Bill Withers

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Bill Withers (* 4. Juli 1938 als William Harrison Withers, Jr. in Slabfork, West Virginia) ist ein US-amerikanischer Sänger und Songschreiber.

Biografie[Bearbeiten]

Withers wurde in der Bergarbeiterstadt Slabfork geboren. Seine Eltern ließen sich scheiden, als er drei Jahre alt war. Er lebte daraufhin zeitweise bei seiner Mutter Mattie Rose in Beckley. Sein Vater, William Harrison Withers Sr., ein baptistischer Diakon und Kassenwart bei der Bergarbeitergewerkschaft United Mine Workers of America, starb, als Withers 13 Jahre alt war. Mit 17 trat Withers Jr. in die US-Armee ein, wo er neun Jahre lang unter anderem im Nahen Osten diente. In dieser Zeit begann er, Songs zu schreiben. 1967 zog er nach Los Angeles, um eine professionelle Karriere als Musiker zu verfolgen. Zunächst nahm er Demotapes auf – eines dieser Bänder führte zu einem Vertrag bei dem in Hollywood ansässigen Plattenlabel Sussex Records. Sein Debütalbum Just as I Am wurde von Booker T. Jones produziert und erschien im Januar 1971. Es erreichte Platz 35 der Billboard 200. Ungleich größer war der Erfolg der ersten Single Ain’t No Sunshine. Diese platzierte sich auf dem dritten Rang der Billboard Hot 100 und bescherte Withers im Jahr darauf einen Grammy.

Sein während einer Tourpause selbstproduziertes zweites Album Still Bill (1972) erreichte Platz 1 in den USA. Es enthielt die Hits Lean on Me (Platz 1 in den USA)[1] und Use Me (Platz 2). Im Oktober 1972 nahm er ein Live-Album in der Carnegie Hall auf. Im Dezember starb seine Mutter. Anfang 1972 heiratete Withers, ließ sich im darauf folgenden Jahr aber wieder scheiden. Bis Ende der 1970er Jahre veröffentlichte er weiterhin regelmäßig Alben, ab 1975 bei Columbia Records. Einen weiteren Erfolg verbuchte er 1977 mit Lovely Day. Seit Anfang der 1980er Jahre arbeitete er zunehmend mit anderen Künstlern zusammen, wie den Crusaders. Sein 1981 mit Grover Washington, Jr. eingespielter Song Just the Two of Us erreichte Platz 2 der Billboard Charts und bescherte Withers 1982 seinen zweiten Grammy. Sein letztes Album Watching You, Watching Me erschien 1985, woraufhin er sich immer mehr aus der Öffentlichkeit zurückzog. 2004 wirkte er am Album License to Chill von Jimmy Buffett mit.

Withers ist seit 1976 in zweiter Ehe verheiratet. Er hat zwei Kinder. Auf dem South by Southwest-Festival feierte am 18. März 2009 ein Dokumentarfilm namens Still Bill über Withers’ derzeitiges Leben seine Weltpremiere.[2] Der Film war bereits seit elf Jahren in Planung und Produktion.[3] Neben Withers selbst kommen unter anderem Cornel West und Sting zu Wort.[4]

Coverversionen und Samples[Bearbeiten]

Withers’ Songs wurden unzählige Male gecovert, sowohl bereits kurz nach Veröffentlichung als auch heute noch in unterschiedlichen Genres; viele wurden in Rapsongs gesamplet.[5] Ain’t No Sunshine wurde in über 350 Versionen aufgenommen, unter anderem von Michael Jackson, Sting, Isaac Hayes, Tom Jones und der Lighthouse Family für den Film Notting Hill. Als Sample wurde es etwa von Tupac Shakur und Big Daddy Kane benutzt. 18 der Covers erschienen 2006 zusammen auf einer CD. Deutschsprachige Versionen veröffentlichten Gim 2002 mit Mein Tag, mein Licht, Stefan Gwildis 2003 mit Allem Anschein nach bist Du’s und Yvonne Catterfeld 2006, ebenfalls mit Mein Tag, mein Licht.

Ebenfalls sehr oft wurde Lovely Day neu interpretiert, etwa von Luther Vandross mit Busta Rhymes und Diana Ross. Samples wurden in Songs von DJ Jazzy Jeff & the Fresh Prince und Twista (featuring Anthony Hamilton) verwendet. Mit der Coverversion von Lean on Me von Club Nouveau errang er 1988 seinen dritten Grammy als Songschreiber. Use Me wurde unter anderem von Mick Jagger & Lenny Kravitz, sowie Fiona Apple gecovert und von UGK gesamplet. Gladys Knight & the Pips, für die Withers zeitweilig Songs schrieb, Creative Source, deren elfminütige Funk-Version von LL Cool J gesamplet wurde, und Me’shell Ndegeocello coverten Who Is He (And What Is He to You). Grandma’s Hands wurde von Barbra Streisand gecovert und von BLACKstreet für ihren Hit No Diggity benutzt. Just the Two of Us wurde von Will Smith, Tupac und Eminem interpretiert. Die deutsche Jazz-Rap-Formation Jazzkantine coverte Use Me und Ain’t No Sunshine. Al Jarreau veröffentlichte 1998 ein ausschließlich aus Withers-Titeln bestehendes Album.

Diskografie[Bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[6] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1971 Just as I Am 39
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 1971
1972 Still Bill 4
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 1972
1974 +'Justments 67
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 1974
1975 Making Music 81
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 1975
1976 Naked & Warm 169
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 1976
1977 Menagerie 27
(4 Wo.)
39
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 1977
1978 'Bout Love 134
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 1978
1985 Watching You Watching Me 60
(1 Wo.)
143
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1985

Livealben & Kompilationen[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[6] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1973 Live at Carnegie Hall 63
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 1973
1975 The Best of 182
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 1975
1981 Greatest Hits 90
(4 Wo.)
183
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 1981
1989 Lovely Days 44
(5 Wo.)
27
(4 Wo.)
35
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1989
2002 The Very Best of Billy Paul & Bill Withers 41
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2002
(mit Billy Paul)

Weitere Kompilationen:

  • 1994: Lean on Me: The Best of
  • 2000: The Best of: Lean on Me
  • 2005: Lovely Day: The Very Best of
  • 2008: Ain't No Sunshine: The Best of
  • 2009: Playlist: The Very Best of
  • 2013: The Essential

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[6] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1971 Ain’t No Sunshine
Just as I Am
30
(12 Wo.)
40
(9 Wo.)
3
(16 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juni 1971
Grandma's Hands
Just as I Am
42
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1971
1972 Lean on Me
Still Bill
18
(9 Wo.)
1
(19 Wo.)
Erstveröffentlichung: April 1972
Use Me
Still Bill
2
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: August 1972
Let Us Love
Live at Carnegie Hall
47
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1972
1973 Kissing My Love
Still Bill
31
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: Januar 1973
Friend of Mine
Live at Carnegie Hall
80
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juni 1973
1974 The Same Love That Made Me Laugh
+'Justments
50
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: April 1974
Heartbreak Road
+'Justments
89
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: Dezember 1974
1975 Make Love to Your Mind
Making Music
76
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: Dezember 1975
1977 Lovely Day
Menagerie
27
(10 Wo.)
18
(8 Wo.)
4
(18 Wo.)
30
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: Dezember 1977
1981 Just the Two of Us
Greatest Hits / Winelight
34
(9 Wo.)
2
(24 Wo.)
Erstveröffentlichung: Januar 1981
(mit Grover Washington, Jr.)
1984 In the Name of Love 95
(2 Wo.)
58
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: August 1984
(mit Ralph MacDonald)
1985 Oh Yeah!
Watching You Watching Me
60
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1985
1990 Harlem
Lovely Days
98
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 1990

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Stambler, Irwin: The Encyclopedia Of Pop, Rock And Soul. 3. überarbeitete Auflage, New York City, New York: St. Martin’s Press, 1989, S. 745f – ISBN 0-312-02573-4

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Für nähere Informationen zu diesem Titel siehe Bronson, Fred: The Billboard Book of Number One Hits. 3. überarbeitete und erweiterte Aufl. New York City, New York: Billboard Publications, 1992, S. 315
  2. SXSW.com: „2009 SXSW Shorts Lineup, Plus Additional Features Announced!“, 12. Februar 2009
  3. SXSW.com: „Reel Talks: Alex Vlack & Damani Baker on their SXSW World Premiere, Still Bill, 18. März 2009
  4. SXSW.com: Informationen über Still Bill
  5. backspin.de: Biografie von Bill Withers
  6. a b c Chartquellen: DE AT CH UK US