Bundestagswahl 1976

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Die Bundestagswahl 1976 fand am 3. Oktober 1976 statt. Die Wahl zum 8. Deutschen Bundestag war die erste nach dem Rücktritt von Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) im Jahre 1974 und somit die erste Bewährungsprobe für dessen Nachfolger Helmut Schmidt (ebenfalls SPD).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Hintergrund

Helmut Kohl (1984)
Helmut Kohl (1984)

Für die Unionsparteien trat der CDU-Vorsitzende und Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, Helmut Kohl, an.

Trotz eines Stimmengewinns für die Unionsparteien konnte sich die Sozialliberale Koalition behaupten, jedoch verlor die SPD ihre Position als stärkste Bundestagsfraktion.

Die SPD zog unter dem Motto Modell Deutschland in den Wahlkampf, die CDU plakatierte unter anderem Weiter so, Deutschland. Stabile Preise. Sichere Renten. Mehr Arbeitsplätze.

[Bearbeiten] Ergebnis

243

48,6%

214

42,6%

39

7,9%

0,3%
0,3%
0,1%
0,1%
0,1%
0,0%
0,0%
0,0%
0,0%
0,0%
0,0%
0,0%
CDU/CSU SPD FDP NPD DKP KPD AUD KBW EAP CBV GIM AVP 5%-Block UAP VL

obere Zahl = Sitze; untere Zahl = Stimmenanteil; fett gedruckte Parteien = Regierungsparteien

Das Endergebnis lautete:

Partei Zweitstimmen Prozent Sitze¹ Verschiebung Wahlkreise Überhangmandate Bemerkungen
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 16 099 019 42,6 214 (10) - 16 114 - -
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 14 367 302 38,0 190 (11) + 13 94 - -
Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) 4 027 499 10,6 53 + 5 40 - -
Freie Demokratische Partei (FDP) 2 995 085 7,9 39 (1) - 2 - - -
Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) 122 661 0,3 - - - - -
Deutsche Kommunistische Partei (DKP) 118 581 0,3 - - - - -
Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) 22 714 0,1 - - - - -
Aktionsgemeinschaft Unabhängiger Deutscher (AUD) 22 202 0,1 - - - - -
Kommunistischer Bund Westdeutschland (KBW) 20 018 0,1 - - - - -
Europäische Arbeiter-Partei (EAP) 6 811 0,0 - - - - -
Christliche Bayerische Volkspartei (CBV) 6 720 0,0 - - - - -
Gruppe Internationale Marxisten (GIM) 4 759 0,0 - - - - -
Aktionsgemeinschaft Vierte Partei (AVP) 4 723 0,0 - - - - -
5%-Block 2 940 0,0 - - - - -
Unabhängige Arbeiter-Partei (Deutsche Sozialisten) (UAP) 765 0,0 - - - - -
Vereinigte Linke (VL) 701 0,0 - - - - -

¹in Klammern: Zahl der am gleichem Tag vom Abgeordnetenhaus von Berlin gewählten, nicht stimmberechtigten Berliner Bundestagsabgeordneten

[Bearbeiten] Konsequenz

Helmut Schmidt (1977)
Helmut Schmidt (1977)

Helmut Schmidt wurde als Bundeskanzler wiedergewählt. Helmut Kohl wechselte als Oppositionsführer nach Bonn, indem er als Ministerpräsident zurücktrat und zusätzlich zum Parteivorsitz den Vorsitz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion übernahm.

Der bisherige Oppositionsführer Karl Carstens wurde neuer Bundestagspräsident.

[Bearbeiten] Konsequenz aus Sicht der Soziologie

Als Konsequenz setzte sich in den folgenden Jahren vor allem die CDU/CSU für die Einführung des Privatfernsehens ein, um ein mediales Gegengewicht zu den vermeintlich „linkslastigen“ öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten (Schweigespirale) zu schaffen.

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