bereits zu einer Vorgängerkirche. Bemerkenswert im Chor des Turms sind die reichen Wandmalereien[8].[9]
  • Die zweite evangelisch-reformierte Kirche auf dem Gemeindegebiet befindet sich im Ortsteil Kollbrunn an der Kirchstrasse. Sie wurde im Jahr 1950 erbaut.[9]
  • Die römisch-katholische Kirche von Zell St. Antonius befindet sich ebenfalls im Ortsteil Kollbrunn an der Bahnhofstrasse. 1898 für die zugewanderten katholischen Arbeiterfamilien gebaut, ist sie heute ein seltenes architektonisches Zeugnis eines damals weit verbreiteten Bautypus im Kanton Zürich: eine einschiffige schlichte Kirche mit an den Chor der Kirche angebautem Pfarrhaus. Dieser Bautypus ist heute nur noch ein zweites Mal im Kanton Zürich zu finden, nämlich bei der Kirche St. Pirminius in Pfungen.
  • Die Chrischona-Gemeinde baute im Jahr 1884 an der heutigen Mühlestrasse 10 in Kollbrunn eine Kapelle. Im Jahr 1887 schloss sich die ursprüngliche Freie Evangelische Gemeinschaft der Pilgermission St. Chrischona an. Da die Kapelle den Bedürfnissen und Vorschriften nicht mehr genügte, zog die Gemeinde im Jahr 2012 nach Wila in einen modernen Saal im Obergeschoss einer Schreinerei um.[10]
  • Die Kapelle der Freien Missionsgemeinde Kollbrunn befindet sich an der Unteren Bahnhofstrasse 15.[11]
  • Die Neuapostolische Kirche befindet sich im Ortsteil Rikon am Spiegelweg 2.
  • Im Ortsteil Rikon befindet sich das buddhistische Tibet-Institut Rikon, das 1968 eröffnet wurde. Es handelt sich um das bislang einzige buddhistische Kloster ausserhalb Asiens. Schwerpunkte des Klosters sind: Bewahrung und Pflege des heimatlichen Kulturgutes, Seelsorge und Lehre.[12]

Weitere Attraktionen sind unter anderem die Tüfels Chilen, ein Quelltuffgebilde, das durch zwei ehemalige Steinbrüche aus dem 19. Jahrhundert entstand. Weiter führt ein Paul Burkhard-Weg vom Bahnhof Rämismühle-Zell bis ins Dorf Zell hinein, gewidmet dem Schweizer Komponisten Paul Burkhard, der seinen Lebensabend in Zell verbracht hat.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Zell ist mit den drei Bahnhöfen Kollbrunn, Rämismühle-Zell und Rikon der Tösstalbahn an das Netz der S-Bahn Zürich angebunden. Ab den drei Haltepunkten verkehrt jeweils die S 26 WinterthurBaumaRüti ZH . Ab Bahnhof Kollbrunn verkehrt die Buslinie 832 Richtung Pfäffikon ZH. An den Wochenenden wird Zell von der Nachtbuslinie N68 (Winterthur HBSeen – Zell – TurbenthalWila) angefahren, wobei der Bus ausser am Bahnhof Rikon nur zum Aussteigen hält.

Voraussichtlich ab Dezember 2018 wird mit der 4. Teilergänzung der S-Bahn Zürich die Haltestelle Kollbrunn mit der S11 eine stündliche Direktverbindung nach Zürich bekommen, die Bahnstationen Rämismühle-Zell sowie Rikon werden jedoch von der S11 nicht bedient werden. Ebenfalls zum gleichen Zeitpunkt wird der bis anhin hinkende Halbstundentakt der S26 behoben werden.[13]


Der nächste bediente Bahnhof befindet sich in Winterthur-Seen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Martin Gubler, Kunstdenkmäler der Schweiz Band 76 "Die Kunstdenkmäler des Kanton Zürich Band 7 Der Bezirk Winterthur Südlicher Teil" Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK Bern 1986 ISBN 3-7643-1786-8 S. 112–171.

Bekannte Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zell ZH – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 13. April 2016.
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 13. April 2016.
  3. a b Fakten Gemeinde Zell. Gemeinde Zell, 31. Dezember 2014, abgerufen am 5. Oktober 2015.
  4. Parteien. Gemeinde Zell, abgerufen am 5. Oktober 2015.
  5. Resultate Kantonsratswahlen 2015. Kanton Zürich, abgerufen am 5. Oktober 2015.
  6. a b Geschichte. Gemeinde Zell, abgerufen am 11. September 2013.
  7. Hommage in der Wiege der «Zäller Wienacht», Premiere des Dokumentarfilms «O mein Papa» in der Kirche Zell. In: Neue Zürcher Zeitung, 7. September 2007. Abgerufen am 8. Dezember 2014.
  8. Christian Renfer, Roland Böhmer: Die reformierte Kirche Zell. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 809, Serie 81). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2007, ISBN 978-3-85782-809-6.
  9. a b Website der reformierten Kirche Zell. Abschnitt Geschichte unserer Kirchgemeinde. Abgerufen am 29. April 2014.
  10. Chrischona-Gemeinde Wila. Abschnitt Geschichte. Abgerufen am 29. April 2014.
  11. Website der Freien Missionsgemeinde Kollbrunn. Abgerufen am 29. April 2014.
  12. Website der politischen Gemeinde Zell. Abschnitt Sehenswürdigkeiten. Abgerufen am 29. April 2014.
  13. 4. Teilergänzung: Winterthur – Bauma – Rüti. ZVV, abgerufen am 5. Oktober 2015.