Bergheim (Flachgau)

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Bergheim
Wappen von Bergheim
Bergheim (Flachgau) (Österreich)
Bergheim (Flachgau)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: Salzburg-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: SL
Fläche: 15,23 km²
Koordinaten: 47° 50′ N, 13° 1′ O47.84027777777813.022222222222435Koordinaten: 47° 50′ 25″ N, 13° 1′ 20″ O
Höhe: 435 m ü. A.
Einwohner: 4.973 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 327 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5101
Vorwahl: 0662
Gemeindekennziffer: 5 03 03
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfstraße 39a
5101 Bergheim
Website: www.bergheim.at
Politik
Bürgermeister: Johann Hutzinger (ÖVP)
Gemeinderat: (2014)
(21 Mitglieder)
16
2
1
2
16 
Von 21 Sitzen entfallen auf:

[1]

Lage der Gemeinde Bergheim im Bezirk Salzburg-Umgebung
Anif Anthering Bergheim Berndorf bei Salzburg Bürmoos Dorfbeuern Ebenau Elixhausen Elsbethen Eugendorf Faistenau Fuschl am See Göming Großgmain Hallwang Henndorf am Wallersee Hintersee Hof bei Salzburg Köstendorf Lamprechtshausen Mattsee Neumarkt am Wallersee Nußdorf am Haunsberg Oberndorf bei Salzburg Obertrum am See Plainfeld Sankt Georgen bei Salzburg Sankt Gilgen Schleedorf Seeham Seekirchen am Wallersee Straßwalchen Strobl Thalgau Wals-Siezenheim Grödig Koppl Salzburg SalzburgLage der Gemeinde Bergheim (Flachgau) im Bezirk St. Johann im Pongau (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Bergheim ist eine österreichische Gemeinde im Bundesland Salzburg mit 4973 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014). Der südliche Teil des Gemeindegebiets grenzt an die Landeshauptstadt Salzburg. Der Plainberg mit dem Wallfahrtsort Maria Plain bildet die Grenze zwischen Gemeinde und Stadtgebiet sowie die Abgrenzung zwischen Stadt und Land Salzburg.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Bergheim liegt im Bezirk Flachgau, unmittelbar am nördlichen Stadtrand Salzburgs im gleichnamigen Bundesland, und ist Teil des Gerichtsbezirks Oberndorf. Auf einer Fläche von etwa 15 km² leben etwa 4900 Menschen mit Hauptwohnsitz in den insgesamt elf Ortsteilen Bergheim, Fischach, Gaglham, Hagenau, Kemating, Lengfelden, Maria Plain, Muntigl, Radeck-Kasern, Siggerwiesen und Voggenberg.[2]

Bergheim liegt im nördlichen Alpenvorland, wird im Süden durch die Stadt Salzburg, im Westen durch den Fluss Salzach, im Norden durch die Gemeinde Anthering und im Osten durch die Gemeinden Elixhausen und Hallwang bzw. Salzburg begrenzt.

Geologisch gesehen besteht Bergheim aus vielen kleinen Erhebungen und Senken, die durch Ausläufer eiszeitlicher Gletscher und deren Flüsse entstanden sind. Der heutige Ortskern liegt leicht erhöht (435 m ü. A.) und steigt weiter zum Plainberg an (562 m ü. A.). Der Voggenberg bildet mit dem Hochgitzen (674 m ü. A.) die höchste Erhebung.

Neben dem Fluss Salzach gibt es noch mehrere kleinere Bäche. Der größte von diesen ist die Fischach, ein Abfluss des Wallersees, der über Elixhausen in das Gemeindegebiet kommt, durch die Ortsteile Lengfelden und Fischach fließt und bei Muntigl in die Salzach mündet. Im Ortsteil Fischach zweigt ein Seitenarm der Fischach ab, der Mühlbach. Dieser mündet bei Muntigl wieder in die Fischach. Weitere Bäche heißen Plainbach, Bruckbach, Frauenbach und Ehrenbach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[3]):

  • Bergheim (2424)
  • Lengfelden (1348)
  • Muntigl (435)
  • Plain (322)
  • Voggenberg (347)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Bergheim I und Voggenberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet des heutigen Bergheim ist bereits seit dem ausgehenden Paläolithikum (10.000 v. Chr.) besiedelt, was durch einen Fund am Muntiglerhügel bezeugt ist.

Weitere Funde aus dem Neolithikum (3. Jahrhundert v. Chr.), eine Höhensiedlung am Muntiglerberg und eine Bergsiedlung am Hochgitzen deuten auf eine ununterbrochene Besiedelung des Gebietes hin. Auch am Plainberg und in Lengfelden gab es Hinweise auf derartige Siedlungen.

Im 1. Jahrhundert v. Chr. besiedelten die Kelten das Gebiet. Im Jahre 15 v. Chr. besetzten erstmals die Römer die Gegend und ein Jahr später wurde das keltische Königreich Noricum Teil des Römischen Reiches. Aus dieser Zeit stammen vermutlich auch jene beiden römischen Gutshöfe, die man in Kerath und Kemating ausgegraben hat. Im Jahr 488 n. Chr. zog die römische Besatzung auf Befehl König Odoakers ab.

Um 650 begannen die Bajuwaren den Raum Salzburg zu besiedeln. Im Jahr 1896 fand man nahe der heutigen Pfarrkirche eines der größten Gräberfelder des Flachgaus, das auf diese Zeit zurückgeht.

Der Name Fischach taucht bereits um 700 auf und 788 ist im Güterverzeichnis Bischof Arnos von einer Kirche „Ad Fischaha“ (zur Fischach) die Rede, deren Lage aber bis heute nicht geklärt ist.

Der Name Bergheim stammt ziemlich sicher aus dieser Zeit, da es sich bei der Silbe -heim um typisch bajuwarische Namen für Ortsneugründungen aus dieser Zeit handelt. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 927 zurück, als Erzbischof Adalbert dem Diakon Reginold eine Kirche samt Gut übergab, deren Reste man unter der heutigen Pfarrkirche vermutet. Möglich, dass die zu dieser Zeit ansässigen Geschlechter (Itzlinger oder Fischacher) neben dem Gut auch eine Burg besaßen, worüber es jedoch keine Aufzeichnungen gibt.

Im 12. und 13. Jahrhundert hatten die Herren von Bergheim bedeutende Positionen rund um die Erzbischöfe inne, was sich auch auf die Stellung von Bergheim auswirkte: man hatte ein eigenes Gericht, Fischrechte sowie Zehente und Güter im Gemeindegebiet.

Als Ende des 14. Jahrhunderts die Geschlechter der Bergheimer und Radecker erloschen, wurde der Grundbesitz vom Erzbistum Salzburg verwaltet und das Gericht nach Radeck verlegt, wo die Freiherrn von Rehlingen 1670 die Burg neu aufgebaut hatten. Heute erinnert daran nur noch die ehemalige, dem Hl. Johannes dem Täufer geweihte Burgkapelle.

Während der Franzosenkriege (1792 bis 1815) wurden große Teile Bergheims zerstört, als die französische Armee bei Laufen die Salzach überquerte und danach gegen Salzburg vorrückte. In dieser Zeit wechselte Bergheim mehrmals die Besitzer. Als das Bundesland Salzburg im Jahr 1816 von Bayern zu Österreich überging, wurde Bergheim zum unmittelbaren Grenzort.

In einer Planungsphase befindet sich derzeit das Projekt Ortsumfahrung mittels Tunnel, der die stark befahrene Ortsdurchfahrt zukünftig entlasten soll.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister und Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretungswahlen am 7. März 1999 hatten folgendes Ergebnis:

  • SPÖ: 21,83 % (4 Mandate)
  • FPÖ: 21,87 % (5 Mandate)
  • ÖVP: 56,31 % (12 Mandate)

Die Bürgermeisterwahl 2004 konnte Josef Moßhammer (ÖVP) mit knapp 70 Prozent der abgegebenen Stimmen wie bei den Wahlen zuvor für sich entscheiden. Die Gemeindevertretungswahlen 2004 hatten folgendes Ergebnis:

  • SPÖ: 24,37 % (5 Mandate)
  • FPÖ: 13,08 % (2 Mandate)
  • ÖVP: 62,55 % (14 Mandate)

Josef Moßhammer verstarb am 27. September 2007, weshalb es am 20. Januar 2008 zu einer Neuwahl kam. Diese Bürgermeisterwahl gewann Johann Hutzinger (ÖVP) mit 77,6 %. Bei der regulären Bürgermeisterwahl 2009 erhielt wiederum Johann Hutzinger (ÖVP) die meisten Stimmen (79,5 %)

Die Gemeindevertretung von Bergheim hat derzeit 21 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeindevertretungswahl 2014 wie folgt zusammen:

  • ÖVP: 71,3 % (16 Mandate)
  • SPÖ: 9,4 % (2 Mandate)
  • FPÖ: 8,9 % (1 Mandate)
  • Grüne: 10,4 % (2 Mandate)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde ist: „In goldenem Schild ein grüner Dreiberg, auf dessen Mittelkuppe ruhend ein achtspeichiges rotes Wagenrad.“ Die Berge stellen die drei höchsten Erhebungen Bergheims dar (Hochgitzen, Plainberg und Voggenberg) Das Wagenrad weist auf die früheren Herren von Radeck hin.

Wirtschaft und Medien[Bearbeiten]

Traditionell ist die Gemeinde landwirtschaftlich geprägt. Heute spielt sie auch als Standort für etliche Gewerbebranchen eine wichtige Rolle. In den letzten etwa 20 Jahren erlebte Bergheim auf Grund seiner Lage am Rande von Salzburg einen wirtschaftlichen Aufschwung. Das Handelszentrum zwischen Bergheim und Lengfelden beherbergt nationale und internationale Firmen. Im Gebiet Lengfelden Siedlung – Kasern siedelten sich vor allem Betriebe im Modebereich an. Begleitend erlebt auch der Tourismus einen Aufschwung. Viele Gäste der Salzburger Festspiele nehmen in Bergheim Quartier.

In Bergheim sollte zu Beginn der 1960er Jahre ein Großsender für Mittelwelle mit zwei je 200 Meter hohen Sendemasten entstehen. Allerdings wurde dieses Projekt, nachdem man schon mit dem Bau des Sendergebäudes begonnen hat, aufgegeben, da man befürchtete, dass die Antennenmasten den Flugverkehr gefährden würden.[4] Heute existiert auf dem Hochgitzen eine Sendeanlage der Salzburger Radiofabrik 107,5, eines zu den Freien Radios zählenden Hörfunksenders.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Stadt Salzburg ist von Bergheim mit der Salzburger Lokalbahn (im Verbund mit der S-Bahn Salzburg als S-Bahn-Linie S1 deklariert) in wenigen Minuten erreichbar. Des Weiteren verbindet die Salzburger Buslinie 21 den Bahnhof Bergheim (noch auf Salzburger Gemeindegebiet) mit dem Ortszentrum, dem Ortsteil Lengfelden und Lengfelden Siedlung und führt weiter in die Stadt Salzburg. Weitere Haltestellen dieser Bahnlinie im Bereich Bergheim sind Hagenau und Schlachthof (ebenfalls auf Salzburger Stadtgebiet) sowie Muntigl und Siggerwiesen.

Ein Ortsverkehr (Buslinie 310) verbindet den Bahnhof Bergheim mit dem Ortskern und den Ortsteilen Fischach und Voggenberg. Der Ortsteil Viehausen ist mit der Postbuslinie 120 (Richtung Mattsee) mit der Stadt Salzburg verbunden.

Bergheim liegt direkt an der Lamprechtshausener Straße, in die auch die kurze, die Gemeindegrenze zu Salzburg bildende Bergheimer Landesstraße L 118 im Bereich des Ortskerns einmündet. Auf dieser ist eine Halbanschlussstelle mit der Westautobahn (A1) geplant.

Sport und Freizeit[Bearbeiten]

Als Sport- und Freizeitangebot gibt es

  • Wanderwege
  • Freibad und Beachvolleyballplatz
  • Tennisplätze
  • für den Wintersport Eislaufplatz, Stockschützenbahn und Langlaufloipen
  • Veranstaltungsort Mode Event Center
  • Volkssternwarte auf dem Voggenberg

Der Fußballklub FC Bergheim spielt derzeit (2011) in der 1. Landesliga. Die Frauenmannschaft des FC Bergheim bildete 2011 mit dem USK Hof (Hof bei Salzburg) eine Spielgemeinschaft und spielt derzeit (2012) in der ÖFB-Frauenliga, der höchstklassigen Liga in Österreich.

Die seit 1997 existierenden Bergheimer Pfadfinder haben rund 65 Mitglieder.

Durch Bergheim führt entlang der Salzach als Radfernweg der Tauernradweg. Über den Plainberg vorbei an der Wallfahrtskirche Maria Plain führt der Salzburger Abschnitt des Jakobswegs.

Kultur und Bauten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Bergheim (Flachgau)
  • Dekanatskirche Hl. Georg (927 urkundlich genannt, heutige barocke Pfarrkirche von 1695)
  • Dechantshof
  • Wallfahrtskirche Maria Plain mit Kalvarienberganlage und Schmerzenskapelle
  • Schloss Radeck mit Schlosskapelle hl. Johannes der Täufer
  • ehemalige Richtstätte auf dem Galgenbichl südlich des Schlosses Radeck an der Mattseer Landstraße
  • Fischachbrücke in Lengfelden (1964 neu errichtet, ehedem von Dombaumeister Santino Solari erbaut mit erhaltenem Wappenstein des Erzbischofes Paris Lodron mit Jahresangabe 1635[5])

Bildung[Bearbeiten]

Bergheim verfügt über zwei Kindergärten - einen in Lengfelden und einen in Bergheim. Im Ort befinden sich die Volks- und Hauptschule Bergheim.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bergheim, Salzburg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.salzburg.gv.at/20003stat/wahlen/gvw/index.htm#erg.28.0.0.0.1
  2. Ortsteile nach Fakten, Gemeinde Bergheim, abgerufen 27. Oktober 2012; SAGIS des Landes Salzburg und das Ortsverzeichnis der Statistik Austria geben jeweils eine abweichende Zuordnung von Maria Plain zu den Ortschaften Bergheim (Statistik Austria) oder Plain (Salzburg)
  3. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  4. http://members.aon.at/wabweb/frames/radioaf.htm
  5. Dehio Salzburg 1986