2-cm-Flak 38

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von 2-cm-Flak C/38)
Wechseln zu: Navigation, Suche
2-cm-Flak 38


Allgemeine Angaben
Militärische Bezeichnung: 2-cm-Flak 38
Herstellerland: Deutsches Reich
Entwickler/Hersteller: Mauserwerke,
Oberndorf am Neckar
Entwicklungsjahr: 1935
Produktionszeit: 1938 bis 1945
Technische Daten
Rohrlänge: 130 cm
Kaliber:

20 mm
(Munition: 20×138 mm B)

Kaliberlänge: L/65
Kadenz: 450 Schuss/min
Höhenrichtbereich: −20° bis +90 Winkelgrad
Seitenrichtbereich: 360

Die 2-cm-Flak 38 war eine Flugabwehrkanone der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.

Geschichte[Bearbeiten]

Die 2-cm-Flak 38 war eine verbesserte Version der 2-cm-Flak 30 und wurde ab 1939 von der Luftwaffe und dem Heer eingeführt. Die seltenere Version der Kriegsmarine hatte die Bezeichnung 2-cm-Flak C/38. Sie war eine Entwicklung der Mauserwerke in Oberndorf, die sich damit gegen den Konkurrenzentwurf 2-cm-Flak 35 von Rheinmetall durchsetzten. Als Standardmunition kam die Granatpatrone 20×138 mm B zum Einsatz.

Die Waffe wurde in Lizenz von folgenden Unternehmen hergestellt:

Mauser fertigte ab 1941 noch eine leichtere Version, die 2-cm-Gebirgs-Flak 38, deren Gewicht auf 315 Kilogramm reduziert war.

Unterschiede zur Flak 30[Bearbeiten]

Der größte Unterschied zur 2-cm-Flak 30 bestand in der gesteigerten Feuergeschwindigkeit, zudem wurden die Ursache der Ladehemmungen des bisherigen Modells beseitigt, der Rückstoß abgeleitet und das Magazin mit vierzig Schuss pro Rohr ausgestattet. Später bekam die Kanone einen Schutzschild. Es konnte auch ein Fangnetz angebaut werden, um die leeren Hülsen aufzufangen.

Mobilisierung[Bearbeiten]

Im Verlauf des Krieges gab es Versuche, das Geschütz mobil zu machen. Ein Beispiel war der Flakpanzer 38(t), ein weiteres der Einsatz der Kanone auf dem Sd.Kfz. 7 bzw. 10. Die Feuergeschwindigkeit erwies sich jedoch als ungenügend, was zur Entwicklung des 2-cm-Flak-Vierlings 38 führte. Ab 1944 wurde die Flak mit Doppellafette LM-44 und Schutzschild bereitgestellt.

Weitere Verwendungen[Bearbeiten]

Abgewandelte Versionen der Waffe kamen unter den Bezeichnungen KwK 38 L/55 bzw. KwK 39 als leichtes Kampfwagengeschütz zur Bodenzielbekämpfung auf einigen leichten deutschen Panzern (Panzer II G/J/L) und Spähpanzerwagen (KwK 30 L/38 im Sd.Kfz. 222) zum Einsatz.

Ab 1940 wurde das Geschütz von der Kriegsmarine als leichtes Flugabwehrgeschütz auf deren Zerstörern und anderen leichten Einheiten verwendet. Hierbei wurde es anfangs einzeln, später auch als Zwillings- oder Vierlingsflak eingesetzt.

Die 2-cm-FlaK 38 wurde daneben auch zum Schutz von Zügen gegen Tieffliegerangriffe verwendet. Hierfür wurden meist zwei der Geschütze auf einem Plattformwagen montiert.

Technische Daten[Bearbeiten]

Kenngröße Daten[1]
Kaliber 20 mm
Rohrlänge 1300 mm
Länge gezogener Teil 1158 mm
Züge 8
Rücklauf 53 mm
Waffenlänge 2252,5 mm
Breite 1810 mm
Höhe 1700 mm
Feuerhöhe 1120 mm
Feuerhöhe abgesetzt 760 mm
Gewicht Fahrstellung 860 kg
Gewicht Feuerstellung 404 kg
Gewicht Schutzschild 120 kg
Schussweite 4800 m
Schusshöhe 3700 m
Zerlegergrenze 2200 m
Seitenrichtbereich 360°
Höhenrichtbereich −20° bis +90°
Feuergeschwindigkeit theoretisch 450 Schuss/min
" praktisch 220 Schuss/min
Vo Sprenggranate 900 m/s
Vo Panzergranate 833 m/s
Gewicht Sprenggranaten 130 g
Gewicht Panzergranaten 133 g

Literatur[Bearbeiten]

  • Terry Gander, Peter Chamberlain: Weapons of the Third Reich. An Encyclopedic Survey of All Small Arms, Artillery and Special Weapons of the German Land Forces 1939-1945. Doubleday, New York 1979, ISBN 0-385-15090-3.
  • Terry Gander, Peter Chamberlain: Enzyklopädie deutscher Waffen 1939–1945. 2. Auflage, Spezialausgabe, Motorbuchverlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-613-02481-0.
  • Ian V. Hogg: German Artillery of World War Two. 2nd corrected edition. Stackpole Books, Mechanicsville PA 1997, ISBN 1-85367-480-X.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: 2-cm-Flak 38 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Terry Gander, Peter Chamberlain, S. 132