Welterbe in Frankreich

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Zum Welterbe in Frankreich gehören (Stand 2019) 45 UNESCO-Welterbestätten, darunter 39 Stätten des Weltkulturerbes, 5 Stätten des Weltnaturerbes und eine gemischte Kultur- und Naturerbestätte. Frankreich ist der Welterbekonvention 1975 beigetreten, die ersten vier Welterbestätten wurden 1979 in die Welterbeliste aufgenommen. Die bislang letzte Welterbestätte wurde 2019 eingetragen.[1]

Welterbestätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Tabelle listet die UNESCO-Welterbestätten in Frankreich in chronologischer Reihenfolge nach dem Jahr ihrer Aufnahme in die Welterbeliste (K – Kulturerbe, N – Naturerbe, K/N – gemischt, (R) – auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes).

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten Welterbestätten: OSM

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Mont-Saint-Michel und seine Bucht
(Lage)
1979 K 80 Mont-Saint-Michel ist eine ehemalige Benediktiner-Abtei. Sie liegt auf der gleichnamigen Klosterinsel in der Region Normandie im Département Manche auf dem Gemeindegebiet von Le Mont-Saint-Michel.

Die Bauten der Abtei Mont-Saint-Michel wurden etwa gleichzeitig mit den gotischen Kathedralen errichtet und immer wieder verändert. Es war eines der umfangreichsten, schwierigsten und kostspieligsten Bauprojekte des gesamten Mittelalters.

Seit 1979 sind sowohl der Klosterberg als auch die umgebende Bucht Teil des Welterbes.

Kathedrale von Chartres
(Lage)
1979 K 81 Die Kathedrale Notre-Dame von Chartres in Chartres ist das „Urbild“ der hochgotischen Kathedrale. Sie ist der Sitz des Bischofs des römisch-katholischen Bistums Chartres.

Im Jahr 876 weihte Karl der Kahle dort eine Kirche und übergab dem Sanktuarium eine heilige Reliquie, die als Sancta Camisia bezeichnete Tunika, die die Jungfrau Maria bei der Verheißung der Geburt Jesu durch den Erzengel Gabriel – (bekannt als Mariä Verkündigung) – getragen haben soll. Der heutige gotische Neubau begann kurz nach 1194 und dauerte bis 1260, die offizielle Weihe war am 24. Oktober 1260. Der Bau ist über 130 Meter lang und 64 Meter breit. Im Jahr 1908 wurde die Kirche zur Basilica minor erhoben.

Schloss und Park von Versailles
(Lage)
1979 K 83 Das Schloss Versailles in der gleichnamigen Pariser Nachbarstadt ist eine der größten Palastanlagen Europas und war von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis zum Ausbruch der Französischen Revolution die Hauptresidenz der französischen Könige. Der Barockbau, dessen größte Ausdehnung mehr als einen halben Kilometer beträgt, gilt als ein Höhepunkt europäischer Palastarchitektur[2] und diente vom 17. bis zum 19. Jahrhundert als Vorbild für zahlreiche weitere Schlossbauten.

Die Gartenanlagen wurden in ihrer heutigen Ausdehnung weitgehend in drei Abschnitten von 1662 bis 1667, 1668 bis 1677 und 1678 bis 1689 durch André Le Nôtre geschaffen.

Abteikirche und Stadthügel von Vézelay
(Lage)
1979 K 84 Vézelay ist eine Gemeinde im Département Yonne in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie ist ein weit über Frankreich hinaus bekannter Wallfahrtsort und einer der Ausgangspunkte des Jakobswegs Via Lemovicensis; der Ort liegt auf einem Hügel im nordwestlichen Zipfel des Morvan am Fluss Cure in einer Höhe von rund 180 bis 250 m und ist als eines der schönsten Dörfer Frankreichs (Plus beaux villages de France) klassifiziert.[3]

Die romanische Basilika Sainte-Marie-Madeleine trägt seit 1925 den Titel einer Basilica minor. Seit 1998 ist sie auch als Teil der „Wege der Jakobspilger in Frankreich“ als Weltkulturerbe (siehe unten) ausgezeichnet.

Vézère-Tal: Fundorte und Höhlenmalereien
Malerei in der Höhle von Lascaux
Vézère-Tal: Fundorte und Höhlenmalereien
(Lage)
1979 K 85 Die Vézère entspringt auf dem Plateau von Millevaches im westlichen Zentralmassiv, verläuft in der Region Nouvelle-Aquitaine und mündet nach rund 211 Kilometern bei Limeuil als rechter Nebenfluss in die Dordogne.

Im etwa 40 Kilometer langen Flussabschnitt oberhalb der Mündung liegen die berühmten, vorgeschichtlichen Fundstätten Roque Saint-Christophe (Abri), Cro-Magnon, La Madeleine, Le Moustier, Les Eyzies-de-Tayac-Sireuil sowie die Höhle von Lascaux mit ihren einmaligen Höhlenmalereien.

Schloss und Park von Fontainebleau
(Lage)
1981 K 160 Das Schloss Fontainebleau im Département Seine-et-Marne wurde zeitweilig unter anderem von Kaiser Napoleon Bonaparte genutzt. Es ist vor allem für seine Innenausstattung aus der Zeit der Renaissance berühmt.

Die Anlage wurde unter Franz I. und Heinrich II. an der Stelle einer Burganlage aus dem 13. Jahrhundert gebaut, dessen Donjon in den Bau eingefügt und unter König Franz I. zu einem Jagdschloss erweitert wurde. Bauanfang des heute sichtbaren Zentralbaus war 1528. Das Schloss gilt als erster Renaissancebau auf französischem Boden. Es wurde in der Zeit der Könige Heinrich IV., Ludwig XIII. und Ludwig XIV. mehrfach umgebaut.

Kathedrale von Amiens
(Lage)
1981 K 162 Die Kathedrale Notre Dame in Amiens ist eine gotische Kirche, die im Jahre 1854 durch Papst Pius IX. zur Basilica minor erhoben wurde. Das im Jahr 1862 als Monument historique klassifizierte Kulturdenkmal ist seit 1998 auch Teil des Weltkulturerbes „Wege der Jakobspilger in Frankreich“ (siehe unten).
Der Sakralbau besitzt mit 42,30 m das, abgesehen von der niemals vollendeten Kathedrale von Beauvais, höchste Mittelschiffgewölbe aller französischen Kathedralen, berühmte Bauplastik und eine beeindruckende Westfassade. Anders als bei fast allen anderen Kirchen des Mittelalters wurde bei ihrem Bau nicht mit dem Chor, sondern mit dem Langhaus begonnen.

Architekturgeschichtlich ist Notre-Dame d’Amiens neben Notre-Dame de Chartres und Notre-Dame de Reims eine der drei klassischen Kathedralen der französischen Hochgotik des 13. Jahrhunderts. Sie wurde bauliches Vorbild für den kurz darauf begonnenen Kölner Dom und viele Jahrhunderte später für die St. Patrick’s Cathedral in New York City.

Theater und Römischer Bogen von Orange
(Lage)
1981 K 163 Das Theater von Orange ist ein antikes römisches Theater im Südosten Frankreichs. Es wurde im 1. Jahrhundert erbaut, befindet sich im Besitz der Kommune Orange und beherbergt im Sommer das Opernfestival Chorégies d'Orange.
Das Theater gilt als eines der besterhaltenen römischen Theater in der 40 v. Chr. gegründeten, römischen Kolonie Arausio.

Der Bogen von Orange ist ein dreitoriger Ehrenbogen wohl aus spätaugusteisch-frühtiberischer Zeit, der dem nördlichen Stadteingang in das antike Arausio vorgelagert war und etwa 110 Meter außerhalb der Stadt lag.

Römische und romanische Denkmäler von Arles
(Lage)
1981 K 164 Zu den Bauwerken gehören das Amphitheater, das antike Theater, das Forum, die Alyscamps, die ehemalige Kathedrale St-Trophime und deren Kreuzgang.
Abtei Fontenay
(Lage)
1981 K 165 Die Abtei Fontenay wurde im Jahr 1118 vom Heiligen Bernhard von Clairvaux als Tochterkloster der Primarabtei Clairvaux gegründet. Der Bau ist ein Manifest der strengen zisterziensischen Romanik und entspricht weitestgehend dem Originalzustand. Mit der Französischen Revolution 1789 endete das Klosterleben: 1791 verließen die letzten neun Mönche Fontenay. Nach dem Verkauf richtete Élie de Montgolfier eine Papierfabrik in den Gebäuden der Abtei ein, die Basilika war zusehends von Verfall bedroht.

1906 kauften die Gebrüder Edouard und René Aynard die gesamte Abtei und begannen mit der aufwändigen Restaurierung, die bis heute andauert. Nur ihren Bemühungen ist es zu verdanken, dass Fontenay in seinem wiederhergestellten Zustand im Jahr 1981 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde.

Große Saline von Salins-les-Bains
Hauptgebäude der großen Saline von Salins-les-Bains
(weitere Bilder)
Große Saline von Salins-les-Bains
(Lage)
1982 K 203 Die Große Saline war eine Stadt in der Stadt Salins-les-Bains, mit eigener Stadtmauer, eigenen Wohngebäuden, eigener Gerichtsbarkeit und Verwaltung sowie einer eigenen Kirche.

Sie wurde erstmals 791 in einer Urkunde des Klosters Flavigny erwähnt, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt vermutlich schon seit Jahrhunderten ausgebeutet wurde. Im Mittelalter wurde Salz als „Weißes Gold“ bezeichnet, Salzproduktion und Handel warfen enorme Gewinne ab. Die Salzquellen des Orts wurden schon im 13. Jahrhundert durch unterirdische Stollen und zusätzlich gebohrte Brunnen besser zugänglich gemacht.

Plätze Stanislas, de la Carrière und d’Alliance in Nancy
(Lage)
1983 K 229 Die Plätze Stanislas, de la Carrière, d’Alliance in Nancy stellen in ihrer Gestaltung eine einzigartige künstlerische Leistung da. Sie sind ein typisches Beispiel für eine moderne Hauptstadt und veranschaulichen eine wichtige Etappe in der Geschichte.
Abteikirche von Saint-Savin
Abteikirche von Saint-Savin
(weitere Bilder)
Abteikirche von Saint-Savin
(Lage)
1983 K 230 Die Kirche von Saint-Savin sur Gartempe, gilt als Kleinod der romanischen Kunst und beherbergt eine bemerkenswerte Sammlung an Wandmalereien der Romanik.
Golf von Porto: Piana Calanche, Golf von Girolata und Naturschutzgebiet Scandola 1983 N 258 Golf von Porto mit Golf von Girolata, Calanche und der Naturschutzgebiet La Scandola auf der Mittelmeer-Insel Korsika
Pont du Gard
(Lage)
1985 K 344 Der Pont du Gard ist ein römischer Aquädukt im Süden Frankreichs und von beeindruckender Höhe. Außerdem verfügt er über einen der am besten erhaltenen Wasserkanäle aus der Römerzeit in Frankreich.
Straßburg: von der Grande-Île zur Neustadt, eine europäische Stadtszenerie
Blick auf die Grande Île
(weitere Bilder)
Straßburg: von der Grande-Île zur Neustadt, eine europäische Stadtszenerie
(Lage)
1988,
2017
K 495 Die Grande Île („Große Insel“) wird durch den Fluss Ill gebildet, der sich hier verzweigt. Auf der von beiden Illarmen umflossenen Insel liegt die historische Altstadt von Straßburg.
2017 wurde das Welterbe um die Neustadt erweitert.
Seineufer von Paris
Blick über die Seine
Seineufer von Paris
(Lage)
1991 K 600 Am Ufer der Seine findet sich eine Reihe von gotischen Meisterwerken und der Gesamtkomplex übte mit seiner Gestaltung einen Einfluss auf die Stadtentwicklung in anderen europäischen Hauptstädten aus.
Kathedrale Notre Dame, ehemalige Abtei Saint-Remi und Palais du Tau in Reims
(Lage)
1991 K 601 Die Kathedrale Notre Dame, die ehemalige Abtei Saint-Remi und der Palais du Tau in Reims sind untrennbar mit der Geschichte der französischen Monarchie verbunden und führten zu einer perfekten Balance zwischen Kirche und Staat, die die französische Monarchie zu einem politischen Modell in ganz Europa machten.
Kathedrale von Bourges
Kathedrale von Bourges
(weitere Bilder)
Kathedrale von Bourges
(Lage)
1992 K 635 Die Kathedrale in Bourges stellt in der Baugeschichte, mit ihrem Übergang zur Hochgotik und einer Reihe von Neuerungen im gotischen Kontext, eine Einmaligkeit da.
Altstadt von Avignon mit Papstpalast und Brücke Pont Saint-Bénézet
(Lage)
1995 K 228 Avignon war von 1309 bis 1423 Papstsitz und ihre Altstadt, mit ihren mittelalterlichen Häusern, ist von einer intakten und imposanten Befestigungsmauer umgeben.
Canal du Midi
(Lage)
1996 K 770 Der 240 Kilometer lange und 1681 fertiggestellte Canal du Midi („Kanal des Südens“) verbindet Toulouse mit Sète am Mittelmeer.
Cité von Carcassonne
(Lage)
1997 K 345 Die befestigte Siedlung geht auf vorrömischen Zeit zurück und ist in seiner jetzigen Form ein herausragendes Beispiel für eine mittelalterliche befestigte Stadt.
Mont Perdu
(Lage)
1997 K / N
FrankreichFrankreich
SpanienSpanien
773 Grenzübergreifendes Welterbe, zusammen mit Spanien.
Dieses Welterbe würdigt die geologische Einzigartigkeit, die Schönheit und Vielfalt der Natur sowie die in Europa selten gewordene traditionelle Lebensform der Almwirtschaft.
Wege der Jakobspilger in Frankreich
(Lage)
1998 K 868 Santiago de Compostela war das Ziel von zahllosen Pilgern aus ganz Europa. Um ihr Ziel in Spanien zu erreichen, mussten die Pilger Frankreich über den Via Turonensis, Via Lemovicensis, Via Podiensis oder Via Tolosana durchqueren. Dieses Welterbe schützt eine Reihe der wichtigsten historischen Denkmäler auf diesen Weg.
Historische Stätten von Lyon
Römisches Theater
Historische Stätten von Lyon
(Lage)
1998 K 872 Die lange Geschichte von Lyon, die von den Römern im 1. Jahrhundert v. Chr. gegründet wurde, wird veranschaulicht durch das Stadtgefüge und den vielen historischen Gebäuden aus allen Epochen.
Weinanbaugebiet von Saint-Émilion
Franziskanerkloster
(weitere Bilder)
Weinanbaugebiet von Saint-Émilion
(Lage)
1999 K 932 Der Weinbau in der Region Aquitanien geht auf die Zeit der Römer zurück.
Belfriede in Belgien und Frankreich
(Lage)
1999 K
FrankreichFrankreich
BelgienBelgien
943 Grenzübergreifendes Welterbe, zusammen mit Belgien.
Die Belfriede sind hohe, schlanke Glockentürme. Sie wurden zur Zeit der Gotik erstellt und sind hier ein Zeichen für die Gewinnung der bürgerlichen Freiheiten.
Tal der Loire zwischen Sully-sur-Loire und Chalonnes-sur-Loire
Brücke über die Loire in Saumur
Tal der Loire zwischen Sully-sur-Loire und Chalonnes-sur-Loire
(Lage)
2000 K 933 2017 wurde im Rahmen einer kleinen Grenzänderung das Schloss Chenonceau und die Verbindungsstraße zwischen ihm und dem bereits im Welterbe enthaltenen Schloss Amboise in das Schutzgebiet aufgenommen.[4]
Provins, Stadt mittelalterlicher Messen
Fachwerkhäuser in der Oberstadt
(weitere Bilder)
Provins, Stadt mittelalterlicher Messen
(Lage)
2001 K 873 Da Provins an der Kreuzung wichtiger Handelsrouten lag (Nord-Süd und Ost-West), fand hier im Mittelalter (insbesondere 9. bis 13. Jhd.) einer der größten Märkte des Landes statt. Noch heute kann das damalige Geschehen in der Grange aux Dîmes nachvollzogen werden. Die Stadtmauer, die in den Jahren 1226 bis 1314 erbaut wurde, ist 1200 Meter lang und mit 22 Türmen bestückt.
Stadtzentrum von Le Havre
(Lage)
2005 K 1181 Die Stadt wurde nach den schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg nach Plänen des Architekten Auguste Perret mit einem Team von 60 Architekten von 1945 bis 1954 wieder aufgebaut. Der Stadtkern mit einer charakteristischen farbigen Betonarchitektur ist eines von zwei (neben Brasília) Stadtensembles des 20. Jahrhunderts in der Liste des UNESCO-Welterbes (Stand: 2020).
Hafen von Bordeaux
(Lage)
2007 K 1256 „Porte de La Lune“
Neukaledonisches Barriereriff
(Lage)
2008 N 1115 Das Neukaledonische Barriereriff ist das zweitgrößte Doppelbarriereriff der Welt und hat die weltweit vielfältigsten Riffstrukturen.
Festungsanlagen von Vauban
Zitadelle von Besançon
Festungsanlagen von Vauban
(Lage)
2008 K 1283 Diese Welterbestätten fassen eine Reihe von zwölf besonders beispielhaften und gut erhaltenen Festungsbauwerken des französischen Baumeister Sébastien Le Prestre de Vauban zusammen.
Bischofsviertel der Stadt Albi
Stadtansicht mit der
Kathedrale Sainte-Cécile

(weitere Bilder)
Bischofsviertel der Stadt Albi
(Lage)
2010 K 1337 Das Bischofsviertel ist das Herzstück der historischen Altstadt Albis, mit der Kathedrale Sainte-Cécile, der Kirche Saint-Salvi und dem Palais de la Berbie (Bischofspalast).
Gipfel, Talkessel und Steilhänge der Insel Réunion
(Lage)
2010 N 1317 ei dem Welterbe Pitons, cirques et remparts de l’île de La Réunion handelt es sich um ein Gebiet auf der französischen Insel Réunion im Indischen Ozean, das in einem Nationalpark liegt und einen hohen Anteil von endemischen Tier- und Pflanzenarten schützt.
Les Causses et les Cévennes
(Lage)
2011 K 1153 Während es sich bei der Causse um die großflächigen Kalk-Hochebenen im französischen Zentralmassiv handelt, ist der Cevennen der südöstlichste Teil desselben mit engen, steilen Schluchten. In dieser Landschaft wird die Wanderschäferei noch wie vor Ur-Zeiten ausgeübt. Sie beruht dabei auf den typischen Sozialstrukturen sowie den lokalen Schaf-Rassen und spiegelt sich besonders in der Art der Höfe und Gebäude sowie der Felder, der Wasserwirtschaft und der Wege des Viehtriebs wider.
Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen 2011 K
DeutschlandDeutschland
FrankreichFrankreich
ItalienItalien
OsterreichÖsterreich
SchweizSchweiz
SlowenienSlowenien
1363 Grenzübergreifendes Welterbe, zusammen mit Deutschland, Italien, Österreich, der Schweiz und Slowenien.
Bei den 111 Fundstellen prähistorischer Pfahlbauten in den sechs Alpenländern handelt es sich um Fundamentreste von Hütten aus frühester Vorzeit die nicht auf trockenem Boden, sondern an seichten Uferstellen auf Pfahlwerk errichtet worden waren.

In Frankreich sind elf Fundstellen aus der Zeit zwischen 5300 und 500 vor Christus registriert, zwei im Département Jura (Le Grand Lac de Clairvaux, Lac de Chalain), fünf im Département Savoie (Lac d’Aiguebelette, Baie de Grésine, Baie de Châtillon, Hautecombe, Littoral de Tresserve) sowie vier im Département Haute-Savoie (Littoral de Chens-sur-Léman, Les Marais de Saint-Jorioz, Le Crêt de Châtillon, Secteur des Mongets).

Nordfranzösisches Kohlerevier
Nordfranzösisches Kohlerevier
(Lage)
2012 K 1360 Das Nordfranzösische Kohlerevier erstreckt sich entlang der französisch-belgischen Grenze und ist in vieler Hinsicht vom dortigen Steinkohlenbergbau geprägt.
Chauvet-Höhle
Tierabbildungen in der Chauvet-Höhle
(weitere Bilder)
Chauvet-Höhle
(Lage)
2014 K 1426 Die über 400 Wandbilder mit Symbol- und Tierdarstellungen in dieser Höhle in der Ardèche sind geschätzte 35.000 bis 32.000 Jahre alt.
Weinberge, Weinhäuser und Weinkeller der Champagne
Weinberge, Weinhäuser und Weinkeller der Champagne
(Lage)
2015 K 1465 Das Weinbaugebiet Champagne ist das für den Anbau der Grundweine des Champagners zugelassene Gebiet.
Climats – Weinbauparzellen in Burgund
(Lage)
2015 K 1425 In der Weinregion Burgund befinden sich einige der berühmtesten Weinberge der Welt. Viele Weinbergslagen sind in kleinste Parzellen zersplittert.
Das architektonische Werk von Le Corbusier – ein herausragender Beitrag zur „Modernen Bewegung“
(Lage)
2016 K
ArgentinienArgentinien
BelgienBelgien
DeutschlandDeutschland
FrankreichFrankreich
IndienIndien
JapanJapan
SchweizSchweiz
1321 Grenzübergreifendes Welterbe, zusammen mit Argentinien, Belgien, Deutschland, Indien, Japan und der Schweiz.
Von den weltweit 17 geschützten Bauten des Architekten Le Corbusier stehen zehn in Frankreich: Unité d’Habitation in Marseille, die Kapelle Notre-Dame-du-Haut, Maisons La Roche et Jeanneret, Cité Frugès, Villa Savoye und das Gärtnerhaus, Immeuble locatif à la Porte Molitor, La Manufacture à Saint-Dié, Maison de la Culture de Firminy, Le Cabanon und das Kloster Sainte-Marie de la Tourette.
Taputapuatea
Marae Taputapuatea
(weitere Bilder)
Taputapuatea
(Lage)
2017 K 1529 Innerhalb der französisch-polynesischen Gemeinde Taputapuatea auf der Insel Raiatea sind zwei bewaldete Täler, ein Teil der Lagune und des Korallenriffs, ein Marae sowie ein Streifen des offenen Ozeans als Zeugnisse einer 1000-jährigen Māori-Zivilisation unter Schutz gestellt. Im Zentrum dieses Gebiets befindet sich das Taputapuātea marae, ein politisches, zeremonielles und Bestattungszentrum. Es zeichnet sich durch mehrere Marae mit sehr unterschiedlichen Funktionen aus. In Polynesien weit verbreitet, waren die Marae Räume der Verbindung zwischen der Welt der Lebenden und der der Ahnen und der Götter.
Chaîne des Puys
(Lage)
2018 N 1434 Die Chaîne des Puys, manchmal auch „Monts Dômes“ genannt, ist eine Kette von vulkanischen Bergen, im Zentralmassiv, in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Sie erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung über eine Länge von etwa 30 Kilometern und umfasst an die hundert erloschene Vulkane.
Die Vulkane stammen aus der Zeit des Quartär: Die ersten Eruptionen fanden vor etwa 90.000 Jahren statt, die letzten vor etwa 6.000 Jahren am Lac Pavin.[5]

Die Chaîne des Puys ist Bestandteil des Regionalen Naturparks Volcans d’Auvergne.

Französische Südgebiete und -meere
Crique de la Chaloupe
Französische Südgebiete und -meere
(Lage)
2019 N 1603 Die Französischen Südgebiete und -meere umfassen die größten der seltenen Landmassen im südlichen Indischen Ozean: die Kerguelen, die Crozetinseln, die Sankt Paul und Amsterdam-Inseln sowie 60 kleine subantarktische Inseln.
Diese „Oase“ inmitten des Südpolarmeers erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 670.000 Quadratkilometer und bietet eine der höchsten Konzentrationen an Vögeln und Meeressäugern der Welt, insbesondere die weltweit größte Population an Königspinguinen und Albatrossen. Die Abgelegenheit dieser Inseln von Zentren menschlicher Aktivität macht sie zu äußerst gut erhaltenen Schauplätzen der biologischen Evolution und zu einem einzigartigen Terrain für wissenschaftliche Forschungen.

Tentativliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Tentativliste sind die Stätten eingetragen, die für eine Nominierung zur Aufnahme in die Welterbeliste vorgesehen sind.

Aktuelle Welterbekandidaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Stand 2019 sind 37 Stätten in der Tentativliste von Frankreich eingetragen, die letzte Eintragung erfolgte 2019.[6] Die folgende Tabelle listet die Stätten in chronologischer Reihenfolge nach dem Jahr ihrer Aufnahme in die Tentativliste.

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten aktueller Welterbekandidaten: OSM

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Le Menec
(Lage)
1996 K 224 Auf einer Länge von 1165 m stehen bei Le Menec 1169 Menhire in zwölf Steinreihen.
Kathedrale von Saint-Denis
(Lage)
1996 K 230 Ehemalige Abteikirche in der Stadt Saint-Denis nördlich von Paris, 1966 zur Kathedrale des Bistums Saint-Denis erhoben.
Rouen
Rouen 1996 K 231 Fachwerkensemble, Kathedrale, Kirche Saint-Ouen und die Kirche Saint Maclou
Schloss Vaux-le-Vicomte
(Lage)
1996 K 233
Befestigte Städte des nordwesteuropäischen Tieflandes
Befestigte Städte des nordwesteuropäischen Tieflandes 1996 K 234
Wald von Fontainebleau
(Lage)
1996 N 239
Montagne Sainte-Victoire und Cézanne-Stätten
Montagne Sainte-Victoire und Cézanne-Stätten 1996 K/N 242 umfasst das durch Bilder von Paul Cézanne bekannt gewordene Gebirge Montagne Sainte-Victoire im Süden der Provence sowie Wohn- und Wirkungsstätten des Malers in Aix-en-Provence.
Tropfsteinhöhlenensemble in Südfrankreich
Tropfsteinhöhlenensemble in Südfrankreich 2000 N 1429 umfasst 19 Höhlen und Höhlengruppen
Nationalpark Vanoise
Nationalpark Vanoise 2000 K/N 1430
Bergmassiv des Mont Blanc
Bergmassiv des Mont Blanc 2000 K/N 1431
Camargue
Camargue 2002 N 1432 umfasst die Réserve naturelle nationale de Camargue und angrenzende Naturschutzgebiete
Straße von Bonifacio
Straße von Bonifacio 2002 N 1649
Nationalpark Écrins
Nationalpark Écrins 2002 K/N 1651
Nationalpark Port-Cros
Nationalpark Port-Cros 2002 N 1652
Salzgärten von Guérande 2002 K/N 1653 Anlagen zur Gewinnung von Meersalz bei der Stadt Guérande
Mittelmeerküste der Pyrenäen
Cap Cerbère
(weitere Bilder)
Mittelmeerküste der Pyrenäen 2002 K/N 1655 Kulturlandschaft an dem an das Mittelmeer angrenzenden Ostende der Pyrenäen.

Spanien hat 2004 einen entsprechenden Vorschlag für den auf seinem Staatsgebiet liegenden Bereich eingereicht (Ref. 1986).

Reede von Marseille
Reede von Marseille 2002 K 1657 enthält die maritime Fassade der Stadt Marseille, einige dahinter liegende Quartiere, die Frioul-Inseln und die Insel Planier
Antike Städte der Narbonensis und ihr Territorium
Antike Städte der Narbonensis und ihr Territorium 2002 K 1658 umfasst die antiken Städte Nîmes, Arles und Glanum der römischen Provinz Gallia Narbonensis sowie Aquädukte und die Via Domitia
Eisenbahn der Cerdagne
Eisenbahn der Cerdagne 2002 K 1661
Office national d’études et de recherches aérospatiales, Meudon
Office national d’études et de recherches aérospatiales, Meudon 2002 K 1662
Hangar Y
Hangar Y 2002 K 1663 Der Hangar Y in Meudon bei Paris stammt aus dem Jahr 1877 und ist die älteste Luftschiffhalle der Welt und eine der wenigen, die in Europa heute noch existieren.
Historische Schokoladenfabrik Menier in Noisiel
(Lage)
2002 K 1664
Leuchtturm von Cordouan
Leuchtturm von Cordouan 2002 K 1665
Historisches Zentrum von Sarlat
Historisches Zentrum von Sarlat 2002 K 1667
Arsenal von Rochefort und Befestigungsanlagen der Charente-Mündung
Portal des Arsenals
Arsenal von Rochefort und Befestigungsanlagen der Charente-Mündung 2002 K 1668 umfasst das Arsenal von Rochefort und weitere Befestigungsanlagen der Stadt Rochefort und der vor der Mündung der Charente in den Atlantik gelegenen Inseln.
Marquesas-Inseln
Marquesas-Inseln 2010 K/N 5564
Nîmes – von der Antike bis zur Gegenwart
Nîmes – von der Antike bis zur Gegenwart 2011 K 5723
Vulkan- und Waldgebiete von Martinique
Vulkan- und Waldgebiete von Martinique 2014 N 5881 umfasst 6 Schutzgebieteauf der Karibik-Insel Martinique
Königs- und Kaiserstadt Metz – Symbole der Macht, stilistische Gegensätze und urbane Identität
Königs- und Kaiserstadt Metz – Symbole der Macht, stilistische Gegensätze und urbane Identität 2014 K 5882
Strände der Alliiertenlandung, Normandie, 1944
Batterie Longues-sur-Mer
Strände der Alliiertenlandung, Normandie, 1944 2014 K 5883 umfasst die Landestellen Utah Beach, Pointe du Hoc, Omaha Beach, Batterie Longues-sur-Mer, künstlicher Hafen Winston Churchill, Gold Beach, Juno Beach, Sword Beach der Landung der Alliierten in der Normandie im Juni 1944 sowie Überreste am Meeresboden
Grab- und Gedenkstätten des Ersten Weltkrieges (Westfront)
Grab- und Gedenkstätten des Ersten Weltkrieges (Westfront) 2014 K 5884 Der transnationale Vorschlag gemeinsam mit Belgien (Ref. 5886) enthält in Frankreich 80 einzelne Stätten.
Bedeutende Kurorte Europas
Bedeutende Kurorte Europas 2014 K 5931 Der transnationale Vorschlag gemeinsam mit Belgien (Ref. 5932), Deutschland (Ref. 5934), Italien (Ref. 5928), Österreich (Ref. 5930), Tschechien (Ref. 5929) und dem Vereinigten Königreich (Ref. 5935) enthält in Frankreich Vichy.
Mittelmeer-Alpen
Mittelmeer-Alpen 2017 N 6178 Der transnationale Vorschlag gemeinsam mit Italien (Ref. 6181) und Monaco (Ref. 6180) beinhaltet in Frankreich die Zonen: Argentera- Mercantour, Daluis, Marguareis-Toraggio, Peïra-Cava, Cap Ferrat - Canyon de la Roya, La Grande Corniche und Peille
Nizza, die aus dem Tourismus entstandene neue Stadt oder die Erfindung der Riviera
Nizza, die aus dem Tourismus entstandene neue Stadt oder die Erfindung der Riviera 2017 K 6179
Altstadt von Carcassonne und ihre Wächterburgen in den Bergen
Burg Peyrepertuse
Altstadt von Carcassonne und ihre Wächterburgen in den Bergen 2017 K 6245 geplante Erweiterung der bestehenden Welterbestätte der Altstadt von Carcassonne (Ref. 345) um die sieben Katharerburgen: Quéribus, Aguilar, Montségur, Peyrepertuse, Puilaurens, Termes und Lastours
Charolais-Brionnais, Kulturlandschaft der Rinderzucht
Charolais-Brionnais, Kulturlandschaft der Rinderzucht 2018 K 6314 Seit dem 17. Jahrhundert wird im Charolais-Brionnais Viehzucht betrieben. Die Landschaft im Süden der Region Burgund ist namensgebend für eine Rinderrasse und eine Käsesorte.
Buchenurwälder und Alte Buchenwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas (Erweiterung)
Buchenurwälder und Alte Buchenwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas (Erweiterung) 2019 N 6393 Erweiterung der Welterbestätte Buchenurwälder und Alte Buchenwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas um acht Schutzgebiete in Frankreich: zwei Cluster am Mont Aigoual, drei Cluster am Chapitre-Petit Buëch, sieben Cluster im Wald von Fontainebleau, ein Cluster an Massane und Moixoses, eins am Py-Pas de Rotja, eins am Massif de la Sainte-Baume, eins bei Saint-Pé-de-Bigorre und schließlich Sylve d’Argenson.

Ehemalige Welterbekandidaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Stätten standen früher auf der Tentativliste, wurden jedoch wieder zurückgezogen oder von der UNESCO abgelehnt. Stätten, die in anderen Einträgen auf der Tentativliste enthalten oder Bestandteile von Welterbestätten sind, werden hier nicht berücksichtigt.[7]

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten ehemaliger Welterbekandidaten: OSM

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Benediktinerabtei Tournus
(Lage)
1981–1994 K
Kathedrale von Beauvais
(Lage)
1981–1994 K
Château Gaillard
(Lage)
1981–1994 K
Krypta von Jouarre
Krypta von Jouarre 1981–1994 K Krypta aus der Merowingerzeit (ca. 660) in Jouarre, älteste erhaltene Krypta Europas
Laon
Laon 1981–1994 K
Jakobinerkonvent in Toulouse
Jakobinerkonvent in Toulouse 1981–1994 K
Place des Vosges in Paris
Place des Vosges in Paris 1981–1994 K
Ruinen der Abtei Jumièges
Ruinen der Abtei Jumièges 1981–1994 K
Saint-Germain d’Auxerre
Saint-Germain d’Auxerre 1981–1994 K
Troyes
Troyes 1981–1994 K
Aigues-Mortes
(Lage)
1984–1984 K
Abtei Saint Nicolas de Tolentino de Brou
Abtei Saint Nicolas de Tolentino de Brou 1985–1985 K Wurde von der Unesco abgelehnt, da es bessere Beispiele der Spätgotik gebe.
Das urbanistische und architektonische Werk von Le Corbusier
Das urbanistische und architektonische Werk von Le Corbusier 2006–2016 K 1666 Außer den 2016 in die Welterbestätte (Ref. 1321) aufgenommenen Bauten waren aus Frankreich ursprünglich auch folgende Bauten vorgeschlagen, wurden aber bei weiteren Überarbeitungen des Vorschlags zurückgezogen: Villa Cook, Cité de refuge der Heilsarmee, Schweizer Pavillon in der Cité Internationale Universitaire de Paris, Usine Claude et Duval Factory und die Maisons Jaoul

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Welterbestätten in Frankreich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Frankreich auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frankreich. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 1. August 2018 (englisch).
  2. Rolf Tomann (Hrsg.): Die Kunst des Barock. Könemann, S. 133.
  3. Vézelay. In: Les Plus Beaux Villages de France. Abgerufen am 30. November 2012 (französisch).
  4. Decision: CONF 203 VIII.C.1. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 3. Februar 2018 (englisch).
  5. Graphischer Zeitablauf
  6. Tentativliste von Frankreich. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 26. März 2018 (englisch).
  7. Former Tentative Sites of France. In: World Heritage Site. Abgerufen am 26. März 2018 (englisch).