Niels Annen

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Niels Annen (2014)

Niels Annen (* 6. April 1973 in Hamburg-Eimsbüttel) ist ein deutscher Politiker (SPD). Er ist seit 2013 wieder Mitglied des Deutschen Bundestages, dem er bereits von 2005 bis 2009 angehörte. Im SPD-Parteivorstand sitzt Annen ohne Unterbrechung seit 2003. Von 2001 bis 2004 war er Bundesvorsitzender der Jusos, der Jugendorganisation der Partei. Er war von 2010 bis 2011 Senior Transatlantic Fellow beim German Marshall Fund in Washington und von 2011 bis 2013 arbeitete er für das Referat Internationale Politikanalyse der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin.[1]

Ausbildung und berufliche Tätigkeit[Bearbeiten]

Nach dem Abitur 1992 an der Peter-Petersen-Gesamtschule in Hamburg leistete Annen zunächst seinen Zivildienst ab. Ein Studium der Geschichte, Geographie und Lateinamerikanistik an der Universität Hamburg unterbrach Annen im Jahr 2001, nachdem er zum Bundesvorsitzenden der Jusos gewählt wurde. 2010 schloss Annen sein Studium der Geschichte an der Humboldt-Universität in Berlin mit einem Bachelor ab.[2] 2011 erwarb er einen Master in International Public Policy an der Paul H. Nitze School of Advanced International Studies in Washington. Von 2011 bis 2013 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für internationale Politikanalyse mit der Zuständigkeit für Europäische Außenpolitik in der Friedrich-Ebert-Stiftung.[3]

Parteiarbeit[Bearbeiten]

1989 trat Annen in die SPD ein.

Annen war von 2000 bis 2001 stellvertretender Vorsitzender des internationalen Zusammenschlusses der sozialistischen und sozialdemokratischen Jugendorganisationen IUSY und gehörte dem Juso-Bundesvorstand an. Von 2001 bis 2004 war er Bundesvorsitzender der Jusos. 2003 wurde Annen in den SPD-Bundesvorstand gewählt, dem er aufgrund seines Juso-Vorsitzes bereits vorher beratend angehört hatte.

Er war von 2003 bis 2013 stellvertretender Vorsitzender des Forums Demokratische Linke 21. Seit August 2006 ist er Mitherausgeber der spw – Zeitschrift für sozialistische Politik und Wirtschaft.

Abgeordneter[Bearbeiten]

Von 2005 bis 2009 war Annen mit 45,0 % der Erststimmen direkt gewählter Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Hamburg-Eimsbüttel.

Als Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages zählten das deutsche Engagement in Afghanistan und im Nahen Osten zu seinen Arbeitsschwerpunkten. Er war einer der drei stellvertretenden Sprecher der Parlamentarische Linken in der SPD-Bundestagsfraktion.[4] Annen war außerdem einer der drei stellvertretenden Vorsitzender der Deutsch-Spanischen Parlamentariergruppe.

Auf der Nominierungskonferenz der SPD für die Wahl des Direktkandidaten für die Bundestagswahl 2009 unterlag er am 15. November 2008 in einer Kampfabstimmung mit einer Stimme dem Hamburger Juso-Vorsitzenden Danial Ilkhanipour und konnte damit nicht als SPD-Direktkandidat für seinen bisherigen Wahlkreis antreten. Der Nominierungsversammlung waren erhebliche innerparteiliche Auseinandersetzungen vorausgegangen.[5] Bei der Wahl am 27. September 2009 erhielt Ilkhanipour deutlich weniger Erststimmen als der CDU-Kandidat Rüdiger Kruse (23,8 % zu 31,3 %).

Am 24. August 2012 kündigte Annen in einem Schreiben an den Eimsbütteler SPD-Kreisvorsitzenden seine Kandidatur zur nächsten Bundestagswahl an.[6] Nachdem Annen in einer von der SPD Eimsbüttel durchgeführten Mitgliederbefragung die meisten Stimmen erhalten hatte, wurde er am 12. Dezember 2012 auf der Eimsbüttler Wahlkreisversammlung mit einer Zustimmung von rund 96% der Delegierten offiziell als Bundestagskandidat für die Bundestagswahl 2013 im Wahlkreis 020 – Eimsbüttel nominiert.[7] Bei der Bundestagswahl 2013 gewann er den Wahlkreis mit 37,5 % der Stimmen.

Im Mai 2014 gab Annen zu, dass er jahrelang keine Zweitwohnungsteuer für seine Berliner Zweitwohnung gezahlt hatte.[8] Er zahlte diese nach. Ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Berlin wurde im Oktober 2014 eingestellt.[9]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Niels Annen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikiquote: Niels Annen – Zitate

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Niels Annen: Kopfschütteln in Washington. dradio.de, 7. Juli 2011
  2. Niels Annen: Lebenslauf, abgerufen am 18. Februar 2014.
  3. Niels Annen, fes.de
  4. die beiden anderen waren Christine Lambrecht und Andreas Steppuhn.
  5. Niels Annen verliert sein Direktmandat. Spiegel online, 15. November 2008
  6. Annen tritt in Eimsbüttel wieder an. In: Die Welt. 25. August 2012
  7. Niels Annen nun auch offiziell Bundestagskandidat in Eimsbüttel. spdeimsbuettel.de, 12. Dezember 2012
  8. Annen räumt Steuervergehen ein, ndr.de, 12. Mai 2014
  9. Ermittlungsverfahren eingestellt, nielsannen.de