Ketzin/Havel

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Ketzin/Havel
Ketzin/Havel
Deutschlandkarte, Position der Stadt Ketzin/Havel hervorgehoben
52.46972222222212.84532Koordinaten: 52° 28′ N, 12° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Havelland
Höhe: 32 m ü. NN
Fläche: 92,79 km²
Einwohner:

6379 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 69 Einwohner je km²
Postleitzahl: 14669
Vorwahl: 033233
Kfz-Kennzeichen: HVL
Gemeindeschlüssel: 12 0 63 148
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausstraße 7
14669 Ketzin/Havel
Webpräsenz: www.ketzin.de
Bürgermeister: Bernd Lück (FDP)
Lage der Stadt Ketzin/Havel im Landkreis Havelland
Brieselang Dallgow-Döberitz Falkensee Friesack Gollenberg (Havelland) Großderschau Havelaue Ketzin/Havel Kleßen-Görne Kotzen (Havelland) Märkisch Luch Milower Land Mühlenberge Nauen Nennhausen Paulinenaue Pessin Premnitz Rathenow Retzow Rhinow Schönwalde-Glien Seeblick Stechow-Ferchesar Wiesenaue Wustermark BrandenburgKarte
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Ketzin/Havel ist eine amtsfreie Kleinstadt im Havelland zwischen Potsdam und Brandenburg an der Havel im Landkreis Havelland, Land Brandenburg. Bis zum 31. Dezember 2010 hieß die Stadt Ketzin.

Inhaltsverzeichnis

Geografie[Bearbeiten]

Ketzin liegt im Süden des Landkreises Havelland zwischen Brandenburg an der Havel (ca. 25 km) und Potsdam (ca. 22 km) am nördlichen Ufer der Havel. Im Gemeindeteil Paretz zweigt der Havelkanal von der Havel ab. Das Stadtgebiet rings um Ketzin ist eine geschützte Naturlandschaft mit einer ausgedehnten Seen- und Bruchlandschaft.

Nachbarkreise und -gemeinden[Bearbeiten]

Die Stadt Ketzin/Havel grenzt (im Uhrzeigersinn)

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet gliedert sich in die Stadt Ketzin und vier Ortsteile.

Stadtgliederung (Gemeindeteil/Ortsteile mit Wohnplätzen[2]):

  • Ketzin
    • Brückenkopf
    • Kliemsiedlung
    • Schumachersiedlung
    • Vorketzin
    • Paretz
      • Paretzhof
  • Ortsteil Etzin
  • Ortsteil Falkenrehde
    • Neu Falkenrehde
  • Ortsteil Tremmen
  • Ortsteil Zachow
    • Gutenpaaren
    • Fernewerder

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1197 wurde Ketzin erstmals urkundlich erwähnt. 1375 wurde im Landbuch Kaiser Karls IV. berichtet, dass Ketzin Fährrecht besaß. 1424 wurde auf Gesuch der Schuhmacher und Lohgerber erstmals ein Markt abgehalten. 1738 wurde die Ketziner Fischergilde gegründet.

Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die bereits 1197 erwähnte St.-Petri-Kirche, die seit 1541 evangelisch war, durch einen Neubau ersetzt. Lediglich ein Teil des Wehrturms ist erhalten geblieben. Von den vier Glocken sind drei jüngeren Datums; eine stammt von Veit Dietrich (Lothringen, 1555). 1860 entdeckte der Lehrer Kaselitz unter feuchtem Wiesengrund gelegene Tonerde, mit der sich Ziegelsteine herstellen ließen. 1865 wurden die ersten Töpfer sesshaft, ab 1870 breiteten sich Ziegeleien aus. 1882 gab es 14 große Ziegeleien und 13 Tongruben. Der nordwestlich gelegene Burgwall (ehemals 120 x 160 m²) ist nicht erhalten. Er fiel 1881 dem Tonabbau zum Opfer, wobei Rudolf Virchow immerhin dafür sorgte, dass die Wallanlage zuvor wissenschaftlich untersucht wurde, so dass viele Fundstücke erhalten blieben. 1892 wurde die Zuckerfabrik gebaut (1967 geschlossen). Am 13. Dezember 1893 wurde die Bahnlinie Ketzin – Nauen eröffnet. Seit Einstellung des Personenverkehrs am 22. Mai 1963 wird auf dieser Strecke nur noch Güterverkehr betrieben. 1900 wurde die Schiffer- und Schiffbauerinnung gegründet, 1911 wurde das umgebaute Rathaus eingeweiht, und es entstand die katholische Kirche für die 1885 gegründete katholische Gemeinde.

1917 zogen die 1720 von Christoph Späth am Halleschen Tor in Berlin gegründeten Späth'schen Baumschulen nach Ketzin um (von Neu-Falkenrehde). Der damalige Inhaber Dr. Hellmuth Späth wurde am 15. Februar 1945 im KZ Sachsenhausen ermordet. Am 25. April 1945 schlossen Einheiten der Roten Armee in Ketzin den Ring um Berlin und leiteten das Ende des Zweiten Weltkrieges ein.

Am 1. Juli 1950 wurde der Ort Knoblauch eingemeindet.[3] Paretz kam am 1. Januar 1960 dazu.[3] Gutenpaaren war bereits am 1. Juli 1950 nach Zachow eingemeindet worden.[3]

1964 wurde östlich von Ketzin in der Gemeinde Knoblauch der erste Untergrundgasspeicher der DDR in Betrieb genommen. Verschiedene Gasausbrüche bis an die Oberfläche zwangen 1966/67 zur Aufgabe des Ortes. Die Einwohner (1964: 460) wurden großzügig entschädigt und in Ketzin, Markee und Falkenrehde angesiedelt. Das Dorf einschließlich Kirche wurde vom Staat aufgekauft und abgerissen.

Am 22. Mai 1992 schloss sich Ketzin mit vier Gemeinden zum Amt Ketzin zusammen[4]. Sitz der Amtsverwaltung war in der Stadt Ketzin. Im Zuge der Gemeindereform in Brandenburg wurde das Amt Ketzin zum 26. Oktober 2003 wieder aufgelöst. Die amtsangehörigen Gemeinden Etzin[5], Falkenrehde, Tremmen und Zachow wurden zu diesem Zeitpunkt in die Stadt Ketzin eingegliedert[6].

Seit dem 1. Januar 2011 trägt Ketzin wieder seinen alten Stadtnamen Ketzin/Havel.[7]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Stadtverordnetenversammlung hat 18 Mitglieder bei folgender Sitzverteilung:

(Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 5. November 2004 genehmigt.

Blasonierung: „In Blau aufrecht nebeneinander und silbern eine Garnnadel (Knüttespun), ein Bindestock mit der Spitze nach unten und ein mit dem Bart nach außen gekehrter Schlüssel.“[8]

Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge ist Blau - Weiß - Blau im Verhältnis 1:3:1 gestreift mit dem Stadtwappen in der Mitte.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten in Zachow[Bearbeiten]

Der Ursprung von Zachow liegt im Jahr 1170. Die Kirche wurde 1359 eingeweiht und im 18. Jahrhundert ergänzt durch einen Turm mit geschweifter Haube, eine neugotische Herrschaftsloge und durch eine Sakristei. In unmittelbarer Nähe liegt der sagenumwobene Trebelsee, dort sind vielfältige Wassersportarten möglich.

Sehenswürdigkeiten in Ketzin[Bearbeiten]

  • Rathaus: 1887 als Wirtschaftsgebäude errichtet, bis 1907 Kaiserliche Post, 1911 nach Anbau eines Seitenflügels und des Turmes Rathaus.
  • Evangelische St. Petri-Kirche: 1758-1763 als barocke Saalkirche erbaut, der Turm stammt vom Vorgängerbau aus der Zeit um 1200, im Innern ein barocker Orgelprospekt und eine barocke Kanzel.
  • Katholische Kirche Rosenkranzkönigin: 1910/11 errichteter neugotischer Backsteinbau mit 40 Meter hohem Turm.

Sehenswürdigkeiten in Paretz[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten in Falkenrehde[Bearbeiten]

  • Dorfkirche von 1750, 1910 baulich verändert und um den Westturm ergänzt.
  • Gedenksteine von 1955 auf zwei Ehrengräbern für umgekommene sowjetische Soldaten und Kriegsgefangene, die in einem Barackenlager im Ortsteil Neufalkenrehde interniert waren, auf dem Friedhof hinter der Kirche von Falkenrehde

Sehenswürdigkeiten in Tremmen[Bearbeiten]

  • Die evangelische St.-Marien-Kirche, ein einschiffiger kreuzförmiger gewölbter Backsteinbau, wurde im 15. Jahrhundert im spätgotischen Stil als Wallfahrtskirche errichtet. Die beiden Türme wurden 1724 im barocken Stil erhöht und mit Zwiebelhauben versehen. Am Westgiebel der Kirche befindet sich eine Außenkanzel, von der aus vorbeiziehenden Pilgern und Gläubigen der Segen erteilt wurde.

Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Ketzin/Havel mit den in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Baudenkmalen.

Verkehr[Bearbeiten]

Östlich der Gemeinde verläuft die Bundesautobahn 10 (Berliner Ring). Der Berliner Ring ist über den Anschluss Potsdam-Nord (ca. 8 km) zu erreichen. Im Stadtteil Ketzin kreuzen sich die Landesstraßen L 86 und L 92. Den Ostteil mit Falkenrehde durchqueren die L 204 (früher Teilabschnitt der B 273) und die L 862 als Verbindung zwischen Ketzin und Falkenrehde. Zwischen Ketzin und Schmergow verkehrt eine Fähre über die Havel. Nächster Bahnhaltepunkt ist Marquardt.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Joachim Illies (1925-1982), Biologe, Sachbuchautor
  • Walter Ruppin (1885–1945), Politiker (NSDAP) (geboren in Gutenpaaren)
  • Detlef Karg (*1945), Gartenhistoriker, Denkmalpfleger und Landeskonservator


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg - Stadt Ketzin/Havel
  3. a b c Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  4. Bildung des Amtes Ketzin. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 21. April 1992. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 33, 22. Mai 1992, S.501.
  5. Eingliederung der Gemeinde Etzin in die Stadt Ketzin. Mitteilung des Ministeriums des Innern vom 30. April 2002. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 13. Jahrgang, 2002, Nummer 20, Potsdam, 15. Mai 2002, S.519 PDF
  6. Viertes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Havelland, Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming (4.GemGebRefGBbg) vom 24. März 2003, Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 05, S.73
  7. Märkische Allgemeine, Der Havelländer, 30. Dezember 2010, gelesen am 1. Januar 2011
  8. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ketzin/Havel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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 Wikivoyage: Ketzin – Reiseführer