Brăila

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Brăila
Wappen von Brăila
Brăila (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Große Walachei
Kreis: Brăila
Koordinaten: 45° 16′ N, 27° 58′ O45.272527.97222222222240Koordinaten: 45° 16′ 21″ N, 27° 58′ 20″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 40 m
Fläche: 175 km²
Einwohner: 180.302 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 1.030 Einwohner je km²
Postleitzahl: 810xxx
Telefonvorwahl: (+40) 02 39
Kfz-Kennzeichen: BR
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Munizipium
Bürgermeister: Aurel Gabriel Simionescu (USL)
Postanschrift: Piața Independenței, nr. 1
loc. Brăila, RO–810210
Webpräsenz:

Brăila ( brəˈila?/i) ist die Kreishauptstadt des gleichnamigen Kreises in Rumänien.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Brăila (rotes Viereck) - Rumänien - Nachbarorte: Galați, Reni (Ukraine), Cahul (Moldawien), Focșani, Slobozia, Tulcea

Brăila liegt in der Region Walachei am linken Ufer des Unterlaufs der Donau.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ältesten archäologischen Funde auf dem Gebiet der heutigen Stadt stammen ca. aus dem Jahr 4000 v. Chr.[2]

Zwischen Walachei und Osmanischem Reich[Bearbeiten]

Eine erste Siedlung an dieser Stelle wird um 1350 im spanischen Buch Libro de conoscimiento unter dem Namen Drinago erwähnt, griechische Dokumente derselben Ära erwähnen die Namen Proilabum oder Proilava. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1368, als der walachische Fürst Vladislav I. Kaufleuten aus Kronstadt erlaubte, in Brăila Handel zu betreiben.[2]

Von 1417–1829 wurde die Stadt von den Türken beherrscht (ab 1538 einschließlich des weiteren Umlandes, praktisch der gesamte heutige Kreis Brăila); unter ihrer Herrschaft hieß die Stadt Ibrail oder Ibraila und war ein Zentrum des Islam in der Walachei. Brăila war auch das Zwischenlager der von der Walachei an das Osmanische Reich gezahlten Tribute, was es mehrfach zu Angriffszielen machte. Am 2. Februar 1470 beispielsweise griff Ștefan cel Mare die Stadt an, plünderte sie, brannte sie nieder und unterwarf in der Schlacht die Truppen des mit den Türken verbündeten walachischen Fürsten Radu cel Frumos.

Am 7. Juni 1828 kapitulierte die Stadt im Laufe des Russisch-Türkischen Krieges 1828–29 vor der russischen Armee[3]. Kurz danach wurden binnen zweier Wochen sämtliche Festungen in Nordobrudscha eine nach der anderen besetzt, darunter Măcin, Tulcea, Hârșova und Constanța.[3]

Teil Rumäniens[Bearbeiten]

Seit 1829 (Friede von Adrianopel 1829) gehörte Brăila wieder zur Walachei, seit 1859 zu Rumänien. In dieser Zeit wurde die Stadt eines der Zentren der bulgarischen Exilgemeinschaft. Hier wurde 1869 die Bulgarische Literarische Gesellschaft (bulg. Българско книжовно дружество, ab 1911 Bulgarische Akademie der Wissenschaften) gegründet. Um 1870 wurde der Hafen modernisiert; gleichzeitig erhielt die Stadt durch den Bau der Bahnstrecke Bukarest–Galați–Roman Anschluss an das Eisenbahnnetz. Im frühen 20. Jahrhundert erreichte die Stadt ihre Blütezeit als bedeutender Handelshafen. Nach dem Zweiten Weltkrieg – während der kommunistischen Herrschaft – erfolgte die planmäßige Ansiedlung von Industriebetrieben.[4]

Modernes Stadtbild[Bearbeiten]

Die gut erhaltene Altstadt von Brăila liegt am linken Donau-Ufer auf einem flachen Plateau. Das Labyrinth schmaler Straßen, uriger Wohnhäuser und alter orthodoxer Kirchen rund um den zentralen Traiansplatz blieb von Neubauten weitgehend verschont, zeigt sich allerdings teilweise renovierungsbedürftig. Um die Altstadt mit Fußgängerzone und Stadtpark schließen sich halbkreisförmig konzentrisch angelegte Boulevards, die im 19. Jahrhundert angelegt wurden. Auf Stadtplänen ähnelt Brăila dadurch einem riesigen, zur Donau hin geöffneten Amphitheater.

Bevölkerung[Bearbeiten]

1930 wurden in der Stadt etwa 68.000 Einwohner registriert, darunter ca. 51.500 Rumänen, 6.000 Juden, 4.500 Griechen, je 1.000 Russen und Ungarn sowie 600 Deutsche.[5] Bei der Volkszählung 2002 lebten in Brăila 216.292 Bewohner, davon ca. 210.000 Rumänen, 3.500 Russen, 1.600 Roma, 300 Griechen, 160 Türken und 100 Ungarn.[6] 2009 lag die Zahl der Bevölkerung bei 212.501.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Stadtplan von 1892
Straßenbahn in Brăila

Brăila verfügt über einen Frachthafen an der Donau. Nördlich des Stadtzentrums verkehrt eine Fähre an das rechte Donauufer nach Smârdan. Diese Verbindung ist Teil der Europastraße 87. Vom Bahnhof in Brăila verkehren mehrmals täglich Züge nach Galați, Ploiești und Bukarest. Der Nahverkehr wird mit Bussen, Großtaxis und durch fünf Straßenbahnlinien bewältigt. Brăila verfügt über die ältesten elektrisch betriebenen Straßenbahnen in Rumänien; die erste Linie wurde 1901 eröffnet.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Donaufähre bei Brăila (2010)
  • Gedenkhaus für Panait Istrati
  • Griechische Kirche (19. Jahrhundert)
  • Reste der Burg (11.–16. Jahrhundert)
  • Historisches Stadtzentrum
  • Schauspielhaus

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brăila – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)
  2. a b c Geschichte Brăilas auf der Website der Präfektur abgerufen am 2. September 2013 (rumänisch)
  3. a b Сборник История русской армии
  4. Website der Polizei des Kreises Brăila, abgerufen am 14. August 2009
  5. Karte der Volkszählung 1930, abgerufen am 14. August 2009
  6. Volkszählung 2002, abgerufen am 14. August 2009
  7. citypopulation.de, Rumänien, Stand Januar 2009
  8. Webdarstellung Hariclea Darclées
  9. Christos Tsaganeas in der Internet-Filmdatenbank
  10. Antigone Kefala bei lyrikline.org