Alfa Romeo Alfetta

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Alfa Romeo
Alfa Romeo Alfetta (1972–1975)

Alfa Romeo Alfetta (1972–1975)

Alfetta
Produktionszeitraum: 1972–1984
Klasse: Obere Mittelklasse
Karosserieversionen: Limousine, Kombicoupé
Motoren: Ottomotoren:
1,6–2,5 Liter
(80–116 kW)
Dieselmotoren:
2,0–2,4 Liter
(60–70 kW)
Länge: 4280–4380 mm
Breite: 1613–1630 mm
Höhe: 1430–1435 mm
Radstand: 2510 mm
Leergewicht: 1070–1250 kg
Vorgängermodell: Alfa Romeo Berlina 1750/2000
Nachfolgemodell: Alfa Romeo 90

Die Alfetta ist eine viertürige Limousine der gehobenen Mittelklasse von Alfa Romeo, die von Frühjahr 1972 bis Herbst 1984 gebaut wurde.

Das Fahrzeug war oberhalb der Alfa Romeo Giulia angesiedelt und stand in Konkurrenz zur seit Anfang 1968 im eigenen Haus hergestellten Berlina 1750/2000. Bei der Markteinführung fand die Alfetta in der Fachpresse und bei der internationalen Kundschaft sofort eine sehr positive Aufnahme.

Name[Bearbeiten]

Der Name entstammt dem Alfa-Formel-1-Rennwagen Alfetta Typ 159, mit dem 1950 Giuseppe Farina und 1951 Juan Manuel Fangio erste Plätze herausfuhren. Der Name „Alfetta“ bedeutet „kleiner Alfa“. Der Grund für die Namensgleichheit war die beiden Fahrzeugtypen gemeinsame Transaxle-Bauweise des Antriebsstrangs.

Antriebsstrang[Bearbeiten]

Bei Serienlimousinen war die Transaxlebauweise bisher selten (Beispiele: Csonka (1908), Škoda Popular (1937), Lancia Aurelia (1950)). Das Getriebe der Alfetta war nicht vorne am Motor angebracht, sondern zusammen mit den Differential vor der Hinterachse. Vor dem Getriebe wurde die Kupplung angeflanscht. Die Antriebswelle rotierte, entkoppelt mit einer Gelenkscheibe mit der Motordrehzahl und verband den vorne liegenden Motor mit der hinteren Kupplung-Getriebe-Differential-Einheit. Die Massen verteilen sich gleichmäßig auf beide Achsen (Gewichtsverteilung von 50:50) und bringen so gegenüber konventionellem Heckantrieb mehr Traktion auf die Antriebsräder.

Außerdem ermöglicht dies neutrales Verhalten beim Kurvenfahren, unabhängig vom Beladungszustand. Während durch diese Bauart die Vorderachse entlastet und so eine Leichtgängigkeit der Zahnstangenlenkung erreicht wurde, half auf der anderen Seite die Mehrbelastung auf der Hinterachse der Alfetta zu einer besseren Straßenlage, auch unter schlechten Bedingungen wie Regen und Schnee.

Fahrwerk[Bearbeiten]

Die Alfetta hatte eine De-Dion-Achse mit Schraubenfedern und Teleskopstoßdämpfern. Diese Konstruktion kombiniert die Vorteile der Starrachse (Spur- und Sturzkonstanz) und die der Einzelradaufhängung (geringe ungefederte Massen, Komfort) wegen des am Aufbau sitzenden Differenzials. Der Achskörper hatte ungefähr die Form eines Trapezes, dessen schmale Seite nach vorne zeigte[1]. Dort war die Achse vor dem Getriebe in Gummi gelagert (Deichselachse). Zur Querführung hinten diente ein Wattgestänge. Die hinteren Bremsscheiben waren innenliegend, das heißt direkt auf den Differentialausgangswellen angeflanscht. So wurden die ungefederten Massen an den Rädern weiter verringert.

An der Vorderachse gab es Doppelquerlenker und längs liegende Torsionsstabfedern (Drehstabfedern). Dies sollte mehr Platz im Motorraum schaffen, denn die Entwicklung fand vor der ersten Benzinkrise statt und es sollten größere Motoren eingebaut werden können, wie zum Beispiel der V8 des Montreal. Ein V6-Motor befand sich in der Entwicklung.

Die Bremse war servounterstützt, auch vorne waren Scheibenbremsen eingebaut.

Motor[Bearbeiten]

Als Motor wurde die 1750er Maschine mit 1779 cm³ und 122 PS angeboten, die bereits auch in anderen Alfa-Romeo-Fahrzeugen Verwendung fand. 1977 folgte die 2000er Maschine mit 121, später auch 130 PS[2], bereits Anfang 1975 als Einstiegsmodell die 1600er Maschine der Alfa Romeo Giulia. Der 1600er-Motor in der Alfetta war etwas leistungsstärker als der in der weiterhin gebauten Giulia Nuova Super, bedingt durch diverse Feinabstimmungen und einen elektrischen Lüfter. 1979 wurde die Alfetta erstmals auch mit einem Turbodiesel angeboten, der 82 PS und durch Hubraumvergrößerung auf 2,4 Liter ab 1983 95 PS leistete. In den USA fand ab 1975 der Zweiliter mit mechanischer Spica-Einspritzung und 112 PS, der bereits in den Vorgängermodellen eingesetzt worden war, weitere Verwendung, im GTV später der 2,5-Liter-V6.

Ausstattung und Design[Bearbeiten]

Die Ausstattung des Fahrzeugs entsprach den Anforderungen an eine Limousine der gehobenen Mittelklasse. Das Design stammt von Bertone. Dies wurde aber, da Alfa-Präsident Giuseppe Luraghi gerade mit Bertone Ärger hatte, nie publik gemacht, ganz im Gegenteil: Die allererste Version der Alfetta war mit einem „Centro Stile Alfa Romeo“-Emblem versehen. Diese „Ur“-Alfetta wurde von März 1972 bis Juli 1974 gebaut.

Ab Mitte 1974 gab es zusätzlich die Alfetta mit 1600er-Maschine (Verkaufsbezeichnung: Alfetta 1.6), eine Art Sparversion (diese ist äußerlich an den Einfachscheinwerfern und hornlosen Stoßstangen erkennbar).

Ab Anfang 1975 hieß die bisherige Alfetta fortan Alfetta 1.8 und erfuhr äußerlich ein paar kleine Überarbeitungen in Form eines breiteren Alfa-Herzens („Scudetto“), anderen Scheinwerferringen und eines abgeänderten Frontgrills.

Im Herbst 1977 erschien schließlich mit stark modifiziertem und neuem Design die Alfetta 2000, unter anderem mit Rechteckscheinwerfern, breiteren Stoßfängern, nach hinten öffnender Motorhaube sowie geschraubten statt geschweißten vorderen Kotflügeln. Ab Herbst 1979 war in identischem Design die Alfetta Turbo Diesel (2 Liter Hubraum) erhältlich und Anfang 1983 kam noch die Alfetta mit 2.4 l-Turbodiesel hinzu.

Im Frühjahr 1982 wurden weitere Modifikationen durchgeführt. So wurden teilweise wieder Doppelscheinwerfer verbaut. Darunter saßen im Gegensatz zur Erstversion die bereits zur im Herbst 1977 erfolgten Überarbeitung eingeführten Kunststoffstoßfänger.

Alfetta GTV[Bearbeiten]

Wie bei Alfa Romeo üblich, wurden auf der Grundlage eines Erfolgsmodells auch weitere Varianten angeboten. Als Ergänzung erschien im Frühjahr 1974 das dreitürige Sportcoupé Alfetta GT bzw. GTV. In diesem Modell kam später auch der V6-Motor zum Einsatz.

Im Herbst 1980 erhielt das nun GTV genannte Coupé ein grundlegendes Facelift. Stoßfänger, Spoiler, Armaturenbrett und Seitenverkleidungen aus Kunststoff wurden verändert.

Bis Anfang 1986 wurden 478.812 Exemplare produziert.

Markterfolg[Bearbeiten]

Die Alfetta war zunächst ein großer Markterfolg. In der Zeitschrift „auto, motor und sport“ war das Fahrzeug in einem Vergleichstest mit dem im September 1972 neu erschienenen BMW 520 der klare Sieger.

Ein Problem der Alfetta waren allerdings mangelnde technische Zuverlässigkeit und die zu hohe Rostanfälligkeit. Diese Probleme hatten in den 1970er-Jahren auch andere Modelle von Alfa Romeo, was dem Ruf der Marke einen nachhaltigen Schaden zufügte.

Der Nachfolger der Alfetta wurde im Herbst 1984 eingeführt und hieß Alfa 90.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://i34.photobucket.com/albums/d136/ckeen74/Alfetta%20repairs/IMG_2302.jpg Photo der ausgebauten Achse
  2. Automobil Revue, Katalognummern 1977 und 1979, S. 163 bzw. 178

Weblinks[Bearbeiten]

[1]