Welterbe in Rumänien

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Welterbestätten in Rumänien

Zum Welterbe in Rumänien gehören (Stand 2017) acht UNESCO-Welterbestätten, darunter sechs Stätten des Weltkulturerbes und zwei Stätten des Weltnaturerbes. Rumänien ist der Welterbekonvention 1990 beigetreten, die erste Welterbestätte wurde 1991 in die Welterbeliste aufgenommen. Die bislang letzte Welterbestätte wurde 2017 eingetragen.[1]

Welterbestätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Tabelle listet die UNESCO-Welterbestätten in Rumänien in chronologischer Reihenfolge nach dem Jahr ihrer Aufnahme in die Welterbeliste (K – Kulturerbe, N – Naturerbe, K/N – gemischt, (R) - auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes).

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten der Welterbestätten: OSM, Google oder Bing

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Donaudelta
(Lage)
1991 N 588 Das Biosphärenreservat Donaudelta befindet sich im Mündungsgebiet der Donau in das Schwarze Meer. Es liegt zu 82,5 Prozent im rumänischen Teil der Landschaft Dobrudscha sowie zu 17,5 Prozent in der Ukraine.
Dörfer mit Kirchenburgen in Transsilvanien (Siebenbürgen) 1993, erweitert 1999 K 596 Die Kirchenburgen wurden in Siebenbürgen zur Verteidigung gegen Türken und Tataren-Einfälle erbaut. Zum Welterbe gehören die sieben Dörfer Biertan (Birthälm), Câlnic (Kelling), Dârjiu (Ders), Prejmer (Tartlau), Saschiz (Keisd), Valea Viilor (Wurmloch) und Viscri (Deutsch-Weißkirch).
Kloster Horezu
(Lage)
1993 K 597 Das Kloster Horezu steht im Westen der Walachei am Fuße der Karpaten. Das Kloster wurde 1690 von dem damaligen Fürsten der Walachei Constantin Brâncoveanu (1654–1714) gegründet. Das Kloster ist im Brâncoveanu-Stil gebaut.
Kirchen in der Moldau 1993 K 598 Die Moldauklöster sind eine Gruppe von rumänisch-orthodoxen Klöstern in der südlichen Bukowina. Ihr Bau wurde im 15. und 16. Jahrhundert im damaligen Fürstentum Moldau von Stefan dem Großen und seinen Nachfolgern rund um den Amtssitz Suceava veranlasst. Zum Welterbe gehören die acht Kirchen Kirche der Enthauptung Johannes des Täufers in Arbore, Mariä-Entschlafens-Kirche in Humor, Kirche Mariä Verkündigung in Moldovița, Kreuzerhöhungskirche in Pătrăuți, Nikolaikirche in Probota, Georgskirche in Suceava, Auferstehungskirche in Sucevița und Georgskirche in Voroneț.
Historisches Zentrum von Sighișoara (Schäßburg)
Historisches Zentrum von Sighișoara (Schäßburg)
(Lage)
1999 K 902 Das „Historische Zentrum“, die sogenannte Burg, wurde im 17. Jahrhundert von den Siebenbürger Sachsen unter dem lateinischen Namen Castrum Sex erbaut.
Holzkirchen von Maramureș (Marmarosch) 1999 K 904 Die Holzkirchen in der Maramureș sind etwa 60 Kirchengebäude in der Region Maramureș, ca. 45 davon in Rumänien, ungefähr 15 in der Ukraine. Acht davon im rumänischen Kreis Maramureș sind von der UNESCO zum Welterbe erklärt worden: Bârsana, Holzkirche von Budești Josani in Budești, Desești, Holzkirche von Ieud Deal in Ieud, Holzkirche von Plopiș in Plopiș (Maramureș), Holzkirche von Poienile Izei in Poienile Izei, Holzkirche von Rogoz in Rogoz (Maramureș) und Holzkirche in Șurdești.
Festungsanlagen der Daker in den Bergen von Orăștie (Broos) 1999 K 906 Die sechs dakischen Festungsanlagen im Gebirge von Orăștie wurden vom 1. Jahrhundert v. Chr. bis zum 1. Jahrhundert n. Chr. zur Verteidigung gegen die Römer errichtet. Dazu gehören die sechs Stätten Sarmizegetusa (einstige Hauptstadt des Dakerreichs), Costești-Cetățuie, Costești-Blidaru, Luncani-Piatra Roșie, Bănița und Căpâlna.
Buchenurwälder und Alte Buchenwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas
Buchenurwälder und Alte Buchenwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas 2017 N 1133 Transnationales Welterbe mit Albanien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Italien, Kroatien, Österreich, Slowakei, Slowenien, Spanien und Ukraine. In Rumänien gehören dazu 12 Schutzgebiete in Izvoarele Nerei, Nationalpark Cheile Nerei-Beușnița und Domogled - Valea Cernei: Domogled - Coronini – Bedina, Iauna Craiovei und Ciucevele Cernei.

Tentativliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Tentativliste sind die Stätten eingetragen, die für eine Nominierung zur Aufnahme in die Welterbeliste vorgesehen sind. Mit Stand 2017 sind 15 Stätten in der Tentativliste von Rumänien eingetragen, die letzte Eintragung erfolgte 2016.[2] Die folgende Tabelle listet die Stätten in chronologischer Reihenfolge nach dem Jahr ihrer Aufnahme in die Tentativliste.

Bild Datum K/N Name Beschreibung
Slătioara3.jpg 1991 N Säkularer Wald von Slătioara Die Nadelwälder von Slătioara im Kreis Suceava sind einzigartig in Rumänien und stehen seit 1941 unter Naturschutz.[3]
Man Curtea de Arges.SV.jpg 1991 K Byzantinische und post-byzantinische Kirchen von Curtea de Argeș Die Kathedrale von Curtea de Argeș[4] ähnelt einem sehr großen und kunstvollen Mausoleum und wurde im byzantinischen Stil mit maurischen Arabesken erbaut. Weitere Kirchenbauten sind die Fürstenkirche „Sankt Nikolaus von Curtea de Argeş“ und die Kirche „Sankt Nikolaus der Kleine“
Biserica densus sec. 13.jpg 1991 K Kirche von Densuș Die orthodoxe Kirche Sf. Nicolae von Densuș[5] ist die älteste Steinkirche Rumäniens, in welcher heute noch Gottesdienste stattfinden. Sie wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts in der Nähe einer Römerstraße errichtet. Das Baumaterial der Kirche stammt von der Ruine der Burg der ehemaligen römischen Hauptstadt Dakiens, Ulpia Traiana Sarmizegetusa.
Iglesia Trei Ierarhi (acabada).jpg 1991 K Kloster Sf. Trei Ierarhi (Die heiligen drei Hierarchen) in Iași Das Kloster der heiligen drei Hierarchen in Iași wurde von Vasile Lupu im gotischen Stil erbaut (1637–1639).[6]
Masa tăcerii.JPG 1991 K Skulpturenensemble (Bild: Tisch des Schweigens) von Târgu Jiu Das Skulpturenensemble von Târgu Jiu[7] wurde zur Erinnerung an die Helden des Ersten Weltkrieges von Constantin Brâncuși errichtet: Tisch des Schweigens, Tor des Kusses, Unendliche Säule.
BasarabiComplex5.JPG 1991 K Höhlenkomplex Murfatlar Der mittelalterliche Höhlenkomplex von Murfatlar[8] umfasst sechs Höhlenkirchen, Galerien, Wohnungen und Grabmäler.
Neamt monastery 1.cristibur.jpg 1991 K Kloster Neamț Das Kloster Neamț[9] ließ Stefan der Große erbauen. In seiner Blütezeit war das Kloster ein bedeutendes Kulturzentrum mit Schulen für Miniaturmalerei und Kalligrafien.
Alba Iulia, Gate 3.jpg 1991 K Historische Stadt Alba Iulia (Karlsburg) Alba Iulia ist die einzige Stadt in Rumänien, die in ihrer Gesamtheit auf der Tentativliste der UNESCO steht und zum Welterbe vorgeschlagen wurde.[10]
Cula Duca, Măldărești.jpg 1991 K Kulas der Kleinen Walachei Die Kulas der Kleinen Walachei[11] sind Wehrbauten aus dem 16. Jahrhundert, die zum Schutz gegen die Türkeneinfälle errichtet wurden. 27 Kulas stehen auf der Tentativliste der UNESCO.
Retezat-VfRetezat.jpg 1991 N Das Massiv des Retezat Das Retezat-Gebirge wurde 1935 als erster Nationalpark des Landes gegründet. Seit 1979 ist ein Teil des Nationalparks als Biosphärenreservat der UNESCO ausgewiesen.[12]
Varful Pietrosul Rodnei.jpg 1991 N Nationalpark Rodna-Gebirge Im Jahr 1932 wurde das Reservat Pietrosu Mare unter Naturschutz gestellt. 1979 verlieh die UNESCO dem Naturschutzgebiet den Status eines Biosphärenreservats.[13]
Magyarosaurus sp - scapula.jpg 1991 N Paläontologische Ausgrabungen von Sânpetru German In Sânpetru German wurden Fundstücke aus der Zeit der Criș-Kultur und der Coțofeni-Kultur, sowie eine Thraker-Siedlung aus der Bronzezeit entdeckt.[14]
Sibiu 200811 800px.jpg 2004 K Das historische Zentrum von Hermannstadt (Sibiu) und sein Ensemble von Plätzen Hermannstadt wurde im 12. Jahrhundert von den Siebenbürger Sachsen angelegt und war über Jahrhunderte deren politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum, was sich bis heute im historischen Zentrum von Hermannstadt mit seinem Ensemble von Plätzen[15] widerspiegelt.
Situl rural Rimetea.jpg 2012 K Das Dorf Rimetea und seine Umgebung Das Dorf Rimetea in Rumänien wurde in transnationaler Nominierung auf die Tentativliste der UNESCO gesetzt.[16]
Rosia Montana.jpg 2016 K Roșia Montană Bergbaugebiet Roșia Montană (Goldbach) zählt zu den ältesten und bedeutendsten Gold-Lagerstätten Europas.[17]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Welterbestätten in Rumänien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rumänien. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 23. Juli 2017 (englisch).
  2. Tentativliste von Rumänien. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 23. Juli 2017 (englisch).
  3. judetulsuceava.ro, Codrul secular Slătioara
  4. curtea-de-arges.com, Mănăstirea Curtea de Argeș
  5. primariadensus.ro, Densuș
  6. manastireasftreiierarhi.ro, Mănăstirea Sfinții Trei Ierarhi din Iași
  7. jurnaldehoinar.com, Das Skulpturenensemble von Târgu Jiu
  8. [1], Die Höhlenkirchen von Murfatlar
  9. neamt.mmb.ro, Mănăstirea Neamț
  10. whc.unesco.org, Historische Stadt Alba Iulia
  11. Mihaela Floroiu: SOS für die Kulas in Oltenien! am 29. März 2013 bei gorj-domino.com (rumänisch)
  12. retezat.ro, Der Nationalpark Retezat
  13. old.rri.ro, Der Nationalpark Rodna-Gebirge
  14. deutschsanktpeter.de, Archäologische Fundgrube Deutschsanktpeter
  15. whc.unesco.org, Das historische Zentrum von Hermannstadt
  16. Beschreibung Rimeteas bei whc.unesco.org abgerufen am 15. Mai 2016 (englisch)
  17. whc.unesco.org, Darstellung Roșia Montanas