Heckengäu

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Heckengäu bei Weil der Stadt

Das Heckengäu ist als Teil des Gäus eine Landschaft in den Landkreisen Böblingen, Calw, Ludwigsburg und Enzkreis in Baden-Württemberg (Deutschland). Ein Landschaftsteil im Kreis Calw heißt Schlehengäu. Daher ist auch die Bezeichnung Hecken- und Schlehengäu geläufig.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Das Heckengäu liegt westlich der Landeshauptstadt Stuttgart. Es bildet ein von Norden nach Süden über 50 km langgezogenes Band, das von Vaihingen an der Enz im Norden bis Haiterbach im Süden reicht und Teile der Landkreise Böblingen, Calw, Ludwigsburg sowie des Enzkreises umfasst. Im Westen grenzt es an den Nordschwarzwald und im Osten an das Korn- und Strohgäu sowie an den Schönbuch.

Heckengäu bei Malmsheim

Landschaft und Geologie[Bearbeiten]

Das Heckengäu ist eine ländlich geprägte Region, die sich durch eine hügelige, stark landwirtschaftlich genutzte Landschaft auszeichnet. Aufgrund seines verkarsteten Muschelkalkuntergrunds ist das Heckengäu eine edaphisch trockene Region. Typische Böden sind Rendzinen, in Geländemulden finden sich jedoch auch Lössauflagen, aus denen sich Parabraunerden bilden können. Das Heckengäu zeichnet sich durch Karsterscheinungen wie Trockentäler, Dolinen, Quelltöpfe, Schachthöhlen und Ausschwemmungen aus. Das Heckengäu ist des Weiteren geprägt durch Wacholderheiden und Streuobstwiesen, aber vor allem durch Feldhecken, die sich auf den vielen Lesesteinriegeln bildeten und die ihm zu seinem Namen verhalfen. Die im östlichen Kreis Calw typischen Schlehenhecken geben der dortigen Region auch den Namen Schlehengäu.

Erhebungen[Bearbeiten]

Die höchsten Erhebungen (mit Höhe in Meter über Normalnull; NN) des Heckengäus finden sich bei Calw-Stammheim (Daumen, 611 m) sowie in und um das östliche Althengstett (Köpfle, 606 m und Jägerberg 591 m). Andere typische Gäu-Hochflächen sind zum Beispiel die Hochfläche bei den „Sieben Tannen“ mit den Dörfern Deckenpfronn, Oberjettingen und Kuppingen sowie die Hochebene „Tannenäcker“ zwischen Althengstett, Stammheim und Gechingen, die bis auf eine Höhe von 580 m reicht.

Der Mauerfuchs ist ein Bewohner des Heckengäus (Fundort: Malmsheim)
Die Silberdistel blüht im Heckengäu auf Heideflächen (Fundort: Renningen)

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Das Heckengäu weist eine schützenswerte Flora und Fauna auf. Auf den Wacholderheiden gibt es Restbestände der Silberdistel und der Berg-Aster. Auch einige wenige einheimische Enzianarten finden dort einen geeigneten Wachstumsstandort. Bei Weil der Stadt blüht im Frühjahr die Gewöhnliche Küchenschelle. Der Mauerfuchs ist in den Trockentälern zu Hause, während die Zauneidechse in den Trockenmauern am Rande von Streuobstwiesen einen passenden Lebensraum im Heckengäu vorfindet. Die streng geschützte Gelbbauchunke sucht sich kleinste Gewässer und Pfützen.

Ortschaften[Bearbeiten]

Zu den Ortschaften des Heckengäus gehören

Verkehr[Bearbeiten]

Das Heckengäu ist über die Autobahnen A 8 und 81 zu erreichen. Darüber hinaus gibt es diverse Bahnanbindungen (u. a. ans Stuttgarter S-Bahn-Netz). Busanbindungen gibt es ab den Bahnhöfen Leonberg, Weissach (Württembergische Eisenbahngesellschaft – WEG), Mühlacker, Pforzheim, Böblingen und Weil der Stadt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Herbert Fauser, Karl-Jürgen Bunnenberg, Karl Feucht (Hrsg.): Wanderführer Heckengäu, Strohgäu, Glemswald. Verlag Theiss, Stuttgart 1999, ISBN 3-8062-0871-9
  • Geschäftsstelle PLENUM Heckengäu (Hrsg.), in Zusammenarbeit mit der Pressestelle des Landkreises Böblingen: Das Heckengäu, ein Erlebnis. Böblingen 2006, DNB 1014527066 (Katalogeintrag der Deutschen Nationalbibliothek - DNB)

Weblinks[Bearbeiten]

48.758.8166666666667Koordinaten: 48° 45′ 0″ N, 8° 49′ 0″ O