Zell ZH

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ZH ist das Kürzel für den Kanton Zürich in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Zellf zu vermeiden.
Zell
Wappen von Zell
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Winterthurw
BFS-Nr.: 0231i1f3f4
Postleitzahl: 8483 Kollbrunn
8486 Rikon im Tösstal
8487 Rämismühle
8487 Zell
UN/LOCODE: CH ZEL
Koordinaten: 704450 / 256297Koordinaten: 47° 26′ 57″ N, 8° 49′ 25″ O; CH1903: 704450 / 256297
Höhe: 541 m ü. M.
Fläche: 12,98 km²
Einwohner: 5939 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 458 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
21,50 %
Arbeitslosenquote: 1,90 %
Gemeindepräsidentin: Regula Ehrismann
Website: www.zell.ch
Verkehrskreiselanlage Tösstal-, Weisslinger-, Dorfstrasse in Kollbrunn (Gemeinde Zell ZH)

Verkehrskreiselanlage Tösstal-, Weisslinger-, Dorfstrasse in Kollbrunn (Gemeinde Zell ZH)

Karte
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Zell ist eine politische Gemeinde im Bezirk Winterthur des Kantons Zürich in der Schweiz. Sie liegt im Tösstal, angrenzend an das Zürcher Oberland, und besteht aus mehreren Orten, wobei sich die grössten Ortschaften im Tal befinden.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

In Grün eine - heraldisch nach links - kriechende silberne Weinbergschnecke

Die symbolische Bedeutung ist nicht geklärt. Es erschien erstmals 1845 auf einem Windlicht der Feuerwehr des Dorfes Zell. 1930 übernahm die Gemeinde das Wappen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Zell besteht neben der gleichnamigen Ortschaft, aus den Ortschaften Rikon, Kollbrunn und Rämismühle, sowie den Weilern Oberlangenhard, Unterlangenhard, Lettenberg, Schoren und Garten. Von der Gemeindefläche sind 43 % landwirtschaftliche Nutzflächen, 42 % Wald, 12 % Siedlungsflächen und 3 % dienen dem Verkehr.

Höchster Punkt der Gemeinde ist das Höchholz oberhalb von Schoren (791 m. ü. M.), die tiefste Stelle ist die Töss an der Gemeindegrenze zur Stadt Winterthur (483 m. ü. M.).[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde wird von einem siebenköpfigen Gemeinderat regiert, derzeitige Gemeindepräsidentin ist Regula Ehrismann (EVP). Es gibt Ortsparteien der SP, SVP, FDP, EVP sowie den Bürgerlichen Gemeindeverein Zell.[3] Legislativorgan ist die Gemeindeversammlung.

An den Kantonsratswahlen 2019 errangen die Parteien folgende Wähleranteile: SVP hat 28,50 %, EVP 19,29 %, SP 14,39 %, GLP 10,09 %, Grüne 9,28 %, FDP 8,65 %, EDU 3,79 %, CVP 2,96 %, BDP 1,89 % und AL 1,18 % der Wählerstimmen. Der hohe Stimmenanteil der EVP ist mit Kantonsrat Markus Schaaf zu erklären, der aus Zell kommt.[4]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen der einzelnen Ortsteile von Zell: (Stand: 31. Dezember 2018[2])

Einwohner Ort
Kollbrunn 2627
Rikon 1637
Zell 888
Rämismühle 568
Oberlangenhard 152
Unterlangenhard 96
Lettenberg 26
Schooren 9
Garten 6
Ober Rüti 8
Total 6017

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Zell wurde 741 als Cella erstmals schriftlich erwähnt. Die Ortschaft gehörte einer alamannischen Adelsfamilie und eine Angehörige dieser Familie schenkte die Ortschaft dem Kloster Lützelau. 744 ging diese in den Besitz des Klosters St. Gallen über. Über die folgenden Jahrhunderte wechselte der Besitz immer wieder, zuerst an die Grafschaft Kyburg, später an die Habsburger und schlussendlich nach dem Ende des alten Zürichkrieges an die Zürcher.[5]

Die politische Gemeinde Zell hat sich nach dem Abzug der französischen Truppen 1799 entwickelt und besteht seit 1934 in ihrer heutigen Form, nachdem sich Hinterrikon als letzter Ortsteil dem Gemeindegebiet anschloss.[5]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Dorfkirche in Zell wurde im Jahr 1960 die Zäller Wiehnacht, ein musikalisches Krippenspiel und Singspiel (Schuloper) von Paul Burkhard in Zürichdeutsch, erstmals aufgeführt.[6] Darsteller, Erzähler und Sänger waren ausschliesslich Kinder. Dieses Krippenspiel wurde inzwischen in vielen Kirchen und Schulen aufgeführt und ist das bekannteste Krippenspiel der Schweiz.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inschrift am Schulhaus Zell

Auf dem Gebiet von Zell gibt es sechs Kirchen und ein tibetisches Kloster:

  • Die älteste dieser Kirchen ist die evangelisch-reformierte Kirche in Zell. Archäologische Ausgrabungen belegen, dass an ihrer Stelle einst eine römische Villa gestanden hat. Der älteste christliche Vorgängerbau geht auf das 8. Jahrhundert zurück. In ihren Mauern fand man auch ein Grab eines Einsiedlers, der dem Ort Zell den Namen gab (Celle = Zelle = Einsiedlerzelle). Die jetzige Kirche wurde im frühen 16. Jahrhundert erbaut. Der Turm mit dem Chor gehörte aber bereits zu einer Vorgängerkirche. Bemerkenswert im Chor des Turms sind die reichen Wandmalereien[7][8]
  • Die zweite evangelisch-reformierte Kirche auf dem Gemeindegebiet befindet sich im Ortsteil Kollbrunn an der Kirchstrasse. Sie wurde im Jahr 1950 erbaut.[8]
  • Die römisch-katholische Kirche von Zell St. Antonius befindet sich ebenfalls im Ortsteil Kollbrunn an der Bahnhofstrasse. 1898 für die zugewanderten katholischen Arbeiterfamilien gebaut, ist sie heute ein seltenes architektonisches Zeugnis eines damals weit verbreiteten Bautypus im Kanton Zürich: eine einschiffige schlichte Kirche mit an den Chor der Kirche angebautem Pfarrhaus. Dieser Bautypus ist heute nur noch ein zweites Mal im Kanton Zürich zu finden, nämlich bei der Kirche St. Pirminius in Pfungen.
  • Die Chrischona-Gemeinde baute im Jahr 1884 an der heutigen Mühlestrasse 10 in Kollbrunn eine Kapelle. Im Jahr 1887 schloss sich die ursprüngliche Freie Evangelische Gemeinschaft der Pilgermission St. Chrischona an. Da die Kapelle den Bedürfnissen und Vorschriften nicht mehr genügte, zog die Gemeinde im Jahr 2012 nach Wila in einen modernen Saal im Obergeschoss einer Schreinerei um.[9]
  • Die Kapelle der Freien Missionsgemeinde Kollbrunn befindet sich an der Unteren Bahnhofstrasse 15.[10]
  • Die Neuapostolische Kirche befindet sich im Ortsteil Rikon am Spiegelweg 2.
  • Im Ortsteil Rikon befindet sich das buddhistische Tibet-Institut Rikon, das 1968 eröffnet wurde. Es handelt sich um das bislang einzige buddhistische Kloster ausserhalb Asiens. Schwerpunkte des Klosters sind: Bewahrung und Pflege des heimatlichen Kulturgutes, Seelsorge und Lehre.[11]

Weitere Attraktionen sind unter anderem die Tüfels Chilen, ein Quelltuffgebilde, das durch zwei ehemalige Steinbrüche aus dem 19. Jahrhundert entstand. Weiter führt ein Paul Burkhard-Weg vom Bahnhof Rämismühle-Zell bis ins Dorf Zell hinein, gewidmet dem Schweizer Komponisten Paul Burkhard, der seinen Lebensabend in Zell verbracht hat.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Zell ist mit den drei Bahnhöfen Kollbrunn, Rikon und Rämismühle-Zell der Tösstalbahn an das Netz der S-Bahn Zürich angebunden. Ab den drei Haltepunkten verkehrt jeweils die S 26 WinterthurBaumaRüti ZH . Ab Bahnhof Kollbrunn verkehrt die Buslinie 832 Richtung Pfäffikon ZH. An den Wochenenden wird Zell von der Nachtbuslinie N68 (Winterthur HBSeen – Zell – TurbenthalWila) angefahren, wobei der Bus ausser am Bahnhof Rikon nur zum Aussteigen hält.

Seit Dezember 2018 verkehrt, im Rahmen der 4. Teilergänzung der S-Bahn Zürich, die S-Bahn-Linie S11 in den Hauptverkehrszeiten von Aarau – Zürich HB – Stettbach – Winterthur – Wila. Sie bedient die Bahnhöfe Kollbrunn und Rikon

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Martin Gubler, Kunstdenkmäler der Schweiz Band 76 "Die Kunstdenkmäler des Kanton Zürich Band 7 Der Bezirk Winterthur Südlicher Teil" Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK Bern 1986 ISBN 3-7643-1786-8 S. 112–171.

Bekannte Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zell ZH – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. a b Fakten Gemeinde Zell. Gemeinde Zell, 2. März 2019, abgerufen am 2. März 2019.
  3. Gemeinde Zell ZH: Parteien. Gemeinde Zell ZH, 28. März 2019, abgerufen am 28. März 2019.
  4. Resultate Kantonsratswahlen 2019. Kanton Zürich, abgerufen am 28. März 2019.
  5. a b Geschichte der Gemeinde Zell. Gemeinde Zell, abgerufen am 28. März 2019.
  6. Hommage in der Wiege der «Zäller Wienacht», Premiere des Dokumentarfilms «O mein Papa» in der Kirche Zell. In: Neue Zürcher Zeitung, 7. September 2007. Abgerufen am 8. Dezember 2014.
  7. Christian Renfer, Roland Böhmer: Die reformierte Kirche Zell. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 809, Serie 81). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2007, ISBN 978-3-85782-809-6.
  8. a b Website der reformierten Kirche Zell. Abschnitt Geschichte unserer Kirchgemeinde. Abgerufen am 29. April 2014.
  9. Aus der Geschichte der Chrischona Wila. Abgerufen am 28. März 2019.
  10. Website der Freien Missionsgemeinde Kollbrunn. Abgerufen am 29. April 2014.
  11. Website der politischen Gemeinde Zell. Abschnitt Sehenswürdigkeiten. Abgerufen am 29. April 2014.