Brieselang

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Brieselang
Brieselang
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Brieselang hervorgehoben
52.5833333333331330Koordinaten: 52° 35′ N, 13° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Havelland
Höhe: 30 m ü. NN
Fläche: 44,39 km²
Einwohner:

10.947 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 247 Einwohner je km²
Postleitzahl: 14656
Vorwahlen: 033232, 033234, 03321
Kfz-Kennzeichen: HVL
Gemeindeschlüssel: 12 0 63 036
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Markt 3
14656 Brieselang
Webpräsenz: Gemeinde Brieselang
Bürgermeister: Wilhelm Garn (CDU)
Lage der Gemeinde Brieselang im Landkreis Havelland
Brieselang Dallgow-Döberitz Falkensee Friesack Gollenberg (Havelland) Großderschau Havelaue Ketzin/Havel Kleßen-Görne Kotzen (Havelland) Märkisch Luch Milower Land Mühlenberge Nauen Nennhausen Paulinenaue Pessin Premnitz Rathenow Retzow Rhinow Schönwalde-Glien Seeblick Stechow-Ferchesar Wiesenaue Wustermark BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Brieselang ist eine amtsfreie Gemeinde im Osten des Landkreises Havelland in Brandenburg (Deutschland). Die heutige (Groß-)Gemeinde entstand aus dem von 1992 bis 2003 existierenden Amt Brieselang durch die Eingliederung der kleineren Mitgliedsgemeinden in die Gemeinde Brieselang.

Inhaltsverzeichnis

Geografie [Bearbeiten]

Geografische Lage [Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt 15 Kilometer westlich vor Berlin-Spandau am Schnittpunkt von Berliner Autobahnring, Havelkanal und Bahnlinie Berlin-Hamburg innerhalb des Berliner Urstromtals. Bis zum Zentrum Berlins sind es etwa 30 Kilometer. Die Gemeindeteile Bredow und Zeestow befinden sich jedoch bereits an den Hängen der Nauener Platte, die das Urstromtal südlich begrenzt. Bis zur Landeshauptstadt Potsdam sind es 25 Kilometer. In unmittelbarer Nähe am Südostrand der Gemeinde befindet sich der Nymphensee, einer der saubersten Seen Brandenburgs.

Nachbargemeinden [Bearbeiten]

Schönwalde-Glien, Falkensee, Wustermark, Nauen.

Gemeindegliederung [Bearbeiten]

Die Gemeinde Brieselang gliedert sich nach der Hauptsatzung neben dem Kernort in zwei Ortsteile[2]

  • Bredow und
  • Zeestow wurde 1346 als Zcesto erstmals urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich vom Personennamen Tschest ab.[3]

sowie den Wohnplätzen[4]: Alt Brieselang, Bredow-Luch, Bredow-Vorwerk und Glien

Geschichte [Bearbeiten]

Das erste Mal urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 1315 unter dem Wendischen Namen „Brisenlank“ („Birkenlande“) als vorgelagerte Befestigungsanlage des Amtes Vehlefanz. 1315 bekam die Stadt Nauen vom Markgrafen Woldemar die Holzungsgerechtigkeit „inter paludes seu mericas dictas Zuzen et Brisenlank super totum Glyn usque ad terram Bellin“[5] verliehen (siehe auch: Der Zootzen). Der Ortsteil Bredow wurde bereits 1208 im Zusammenhang mit einem Pfarrer Dietrich zu Bredow erwähnt. 1309 verlieh der Markgraf Woldemar dem Vogt Matthias von Bredow zu Rathenow für 206 Mark Silber das Dorf Bredow, bis auf sechs Hufen die einem Herrn von Brösicke (Braseke) gehörten.[6]

Erst 1925 wurde Brieselang als selbständige Landgemeinde gegründet. Ihr Name geht auf die Landschaftsbezeichnung zurück, die auch Theodor Fontane in seinen Reiseerzählungen erwähnt. Der kleine Ortsteil Alt-Brieselang wird den meist aus Berlin stammenden Ansiedlern den Namen vorgegeben haben, die in der damals feuchten Gegend mit den großartigen Eichenwäldern eine Bleibe im Grünen für ihre Familien auf der Flucht vor den Berliner Mietskasernen suchten. Diese meist von "Stadtflüchlingen" ausgehende Besiedlung auf relativ kleinen Parzellen führte bis heute zu der ausgedehnten Eigenheimstruktur der großen Landgemeinde, die ein reges Vereinsleben entwickelt hat.

Amt Brieselang [Bearbeiten]

Im Zuge der Ämterbildung in Brandenburg erteilte der Minister des Innern des Landes Brandenburg am 26. August 1992 seine Zustimmung zur Bildung des Amtes Brieselang. Als Zeitpunkt für das Zustandekommen des Amtes wurde der 30. August 1992 bestimmt[7]. Die Zustimmung war zunächst befristet bis zum 30. August 1994. Sitz des Amtes war in der Gemeinde Brieselang. Zum Zeitpunkt des Zustandekommens des Amtes waren folgende Gemeinden im damaligen Kreis Nauen zugeordnet:

  1. Brieselang
  2. Bredow
  3. Zeestow

Die Befristung wurde ab dem 28. Juli 1994 aufgehoben.[8] Mit der Gemeindereform Brandenburg 2003 wurden die Gemeinden Bredow und Zeestow zum 26. Oktober 2003 in die Gemeinde Brieselang eingegliedert. Das Amt Brieselang wurde aufgelöst und die Gemeinde Brieselang amtsfrei[9].

Demographische Entwicklung [Bearbeiten]

Die Einwohnerzahl entwickelte sich wie folgt:[10]

Datum Brieselang Bredow Zeestow
1. Dezember 1875 414 400 361
16. Juni 1925 1.091 1.027 398
31. Dezember 1989 4.388 632 198
31. Dezember 1996 5.141 595 251
31. Dezember 2000 7.936 646 391
31. Dezember 2002 8.535 670 552
31. Dezember 2003 10.067
31. Dezember 2004 10.343
31. Dezember 2005 10.457
31. Dezember 2007 10.667
31. Dezember 2008 10.794

Politik [Bearbeiten]

Das Rathaus, Oktober 2009

Gemeindevertretung [Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 21 Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertretern sowie dem hauptamtlichen Bürgermeister.

  • Bürger für Brieselang: 6 Sitze
  • SPD: 5 Sitze
  • FDP: 4 Sitze
  • Die Linke: 4 Sitze
  • CDU: 2 Sitze

(Stand: Ende 2011)

Bürgermeister [Bearbeiten]

In einer Stichwahl am 16. November 2003 wurde Wilhelm Garn für acht Jahre zum hauptamtlichen Bürgermeister in Brieselang gewählt. 2011 wurde Wilhelm Garn wieder für acht Jahre gewählt.

Wappen [Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde (siehe oben) wurde am 12. Juni 2006 genehmigt.

Blasonierung: „Auf einem blauen Wellenschildfuß, belegt mit dem Wappen von Bredow (in Silber ein roter Steigbaum mit drei Quersprossen), in Silber zwei Birken mit natürlichem Stamm, grüner Krone und grünen Kätzchen.“[11]

Wappen der eingemeindeten Ortsteile [Bearbeiten]

Wappen von Bredow
Wappen von Zeestow

Die Wappen von Bredow und Zeestow

Flagge [Bearbeiten]

»Die Flagge kann an einem Querholz, an einem Längsholz und als Banner verwendet werden. Bei der Aufhängung an einem Querholz ist die Fahne durch zwei gleich große waagerecht angeordnete Streifen in den Farben grün und weiß geteilt. Die Farbe Grün befindet sich in der oberen Hälfte. Das Gemeindewappen ist in der Mitte stehend angeordnet und überlappt beide Farben. Bei der Anbringung an einem Längsholz sind die Farben senkrecht angeordnet, wobei die Farbe Grün dem Mast zugewandt ist. Das Wappen steht mittig. Als Banner sind die Farben grün und weiß senkrecht angeordnet, wobei die Farbe Grün sich an der linken Seite befindet. Das Wappen steht mittig.«[12]

Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Aufgrund der recht kurzen Bebauungsgeschichte der Kerngemeinde gibt es nur wenige historische Bauten. Für am Siedlungsbau Interessierte bietet Brieselang einen guten Überblick über die Siedlungsformen, Baustile und architektonischen Ausformungen des Eigenheimbaus seit den 1920er Jahren bis in die Gegenwart.

Das ehemalige Atelier von Hans Klakow

In der Liste der Baudenkmale in Brieselang stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Baudenkmale.

Kirchen [Bearbeiten]

  • Die evangelische Kirche Brieselang wurde 1931 nach Plänen des Kladower Architekten Rettig gebaut.
  • Die katholische Kirche St. Marien wurde 1970 gebaut; ihre Fenster sind seit 2010 mit dem modernem Glaskunstzyklus „Maria“ des Berliner Künstlers Andreas Wolff bemalt.
  • Die Dorfkirche Zeestow von 1850 wurde 2011 zur Autobahnkirche umgebaut.
  • Die Neuapostolische Kirche in Brieselang wurde 1953 erbaut und im Februar 2013 entweiht. Auf dem gleichen Grundstück entsteht für die etwa 100 Gläubigen 2013 ein größerer Neubau.

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Verkehr [Bearbeiten]

Brieselang verfügt über einen Bahnhof an der Berlin-Hamburger Bahn. Die Fahrtzeiten mit der Regionalbahn nach Berlin-Spandau betragen etwa 15 bis 20 Minuten (zweimal stündlich), weiter einmal stündlich nach Berlin-Zoologischer Garten etwa 25 bis 33 Minuten und zum Ostbahnhof 42 bis 50 Minuten. Die Linien der Havelbus Verkehrsgesellschaft verbinden Brieselang mit Falkensee (Linie 656), Nauen (Linie 667) und Wustermark (Linie 649).

Brieselang besitzt darüber hinaus eine eigene Autobahnanschlussstelle zum "Berliner Ring" (A 10). Über die A 10 können die Landeshauptstadt Potsdam in etwa 30 Minuten, das Berliner Stadtautobahnnetz und auch die unmittelbar westlich von Berlin anschließenden Autobahnen nach Rostock und Hamburg, Magdeburg und Leipzig kurzfristig erreicht werden. Schließlich umfließt der Havelkanal durch den Ort von Nordosten bis Südwesten, in der Höhe Ortsmitte wurde beidseitig ein Sportboothafen mit ca. 60 Liegeplätzen angelegt.

Bildung [Bearbeiten]

In Brieselang gibt es drei Schulen:[13]

  • Die Robinson-Grundschule hat ein fremdsprachliches Profil und war 2001 die größte Grundschule Deutschlands.
  • Die Zeebr@-Grundschule, deren Name sich aus den Anfangsbuchstaben der Ortsteile Brieselangs zusammensetzt, wurde 2002 gegründet.
  • Die Hans-Klakow-Oberschule Brieselang wurde 1923 errichtet und ist nach dem Brieselanger Bildhauer Hans Klakow benannt.

Kulturleben [Bearbeiten]

  • Bildhauerwerkstatt Atelier Wolle
  • Märkischer Künstlerhof
  • Freie Brandenburger Kunstakademie mit Kunstkaufhaus
  • Theater Phönix
  • Kleines Theater Brieselang e. V.

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

  • Hans Klakow (1899–1993), Bildhauer, lebte seit 1931 in Brieselang.
  • Hilde Benjamin (1902–1989), Ministerin der Justiz in der DDR, besaß seit 1942 ein Gartengrundstück in Brieselang, auf dem sie zeitweilig lebte.[14]
  • Rudolf Peschel (1931–1989), Maler, lebte seit 1959 in Brieselang.

Quellen [Bearbeiten]

  1. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Bevölkerung im Land Brandenburg am 31. Dezember 2011 nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden (PDF; 31,71 KB), Stand 31. Dezember 2011. (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Brieselang vom 22. Oktober 2008 PDF
  3. Märkische Oderzeitung, 4. Oktober 2006, S. 11
  4. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung - Brieselang
  5. Gerd Heinrich: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, Band 10, Berlin und Brandenburg, Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1995, Seite 407, ISBN 978-3-520-31103-0
  6. Gerd Heinrich: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, Band 10, Berlin und Brandenburg, Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1995, Seite 146, ISBN 978-3-520-31103-0
  7. Bildung des Amtes Brieselang. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 26. August 1992. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 82, 26. Oktober 1992, S.1918.
  8. Aufhebung der Befristung von Ämtern. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 20. September 1994. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 5. Jahrgang, Nummer 71, 7. Oktober 1994, S.1446.
  9. Viertes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Havelland, Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming (4.GemGebRefGBbg) vom 24. März 2003. Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 05, S.73
  10. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik (LDS) - Beitrag zur Statistik - Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg von 1875 bis 2005 - Landkreis Havelland vom Dez. 2006
  11. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  12. Hauptsatzung der Gemeinde Brieselang § 2, Abs.3
  13. Schulen in Brieselang, Gemeinde Brieselang, abgerufen 11. November 2012
  14.  Marianne Brentzel: Die Machtfrau: Hilde Benjamin. ISBN 978-3861531395, S. 119 (online).

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Brieselang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien