Aristocats

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Aristocats (Originaltitel: The Aristocats) ist der 20. abendfüllende Zeichentrickfilm der Walt-Disney-Studios und erschien im Jahr 1970. Der Film kostete etwa 4 Millionen US-Dollar und spielte ungefähr 18 Millionen in den Kinos ein. Es ist zudem der erste Disney-Film, bei dessen Produktion Walt Disney nur noch als Ideengeber mitwirkte.

Handlung[Bearbeiten]

Im Paris des Jahres 1910 setzt die ebenso betagte wie vermögende Madame Adelaide Bonfamille ihre geliebten Katzen Duchesse und deren Kinder Marie, Toulouse und Berlioz als Erben ein und enttäuscht mit diesem skurrilen Testament ihren Butler Edgar, der sich ebenfalls größere Chancen auf das wohl beträchtliche Erbe ausrechnete. Um diese Chancen zu wahren, lässt der Butler nun die begünstigte Katzenfamilie verschwinden, indem er sie weit entfernt von der Hauptstadt aussetzt. Dabei gerät er mit dem Bluthund Napoleon und dessen Basset-Freund Lafayette in Konflikt.

Der Film erzählt nun einem Abenteuerroman gleich vom Versuch der Katzenfamilie, wieder zurück nach Hause zu gelangen. Die stammbaumgeadelte Angorakatze Duchesse und ihre drei Kinder bestehen mit Humor und verschiedenen gesungenen Liedern zuletzt alle Herausforderungen und gelangen mit Hilfe des Straßenkaters Thomas O’Malley (vollständig: Abraham de Lacey Giuseppe Casey Thomas O’Malley), einer Straßenkatzenband unter Führung von dessen Freund Swingy und weiterer tierischer Helfer wieder nach Paris zurück.

Produktion[Bearbeiten]

Der Film Aristocats ist der Film, an dessen Idee und Konzeption Walt Disney noch selbst beteiligt war, der aber dann vollständig ohne den 1966 verstorbenen Produzenten und Micky-Maus-Erfinder produziert wurde. Der Titel des Films ist ein Kofferwort aus Aristocrats und Cats. Wörtlich übersetzt ist der Titel ungefähr als Edelkatzen zu verstehen.

Er war einer der ersten einer langen Reihe von Produktionen, die von Wolfgang Reitherman umgesetzt wurden. Mit einem Budget von vier Millionen US-Dollar und etwa 250 Beschäftigten zählte Aristocats somit zu den großen Projekten. Das Drehbuch war eine Gemeinschaftsarbeit von Larry Clemmons, Vance Gerry, Ken Anderson, Frank Thomas, Eric Cleworth, Julius Svendsen und Ralph Wright und basierte auf einer Geschichte von Tom McGowan und Tom Rowe. Für die Produktion selbst wurden innerhalb von vier Jahren unter Milt Kahl, Ollie Johnston, Frank Thomas und John Lounsbery 325.000 Zeichnungen, 1125 Szenenbilder und 900 Hintergründe angefertigt und von Tom Acosta geschnitten.

Die Filmmusik komponierte George Bruns (1914-1983). Floyd Huddleston und Al Rinker schrieben Everybody Wants to Be a Cat, Terry Gilkyson war für Thomas O'Malley (gesungen von Phil Harris) verantwortlich und Richard und Robert B. Sherman verfassten She Never Felt Alone, Scales and Arpeggios sowie den Titelsong The Aristocats, der von Maurice Chevalier gesungen wurde. Der zu dieser Zeit bereits über Achtzigjährige hatte sich eigentlich schon zurückgezogen, übernahm die Aufgabe aber gerne – auch als Verbeugung vor seinem Freund Walt Disney, für den er zuvor schon in einigen Filmen aufgetreten war.

Synchronisation[Bearbeiten]

Die deutsche Synchronbearbeitung entstand 1971 in den Ateliers der Simoton Film GmbH Berlin. Für Dialogbuch, Liedertexte und Synchronregie zeichnete Heinrich Riethmüller verantwortlich. Das Titellied sang Paul Kuhn (im Original Maurice Chevalier).[1]

Rolle Originalsprecher Deutsche Stimme
Thomas O'Malley Phil Harris Edgar Ott
Duchesse Eva Gabor Brigitte Grothum
Adelaide Bonfamille Hermione Baddeley Gisela Reißmann
Berlioz Dean Clark Steffen Müller
Marie Liz English Angelika Pawlowski
Toulouse Gary Dubin Ralph Richardt
Roquefort Sterling Holloway Harry Wüstenhagen
Napoleon Pat Buttram Eduard Wandrey
Lafayette George Lindsey Walter Gross
Abigail Gabble Monica Evans Erika Rehhahn
Amelia Gabble Carole Shelley Inge Wolffberg
Onkel Waldo Bill Thompson Peter Schiff
Georges Hautecourt Charles Lane Herbert Weissbach
Edgar Roddy Maude-Roxby Klaus W. Krause
Swingy Scatman Crothers Klaus Havenstein
Siamkater Paul Winchell Dieter Kursawe
Englischer Kater Lord Tim Hudson Ingo Osterloh
Italienischer Kater Vito Scotti Oscar Sabo jun.
Russischer Kater Thurl Ravenscroft Michael Chevalier
Frou-Frou Nancy Kulp Inge Landgut
Küchenchef Peter Renaday Wolfgang Völz
Kraftfahrer Peter Renaday Benno Hoffmann
Kraftfahrer Peter Renaday Reinhard Mey

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten]

„Die liebenswerten Abenteuer einer Katzenfamilie aus reichem Hause im Paris der Jahrhundertwende (...) Ein hübscher Disney-Zeichentrickfilm, der von den gut beobachteten Eigenheiten der Katzen lebt. Erfolgreich, aber nicht sonderlich originell werden Elemente früherer Disney-Filme kombiniert. Höhepunkt ist die furiose Dixieland-Nummer ‚Katzen brauchen furchtbar viel Musik‘“

Lexikon des internationalen Films[2]

Veröffentlichungen auf DVD/BD[Bearbeiten]

  • Aristocats. Walt Disney Meisterwerke. 4:3 Format. Buena Vista Home Entertainment 2001
  • Aristocats. Special Collection – Walt Disney Meisterwerke. 4:3 Format. Buena Vista Home Entertainment 2004
  • Aristocats. Special Collection – Walt Disney Meisterwerke. 16:9 Format. Buena Vista Home Entertainment 2008
  • Aristocats. Special Edition (BD). 16:9 Format. Walt Disney Studios Home Entertainment 2012

Soundtrack[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aristocats im Disney-Synchron-Archiv
  2. Lexikon des internationalen Films (CD-ROM-Ausgabe), Systhema, München 1997
Vorgänger Film Nachfolger
Das Dschungelbuch Disneyfilme der „Meisterwerke“-Reihe
1970
Robin Hood