Elze

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Elze (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Elze
Elze
Deutschlandkarte, Position der Stadt Elze hervorgehoben
52.1166666666679.733333333333379Koordinaten: 52° 7′ N, 9° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Hildesheim
Höhe: 79 m ü. NHN
Fläche: 47,71 km²
Einwohner: 8852 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 186 Einwohner je km²
Postleitzahl: 31008
Vorwahl: 05068
Kfz-Kennzeichen: HI, ALF
Gemeindeschlüssel: 03 2 54 014
Stadtgliederung: Kernstadt + 6 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstr.61
31008 Elze
Webpräsenz: www.elze.de
Bürgermeister: Rolf Pfeiffer
Lage der Stadt Elze im Landkreis Hildesheim
Landkreis Hildesheim Niedersachsen Landkreis Holzminden Landkreis Northeim Landkreis Goslar Landkreis Wolfenbüttel Salzgitter Landkreis Hameln-Pyrmont Region Hannover Landkreis Peine Landwehr Winzenburg Everode Freden (Leine) Lamspringe Coppengrave Harbarnsen Sehlem Sehlem Neuhof Woltershausen Adenstedt Bockenem Alfeld (Leine) Duingen Sarstedt Algermissen Harsum Giesen Nordstemmen Hildesheim Elze Betheln Gronau Gronau Eime Diekholzen Despetal Diekholzen Schellerten Schellerten Söhlde Bad Salzdetfurth Holle Weenzen Marienhagen Hoyershausen Banteln Rheden Brüggen Eberholzen Sibbesse Westfeld AlmstedtKarte
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Elze ist eine Stadt mit 8.868 Einwohnern im Westen des Landkreises Hildesheim, die im Bereich der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen in Südniedersachsen liegt. Elze ist Mitglied der Region Leinebergland, einem nach dem Leader-Ansatz gegründeten freiwilligen Zusammenschluss mehrerer Städte und Gemeinden im südlichen Niedersachsen.

Die Stadt liegt an der Saale, einem Nebenfluss der Leine. Die Altstadt wird durch Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert geprägt.

Stadt Elze[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt westlich von Hildesheim am Nordrand des Niedersächsischen Berglandes mit Blick auf die Norddeutsche Tiefebene, auf das Schloss Marienburg, die Poppenburg und die Klosterkirche Wittenburg.

Stadtteile[Bearbeiten]

Die Stadt teilt sich auf in folgende Stadtteile (Einwohnerzahl am 31. Dezember 2009):

Stadtgeschichte[Bearbeiten]

Bereits vor dem Jahr 800 siedelten in Elze Menschen. Zur Zeit Karls des Großen wurde der Ort Aula Caesaris („Kaiserhof“), kurz Aulica genannt, woraus sich die Namen Aulze und Elze entwickelten. Elze war seit etwa 800 der Sitz eines von Karl dem Großen gegründeten Bistums für Ostfalen[2] unter dem Patrozinium der Apostel Petrus und Paulus, die noch heute im Namen der evangelischen Kirche und im Ortswappen erscheinen. Auch die katholische Kirche von 1936/1953 erinnert an diese Tradition. Ludwig der Fromme verlegte den Bischofssitz 815 nach Hildesheim und stellte ihn unter den Schutz der Gottesmutter Maria.

Am Abend des 18. November 1824 wurden drei Viertel der Stadt bei einem Brand zerstört und danach wieder aufgebaut.

Am 1. März 1974 wurden im Zuge einer Gemeindegebietsreform die umliegenden Dörfer Esbeck, Mehle, Sehlde, Sorsum, Wittenburg und Wülfingen eingemeindet.[3]

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Das Rathaus in Elze
Die Hauptstraße in Elze
Elze, Marktplatz

Elze ist seit 1971 Partnerstadt der in der Normandie gelegenen französischen Kleinstadt Écouché.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau nebeneinander stehend die golden nimbierten und silbern gekleideten Heiligen Petrus und Paulus mit je einem roten Buch in der Linken; in der Rechten hält Petrus einen goldenen Schlüssel, Paulus ein silbernes Schwert mit goldenem Griff. Vor ihnen ein schwarzes Schild mit silbernen Schrägbalken, darin ein roter Stufenschrägbalken“. Auf Gedenksteinen und Ortssiegeln aus dem 16. Jahrhundert sind bereits die beiden Heiligen Petrus und Paulus zu sehen. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts, als Elze Stadt geworden ist, werden beide im Schild einander gegenüber sitzend dargestellt, während im 19. Jahrhundert die Heiligen von den Stadtfarben Silber und Blau im Schild getrennt werden. 1939 wurde das schwarze Schild mit den Stufenschrägbalken, welches das Wappen der Herren von Elze war, in das Ortswappen eingefügt. In der heutigen Form existiert es, durch die Genehmigung des Minister des Inneren, seit 1956. [4]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Die Stadt ist Verkehrsknotenpunkt auf den Eisenbahnstrecken Hannover–Göttingen („Hannöversche Südbahn“) und Hameln–Hildesheim („Weserbahn“). Die Verbindung der Ortsteile untereinander und mit Nachbarorten übernehmen mehrere Überland- und zwei Stadtbuslinien der Regionalverkehr Hildesheim GmbH (RVHI). An der Bahnlinie im Osten der Stadt haben sich einige Industriebetriebe niedergelassen. In Elze kreuzen sich die B3 und die B1.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Kindertagesstätten und Kinderkrippe[Bearbeiten]

Es gibt in Elze einschließlich der umliegenden Dörfer fünf Kindertagesstätten und eine Kinderkrippe.

Schulen[Bearbeiten]

Es gibt in Elze einschließlich der umliegenden Dörfer fünf Schulen.

An der Bahnlinie, jedoch nordwestlich der Stadt gelegen, befindet sich die Christophorus-Schule „Jugenddorf Elze“. Das staatlich anerkannte Gymnasium gehört zu dem der evangelischen Kirche nahestehenden Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) und beherbergt neben dem Schulbetrieb mit Internat und Sporteinrichtungen eine Musikschule, einen Kindergarten und einen Reiterhof. Zuletzt wurde das Elzer Sport- und Gesundheitszentrum des CJD Elze gebaut und fertiggestellt, die neue Sporthalle ist das Prachtstück der Einrichtung.

Die Krüger-Adorno-Schule ist eine Haupt- und Realschule, die aus der Gauß-Krüger-Realschule und der T.-W.-Adorno-Schule, Hauptschule mit Orientierungsstufe, hervorgegangen ist.

Sehenswürdigkeit[Bearbeiten]

Naturschutzgebiet "Leineaue unter dem Rammelsberg"[Bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet Leineaue unter dem Rammelsberg liegt zwischen Gronau (Leine) und Elze und stellt einen Ausschnitt des Mittellaufs der Leine mit ihrer Aue und Teilen der Hänge des Uthberges und des Großen Rammelsberges im Osten unter Schutz. Die periodisch überflutete Niederung wird geprägt vom mäandrierenden Flusslauf mit Altarmen und Flutmulden. Die Leine wird vielfach von Auwaldresten begleitet. Daneben sind Feuchtwiesen und staudenreiche Brachflächen zu finden. Die in das Naturschutzgebiet einbezogenen Hänge sind durch Wälder und Gebüsche sowie Reste von Magerrasen und Streuobstwiesen geprägt.

Söhne und Töchter der Stadt Elze[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt Elze in Verbindung stehen:

Erklärung des Ortsnamens[Bearbeiten]

Alte Bezeichnungen des Ortes sind 826-876 Aluchi, 1068 Alicga, um 1135 Aulica, 1151 Alitse, 1160 Eleze und 1204 Elze. Für den Ortsnamen stehen zwei Überlieferungsstränge nebeneinander: „Aulica / Aulika“ und „Alitse, Eleze, Eletse, Elze“. Bei „Aulica, Aulika“ liegt offensichtlich eine Latinisierung von „aula“ für „Halle, Fürstenhalle“ vor. Beim zweiten Überlieferungsstrang ist wahrscheinlich das germanische Wort „ulin“ für „faul, feucht, modrig“ die Grundlage.[5]

Stadtteil Elze[Bearbeiten]

Peter-und-Paul-Kirche

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In Elze gibt es ein Heimatmuseum, einen Stadtpark, ein Freibad und mehrere Sporteinrichtungen. Insgesamt existieren in Elze 45 Vereine und Verbände.

Sehenswert ist u. a. der Bahnhof Elze, der 1853 bis 1854 von dem Architekten Conrad Wilhelm Hase in Backstein und Rundbogenstil gebaut wurde.

Kirchen[Bearbeiten]

In Elze befinden sich die evangelisch-lutherische Peter und Paul-Kirche an der Hauptstraße, die katholische Kirche St. Petrus zu den Ketten an der Schmiedetorstraße und eine Neuapostolische Kirche am Draustweg. (siehe auch Geschichte)

Neuapostolische Kirche

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Jeden 1. Mai stellt der Ortsverein Elze des Technisches Hilfswerks (THW) den Elzer Maibaum auf.
  • Jedes 2. Jahr wird am Elzer Schulzentrum für ein Wochenende die Elzer Messe eröffnet.
  • Jedes 3. Jahr findet das traditionelle Seifenkistenrennen für Kinder statt.
  • Jedes Jahr findet am Ende der Sommerferien das Jugendkonzert „Rock im Bad“ statt, bei dem mehrere Gruppen auf einer Bühne musizieren, wobei das Publikum zugleich nachts baden kann.
  • Jeden Dezember finden im Schulzentrum Elze die Elzer Fußball-Schulmeisterschaften statt, wobei 5 Schulen teilnehmen und in mehreren Wettkampfklassen die Schulmeisterschaft ausspielen.
  • Jährlich findet von April bis September der „Wittenburger Sommer“ statt.
  • Jährlich am letzten Samstag vor Rosenmontag findet der „Puschenball“, die traditionelle Faschingsfeier des MTV Elze statt.

Literatur[Bearbeiten]

Bibliographie für die Einheitsgemeinde Elze
Literatur für alle Stadtteile
  • Geschichte des Fürstenthums Hildesheim, Franz Anton Blum, Wolfenbüttel 1805, S. 21 f.
  • Gerd Lüttig: Neue Ergebnisse quartärgeologischer Forschung im Raume Alfeld-Hameln-Elze. In: Geologisches Jahrbuch Band 77, Seite 337–390. Hannover, Juni 1960.
  • Müller, Werner: Ausgewählte Daten zur Geschichte der Stadt Elze mit ihren Ortsteilen Esbeck, Mehle, Sehlde, Sorsum, Wittenburg, Wülfingen. Schriftenreihe des Heimat- und Geschichtsvereins Elze Heft 4. Elze, 2. Aufl. 2004. (1. Auflage online)
  • Müller, Werner: Denkmale in der Einheitsgemeinde Elze mit ihren Ortsteilen Esbeck, Mehle, Sehlde, Sorsum, Wittenburg und Wülfingen. Schriftenreihe des Heimatmuseums Elze Nr. 5. Elze 2000.
  • Hildesheimer und Kalenberger Börde. Natur und Landschaft im Landkreis Hildesheim. Mitteilungen der Paul-Feindt-Stiftung Band 5. Hildesheim 2005. ISBN 3-8067-8547-3
Literatur für Elze
  • Jürgen Huck: Elze in alten Ansichten. Europäische Bibliothek, Zaltbommel (Niederlande) 1978
  • Jürgen Sempf: Elzer Alltagsimpressionen. Ein Rundgang durch die Geschichte. Sutton Verlag, Erfurt 2007, ISBN 978-3-86680-089-2
  • Nadine Pflüger, Werner Beermann: Der Architekt Conrad Wilhelm Hase und seine Bauten aus früher Zeit. Die Bahnhöfe Elze und Nordstemmen. Heft 7 der Schriftenreihe des Heimat- und Geschichtsvereins Elze und seiner Ortsteile e. V., Elze 2007.
Literatur für Sorsum
  • Sascha Aust u. a.: Kirchen, Klöster und Kapellen in der Region Hannover. Hannover 2005. ISBN 3-7859-0924-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Elze – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Hildesheim. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 8, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien 1885–1892, S. 530.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 205.
  4.  Klemens Stadler: Deutsche Wappen Bundesrepublik Deutschland. Die Gemeindewappen der Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein. 5, Angelsachsen-Verlag, Bremen 1970, S. 37.
  5. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph