Berga/Elster

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Berga/Elster
Berga/Elster
Deutschlandkarte, Position der Stadt Berga/Elster hervorgehoben
50.75361111111112.165229Koordinaten: 50° 45′ N, 12° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Greiz
Höhe: 229 m ü. NHN
Fläche: 43,49 km²
Einwohner: 3526 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 81 Einwohner je km²
Postleitzahl: 07980
Vorwahl: 036623
Kfz-Kennzeichen: GRZ, ZR
Gemeindeschlüssel: 16 0 76 004
Stadtgliederung: Kernstadt; 13 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Markt 2
07980 Berga/Elster
Webpräsenz: www.stadt-berga.de
Bürgermeister: Stephan Büttner
Lage der Stadt Berga/Elster im Landkreis Greiz
Auma-Weidatal Bad Köstritz Berga/Elster Bethenhausen Bocka Brahmenau Braunichswalde Caaschwitz Crimla Endschütz Gauern Greiz Großenstein Langenwetzendorf Harth-Pöllnitz Hartmannsdorf Hilbersdorf Hirschfeld Hohenleuben Weida Hundhaupten Kauern Korbußen Kraftsdorf Kühdorf Langenwetzendorf Langenwolschendorf Lederhose Linda Lindenkreuz Langenwetzendorf Mohlsdorf-Teichwolframsdorf Münchenbernsdorf Langenwetzendorf Neumühle Paitzdorf Pölzig Reichstädt Ronneburg Rückersdorf Saara Weida Schwaara Schwarzbach Seelingstädt Weida Teichwitz Weida Weißendorf Langenwetzendorf Wünschendorf Zedlitz Zeulenroda-Triebes ThüringenKarte
Über dieses Bild

Berga/Elster ist eine Landstadt im Landkreis Greiz im Osten des Freistaates Thüringen. Sie erstreckt sich in ihrem Kern an einem Hang in einer Weitung des Elstertals.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Blick über Berga/Elster

Berga liegt im Nordosten der Ostthüringisch-Vogtländischen Hochflächen, im Tal und zwischen den meist bewaldeten Hängen des Flusses Weiße Elster. Die Umgebung ist zumeist landwirtschaftlich genutzt und geht im Bereich der östlich der Kernstadt gelegenen Ortsteile in das Ronneburger Acker- und Bergbaugebiet über. Die nächsten größeren Städte sind Weida, Greiz und Gera.

Geologie[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet wird wesentlich durch die Variszische Gebirgsbildung im Thüringisch-Fränkisch-Vogtländischen Schiefergebirge bestimmt, dessen Hauptsattel als Bergaer Sattel bezeichnet wird und sich von der Saale bei Blankenstein über Schleiz und Zeulenroda bis zur namensgebenden Stadt erstreckt. Dabei handelt es sich vorwiegend um metamorphe Wechsellagerungen von plattigem Quarzit und phyllitischem Siltschiefer. Die Weiße Elster, die den Bergaer Sattel fast rechtwinklig quert, hat diese Schichten aus dem Ordovizium wieder frei gelegt. Im nordöstlichen Bereich des Stadtgebiets bei Wolfersdorf hat sich nach der raschen Abtragung des variszischen Gebirges in dessen Randzone Zechstein abgelagert.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden (alle im Thüringer Vogtland des Landkreises Greiz) sind im Osten Endschütz, Gauern, Linda b. Weida, Seelingstädt und Mohlsdorf-Teichwolframsdorf und im Westen Weida, Neumühle/Elster, Teichwitz, Langenwetzendorf und Wünschendorf/Elster.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Der südliche Stadtteil Pöltschen (auch Pöltzschen geschrieben) ist mit der Kernstadt von Berga verwachsen. Räumlich getrennt gehören 13 weitere Ortsteile zu Berga: Albersdorf, Clodra, Dittersdorf, Eula, Großdraxdorf, Kleinkundorf, Markersdorf, Obergeißendorf, Tschirma, Untergeißendorf, Wernsdorf, Wolfersdorf und Zickra

Blick über Berga von der Streuobstwiese der Eichleite

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten]

Der Kreuzstein bei Albersdorf

Berga wurde wie Greiz bei der Kolonisation des Elstertales um 1200 erschlossen.[2] Eine Burg auf einem Bergsporn, der vom Osten in das Tal der Weißen Elster ragt, sicherte und kontrollierte im Mittelalter den Flussübergang einer in Ost-West-Richtung verlaufenden Straße, die das Orlatal um Auma mit dem Muldetal von Zwickau verband. Den Herren von Lobdeburg waren schon 1225 Ritter von Berga bekannt. Die erste Nachricht über Berga an der Elster ist in der Urkunde aus dem Jahre 1306[3] festgehalten. Dieses Schriftstück berichtet, dass ein Vogt von Gera (Herr von Gerawe) dem Kloster Cronschwitz Zinse kaufte, darunter „in der moll (Mühle) zcu Bergawe auch XXXIV scheffel korn“. Diese Mühle war höchstwahrscheinlich die Angermühle. Vier Jahre später, am 29. März 1310, erwarb das Kloster Cronschwitz einen „hoff ynn dem gerichte zcu Bergaw…. unnd der kyrchlehen zcu Bergaw mit allem deme rechte …“ (einen Hof und das Kirchlehen zu Berga). In der Zeugenreihe einer Urkunde vom 25. März 1313 ist ein „dominus Conradus plebanus in Bergowe“ aufgeführt.

Am 11. September 1319 schlossen die Vögte von Gera mit den Vögten von Weida in Berga einen Vertrag über die Geraer Münze ab. Im Jahre 1320 war für die Bergaer Kirche ein Laie, der Vogt von Gera, Patron. Die Äcker und Fluren waren durch die ständigen Kriege des Landesherrn zerstört, und das durch die Nähe dichter Wälder begünstigte Räuberunwesen ließ keine ordnungsgemäße Feldbestellung zu.

Bis über die Mitte des 14. Jahrhunderts unterstand das Bergaer Gebiet den Vögten von Gera. Diese führten dort im Jahre 1363 ihre letzte Rechtshandlung durch. Wenig später gehörte Berga den Wettinern. Darüber berichtet das Registrum dominorum marchionum Missnensium vom Jahre 1378, in dem Berga erstmals als Städtchen (opidum, stetigen) genannt wird. Die Erhebung des Ortes zur Stadt erfolgte demnach in den 1370er Jahren. Der Schiedsspruch über den Streit zwischen König Wenzel von Böhmen und den Markgrafen Friedrich IV. von Meißen vom 13. August 1386 berichtet von der zerstörten und abgebrannten Stadt Berga. Am 31. August 1411 wurde Berga dem Landesteil des Markgrafen Wilhelm II. angegliedert.

Grundlegende Änderungen traten im Jahre 1427 ein. Am 22. Januar veräußerte Heinrich von Weida sein Drittel an der Herrschaft Weida an den Markgrafen Friedrich von Meißen und erhielt dafür von diesem „slosz und stadt Bergaw“ mit allem Zubehör. Der neue Stadtherr von Berga nannte sich Heinrich von Weida, Herr von Berga. Nach diesem feudalistischen Besitzwechsel wurde der Stadt Berga am 9. Juni 1427 ein offener Brief ausgestellt, der in 16 Artikeln den Einwohnern, die bis dahin erlangten „freiheiten und gerechtickaiten“ bestätigte. Dieses Schriftstück spiegelt die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse in Berga während der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wider. Die weitgehende Abhängigkeit des darin erwähnten Bürgermeisters und Rates von der im jährlichen Wechsel von zwei Rittergütern in der Umgebung ausgeübten Grundherrschaft blieb indes bis 1823 bestehen.[4]

Neuzeit[Bearbeiten]

1466 ging Berga als Teil des Vogtlandes an den Wettiner Ernst und somit mit der Leipziger Teilung 1485 an die Ernestiner über. Durch die Grumbachschen Händel erfolgte 1567 der Wechsel zu den Albertinern, die es 1816 als Teil des Neustädtischer Kreises an das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach abgeben mussten. Bei einem letzten Großfeuer 1842 brannte die Stadt vollständig ab, infolgedessen gründete sich die Freiwillige Feuerwehr Berga. 1875 kam der Anschluss an das Eisenbahnnetz über die Bahnstrecke Gera Süd–Weischlitz zustande. 1921 wurde während der Inflationszeit auch in Berga eigenes Notgeld herausgegeben. Die Motive berichten von historischen Sagen rund um Berga.

Der Reiter ohne Kopf hält Wacht am Kreuzstein jede dunkle Nacht. Er fiel als er das Schloss berannt. Sein Name wird nicht mehr genannt.
Kreuzstein bei Albersdorf
Erscheint die Weiße Frau im Schloss, ist das Entsetzen rießengroß. Denn sicher stirbt dann irgendwer, wie man erzählt von altersher.
Schloss Berga
Hammermichel in Teufels Sold, narrt die Tiebe mit seinem Gold! In der Schüssel liegt es zu Hauf, aber keiner hebt es auf.
Unterhammer an der Elster
Der Musikant geht spät nach Haus. Begegnet ihm ein Wolf, oh Graus. Der hätt ihn sicher umgebracht. Doch hatt' er fein des Spielens acht.
Wolfsgrube am Baderberg
Gedenktafel für NS-Zwangsarbeiter in der August-Bebel-Straße

Während des Zweiten Weltkrieges wurde seit 1944 die unterirdische Rüstungsanlage Schwalbe V durch 120 ausländische Zwangsarbeiter, 500 Kriegsgefangene und Militärinternierte sowie 1200 bis 1500 Häftlinge des KZ Buchenwald errichtet. Allein auf der Baustelle Schwalbe V kamen 314 Personen unter menschenverachtenden Bedingungen ums Leben. Am Hang des Baderberges erinnert ein 1947 aufgerichteter Gedenkstein an die Opfer des Faschismus. Der größte Teil der Häftlinge wurde auf einen Todesmarsch getrieben, den viele nicht überlebten.[5] Forscher vermuteten in den Stollen zeitweise das verschollene Bernsteinzimmer.

Das Bergaer Schloss[Bearbeiten]

Die Bauzeit der auf drei Felsen errichteten Schlossanlage kann bis ins 12. Jahrhundert zurückdatiert werden, Reste der befestigten Ritterburg aus dem 13. und 14. Jahrhundert sind zum Teil in den Befestigungsmauern erhalten. Die Gründung der Burg geht auf die Lobdeburger zurück, die einen Gegenpol zur Herrschaft der Vögte von Weida schaffen wollten. 1358 übernahmen die Landgrafen von Thüringen die Anlage. 1373 wurde sie von Heinrich dem Roten, Vogt von Weida, verpfändet. 1427 erhielt er sie endgültig zurück. 1445 bekamen die Wettiner sie wieder.[6][7]

Schloss Berga um 1912

Im Jahre 1592 wurde der Besitz vom Churfürstlichen Kammer- und Bergrat in Dresden an Daniel von Watzdorf übergeben. Die Familie von Watzdorf ist bis 1870 als Eigentümer verzeichnet. Letztes Familienmitglied war Bernhard von Watzdorf, der als Staatsminister am Hofe von Großherzog Karl Alexander von Sachsen-Weimar wirkte. Bis 1875 gehörte das Schloss Richard Hermann aus Zeitz, der es im Jahre 1875 an Ernst Semmel, den Sohn des Landrates und geheimen Justitzrathes Moritz Semmel aus Gera weiter veräußerte. Ernst Semmel wurde als Gemeindevertreter gewählt und verkaufte das Schloss 1909[8] an Hauptmann Toppius, der bereits als Verwalter des Schlossgutes gewirkt hatte. 1938 erwarb Ludwig Scharpenseel, der zuvor seine Anteile an der Schlegel-Scharpenseel-Brauerei veräußert hatte, die Immobilie und ließ das Objekt und die Außenanlagen von Grund auf sanieren.

Am 10. September 1945 wurde die Familie Scharpenseel entschädigungslos enteignet und flüchtete nach Sichtigvor. Sie verlor das Rittergut und die zugehörigen Ländereien in einer Gesamtgröße von 239 Hektar. Die Einrichtung wurde ausgelagert bzw. zur Möblierung der Notunterkünfte von Flüchtlingen verwendet. Zur gleichen Zeit wurde eine Landwirtschaftsschule im Schloss eingerichtet. Ende den 1950er Jahren wurde diese ausgelagert und das volkseigene Gut Meilitz übernahm die Rechtsträgerschaft. Die Stallungen wurden zur Schweinemast umgenutzt. Mit der „Wende“ ging das Schloss in das Eigentum der Weigl Holding über. Am 8. März 1994 brannte der Dachstuhl des 1760 errichteten Pächterhauses. Der Brand und das Löschwasser haben erhebliche Schäden am Gemäuer verursacht. Ende 2011/Anfang 2012 wurde das Schloss in großen Teilen abgerissen.[9]

Blick auf die Ruine Schloss Berga und die Siedlung Schlossberg (6. Januar 2012)

Eingemeindungen[Bearbeiten]

1972 entstand zunächst ein Gemeindeverband mit Berga und vier umgebenden Gemeinden.[4] Am 1. Juni 1991 wurde Geißendorf eingemeindet, am 22. Januar 1994 folgten Tschirma und am 8. März des Jahres Wolfersdorf und Clodra. Von 2008 bis Ende 2011 war die Stadt Berga/Elster erfüllende Gemeinde für Teichwolframsdorf und Mohlsdorf.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Trotz mehrfacher Eingemeindungen umliegender Orte von 1991 bis 1994 ist eine leicht sinkende Entwicklung der Einwohnerzahl zu verzeichnen. Von 3526 Einwohnern am 31. Dezember 2012 waren 1751 männlich und 1775 weiblich.

Entwicklung der Einwohnerzahl:

  • 1830: 0559
  • 1885: 0982
  • 1910: 1515
  • 1933: 1917
  • 1939: 2002
  • 1994: 4329
  • 1996: 4257
  • 1998: 4210
  • 1999: 4076
  • 2000: 4068
  • 2001: 4017
  • 2002: 3978
  • 2003: 3924
  • 2004: 3921
  • 2005: 3830
  • 2006: 3766
  • 2007: 3719
  • 2008: 3656
  • 2009: 3628
  • 2010: 3539
  • 2011: 3444
  • 2012: 3526
Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik - Werte vom 31. Dezember

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

In den 1990er Jahren gab es in Berga einen für den ländlich geprägten Landkreis Greiz ungewöhnlich starken SPD-Ortsverband, der 1994 mit genau 49 Prozent der Stimmen die Hälfte der 16 zu vergebenden Sitze im Stadtrat besetzte und 1999 immerhin noch sieben Sitze bei 42,9 % errang. 2004 errangen die Freien Wähler mit 47,8 % einen Erdrutschsieg und konnten acht der 16 Mitglieder stellen. Seit den letzten Kommunalwahlen am 25. Mai 2014 sind im Bergaer Stadtrat die Freie Wählergemeinschaft Berga mit sechs Sitzen, die SPD mit drei Sitzen, Die Linke mit zwei Sitzen und die CDU mit fünf Sitzen vertreten.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
[10]
Sitze
2014
[10]
%
2009
[11]
Sitze
2009
[11]
%
2004
[12]
Sitze
2004
[12]
%
1999
[13]
Sitze
1999
[13]
%
1994
[14]
Sitze
1994
[14]
Kommunalwahl 2014
 %
40
30
20
10
0
36,5 %
32,7 %
16,8 %
14,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-6,0 %p
+9,4 %p
-1,9 %p
-1,6 %p
FWG Freie Wählergemeinschaft der Stadt Berga/Elster und Ortsteile e.V. 36,5 6 42,5 7 47,8 8 21,6 4 15,9 2
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 32,7 5 23,3 4 16,3 2 26,6 4 24,0 4
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 16,8 3 18,7 3 17,4 3 42,9 7 49,0 8
LINKE
(bis 2004: PDS)
Die Linke
(bis 2004: Partei des Demokratischen Sozialismus)
14,0 2 15,6 2 11,8 2 8,9 1 5,0 1
Meyer Meyer Frank 6,7 1
WG Wählergemeinschaft Wolfersdorf 6,2 1
gesamt 100,0 16 100,0 16 100,0 16 100,0 16 100,0 16
Wahlbeteiligung in % 57,8 48,5 52,0 62,4 77,6

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der erste Bürgermeister ab 1990 war Klaus-Werner Jonas von der SPD. Die Wiederwahl erfolgte jeweils im ersten Wahlgang 1994 mit 66,7 % und 2000 mit 74,4 % der gültigen Stimmen. 2003 erfolgte eine vorgezogene Neuwahl des Bürgermeisters, dabei setzte sich Stephan Büttner von den Freien Wählern gegen den CDU-Kandidaten mit 71,1 % der Stimmen im zweiten Wahlgang durch. 2009 wurde Büttner im ersten Wahlgang mit 95,5 % der gültigen Stimmen wiedergewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen stammt aus dem 19. Jahrhundert. Die Wappenbeschreibung lautet „in Silber auf grünem Boden ein natürlicher Eichbaum.“ Auf älteren, teils aus dem 15. Jahrhundert stammenden Siegeln ist der Gekreuzigte abgebildet.[4]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Obgleich der Zugehörigkeit in gegensätzlichen weltpolitischen Machtblöcken, wurde 1962 die Städtepartnerschaft Gauchy (Frankreich) und Berga/Elster (DDR bis 1990) offiziell begründet.

Konfessionen[Bearbeiten]

Mit eigenen Kirchen- bzw. Versammlungsbauten sind in Berga/Elster die evangelische Kirche und die römisch-katholische Kirche sowie die evangelisch-methodistische Kirche vertreten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Rathaus

Bauwerke[Bearbeiten]

Das nach dem Stadtbrand von 1842 neu errichtete Rathaus liegt an dem zu einer kleinen Parkanlage umgestalteten Markt. Das barocke Schloss weist in den Befestigungsmauern Reste einer befestigten Ritterburg aus dem 13./14. Jahrhundert auf. Der vor dem Teilabriss dreigeschossige Schlossbau geht auf das 16. Jahrhundert zurück, während Torhaus, Saalbau und Schlosskapelle um 1760 hinzukamen. Weiterhin sind die barocke Stadtkirche und das Heimatmuseum Spittel sehenswert.

Stadteiche[Bearbeiten]

Wahrzeichen der Stadt Berga ist eine im Ortszentrum stehende jahrhundertealte und bis zum Jahr 2013 als Naturdenkmal geschützte[15] Stieleiche.

Die alte Eiche - Wahrzeichen Bergas

Seit 1888 dient die Eiche zum Motiv des Stadtwappens und des Stadtsiegels.[16]

Nach einem alternativen Kronenrückschnitt zur Verkehrssicherung am 17. Dezember 2012, entzieht die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Greiz der Eiche die Schutzwürdigkeit als Naturdenkmal! [17] Im Jahr 1989 wurde die Laubbaum-Art der Stieleichen, als "Baum des Jahres" gekürt.

Hochfläche Großdraxdorf[Bearbeiten]

Teufelskanzel

Am westlichen Rand der Hochfläche Großdraxdorf ragt die Teufelskanzel empor. Östlich der Teufelskanzel befand sich einst eine Wallburg. 1847 verlor das Areal zugunsten einer landwirtschaftlichen Nutzung, die noch deutlichen Reste seiner Gestalt. Bereits im Jahr 1854 begannen die ersten archäologischen Untersuchungen und dauern bis zur Gegenwart an. Forscher prüfen Artefakte aus der frühen Steinzeit bis hin zum späten Mittelalter.[18][19][20]

Fundstücke der ersten Grabungen in den Jahren 1854/55 zeigt das Museum Reichenfels-Hohenleuben.[21]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Im Ortsteil Zickra gibt es den Kulturhof Zickra, der Ort regelmäßiger Veranstaltungen und Konzerte ist.[22] Er ist unter anderem Spielort der Jazzmeile Thüringen.

Kulturhof Artigiani

Kunst im öffentlichen Raum[Bearbeiten]

In einer Arbeit des Holzbildhauers Thomas Nowacki entstand eine Engelsfigur aus dem Stamm einer Schwarz-Pappel.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Historisches Zollhaus und alte Elsterbrücke vor dem Rückbau 2005
Historisches Zollhaus und neu erbaute Elsterbrücke 2007
Die Elsterbrücke bei Hochwasser mit einem Pegel von 4,1 Meter am 14. Januar 2011

Berga und seine Ortsteile liegen zum Teil an der B 175, der L 1083 von Zickra nach Zeulenroda und der L 2336 nach Rückersdorf sowie an der Bahnlinie GeraGreizWeischlitz (Elstertalbahn). Der Bahnhof wird pro Richtung stündlich von Triebwagen der Vogtlandbahn bedient. Die PRG Personen- und Reiseverkehr Greiz bindet mit den Montag bis Freitag außer an Feiertagen verkehrenden Buslinien 21 Greiz–Waltersdorf–Berga, 22 Berga–Waltersdorf–Kleinreinsdorf–Großkundorf–Berga und 218 Weida–Clodra–Berga–Wolfersdorf–Seelingstädt weitere ländliche Orte in der Umgebung an. Als Bestandteil der touristischen Mobilität führen die neu ausgewiesene Wanderroute „Elsterperlenweg“ und der Elster-Radweg durch die Stadt Berga/Elster.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Bis 1990 war Berga/Elster ein bekannter Standort der Produktion von Kunstseide (VEB Greika) und der Wollspinnerei (VEB Alwo). Die mechanische Wollweberei entstand 1879 und die Kunstseidenindustrie kam im Jahr 1900 auf.[4] Im Jahr 1932 beschäftigte die Seidenweberei Ernst Engländer AG 860 Arbeiter und Angestellte. Zum Webereibetrieb gehörte seit 1912 eine Filiale in Creuzburg, dieser Betrieb wurde in den 1930er Jahren auf die Fertigung von Fallschirmseide spezialisiert. In der DDR waren beide Fabrikationsstätten Betriebsteile des VEB Greika Greiz. Am 4. August 2011 fand das Areal durch eine Zwangsversteigerung einen neuen Besitzer.

Die Wirtschaft der Stadt Berga/Elster wird seit 1990 noch von kleineren Handwerks-, Dienstleistungs- und Handelsbetrieben geprägt.
Ein ab 1992 erschlossenes Gewerbegebiet verfügt über eine Fläche von 6 Hektar.

Gewerbegebiet vor der Stadt

In den Ortsteilen der Stadt Berga/Elster ist traditionell eine umfangreiche landwirtschaftliche Pflanzen- und Tierproduktion verwurzelt.

Wildzucht im Ortsteil Untergeißendorf

Als erste ihrer Art im Kreis Greiz entstand 1952 im Ortsteil Markersdorf die LPG „Thomas Müntzer“.[4]

Landwirtschaftliche Einrichtungen in Markersdorf

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

In den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde durch die SDAG Wismut eine Wohnsiedlung mit zugehöriger Infrastruktur für Handel, Kultur und medizinischer Betreuung geschaffen. Eine Besonderheit stellte das Nachtsanatorium dar, es diente der medizinischen Prophylaxe der Wismut-Bergleute zwischen den Arbeitsschichten. Das Ensemble der Wismut Siedlung ist heute als Flächendenkmal geschützt.

Blick vom Wachtelberg auf die „Wismutsiedlung“
Gästehaus und „Elstercafe“

Bildung[Bearbeiten]

Eine Schule existiert seit 1555. Heute gibt es in Berga eine Grundschule, eine Regelschule und eine Stadtbibliothek.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ilse Blam, Klaus Blam, Dr. Frank Reinhold: Berga an der Elster - Vom Markt zur Stadt. Zebulon Verlag, Düsseldorf 1993, S. 1-118.
  • Frank Reinhold: Familienbuch Berga, Elster bei Weida mit Albersdorf, Eula, Markersdorf, Pöltschen und Untergeißendorf (Landkreis Greiz). 1571 bis 1696. Arbeitsgemeinschaft für Mitteldeutsche Familienforschung, Leipzig 2011.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berga – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Werner Querfeld: Das Obere Schloss in Greiz. Kreismuseum Hohenleuben-Reichenfels, Hohenleuben (Kr. Zeulenroda) 1955.
  3.  Ilse Blam, Klaus Blam, Dr. Frank Reinhold: Berga an der Elster - Vom Markt zur Stadt. 1. Auflage. Zebulon Verlag, Düsseldorf 1993.
  4. a b c d e  Manfred Bensing, Karlheinz Blaschke, Karl Czok, Gerhard Kehrer, Heinz Machatscheck, Heinz Göschel (Hrsg.): Lexikon Städte und Wappen der DDR. 2. neubearb. und erw. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig Juli 1984, S. 39.
  5. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. In der Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser. Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 109.
  6.  Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag, 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 87–88.
  7.  Thomas Bienert: Mittelalterliche Burgen in Thüringen. Wartberg Verlag, 2000, ISBN 3-86134-631-1, S. 94–95.
  8. Bergaer Zeitung 8/1909
  9. Katja Grieser: Nur noch Rudimente des Bergaer Schlosses übrig. In: Ostthüringer Zeitung. 9. Februar 2012, abgerufen am 19. August 2012.
  10. a b http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=GW&wJahr=2014&zeigeErg=GEM&wknr=076&gemnr=76004
  11. a b http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=GW&wJahr=2009&zeigeErg=GEM&wknr=076&gemnr=76004
  12. a b http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=GW&wJahr=2004&zeigeErg=GEM&wknr=076&gemnr=76004
  13. a b http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=GW&wJahr=1999&zeigeErg=GEM&wknr=076&gemnr=76004
  14. a b http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=GW&wJahr=1994&zeigeErg=GEM&wknr=076&gemnr=76004
  15. http://www.landkreis-greiz.de/fileadmin/mediapool/Umweltamt/Naturdenkmalliste_des_Landkreises_Greiz.pdf
  16.  Klaus Blam (Texte), Lutz Stieler (Organisation), Ehrhard Lemm (Gera) mit Unterstützung der Stadtverwaltung Berga/Elster (Hrsg.): Berga & Wünschendorf - Sehenswertes im Elstertal. 1. Auflage. Ehrhard Lemm, Gera Oktober 1993.
  17. Amtsplatt Landkreis Greiz Ausgabe 2 2013 Seite 20. Abgerufen am 13. Februar 2013 (PDF; 219 kB).
  18. Beiträge zur Geschichte O.Fischer Verlag Aderhold, Weida/Th. 1930
  19. Alt-Thüringen (Jahresschrift des Museums für Ur- und Frühgeschichte Thüringens) Band 39 / 2006, S. 5–68, Autor Karl Peschel
  20. Stadt Berga – Großdraxdorf (Version vom 3. Juni 2009 im Internet Archive)
  21. Das Museum Reichenfels in Hohenleuben. Museum Reichenfels, abgerufen am 19. August 2012.
  22. History. Der Kulturhof Zickra. Kulturhof Zickra, abgerufen am 31. März 2012.